Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
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Verfasst am: 23.04.2010, 10:55 Titel: Re: Depressionen, Schuldgefühle und Panikattacken |
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Hallo Tegan,
zuerst Mal, herzlichen Glückwunsch zu Deiner Erkenntnis und Deinem Wunsch ein trockenes Leben zu führen.
Mal ganz allgemein, Depressionen und Alkohlismus gehen gerne Hand- in Hand, angefangen als Selbstmedikation bis es sich zu einer Sucht verselbständig. Ab da wird das Hilfsmittel Alkohol nur zu einem zusätzlichen Problem, was wieder Schuldgefühle erzeugt und die Depressionen verschlimmert. Dann geht der echte Teufelskreis los. Schön, dass Du da aussteigen willst.
| tegan71 hat Folgendes geschrieben: |
Als Alkoholiker war ich nicht am Ende, nicht ganz unten. Mir ist auch klar, dass einige deshalb vielleicht denken, dass ich es nicht schaffe, trocken zu bleiben. Man wird sehen. |
Ich war auch nicht ganz unten. Das spielt überhaupt keine Rolle. Jeder hat einen persönlichen Punkt an dem er aussteigen will, und es spielt keine Rolle wie weit unten der ist, sondern nur wie stark sich dieser Punkt auf einen selbst auswirkt.
Mir ging's genauso wie Dir, für mich gab es kein EIN Bier. Oder EINEN Wein. Manchmal schon, aber ich konnte es nicht vorhersagen. Ich war nicht in der Lage zu sagen, wird das heute ein Glas oder 3 Flaschen Sekt?
Ich hab weder gebunkert, noch hat sich mein Leben komplett um den Alkohol gedreht. Aber wenn der Alkohol in mein Leben trat, übernahm er die vollständige Kontrolle. Insgesamt gesehen führte ich schon als ich noch trank ein recht zufriedenes und normales Leben was mir auf dem Weg in meine Trockenheit bis heute hilft - aber ich weiss, der Alkohol hätte dieses Leben zerstört. Ich kann mit diesem Zeug einfach nicht umgehen. Um das zu wissen musste ich gar nicht erst unter der Brücke ankommen. Sieh nicht negativ, dass Du ohne "ganz unten" zu sein die Reissleine gezogen hast - sieh es positiv!
| Zitat: | | Jetzt geht es mit den Attacken besser, obwohl sie immer noch latent da sind. Aber ich kann damit gut umgehen, auch ohne Alkohol |
Das ist ein Irrglaube, geboren aus der Gewohnheit Gefühle durch Alkohol zu steuern.
Du wirst mit der Zeit merken, dass das umgekehrte der Fall ist, überhaupt erst ohne den Alkohol ist es überhaupt möglich gut mit sich selbst umzugehen.
Ich finde es jedenfalls sehr mutig und bewunderswert, dass Du sowohl Alkoholkrankheit als auch Depressionen und Ängste angehen willst. Beide baustellen hängen eng zusammen und so kannst Du alle Deine Ressourcen nutzen Dich in ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben aufzumachen. Schritt für Schritt ist das möglich, die ersten positiven Effeke merkst Du bereits selbst.
Liebe Grüße & eine wunderbare trockene Zeit
Kaleu |
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