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maria44
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 18:16    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

Bei mir sind das jetzt 4 Jahre in diesem Forum, davon war ich fast drei Jahre im geschütztem Raum und es ist bei mir nichts vom heute auf morgen besser oder anders geworden, zu viele Baustellen gab es in meinem leben, die ich nach und nach je nach meiner Stabilität bearbeiten oder verarbeiten konnte.
Ganz am Anfang habe ich mich mit der Vergangenheit erst gar nicht beschäftigt, weil sie mich zu sehr nach unten gezogen hat, ich habe mich nur an meiner Nüchternheit konzentriert.

Ich habe nicht sofort alles verstanden oder ich war(bin) nicht immer der gleichen Meinung wie andere (aber ich muss das ja auch nicht) und manchmal wollte ich das Forum verlassen weil ich mich unverstanden fühlte.
Aber es kam immer der gleiche Gedanke und es ist bis heute so, ich bin für mich hier, um an mir und meiner Trockenheit zu arbeiten.

So oft wie ich in letzter Zeit das Wort zufrieden geschrieben habe, habe ich noch nie im Forum.
War ich auch lange Zeit nicht, die letzte Baustelle und auch eine von den schwierigsten( weil ich mir immer noch etwas vormachte, Hoffnung hatte, Angst vor der Zukunft hatte und so weiter) war die Trennung und das hat schon fast zwei Jahre bei mir gedauert, bis ich zu dem endgültigem Schritt bereit war und endlich verstanden habe was das heißt „meine Trockenheit steht auf der ersten Stelle“ ich musste mich entscheiden meine Trockenheit oder eine zerrüttete Beziehung, die nicht mehr zu kitten war und unter der ich nur gelitten habe und somit auch meine Trockenheit und auch meine Leben gefährdete.
ich hatte Angst vor neuem, vor unbekanntem, vor ungewissem, vor Veränderungen, erst als ich die notwendige Schritte ging, verschwand nach und nach die Angst und die Zufriedenheit kam.

Kleine Ziele, kleine Schritte und Mut aber kein Stillstand, so denke ich.


Gruß
Maria
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maria44 hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32803
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 18:24    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Maria,

ich finde, du beschreibst es sehr gut.
Ich bin manchmal erstaunt, wie schnell alles bei einigen hier geht und wie schnell da alle Baustellen scheinbar aufgearbeitet sind und diese Euphorie dann auch weitergetragen wird.
Manchmal habe ich dann das Gefühl, es wird geschrieben, weil man glaubt, wir wollen das hier lesen.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn man sehr, sehr viele Jahre getrunken hat, kann nicht alles nach drei, vier Monaten weg sein und man hat ein zufriedenes Leben.

Wichtig sind die vielen vielen kleinen Dinge, die uns immer haben scheitern lassen.

Danke Maria, denn ich wollte mit dem Thema Hoffnungslosigkeit genau aufzeigen, dass es jeder schaffen kann, aber eben Zeit braucht.

Viele lesen die Beiträge und sehen vielleicht die scheinbar unbekümmerte Lebensweisen von anderen Forenteilnehmern, obwohl es bei ihnen nicht vorwärts zu gehen scheint.
Jeder sollte sich die Zeit nehmen, die er oder sie brauch und nichts geht von heute auf morgen.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 1477
Alter: 54
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 18:54    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,
als ich diesen Thread von Dir zum ersten Mal gelesen habe, da dachte ich:

Hm, wieso nennt er den Thread nicht „kleine Ziele zusammentragen“?

Diesen Ansatz finde ich nämlich sehr hilfreich. Ich habe dabei spontan an meine kleinen Ziele gedacht, die ganz unspektakulär sind und waren.

In der Vergangenheit habe ich selbst diese vermeintlich kleinen Ziele häufig nicht erreicht, weil ich mich mehr mit größeren Zusammenhängen beschäftigt habe.

Ich bin ja auch deshalb hier, um mich wieder auf die Anfänge zu besinnen.

Diese ersten, kleinen Ziele sind und waren:

- 3 möglichst gesunde Mahlzeiten pro Tag
- eine halbe Stunde Bewegung pro Tag
- eine halbe Stunde bewusste Entspannung pro Tag
- ausreichend Schlaf


Ich wäre schon froh, wenn ich diese wirklich, wenigen, sehr überschaubaren Ziele jeden Tag für mich erreichen würde.

Besonders schön wäre es, wenn ich die o.g. Ziele auch noch mit einer inneren Haltung erreichen könnte, die sagt:

Ich bin ein liebenswerter Mensch und ich darf mir diese Ziele auch gönnen.

Und: Keiner kann mir das gute Gefühl bei dem erreichen dieser Ziele wegnehmen.

Liebe Grüße
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32803
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 19:16    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

ich habe das Thema bewußt Hoffnungslosigkeit genannt, weil ich Menschen Mut machen möchte, eben diese kleinen Schritte als kleine Ziele zu verstehen und sich darüber zu freuen. Smilie

Wie ich oben geschrieben habe, lese ich manchmal, dass Forenteilnehmer sich wohl innerhalb von kurzer Zeit ein völlig neues Leben aufgebaut haben, alle Baustellen bearbeitet haben und nun glücklich leben.

Ich möchte diesen Menschen Mut machen, ihnen ihre Hoffnungslosigkeit nehmen, bei denen es nicht sooo schnell vorangeht, was ich eh auch nicht verstehen kann, denn ich jabe mit Sicherheit auch heute noch Baustellen, die ich jetzt erst nach Jahren erkenne und versuche sie aufzuarbeiten.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 23:05    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen,

als ich nach Jahren der Selbstverleugnung und Selbstvernachlässigung anfing etwas für mich zu tun, tat ich es wie ich früher alles in meinem Leben tat, ganz oder garnicht.

Ich ging in in eine SHG, begann eine Therapie, redete darüber das ich ein EKA bin egal mit wem, tauschte mich mit anderen Kindern aus, fand irgendwann auch hierher. Ich habe also „richtig was getan“, nachdem ich jahrelang nichts getan hatte. Dementsprechend wollte ich auch gefälligst Ergebnisse haben. Theoretisch hatte ich auf einmal einen ganzen großen Haufen Wissen und Erkenntnisse, als es mit der praktischen Umsetzung und Anwendung nicht klappen wollte, wurde ich ungehalten und ungeduldig.

Als ich das in der Therapie ansprach, bekam ich folgendes Beispiel. Jeden Tag werde ich älter, jeden Tag verändere ich mich äußerlich ein bisschen, ich es sehe es jedoch nicht, weil ich mich jeden Tag sehe. Erst wenn ich mir Bilder anschaue die ein paar Jahre älter sind, dann sehe ich die Veränderungen die mit mir passiert sind. Die täglichen sind so minimal, dass sie nicht erkennbar sind.
Ebenso ist es bei der Arbeit an sich selbst. Es passiert jeden Tag etwas, es verändert sich jeden Tag etwas, aber es sind so kleine Dinge, dass ich sie nicht als große, sofortige Veränderung bemerken werde. Erst in der Rückschau wenn die vielen kleinen Dinge zusammen kommen wird etwas sichtbar.

Es stimmt ganz einfach, ich kann manchmal selbst nicht glauben, was ich in den letzten Jahren alles geschafft habe. Von den einzelnen Momenten, Handlungen und Begebenheiten die ich verändert habe, die zu meiner Veränderung geführt haben, habe ich nur wenige wirklich in Erinnerung. Es waren ein paar wenige Meilensteine, ein paar wenige wirklich große Schritte. Der Rest waren alles ganz kleine Schritte, die zusammen den großen Weg ausmachen den ich gegangen bin.

Es gab keinen großen Paukenschlag und ich war am Ziel, ich musst den Weg selbst gehen, mit kleinen, teilweise Kleinstschritten und auch mit Rückschritten, die gehörten ebenso dazu, wie die wenigen Meilenschritte. Wenn ich ihn nicht gegangen wäre, hätte ich das Ziel nicht erkannt und wenn ich direkt davor gestanden hätte.

Manche Wege kann man nicht abkürzen, man muss sie gehen um an Ziel zu kommen, um es überhaupt zu kennen und zu erkennen.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
leben
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.06.2008
Beiträge: 1329
Alter: 51
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 18.03.2010, 14:35    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

manchmal gibt es auch kein großes Ziel. Es gibt nur einen Weg, der läuft dich mal besser mal eben schlechter. Manchmal stürzt man auch fast.

Was ich damit sagen will, ist, es gibt kein ... jetzt habe ich es geschafft. Es gibt immer wieder neue Baustellen, die sich auftun. Einige Alte kommen auch wieder. Aber das geht mit der Zeit, da kann man dran arbeiten.

Karsten, wenn am Anfang nicht diese Euphorie gewesen wäre (oder auch bei den meisten ist) dass jetzt schon ganz gewaltig viel geschafft ist, ich denke, dann würden oder wären viel mehr gefallen. Die Baustellen kommen ja erst später wenn man mal ein bissl trocken ist (zumindest haben sie mich solange erst mal verschont). Und ich denke, es geht nur mit kleinen Schritten.

LG
Leben
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leben hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben
barcelona100
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 485
Wohnort: Barcelona

BeitragVerfasst am: 07.04.2010, 20:46    Titel: Re: Hoffnungslosigkeit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Karsten,
das Thema Hoffnungslosigkeit laesst mich nicht in Ruhe.
Ich schreibe jetzt einfach mal meine Gedanken darueber:
Befinde ich mich in einer Krise, ist die Hoffnung und Hoffnungslosigkeit oft mein Begleiter.
Hoffnung ist wichtig, weil sie hilft, schwierige Momente leichter zu ertragen. Mehr kann die Hoffnung aber nicht, sie kann mich nur im Glauben lassen, dass es morgen besser wird.
Ich klammere mich also an die Hoffnung und schiebe meine eigenen Faehigkeiten und Kraefte beiseite, die mich befaehigen, etwas zu veraendern. Ich bewege mich nicht mehr. Dann wird die Hoffnung ein Hindernis; sie hilft mir nicht. Bleibe ich in diesem Energiefeld, dann kommt die Hoffnungslosigkeit. Wandele ich aber diese Energie, dann waechst meine Aufmerksamkeit und mir wird bewusst, was im jetzigen Augenblick geschieht. Das wiederum laesst meinen Geist klar denken.
Aber alles, was geschieht, braucht seine Zeit, manchmal mehr, manchmal weniger.
LG Barcelona
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barcelona100 hat zum Thema: Re: Hoffnungslosigkeit geschrieben

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