| bin neu hier • Es hört nicht auf weh zu tun |
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Winterwärme neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 15.03.2010, 09:07 Titel: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Hallo,
ich lese hier schon länger und habe mich entschlossen, hier anzumelden. Ich hoffe, dass ich vielleicht durch den Austausch hier neue Anregungen, Erfahrungen und vielleicht auch zu klarerem Denken kommen kann.
Mein Mann trinkt täglich und er will das auch so. Es geht schon jahrelang so. Jeder Spaziergang oder sonstiges läuft darauf hinaus "einzukehren". Ständig kauft er Wein und Cognac, um es über den Tag zu trinken. Abends liegt er dann wie ein Sack auf der Couch mit Stielaugen und benimmt sich wie ein kleines Kind. Normale Unterhaltungen sind nicht mehr möglich. Jeden Abend das Gleiche oder auch schon am hellen Mittag.
Er kontrolliert alles was ich tue. Deshalb kann ich nicht so oft schreiben. Sowie er die Tasten hört, steht er hinter mir und schaut, was ich tue.
Ich liebe ihn, aber ich kann nicht mehr und weiß nicht mehr weiter. Alle Versprechungen werden am nächsten Tag schon wieder über den Haufen geworfen. Wäre der Alkohol nicht, wäre alles eigentlich perfekt.
Aber leider steht der zwischen uns, der Alkohol.
Und ich sehe keinen Ausweg, weil ich mich finanziell und überhaupt an meinen Mann gebunden fühle.
Winterwärme |
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Anesa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.02.2010 Beiträge: 199 Alter: 41
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Verfasst am: 15.03.2010, 09:23 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Hallo,
ich bin auch noch relativ neu hier und kann Deine Situation gut nachfühlen! Du wirst, wenn Du hier schon gelesen hast, feststellen, dass es sehr vielen genauso geht wie Dir!
Versprechungen und Enttäuschungen gehören bei einem Alkoholabhängigen leider zur Tagesordnung! Das habe ich auch alles schon erlebt. Der Abhängige ist krank und muss es leider selber einsehen.
Mir hat das Schreiben und Lesen hier im Forum und auch der Gang zur Suchtberatung geholfen. Von der Suchtberatung habe ich jetzt eine Therapie angefangen, die mich in meiner Situation unterstützen soll. Vielleicht solltest Du Dir auch solche Hilfen suchen.
LG, Anesa |
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8356 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 15.03.2010, 09:33 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Liebe Winterwärme!
Herzlich willkommen im Forum!
Ja,lass Dir helfen!
Du kannst langsam aber sicher Deinem Mann zeigen,dass Du auch ein Leben hast, DEIN Leben!
Dein Mann ist wirklich krank.
Deshalb musst Du nicht auch krank werden!
Bleib hier und schreib,schreib,schreib!
Du wirst sehen,das tut gut und hilft.
Denk jetzt AN DICH!
Liebe Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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Riona79 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 51
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Verfasst am: 15.03.2010, 10:47 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Hallo Winterwärme,
hast du keine Familie oder Freunde, bei denen du vorerst unterkommen könntest?
Ich denke, es ist sehr wichtig, dass du deinem Mann klar machst, dass du ihn liebst und ihm helfen wirst, aber vor allem, dass sich was ändern muss und wenn es sich nicht ändert, gehst du.
Das "Problem" ist, du musst dann auch wirklich gehen, das heißt, du brauchst einen Ort, wo du hin kannst.
Ggf. musst du zum Amt gehen und deine Situation schildern. Da kann dir dann gesagt werden, was dir zusteht. Ich kenn mich nicht aus, aber steht dir nicht auch Unterhalt von deinem Mann zu?
Vielleicht wäre es ja auch schon mal ein guter Anfang, dass du dich nach einer Arbeit umsiehst.
Aber wie dem auch sei, du bist von ihm nicht abhängig - du bist höchstens an einen gewissen Lebensstandart gewöhnt und willst diesen nicht aufgeben. Da musst du abwiegen, was wichtiger für dich ist. Erst wenn du für dich ganz klar sagen kannst, dass du lieber erst mal beispielsweise von Hartz IV leben würdest oder lieber erst mal bei einem Verwandten im Gästezimmer lebst, kannst du deinem Mann auch konsequent gegenüber treten. Ansonsten, und das wird er sehr schnell merken, ist dein Gerede leeres Gewäsch. Damit mein ich, wenn du ihm sagst, er soll aufhören zu trinken und sich Hilfe suchen, ansonsten bist du weg - so und er hört nicht auf, holt sich keine Hilfe und du gehst nicht weg, dann wird er dich bei diesem Thema nie wieder ernst nehmen. Er sieht doch dann, dass seine Trinkerei keine Konsequenzen hat, wozu also was ändern?
Ich seh es jetzt bei meiner Mutter. Letztes Jahr erzähte sie mir, dass mein Stiefvater nach ca. 10 Jahren wieder angefangen hat zu trinken. Sie würde das nicht mitmachen und auch nicht noch mal so lange aushalten, wie vor seiner Trockenheit. Aber Fakt ist, dass sie es jetzt schon wieder fast 1 Jahr lang mitmacht, ohne dass sich was getan hätte...
Sie will ihn nicht verlieren, nicht das Haus, nicht ihren Lebensstandard, sie will gar nicht wirklich dort ausbrechen. Es ist für sie leichter, alle paar Wochen sein heimliches Trinken auszuhalten, als konsequent zu sein und alles aufs Spiel zu setzen.
So war meine Oma auch.
Und ich bin genauso. Ich wünsche dir, dass du stärker bist! *umärmel* |
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| Riona79 hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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Winterwärme neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 16.03.2010, 09:32 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Vielen Dank für Eure Antworten.
Im Moment ist ER gerade im Bad, deshalb kann ich kurz schreiben und lesen. Ich hoffe er geht heute noch ausser Haus, ansonsten habe ich keine Chance.
Um ihn zu verlassen, ich glaube, soweit bin ich in der Tat noch nicht. Ist der Leidensdruck noch nicht groß genug? Fehlt mir der Mut? Ich weiß es nicht. Ich möchte ihn NOCH nicht aufgeben und habe immer noch Hoffnung, dass er sich ändert. Gestern haben wir ernst und er nüchtern gesprochen. ER sagt, ER will sich ändern. Mal wieder. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mitzuziehen, so sind wir gestern spazieren, ohne einzukehren, gegangen. Er hat gestern nichts getrunken. Vielleicht hilft es ja, wenn ich auch einfach nicht mehr alles so mitmache, d. h. ihn hier und da auch nicht mehr begleite oder mich verweigere? Vielleicht bin ich ja auch mitschuldig, weil ich immer zu allem ja und amen gesagt habe?
Ich selbst bin berufstätig, bin aber auf meinen Mann angewießen, weil ich überwiegend nachts bei der Postverteilung arbeite, er ist zuhause, wir haben Kinder.
Liebe Grüße Winterwärme |
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| Winterwärme hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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Winterwärme neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 16.03.2010, 10:38 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Nun bin ich heute mit zweigeteilten Gefühlen in den Tag gegangen. Ob ER es durchhält, heute wieder nichts anzurühren? Heute nachmittag steht noch ein Termin an. Kann er anschließend ohne etwas zu kaufen oder einkehren zu wollen einfach wieder mit nach hause kommen?
Muss ich wieder kämpfen? Ich spüre jedesmal, wie sich wie eine Faust um mein Herz legt, wenn ich dagegen ankämpfe. Alleine geht er nicht auswärts trinken.
Wenn ich darüber nachdenke, früher - heute..... er hat eigentlich schon immer gerne gefeiert und getrunken. Wahrscheinlich habe ich das verdrängt, endlich hatte ich den Traummann gefunden. Wie die Zärtlichkeit so mit dem Alkohol dahinschwindet. Komisches Benehmen an der Tagesordnung ist, Ungerechtigkeit und Peinlichkeit. Bei Gelegenheiten ausserhalb mit anderen Menschen ins Gespräch kommt und die dummen besoffenen Kommentare weitere Kontakte zunichte machen...... aber nein, die anderen sind ja die Spießer und komisch obendrein.
Ziehe ich mich innerlich zurück heißt es, ich hätte schlechte Laune. Nur weil ich nicht so tue, als sei alles eitel Sonnenschein? Er versteht nicht, dass ich WIRKLICH traurig bin über diese ganze Entwicklung über die Jahre. Dass seine Seele vom Alkohol gesteuert wird, der das wichtigste ist, nicht wir.
Ich möchte ein gesundes, frohes Leben. Warum nicht gemeinsam? Ich suche noch nach Chancen.
lieben Gruß Winterwärme |
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| Winterwärme hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 37
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Verfasst am: 16.03.2010, 10:40 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Liebe Winterwärme,
| Winterwärme hat Folgendes geschrieben: |
Im Moment ist ER gerade im Bad, deshalb kann ich kurz schreiben und lesen. Ich hoffe er geht heute noch ausser Haus, ansonsten habe ich keine Chance. |
Beisst sich das nicht 'n bisschen mit der Aussage, wenn der Alkohol nicht wäre, wäre alles perfekt? Kontrolliert zu werden wäre für mich schon genug Leidensdruck um zumindest Schritte in Erwägung zu ziehen. Was geht ihn das bitte an, wenn Du Dir hier Hilfe suchst bzw. wo Du Dir Hilfe suchst? Bist Du so abhängig, Dich kontrollieren zu lassen?
Auch wenn das Thema neu für Dich ist, es gehören immer zwei dazu, der der kontrolliert und der, der das mit sich machen lässt. Ich würde meinen Partner des Zimmers verweisen wenn er mich kontrollieren würde. Mit einer gesunden Partnerschaft hat das nämlich nicht viel zu tun und hier ist Alkohol alleine nicht das eigentliche Poblem, der Alkohol ist ja nur eine behlfsmäßige Krücke für darunterliegende Probleme. Sicher muss erstmal der Alkohol weg um die darunter leigenden Schwierigkeiten überhaupt erst an's Tageslicht kommen zu lassen um sie bearbeiten zu können.
Mir ist'n bisschen schleierhefat wie Du von "zu geringem" Leidensdruck reden kannst, wenn Du nicht mal mehr Dein Leben leben darfst!
Wieviel Leidensdruck wäre denn nötig um mal Nein zu sagen?
Liebe Grüße
Kaleu |
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| Kaleu hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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Winterwärme neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 16.03.2010, 10:52 Titel: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter |
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Liebe (r) Kaleu,
weißt Du, das ist ja auch ein Teil der Problematik, die sich aber über die Jahre so entwickelt hat. ER hat natürlich Angst, dass ich mir Hilfe holen könnte, die für ihn einschneidende Veränderungen bedeuten könnten. das habe ich aber auch schon bei vielen anderen Menschen hier gelesen, denen es ähnlich ging oder geht.
Das ist nicht von heute auf morgen so entstanden. Du hast schon recht, früher war ich mal eine sehr freiheitsbewußte, unabhängige Person. Dieser Prozess wie es jetzt ist, verläuft leider schleichend und ich habe es auch nicht sofort bemerkt. Momentan fühle ich mich darin gefangen. Noch. Doch ich glaube, dass ich durch mein Hiersein im Forum noch viel lernen und erfahren kann, aber auch dies dürfte sich in einer Art Prozess wiederspiegeln. Ich habe Hoffnung, Kraft und neue Gedanken zu finden. Ich bin offen dafür.
Ist das jetzt schlimm oder verwerflich, dass ich nicht gleich am nächsten Tag, wo ich hier bin, das Handtuch werfe und mich von meinem Mann trenne? Ich könnte das so nicht.
Natürlich wäre momentan wohl auch ohne Alkohol nicht alles perfekt, der hat sich ja eingeschlichen und wurde gelassen. Die Nebenwirkungen sind enorm hoch und vielfältig. Ich möchte ja wieder zu meinem Leben zurückfinden, ich habe nur den richtigen Weg noch nicht gefunden. Ich stehe ganz am Anfang.
Danke für die Unterstützung. Winterwärme |
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| Winterwärme hat zum Thema: Re: Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter geschrieben
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