Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 31612 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.03.2010, 12:11 Titel: Re: Trinkt er wieder? |
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Hallo Riona,
ein Gespräch mit Betroffenen sollte immer auf der Grundlage von seinen persönlichen Bedürfnissen geführt werden.
Das heißt dann, dass man selbst sagt, was man sich für sein eigenes Leben wünscht.
So kann sich dann jeder für sich entscheiden, ob dieses Leben in Gemeinsamkeit oder vielleicht doch jeder für sich geführt wird.
Von solchen nur Zuhören von anderen Geschichten halte ich auch nichts, denn für mich ist ein Miteinander wichtig, was eben den Austausch und das miteinander reden so wichtig macht.
Wenn ich mir nur Geschichten verinnerlichen will, kann ich mir auch ein Buch mit Lebensgeschichten kaufen. Da bekomme ich dann auch kein Feedback für meine eigenen Sorgen, Ängste und Nöte.
Es heißt zwar immer, jeder soll sich das rausnehmen, was für einen gut zu sein scheint, aber ich sage, dann brauche ich mir nichts anzuhören, denn ich habe am Anfang meiner Trockenheit nicht gewußt, was gut für mich ist und hätte daher auch nicht wissen können, was ich mir aus diesen Geschichten rausziehen soll.
Wenn du dich zusätzlich real austauschen willst, kann ich aber auch sagen, dass es andere Selbsthilfegruppen gibt, die auf den Dialog, also miteinander reden, und nicht auf den Monolog setzen.
Gruß
Karsten |
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Riona79 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 51
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Verfasst am: 17.03.2010, 12:54 Titel: Re: Trinkt er wieder? |
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Danke Karsten,
ich seh meinen Stiefvater und meine Mutter ziemlich selten. Unser Verhältnis ist...hm, komisch irgendwie. Eigentlich verstehen wir uns immer gut, wenn wir uns sehen, trotzdem hat sie nie Zeit für mich und mit ihm alleine...is merkwürdig, oberflächlich, leicht angespannt, kommt nur selten vor.
Damals, als ich den Kuchen gebacken hatte, bei dem ich das Rum-Aroma weggelassen hatte und das ansprach, ja, irgendwie war mir das ein Bedürfnis. Ich wollte U. zeigen, dass ich mir Gedanken um ihn mache. Ich respektiere seine Trockenheit, auch wenn er jetzt wieder nass ist. Die Leistung, 11 Jahre trocken zu sein, ohne auch nur annähernd so streng zu sein, wie "ihr" hier (er isst Marzipan, Rosinen usw. keine Spur davon, Lebensmittel zu meiden, Therapie nur sehr kurz, keine Therapie- oder SH-Gruppe, niemanden, mit dem er reden kann...), die kann ihm keiner mehr nehmen und ich find es respektabel, dass er es geschafft hat.
Den Rückfall seh ich natürlich kritisch und verängstigt.
Aber ich denke auch: Hinfallen ist nicht schlimm, liegenbleiben schon!
Das heißt, solange er jetzt weiter kämpft, kein Problem.
Aber wie soll er das noch mal schaffen, ohne die ganze Hilfe?
Ich wollte ihm einfach nur zeigen, dass ich ihn und seinen Kampf ernst nehme.
Genau das ist es auch, was ich mir von meiner Familie wünsche. Ich bin sehr dick und möchte doch auch, dass für mich ein Gartenstuhl bereit steht, in den ich auch rein passe, als Beispiel.
Ich wünsch mir einfach, dass wir als Familie zueinander halten und uns unterstützen.
Das hab ich mit dem Rum-Aroma so zwar nicht formuliert, aber aus dem Gedanken heraus, hab ich das erwähnt.
Aber du hast schon Recht, wenn ich jetzt wirklich ein gezieltes Gespräch suche, dann um zu sagen, was ICH mir wünsche, was ICH bereit bin mitzumachen, zu geben oder zu nehmen usw.
Ich denke, mit der Sichtweise fällt es mir leichter, meine Gedanken etwas zu sortieren und auch mit meiner Mutter zu reden.
Aber ob ich jemals mit U. reden kann? Vielleicht ist das ja auch gar nicht mehr nötig, wenn ich lerne, auf meine Bedürfnisse zu achten!
Was die SHG angeht, bin ich immer noch unsicher. Bei der KIBIS (die gibts es doch häufiger? Ist dir vielleicht ein Begriff?) gibt es nur diese eine Gruppe und weit fahren kann ich mir nicht leisten...ich werd mal schaun, ob ich noch eine Gruppe finde, wo ein Austausch stattfindet, wäre mir echt lieber...wie du schon sagst, ich weiß auch nicht, was für mich richtig und gut ist, wie soll ich also das Richtige und Gute aus den Erzählungen der anderen ziehen? |
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