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Warum schaffe ich es nicht??

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dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 18.03.2010, 20:50    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebes trauriges Sternchen,
beim Lesen Deiner Postings kommen mir so einige Gedanken in den Kopf.

Irgendwie erscheint mir das tatsächlich wie ein Film in der Widerholungsschleife, was Du erzählst. Er lebt im "Schwebe-Zustand" und Du auch.

Er ist da und Du fühlst Dich beruhigt. Du willst ihn nicht rauswerfen, weil er ja gerade neu starten will. Du willst so nicht weitermachen, dennoch läuft alles in der Widerholungsschleife. Grundsätzlich kein Problem, nur musst Du Dir einfach darüber im Klaren sein, dass große Änderungen nur erfolgen können, wenn eine Seite damit beginnt.

Natürlich kann das in die Hosen gehen und die Beziehung brechen!

Mir kam so der Gedanke: wenn Sternchen nichts verändern will oder kann - wie soll es da ein Alkohlabhängiger tun? Ich habe für mich in Anspruch genommen erst mich zu verändern um dann zu hoffen (in meinem Fall vergebens) das die Partnerseite mitzieht. Ich für mich fand einfach durch "vorleben" kann ich Akzente setzen.

Ja, liebes Sternchen - wie heißt das: co-abhängigkeit, Beziehungssucht oder ist es einfach nur die Kompromissbereitschaft, die in einer Beziehung gelebt werden muss? Keine Ahnung! Auch meine Psychotherapeutin befand mich nicht als co-abhängig..... aber ich emfpfand mich unglücklich und wollte das (egal wie es heisst und was es ist) verändern. Mir war einfach wurscht welche Punkte der Krankheit Co auf mich zutreffen, ob ich sie habe oder bin oder oder oder.... ich wollte einfach nur leben und glücklich werden.

In meinem Fall bedeutete es meine großen Veränderungen - denen keine von partnerseite folgte und somit die Beziehung endete. Aber mit dem Resultat, dass ich lebe und Glück empfinde.

Du leidest mit ihm, weil der arme Kerl Mist gebaut hat, ein schlechtes Gewissen hat und und und.... Nun, das ist sein Leid - seine Möglichkeit es zu ändern und Deine Möglichkeit Dich von seinem Leben zu distanzieren und ihm zu erlauben selber wieder Verantwortung zu tragen.

Lieben Gruß von Dagmar


p.s. wenn Du von vorneherein einen Rückfall beim alkkranken Partner annimmst, dann erlaubst Du diesen vielleicht auch Dir. Somit beginnt ihr "neu" mit der Prämisse ein Rückfall ist drin und dennoch geht es genauso weiter wie zuvor.... Oder??
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
Trauriges Sternchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.03.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 18.03.2010, 23:07    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Dagmar,
vielen lieben Dank für deine Zeilen. Ich muß da, um ehrlich zu sein, erstmal drüber nachdenken. Ich WILL ja etwas ändern. Weiß nur noch nicht, wie ich das anstellen soll. Wie kann ich etwas bzw. mich ändern und trotzdem versuchen, dies mit ihm zusammen zu tun? Wäre es sinnvoll, sich ein Hobby zu suchen (hab leider keines und wüßte auch nicht, was ich machen sollte... Traurig, denk ich mir grad, wo ich so darüber nachdenke...) Ich mein, eine Gemeinsamkeit haben wir ja so oder so, das ist unsere Tochter. Wäre es ein Anfang, wenn ich mir irgendwas suche, was nur für mich ist?
Wie gesagt, muß erstmal in Ruhe über deine Worte nachenken.
Ich hoffe nur, es kommt richtig hier an, was mich im Moment irgendwie auf der Stelle treten läßt. Nämlich DAß er ja gerade dabei ist, an seiner Trockenheit zu arbeiten und ich mich frage, ihn jetzt zu unterstützen oder "fallen zu lassen" (so hört sich das für mich an).
Oder unterstütze ich ihn am besten, wenn ich jetzt etwas für mich tue (z.B. Hobby) und einfach für ihn da bin, wenn ER zu MIR kommt und reden will, Gesellschaft sucht...
Wie siehts mit gemeinsamen Aktivitäten aus?
Ach man, ich seh ja selbst, daß zumindest ich mich im Kreis drehe - das ist ja genau das, was mich im Moment so bekümmert.

Hatte ja gehofft, das Gespräch bei der Diakonie hilft - ja, Pustekuchen. Komm da heute an, nur um dann nen Zettel dort an der Zimmertür zu finden auf dem steht, daß die Frau, mit der ich den Termin hatte, erkrankt ist und man bitte unter der und der Tel.-Nr. anrufen soll zwecks Vereinbarung eines neuen Termins. ??!!
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe. Ich mein, Krankheit schön und gut, aber es ist doch wohl nicht zuviel verlangt, daß man mir dann rechtzeitig telefonisch Bescheid gibt, damit ich da nicht umsonst hinkomme, oder? Ich kam mir so im Stich gelassen vor Traurig Die wissen doch, wie jemandem zumute ist, der dorthin kommt für ne Beratung. Und das Gefühl, das ich jetzt habe, ist, daß es denen eigentlich ziemlich egal ist. Kostet einen ja irgendwie schon Überwindung, sich an die Suchtberatung zu wenden. Und dann hat man sich endlich aufgerafft und geht da - mit mulmigem Gefühl - hin, und dann steht man vor verschlossenen Türen.
Ja, das wars nun mit der Hilfe, auf die ich die ganze Woche gewartet habe. Jetzt sitz ich also immer noch alleine hier. Ich kann das immer noch nicht fassen. Find das echt unmöglich. Die wissen doch, wie es LEuten wie mir geht Weinen

Ich werd's mir jetzt auf der Couch gemütlich machen mit meinen beiden Katzen und noch ein bischen in meinem Buch lesen. Das hilft beim Abschalten.
Hoffe, ich komme euch nicht egoistisch vor oder so, weil ich im Moment nur in meinem eigenen Thread schreibe. Ist nur so, daß ich im Moment selbst so unsicher und ratlos bin, daß ich einfach nicht jemand anderem "gute Ratschläge" erteilen will. Denn wie soll man jemandem helfen, wenn man sich selbst noch nicht helfen kann. Also, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich muß erstmal mich selbst finden. Deswegen nochmals, vielen Dank für eure Unterstützung Smilie

Wünsch euch allen auch noch einen schönen Abend,
Euer (trauriges) Sternchen
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Trauriges Sternchen hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 07:19    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebes Sternchen,
welches vielleicht irgendwann hoffnungsvoll und nicht mehr traurig ist,

mein Start war (als ich noch Hoffnung hatte mein Ex erkennt sich und sein Problem) autonom zu leben. Mein Leben zu leben, meine Hobbies (ich habe viele und meine Katzen Smilie zu leben, ich habe mich auf mich konzentriert (auch auf Schmerz und Trauer) aber eben nur auf mich. Er war eine Randerscheinung.

Randerscheinung deshalb, weil nicht klar war ob er jemals trocken wird oder es bleiben wird. Wenn es nicht der Fall ist, so muss ich mein Leben ganz alleine auf die Reihe bringen um mich selber nicht zu verlieren, in Gefahr zu begeben und einfach total von seinen Problemen überrannt zu werden.

Es gab anfänglich noch Freizeitaktivitäten. Während dieser tat er auch so als ob er wenig konsumieren würde (während sein Depot an leeren Flaschen und Dosen anwuchs Traurig

So, jetzt begann wohl eine Veränderung in ihm, weil er merkte ich spure nicht und seine vermeintliche Sicherheit ist in Gefahr. IN meinem Fall jedoch führte das nicht zur Trockenheit des Partners. Nein, er begab sich auf die Suche nach einer besseren "toleranteren" Partnerin als ich es war.

Dafür danke ich dem lieben Gott jeden Tag aufs Neue. Ich selber wäre nämlich nicht gegangen sondern ebenso wie Du Tag für Tag mit neuer Hoffnung aufgestanden. Diese Hoffnung kann begründet sein, vielleicht bei Dir! Bei mir nicht!!!

Alle die Dinge, die geschehen waren in seinen Exzessen, die habe ich erst viel später auf- und bearbeitet. Durch die weitere Nassheit habe ich einen kranken Menschen in Erinnerung, dessen Leben mich fast um meines gebracht hätte.....

Fakt ist: Du DU DU - DU bist wichtig, DICH zu finden, ein Leben zu realisieren in welchem er keine Hauptrolle spielt (das ist Deine Rolle).

Das heißt für mich auch nicht uneingeschränkt für ihn da sein - dass heisst für mich ihn auch selber gehen (im Notfall auch hinfallen) lassen.

Das Gespräch bei der Diakonie - der Verlauf ist traurig, wobei es aber wirklich so ist Sternchen, von dort können nur Worte, Gedanken und Anregungen kommen (wie von uns hier) finden musst Du Deinen Weg, ihn gehen und aufstehen wenn Du fällst....

Sehr schwer alles, ich war ja auch hin und her geworfen aber ich wollte leben - wieder Glück spüren ohne der ständigen Angst was passiert nun wieder. Ich wollte nicht mehr wie eine Mutter nach ihrem Kücken kontrollieren, wollte nicht mehr gezwungen sein die Post zu kontrollieren ob ein Haftbefehl (ja, soweit hatte sich das im Laufe der Jahre gesteigert) oder eine Pfändig vorliegt die mich zwingt mein weniges Hab und Gut zu sichern.

Meine Katzen waren der Grund zu gehen - ihr Leben war für mich wichtig - sie spürten nämlich im Laufe der Jahre was abging und mussten leiden. Sie wurden sogar unsauber und pinkelten nur in sein Bett..... Aua, was war da wohl in meiner Abwesenheit vorgefallen.....

Ich wünsche Dir viel Kraft, egal, wie Du für Dich entscheidest und lebst. Jeder Weg ist schwer ....

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 07:35    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sternchen!

Ach ja, wie oft war ich so traurig, so einsam, so verloren.
Und immer habe ich doch die Kinder vorgeschoben.
Wegen der Kinder kann ich mich doch nicht trennen.
Dann müssen sie doch so viel leiden.

Was haben meine Kinder in den langen Jahren erlitten?
In den Jahren wo ich nur feige war, ihnen ein verlogenes, verheimlichendes Leben vorgespielt habe?
Wie oft mussten sie sehen, hören, fühlen, dass ich mich verbogen habe, um die Sucht meines Mannes zu verbergen?
Wie oft habe ich dies runtergespielt?

Was lernt ein Kind daraus?
Was hält es von so einer Mutter?
Was hinterläßt so ein Verhalten in einem Kind, bzw. wie verhält sich dann so ein Kind?

Ich lese oft bei den EKAs mit ihren Problemen in ihren Beziehungen.
Ich bete zu Gott, dass meine Kinder die richtigen Partner finden werden, mit denen sie FREI und zufrieden leben können.

Ich weiss nicht, ob es reicht, dass ich jetzt anders bin.

O.k., die Sache mit der Suchtberatung ging in die Hose. Aber dennoch solltest du nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weitersuchen.
In einer Selbsthilfegruppe findest du immer jemanden zum Sprechen. Die fällt nicht aus.

LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
Anesa
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.02.2010
Beiträge: 199
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 10:48    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sternchen,
ich war jetzt schon dreimal bei der Diakonie, um mir helfen zu lassen und ich muss ehrlich sagen, bisher habe ich nicht das Gefühl, dass mich das weitergebracht hat. Aber ich bleibe dran, denn ich finde, man sollte jede Hilfe in Anspruch nehmen, die möglich ist.
Ist natürlich nicht schön, wenn der Termin bei Dir geplatzt ist, aber ich würde trotzdem versuchen, einen neuen Termin zu machen!!
LG, Anesa
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Anesa hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
Riona79
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.03.2010
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 12:47    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sternchen,

lass dich nicht entmutigen!
Vielleicht rufen die von der Diakonie nicht an, weil sie schließlich auch den trinkenden Partner am Telefon haben könnten....wenn du es mal so betrachtest, ist es vielleicht nicht mehr so entmutigend für dich, nur einen Zettel vorgefunden zu haben, hm?
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Riona79 hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben
desperateS
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 403

BeitragVerfasst am: 21.03.2010, 11:49    Titel: Re: Warum schaffe ich es nicht?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebes Sternchen!
Es ist unglaublich, wieviele Parallelen ich zwischen unseren Geschichten gesehen habe.
Diese Zerrissenheit, die Verzweiflung, das schlechte Gewissen, die Angst, ein neues Leben zu beginnen...

Auch ich versuche, mir seine negativen Seiten vor Augen zu halten, und am Ende finde ich dann doch wieder 1000 Gründe, warum ich ihn "nicht hängen lassen" sollte.

Auch ich habe sehr sehr oft versucht, von ihm irgendwas Nettes zu hören. Dass er um mich kämpfen will. Ich glaube, dieses Bedürfnis kommt daher, dass wir einerseits so verzweifelt sind, weil wir denken, er MUSS doch begreifen, und weil wir 2. Angst davor haben, tatsächlich nicht mehr gebraucht zu werden.
Bei mir kommt noch die Angst dazu, dass er nach einer Trennung sofort eine andere haben könnte. Dazu muss ich sagen, dass wir teilweise (in weniger nassen Phasen) eine sehr schöne Beziehung geführt haben, und ich weiß, dass ich ihn noch liebe. Mich macht der Gedanke, dass er mich einfach austauschen könnte, vor allem deshalb so traurig, weil ich ANgst davor habe, dass ich mir selbst vorwerfen könnte, meine Zeit und Kraft einfach verschwendet zu haben mit meinen "Hilfeversuchen", und dass er eben nicht anerkennt, dass ich - so blöd es auch klingen mag - nur sein bestes wollte.

Leider kann ich Dir noch nicht sonderlich viel Mut zusprechen, weil ich ja genau an dem selben Punkt bin wie Du, aber ich kann Dich wissen lassen, dass Du nicht allein bist. Und ich wünsche uns beiden, dass tatsächlich alles gut wird.
FÜR UNS!!!
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desperateS hat zum Thema: Re: Warum schaffe ich es nicht?? geschrieben

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