| Was passiert jetzt? • Wie soll es weiter gehen? |
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misskateshi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 22 Alter: 35
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Verfasst am: 13.03.2010, 17:15 Titel: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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Ist es eigentlich nicht erbärmlich ??
Eine Frau bekommt ein Kind und schert sich nicht drum. Sie trinkt stattdessen lieber. Jahrelang. Alles dreht sich um sie. Das Kind hüpft und springt und macht es ihr eh nicht recht. Das Kind verbiegt sich. Es ist immer wieder falsch.
Die Frau trinkt weiter und weiter. Wird immer verwirrter. Sie redet dem Kind ein, dass es "verrückt" ist. Das man sich für es schämen muss etc.
Das Kind bleibt alleine zurück. Es ist kein Kind mehr. Es ist erwachsen. Es surft jetzt auf einem Alkoholikerforum rum um mit Leidensgenossen zu reden. Es hat Selbstzweifel, es weiß oft nicht weiter. Es macht eine Therapie und findet schwer ins "normale" Leben zurück.
Ist es nicht so ?
Muss man sich mal verinnerlichen : eine ist am Saufen und wird zunehmend verrückter. Und der, der daneben sitzt, braucht nachher die Therapie. Meine Mutter ist nämlich schon nicht mehr therapierbar !
Toll....soweit die Erkenntnis nach 5 Stunden Psychotherapeutischer Beratung.
Mich kotzt es an, dass meine Eltern trinken. Ich empfinde keine Schuld daran. Ich empfinde kein Mitleid. Ich empfinde Hass. Ich weiß nur, dass ICH nicht mit untergehen werde.
Kann mich jemand verstehen ??
LG......... |
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| misskateshi hat zum Thema: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 14.03.2010, 17:57 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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Hallo Misskateshi,
ich kann deinen Hass verstehen, habe aber gelernt, dass der Hass uns nicht gesund macht und nicht vorwärts bringt.
Es ist in meinen Augen nicht erbärmlich, es ist schlicht und ergreifend traurig. Für deine Mutter, die nicht aus ihrer Abhängigkeit findet und für dich, die du geprägt von deiner Kindheit, die Verantwortung dafür noch immer ihr gibst. Mit 33 Jahren bist du erwachsen und für dein Leben selbst verantwortlich. Ja, du hast ein ganz schönes Päckchen mitbekommen. So, wie wir alle, die wir hier schreiben. Wir können alle nichts für unsere Eltern, egal, ob sie getrunken haben oder uns auf andere Art und Weise negativ beeinflussten.
Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern - keiner von uns. Aber wir können unser Leben selbst in die Hand nehmen und gut für uns sorgen. Denn als Erwachsene sollten wir dazu in der Lage sein. Oder aber es lernen, egal, wie in der Kindheit für uns gesorgt wurde.
Würdest du deine Mutter eigentlich genauso hassen, wenn sie an einer anderen chronischen Krankheit leiden würde?
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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misskateshi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 22 Alter: 35
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Verfasst am: 18.03.2010, 17:33 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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Hallo !
Mhm..was wäre wenn....sie ist nunmal Alkoholiker und nichts anderes. Ich würde sie weniger hassen, sie würde es EINSEHEN und was ändern wollen.
Sie wurde schon vor 20 Jahren darauf angesprochen und ihr wurde schon tausend mal DRINGEND zu einer Therapie geraten - damals war es noch möglich - jetzt ist es zu spät.
Ich meine, Fallen ist keine Schande, aber eben das Liegenbleiben.
Ein Krebskranker würde z.B. alles daran setzen gesund zu werden. Er würde überlegen, ob er sich besser ernähren kann, um nichts negativ zu beeinflussen etc. Aber sie will ja besoffen sein. In ihren Augen ist sie gesund.
Mich kotzt es an, dass sie ihre Situation zu keiner Zeit beschi***n findet.
Im Zweifelsfall bin ich verrückt (und das ganze Umfeld). Ich hab aber mit ihrer Sauferei nix zu tun !
Sie hat ihren Zustand SELBST verschuldet. Keiner hat ihr den Alk eingeflösst.
Am schlimmsten ist, wenn mich jemand mit ihr vergleicht z.B. "...Pass auf, dass DU nicht genauso endest!" ... was ist das für ein Spruch ???!!! Ich werde tausend % NICHT so enden !! Ich hab nur leider ihre Gene, aber ich VERHALTE mich absolut nicht so wie sie. Und das ist es, was meinen Hass täglich größer werden lässt. Dass ich mich verteidigen muss, dass ICH nicht trinke, dass ich arbeiten gehe, dass ich mein Leben im Griff habe, Freunde, eine Partnerschaft etc.
Bei einem Angehörigen eines z.B. Krebskranken hat man diese Vorurteile nicht.
Oder findest Du das nicht ?
Ich hab immer das Gefühl ich habe einen Stempel auf der Stirn "Kind eines Alkoholikers" und alles guckt auf mich und beobachtet mein Verhalten....Und ich versuche mir 1000% Mühe zu geben "normal" zu sein.
Kennt einer das Gefühl ?
Wie streift man die Schuhe ab, die man angezogen bekommen hat ?? |
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| misskateshi hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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ex-unbeschwert neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2010 Beiträge: 16 Alter: 38
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Verfasst am: 19.03.2010, 18:34 Titel: Hallo Misskatechi |
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ich kann Dich sogar sehr gut verstehen!!! Für mich gibt es auch kein "was wäre wenn". Weil ich mir dann auch vorstellen müßte, dass meine Mutter nie getrunken hätte und ich nie diese ganzen ätzenden Erfahrungen hätte machen müssen. Ich bin auch beseelt von dem Hass und ich weiß, dass es im Grunde nichts bringt. Und trotzdem kann ich nicht anders. Ich habe seit knapp fünf Jahren keinen Kontakt mehr und dieses Schwanken zwischen Hass und Sehnsuch auf/nach (m)einer Mutter ist an manchen Tagen unerträglich. Ich finde es auch erbärmlich, aber manchmal mehr mich als sie, weil ich was ändern könnte, es aber nicht schaffe. Und vor allem nicht weiß, wie.
Wie gehst Du mit der täglichen Wut um?
LG
ex-unbeschwert |
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MrHardcore neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.12.2009 Beiträge: 149 Wohnort: Nähe München
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Verfasst am: 20.03.2010, 11:34 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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hi ihr hasser(innen),
mal ganz salopp gefragt: habt ihr mit +30 es immer noch nötig, euer wohlbefinden von den befindlichkeiten euerer eltern abhängig zu machen? ist das nicht erbärmlich?
ich frage bewusst so provokativ, weil ich es sehr gut nachvollziehen kann. ich habe nur lernen dürfen, dass diese undefinierbare wut ausschließlich etwas mit mir zu tun hatte. mit mir, weil ich nicht adäquat abgenabelt hatte, keine ausreichende emotionale distanz zu meinen eltern aufgebaut hatte - und somit bis lange im erwachsenenalter von deren befindlichkeiten abhängig war. quasi ein selbstgewähltes ewiges kind blieb.
erst, als ich mir mein eigenes leben -unabhängig von irgend einer bewertung meiner eltern- aufgebaut hatte, als ich meine bedürfnisse durch mich selbst einer befriedigung zuführte, erst da konnte ich in frieden mein leben leben.
und das ist lernbar. anders als ein stofflich süchtiger brauche ich dazu gar nicht viel: ich muss mir "nur" eingestehen, wo meine defizite sind, und diese so versorgen, dass ich ohne wut / hass leben kann.
wenn ich natürlich als erwachsener noch darauf hoffe, die als kind (vermeintlich oder tatsächlich) nicht erhaltene elternliebe nachholen zu müssen, werde ich bis zum sankt-nimmerleins-tag darauf warten müssen und daran versauern...
cu,
MrHardcore |
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| MrHardcore hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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misskateshi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 22 Alter: 35
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Verfasst am: 20.03.2010, 15:53 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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Hallo !
Ja klar, kann schon sein, dass ich die Hoffnung aufgeben muss - ich weiß, dass man nichts mehr an der Vergangenheit ändern kann, nur an dem Jetzt und der Zukunft.
Aber ich finde es zum kotzen, dass man sich nicht rächen kann. Ich würde mal gerne irgendeine Entschuldigung für die Sche*** von meiner Mutter hören. Ich würde sie mal gerne weinen und sich schämen sehen. Das was ich erdulden musste, dass kann sie nie wieder gut machen. Sie lebt als wäre nichts - und ich bin der, der den Stempel auf der Stirn hat. Der sich für alles im Leben immer wieder rechtfertigen muss.
Das kotzt mich an.
Ausserdem sag ich ganz ehrlich : ich wohne im gleichen Haus. Wie bitte soll ich da machen als hätt ich nichts mit am Hut ??
Ich meine, mich fragen doch die Nachbarn etc.
Ich bin nicht von ihr abhängig. Ich lebe mein Leben. Ich brauche sie nicht zum Leben. Aber sie ist halt präsent.
@Ex-Unbeschwert
Wie ich mit meiner Wut umgehe ??
Es ab und zu rauslassen (es mir hier von der Seele schreiben), mit Freunden reden, mit Therapeut reden.
Aber mein Bedürfnis ihren Kopf gegen die Wand xxxxxx ist schon groß. Ich weiß, dass das keine Lösung ist, aber so empfinde ich. |
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| misskateshi hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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MrHardcore neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.12.2009 Beiträge: 149 Wohnort: Nähe München
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Verfasst am: 20.03.2010, 16:53 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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hi miss,
nun, du bist 33 jahre alt, richtig? dann stimmt das hier: | Zitat: | | Das was ich erdulden musste, dass kann sie nie wieder gut machen. Sie lebt als wäre nichts - und ich bin der, der den Stempel auf der Stirn hat. |
seit 15 jahren nicht mehr.
niemand zwingt dich, im gleichen haus wie deine mutter zu leben. wenn du es trotzdem machst, ist das deine freie entscheidung.
würdest du von deiner mutter auch eine entschuldigung hören wollen, wenn sie aus einer anderen psychischen erkrankung heraus sich nicht um dich hätte so kümmern können, wie du es jetzt gerne hättest, dass sie es getan hätte? oder würdest du sie dann eher in schutz nehmen?
mit verlaub, was du machst, ist dir auf billigste art einen schuldigen zu suchen. nun, das ist einfach, der schuldige wird immer deine mutter sein. sie säuft ja schliesslich, ohne frage. deine mutter wird auch noch die schuldige sein, wenn du schon längst hochbetagt bist - willst du diesen hass bis dahin weiter kultivieren und steigern und deine mutter für dein "nicht-anders-denken-wollen" auch in die pflicht nehmen?
das kannst du gerne machen, niemand wird einen einwand erheben. nur: wirst du damit zufrieden leben? nein, das wirst du nicht. mit dieser einstellung wirst du irgendwann verbittert sein, unzufrieden (so, wie jetzt), missgelaunt, zickig im innersten. und das färbt ab, auf andere bereiche.
ab dem punkt liegt es aber ausschließlich an dir, etwas zu verändern und für deine zufriedenheit zu sorgen, anstatt in der vergangenheit zu leben und den alten hass zu pflegen.
keiner zwingt dich, bei deiner mutter zu wohnen.
keiner zwingt dich, fragen über deine mutter zu beantworten.
keiner zwingt dich, für deine mutter zu lügen o.ä.
keiner zwingt dich, am gleichen ort zu wohnen, wie deine mutter.
keiner zwingt dich, deine mutter zu decken.
keiner zwingt dich, irgend etwas anderes zu tun als das, was dir gut tut - außer du selbst.
es ist dein leben, mach was draus.
cu
MrHardcore |
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| MrHardcore hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6642 Alter: 28
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Verfasst am: 20.03.2010, 20:18 Titel: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? |
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Hi Misskateshi
| Zitat: | | Ich würde sie mal gerne weinen und sich schämen sehen. |
Als meine Mutter nach einem Sturz unter Alkohol das erste mal auf Intensiv war und wir (meine geschwister und ich) zu ihr kamen, hat sie geweint, sich unter der Bettdecke versteckt, weil sie sich so geschämt hat. Ich fand das schrecklich sie so zu sehen und so möcht ich sie (oder sonst jemanden) auch nicht sehen.
ich persönlich finde, scham ist etwas womit wir selbst überhaupt nicht "weiter" kommen, wo nix gutes daran is. Wut z.b. kann ne zeit lang förderlich sein, ich kann dich verstehn, kenn das auch. Mit Scham stand ich mir nur selbst im Weg, hab Kräfte verbraucht um die wahrheit zu decken bzw. Lügen zu erfinden, die für mein eigenes leben viel nötiger gewesen wären. Ich rede hier bewußt nicht von der Scham meiner Mutter, sondern von meiner Scham darüber eine trinkende Mutter zu haben. Ich denk du weißt was ich mein
Darüber gibts aber nix zu schämen, ich kann nix für wer meine eltern sind und was sie aus ihrem leben machen oder nicht machen.
| MrHardcore hat Folgendes geschrieben: | keiner zwingt dich, bei deiner mutter zu wohnen.
keiner zwingt dich, fragen über deine mutter zu beantworten.
keiner zwingt dich, für deine mutter zu lügen o.ä.
keiner zwingt dich, am gleichen ort zu wohnen, wie deine mutter.
keiner zwingt dich, deine mutter zu decken.
keiner zwingt dich, irgend etwas anderes zu tun als das, was dir gut tut - außer du selbst. |
Hier möchte ich MrHardcore klar zustimmen, auch wenn das ganz schön viel erscheint was er da so auflistet. vielleicht magst du dir mal einen Punkt davon rauspicken und schauen wie du ihn in die Tat umsetzen kannst?
lg Dani |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Ist es nicht...erbärmlich ?? geschrieben
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