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Gefallener Stern neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.03.2010 Beiträge: 7
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Verfasst am: 13.03.2010, 14:50 Titel: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Ein freundliches "Hallo" an alle!
Im "Vorstellungsbereich" habe ich bereits mein Problem geschildert, dass ich als Angehörige von einem Alkoholabhängigen? habe.
Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich richtig auf diese Situation reagiere... zurückziehen, ins Gewissen reden, ein Ultimatum setzen?
Ich möchte ihn nicht verlieren, aber ihn auch auf keinen Fall vor die Hunde gehen sehen...
Habt ihr vielleicht einen guten Rat für mich oder selbst Erfahrungen in diesem Bereich sammeln müssen?
Die Frage ist, wie verhalte ich mich wirklich richtig und ist er überhaupt ein Abhängiger oder Alkohlkranker?
LG |
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Anesa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.02.2010 Beiträge: 199 Alter: 41
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Verfasst am: 13.03.2010, 17:06 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Hallo Gefallener Stern,
die Geschichte im Vorstellungsbereich können wir hier glaube ich nicht lesen.
Ich glaube, die meisten hier, haben genau die Fragen gestellt, die Du stellst. Ich bin mir auch heute noch nicht 100% sicher, ob mein Mann alkoholabhängig ist. Aber die Tatsache, dass es einem deswegen schlecht geht, zeigt ja, dass es etwas für einen selbst nicht in Ordnung ist.
Leider musste ich, wie viele andere auch, feststellen, dass man dem Partner eigentlich gar nicht helfen kann! Alleine daran hat man ganz schön zu knacken!
Ich habe aus diesem Forum erfahren, dass man versuchen sollte, nicht auf den Partner zu schauen, sondern auf sich selbst.
Das wirst Du hier in den ganzen Beiträgen lesen können! Und bei jedem hier ist die Entwicklung sehr unterschiedlich.
LG, Anesa |
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| Anesa hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
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Gefallener Stern neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.03.2010 Beiträge: 7
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Verfasst am: 13.03.2010, 17:47 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Vielen Dank Anesa.
Ich hoffe, dass ich viele Antworten finden werde.
Hier noch mal meine Geschichte:
Vor einigen Jahren habe ich meinen Vater an den Alkohol verloren und deswegen ist dieses Thema ohnehin schon schwer für mich.
Seit 1 1/2 lebe ich in einer festen Partnerschaft. Er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er vor unserer Beziehung ein Problem mit dem Umgang von Alkohol gehabt hat.
Anfangs lief es ganz gut, er hat sich nicht anmerken lassen, dass Alkohl mal ein Problem für ihn war... dachte ich zumindest.
Er trank heimlich weiter, so sagte er es mir später... wie viel weiß ich nicht, auf jeden Fall beschränkte es sich auf die zeit, in der wir uns nicht sahen (also meistens in der Woche).
Mittlerweile ist es so, dass man die uhr danach stellen kann, wann es wieder ausbricht... Ich kann heute schon Kreuze für die nächsten Monate im Kalender machen... drei Wochen geht es gut, er trinkt nichts, aber auch gar nicht.
Selbst wenn es mal um ein Glas Sekt geht, winkt er ab.
Dann in der vierten Woche kommt der große Knall (manchmal auch schon etwas früher oder später, aber in der Regel ein mal im Monat)...
er trinkt ohne ein Ende zu finden.
Diese Situationen spielen sich immer an Wochenenden ab, er sagt mir vorher, dass er mich nicht sehen will oder die Beziehung beenden wird, dann zieht er sich alleine zurück und trinkt.
Letztes Wochenende habe ich so eine Situation hautnah miterleben müssen... Ich kam am Freitag zu ihm, um das Wochenende mit ihm zu verbringen. Der nachmittag fing schön an, endete jedoch in einem Desaster.
Abends ließ er wieder verkünden, dass ich zurück fahren sollte und er die Beziehung nicht mehr wollte.
Ich versuchte wieder gegen zu reden, ihm ins Gewissen zu reden, weil ich genau wusste, was passieren würde... doch er ließ mich sitzen, schnappte sich seinen Bruder und fuhr in den nächsten Supermarkt.
Die beiden kamen wieder mit Alkohol, den sie sich besorgt hatten.
Ich blieb und zog mich ins Schlafzimmer zurück.
Am nächsten Morgen, als ich wach wurde, ging ich ins Wohnzimmer, die beiden hatten sich in das Zimmer von seinem Bruder gelegt.
Zwei Kisten Bier, zwei Flaschen Wein, zwei Flaschen Sekt, eine Flasche Eierlikör... das Bier hatten sie sich gekauft, den Rest aus der Wohnung eines Familienmitglieds von nebenan "entliehen", weil sie nicht genug bekommen konnten.
Unten in der Küche leuchtete der herd auf Stufe 12 mit einem Geschirrhandtuch darauf... sämtliche Sicherungen waren schon heraus geflogen, auf dem Hof lag Geld verteilt und in seiner Jacke prangte ein faustgroßes Brandloch.
An alles konnte er sich nicht merh erinnern.
Eine Anklage hatte er aufgrund von Sachbeschädigung im alkoholisierten zustand schon laufen... allerdings vor unserer Beziehung.
Ja, ein mal im Monat passiert es so extrem... und ich habe das Gefühl, es wird von Mal zu Mal schlimmer.
Schon oft habe ich versucht ihm ins Gewissen zu reden, aber er blockt ab, beleidigt, macht dicht... jedes Mal resultiert ein Streit daraus.
Ich weiß nicht, wie ich mich ihm gegenüber richtig verhalten soll? Ihn machen lassen? Ihn abhalten? Ich liebe ihn so sehr, dass es mich zerfrisst, wenn ich ihn so sehe, aber nichts machen kann.
Er selbst sagt, dass er weiß, dass er ein Problem hat... das ist aber auch alles. Seine Methode damit umzugehen wäre, dass er es totschweigt.
LG Gefallener Stern |
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2522 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 13.03.2010, 19:08 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Hallo Gefallener Stern,
du wirst hier im Forum, wenn du eine Weile liest, immer und immer wieder dieselben Erkenntnisse lesen, die alle Angehörigen von Alkoholkranken bitter machen mussten:
- Reden bringt nix
- Der Alkoholiker ist krank und so von der Sucht dominiert, dass man ihn nicht von außen einfach davon abbringen kann. Er kann sein Trinkverhalten nicht mehr kontrollieren, auch nicht, wenn er eigentlich weiß, dass es nicht richtig ist.
- Erst wenn der Alkoholiker seinen Tiefpunkt erreicht hat, besteht eine Chance, dass er ernsthaft trocken wird. (Entzug, Therapie, Selbsthilfegruppe) Dieser Tiefpunkt ist bei manchen (!) - längst nicht bei allen -, wenn der Partner sich trennt oder die Trennung ernsthaft androht. Aber bei vielen führt das nicht zur Umkehr, sondern da müssen noch viel Gravierende Dinge passieren.
- Die co-abhängigen Partner laufen Gefahr, ihr eigenes Leben total zu verpassen, weil sie nur noch darauf schauen, was der Alkoholiker macht. Sie leiden und leiden und kontrollieren und verlieren sich selbst dabei.
Deshalb müssen wir als Angehörige vor allem uns von der Idee verabschieden, wir könnten den Alkoholiker trocken legen. Wir müssen anfangen, das zu ändern, was wir ändern können: uns selbst, unser eigenes Leben. Den Alkoholiker können wir nicht ändern.
Aber es tut erstmal weh!!!!
Liebe Grüße
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 14.03.2010, 09:58 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Hallo Stern,
ich kann deine Empfindungen gut nachvollziehen, denn früher ging es mir ähnlich. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich persönlich Gründe dafür hatte, mich auf einen alkoholkranken Partner einzulassen.
Du hast deinen Vater durch Alkohol verloren. Somit weißt du, was dich auf Dauer erwarten kann. Bist also sehenden Auges in die gleiche Situation gegangen, die du schon kanntest. Du konntest deinen Vater nicht vor dem Alkohol retten. Genauso wenig wird dir das mit deinem Partner gelingen. Du schreibst, du möchtest deinen Partner nicht verlieren. Aber so wie du schreibst, ist ihm der Alkohol wichtiger als du, hast ihn letztendlich gar nicht erst ernsthaft an deiner Seite. Und du kannst dich noch so sehr anstrengen, gegen den Alkohol ziehst du immer den kürzeren – wenn dein Partner nicht selbst ohne Alkohol leben möchte.
Hast du dich schon einmal gefragt, warum du dich auf ihn eingelassen hast? Du weißt, was es heißt, einen Menschen an und durch den Alkohol zu verlieren. Warum tust du dir das ein weiteres Mal an?
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
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Cidra neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.02.2010 Beiträge: 97 Alter: 42
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Verfasst am: 17.03.2010, 19:26 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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| Hallo Stern bin wie Du mit einem ähnlich trinkenden Freund zusammen und mein Vater starb allerdings schon vor vielen Jahren an den Folgen seines Alkoholismus. Das Gefühl es zerreißt Dich kenne ich gut, weil wir denken wir lieben und durch unsere Liebe wird er geheilt. Funktioniert nur leider nicht, weil das Suchtverhalten stärker ist. Bei mir war es so, dass ich stellvertretend ihn für meinen Vater retten wollte. Ich nehme sein Trinken nicht mehr persönlich,d.h. er macht das nicht um mich zu ärgern sondern weil er süchtig ist und die Kontrolle verliert. Mein Freund trinkt seit Wochen nichtts mehr, ich habe ihm ein Ultimatum gestellt Selbsthilfegruppe oder ich ziehe aus. Er laviert sich und hat die Telefonnummer ruft aber nicht an. Das trügerische bei dieser Form des trinkens ist, daß sie lange nichts trinken können und dann die Sicherung durchbrennt, sie dies aber lange verleugnen.Ich habe mich sehr verändert, weil ich ihn nicht mehr kontrolliere und ihn nicht mehr beschimpfe. Ich übernehme die Verantwortung für mich und mache mein Befinden nicht mehr von ihm abhängig, vielleicht braucht er noch mehr Rückfälle um wirklich trocken bleiben zu können, aber dann ohne mich. LG Cidra |
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| Cidra hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
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Anesa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.02.2010 Beiträge: 199 Alter: 41
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Verfasst am: 18.03.2010, 10:06 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Hallo Gefallener Stern,
ich hoffe, es geht Dir gut? Wahrscheinlich musst Du die Antworten erstmal verdauen...
LG, Anesa |
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| Anesa hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich richtig? geschrieben
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Gefallener Stern neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.03.2010 Beiträge: 7
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Verfasst am: 19.03.2010, 19:13 Titel: Re: Wie verhalte ich mich richtig? |
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für Eure Antworten!
Ich hoffe, dassn ich hier im Forum einige Leute kennenlerne, denen es genauso oder ähnlich wie mir geht... es tut, glaube ich, gut sich auszutauschen.
Mittlerweile habe ich die Notbremse gezogen, versuche den Kontakt zu meinem Freund so gering wie nötig zu halten... oft aber leider vergebens... ich habe das Gefühl noch sehr stark von ihm abzuhängen und ohne ihn nicht sein zu können.
Allerdings habe ich mir endlich eingestehen können, dass ich selbst Hilfe brauche und habe gerade eine Psychotherapie begonnen... vielleicht der erste Schritt!?
LG Gefallener Stern |
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