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Selbstüberschätzung

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dorothea
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 19:40    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo daniel

deine frage ist etwas schwierig zu beantworten, für einen alkoholiker gibt es 2 schritte, der erste ist die entgiftung, die dauert nur paar tage und hier wird sich im hauptaugenmerk um die physische gesungheit gekümmert. sprich der körper wird entgiftet, nach alkoholbedingten krankheiten geschaut und die notwendigen schritte eingeleitet. danach kann man eine therapie anfangen, die kann mehrere wochen oder monate dauern. hier wird sich um die psychische seite der erkrankung gekümmert. dort kann man nicht sofort hin, die muß erst beantragt werden wie eine kur halt. nur da gibt es keine einweisung wie in ein kh. allerdings werden hier auch aus unwissenheit von angehörigen und betroffenen die begriffe oft verwechselt. fachklinik kann eine therapieeinrichtung sein ebenso wie ein kh das eine abteilung speziell für die entgiftung bereit hält. weiter kann ich dir da nicht helfen, aber vielleicht reicht dir das ja schon aus um sortieren zu können.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
DanielG
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 21:09    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Doro,


folgendes ist Stand der Dinge: meine Frau hat selbst entgiftet, im November. Seither hat sie ca. 20 Kilo abgenommen, es geht ihr wirklich nicht gut. Aus diesem Grund (und nicht wegen des Alkohols!) hat sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Und zwar bei einer neuen, jungen Ärztin in der hiesigen Praxisgemeinschaft, bei der sie nie zuvor gewesen ist.
Ich habe ebenfalls einen Gesprächstermin bei dieser Ärztin vereinbart und ihr die ganze Vorgeschichte erzählt. Dabei hat sich, wie erwartet, herausgestellt dass meine Frau dieser Ärztin eine Lügengeschichte aufgetischt hat. Angeblich kann sie wegen ihrer Nerven nichts mehr essen (und an diesem Zustand bin natürlich ich schuld, wer sonst?). Dass sie ihren radikalen körperlichen Verfall selbst mit Hilfe von Glaubersalz und Heilfasten (welches sie natürlich ohne jede medizinische Begleitung selbst gemacht hat) herbeigeführt hat, hat sie geflissentlich verschwiegen. Und dass sie Alkoholikern ist, natürlich auch.
Angeblich hat diese Ärztin für sie einen "Platz zur Kur" gefunden in Bad Neustadt/Saale. Ich habe allerdings noch keinerlei Post von der Krankenkasse erhalten (sie ist bei mir mitversichert). Auf Nachfrage bei der Krankenkasse wurde mir erklärt, dass noch keine Nachricht von der Ärztin dort vorliege. Danach habe ich mich bei der Ärztin erkundigt - die hat mir daraufhin erklärt, dass es sich um eine Einweisung in eine Fachklinik handele und nicht um eine Kur. Und deshalb gebe es auch keine Post vn der Krankenkasse.
Übrigens eine Einweisung in eine psychosomatische Fachklinik. Im selben Ort befindet sich allerdings auch eine Entzugsklinik, vom gleichen Betreiber.

Ich hätte jetzt ganz gerne gewußt, wie ich das einordnen soll? Wird hier der Wille zum Trocken sein erkennbar?

idS Daniel
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DanielG hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
MrHardcore
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 149
Wohnort: Nähe München

BeitragVerfasst am: 20.03.2010, 11:15    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi daniel,

sag mal, wer von euch beiden will denn nun trockenheitsarbeit leisten: du oder deine frau?

so, wie du das hier schreibst, hat deine frau nämlich null bock, "klarschiff" zu machen, die dinge biem namen zu nennen und die notwendigen massnahmen einzuleiten.

so lange sie selbst aber nicht dazu steht, statt dessen versucht, unter irgendwelchen deckmäntelchen oder schutzbehauptungen heimlich, still und leise "ein bisschen was" zu machen, so lange denkt sie nass.

und vom nassen denken zum trockenen leben ist es noch ein seeeeehr weiter weg...

was machst du eigentlich für dich, um deine doch sehr ausgeprägte kontrollfunktion mal zu "behandeln"? ich an stelle deiner frau hätte mir derartige "querschüsse" hinter meinem rücken massiv verbeten - auch und besonders, als ich noch gesoffen habe...

cu
MrHardcore
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MrHardcore hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
Linde66
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BeitragVerfasst am: 20.03.2010, 12:14    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Daniel,

hier mal ein Link zu den Grundbausteinen für Co's.

Es geht hier um DICH.

Viele Grüße, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
dorothea
Moderatorin
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
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Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 20.03.2010, 12:58    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo daniel

als alkoholikerin kann ich dir nur sagen, deine frau versucht auf ihre weise aus dem sumpf zu kommen, das das so nicht geht, das weiß ich, und sie wird es sicher auch bald merken. und, wenn sie wirklich trocken werden will, wird sie dann auch andere wege beschreiten die sie wirklich weiter bringen. es ist ein harter weg für einen alki das zu kapieren, sie ist aber auf dem weg.

was du machst ist aber das beste beispiel für einen super co. du mußt kapieren das du damit mehr kaputt machst als das du ihr damit hilfst. du solltest dringend anfangen dich aus deiner sucht zu befreien, dich wieder deinem leben zuzuwenden. sonst ist deine frau bald trocken und du stehst da mit deiner sucht und eure ehe ist im aus. linde hat dir ja schon den link geschrieben. tu um himmels willen was für dich, denn wenn mein partner mich so behandeln würde, seine koffer ständen aber sowas von schnell vor der tür, das geht einfach nicht.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
DanielG
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 20.03.2010, 21:01    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

MrHardcore hat Folgendes geschrieben:


was machst du eigentlich für dich, um deine doch sehr ausgeprägte kontrollfunktion mal zu "behandeln"? ich an stelle deiner frau hätte mir derartige "querschüsse" hinter meinem rücken massiv verbeten - auch und besonders, als ich noch gesoffen habe...

cu
MrHardcore


Hallo Meister Hardcore,

zur "Kontrollfunktion": Ginge es nur um sie, würde ich sie ihrem Schicksal überlassen. Aber da sind drei Kinder, ein gemeinsames Haus mit noch in bißchen Hypothek drauf und noch ein paar Dinge, die es erforderlich machen, dass ich mich kümmere.

Wenn sie sich alleine totsaufen wollte, würde ich sie das tun lassen. Aber sie reißt uns alle mit sich. Und ich habe keine Lust, am Ende meines Berufslebens finanziell ruiniert dazustehen. Aus diesem Grund ist es nicht nur ihre persönliche private Angelegenheit, ob sie trocken wird oder bleibt- oder eben nicht.

Und es ist mein gutes Recht, mich um den Gesundheitszustand meiner Frau zu kümmern, mit der ich im Oktober dreissig Jahre verheiratet sein werde.

Meine Meinung jedenfalls.

idS Daniel
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DanielG hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
DanielG
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 20.03.2010, 21:20    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@ Linde 66

Vielen Dank für den Link - aber ich glaube nicht, dass ich insoweit Co-Abhängig bin. Ich habe kein Bedürfnis nach Anerkennung als "Helfer" oder "Aufopferer".

@ Dorothea

Bezüglich dem Thema mit den Koffern vor der Tür: Sie braucht mich nicht rauszuschmeissen, vorher gehe ich freiwillig. Aber dann drehe ich auch den Geldhahn zu, bis hin zur Zwangsversteigerung unseres Hauses. Ich habe absolut kein Helfersyndrom, eher das Gegenteil. Ich habe keine Lust, mich um mein Lebenswerk bringen zu lassen. Sie wird mich nicht um unsere Altersversorgung bringen, das will ich mit allen Mitteln verhindern.

Und ich will mich nicht länger an der Nase herumführen lassen. Mir erzählen lassen, es gäbe kein Alkoholproblem mehr, schliesslich hat sie seit November keinen Schluck mehr getrunken (sagt sie). Und dann in einigen Monaten mir den Rückfall ansehen dürfen.

Darauf habe ich absolut keine Lust mehr. Wenn sie am 16. April nicht in der Klinik ist, fliegt sie hier raus. Oder ich gehe.

Ich glaube nicht, dass ich Co-Abhängig bin.

idS Daniel

idS Daniel
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DanielG hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben
MrHardcore
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 149
Wohnort: Nähe München

BeitragVerfasst am: 21.03.2010, 09:44    Titel: Re: Selbstüberschätzung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

ach, daher weht der wind. es geht gar nicht um die alkoholkrankheit des partners. es geht mal wieder primär um den schnöden mammon !

also, wenn es nur um den erhalt von materiellen dingen wie dem altersruhesitz geht, um den finanziellen ruin und ähnlichen kleinkram, dann muss ich passen. das fällt für mich unter eine andere rubrik als unter "selbsthilfe für alkoholkranke und deren angehörige".

da könnte ich mir dann eher einen professionellen rechtsbeistand vorstellen, der das notwendige in die hand nimmt und dein eigentum schützt.

indes, daniel: notwendig, dass du dich kümmerst, machst nur du es. niemand sonst. schon gar keine umstände... und noch was: deine frau hat -zumindest in der bundesrepublik deutschland- das recht zu saufen. sie hat auch das recht, sich zu tode zu saufen, wenn sie das möchte. soviel zum thema "recht".

cu
MrHardcore
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MrHardcore hat zum Thema: Re: Selbstüberschätzung geschrieben

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