Feuerengel Gast
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Verfasst am: 09.03.2010, 12:50 Titel: Ich eine EKA? Nie oder vielleicht doch? |
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Hallo Forum,
Gestern war ich bei meiner Gruppe den Al-Anon.
Und zum ersten Mal wurde mir so richtig bewusst, das ich ja auch eine erwachsene Angehörige eines Alkoholikers bin.
Ich traue mich noch nicht so ganz an die sache ran, spüre aber das dort das Verstehen meines Verhaltens sein könnte.
Meine "väter" (mein Erzeuger, hochgradiger Alkoholiker./ mein Stiefvater, regelmässiger Biertrinker, da bin ich aufgewachsen), haben für mich insofern das Vorbild gegeben, nicht so zu werden.
Leider habe ich das Verhalten meiner Mutter übernommen, Gefühle auf distanz zu halten.
Nach außen hin kalt zu sein, einfach zu gehen, wenn es zuviel wird.
Neu anzufangen, alles zurückzulassen.
Meine Mutter hat uns, meine Schwester und mich und meinen Stiefvater hinter sich gelassen und hat ein neues leben angefangen.
Heute verstehe ich sie, damals nicht.
Ich habe immer geleugnet so zu sein wie meine Mutter, also die Verhaltensweisen zu kopieren.
heute sehe ich, das meine Mutter wohl auch ein warmer Mensch sein konnte, es aber sehr selten zeigte.
als Kind habe ich es nicht begriffen, heute schon.
Da sie jetzt auch älter ist, wird sie weicher, und ich ja erwachsen bin, suche ich die Nähe um sie zu verstehen und gleichzeitig mich zu verstehen.
Ich war jahrelang voller Wut und Zorn meiner Mutter gegenüber.
Im Rückblick erkenne ich, das hatte ich gebraucht um mich abkapseln zu können.
Heute sehe ich sie gelassen, und voller Wärme, weil sie mir doch das gab was sie konnte zu der damaligen Zeit.
An meine Väter, ja ich hatte das Glück, zwei zu haben, denke ich voller Zuneigung und Wärme zurück, denn auch sie gaben mir das was sie konnten.
Mein Erzeuger, richtiger Vater hat mich wohl sehr geliebt, doch durch den Alkoholismus, konnte er nicht so sein wie er wollte oder sollte?
Mein Stiefvater war ein trauriger, und doch liebevoller Mann, der seine Gefühle nur zeigen konnte, wenn er Bier getrunken hat.
Ich sah beide nie als Vorbilder und sprang jahre hinter einem ideal Vater oder ideal Mann hinterher.
Ich wusste es nicht besser als Kind und Jugendliche, es war normal für mich.
Doch die Sehnsucht nach Verständnis und Geborgenheit begleiten mich noch heute.
Erst in letzter Zeit habe ich mühsam und mitunter schmerzvoll gelernt auf mich zu achten.
Mir meine Defizite bewusst zu werden, mir meiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden.
Ich fühle mich im Reinen mit mir selber.
Klar kommen momentan viele Dinge hoch, viele Bilder von damals.
Und doch bin ich mir sehr wohl bewusst, das es die Vergangenheit, und ich ein Kind war.
Meine Mutter habe ich immer sehr bewundert, was sie alles geleistet hat, wieviel Kraft sie hatte.
Schwach habe ich sie selten gesehen, nur in den Momenten als sie mich anschrie und schlug.
ich ertrug es, weil ich spürte ich helfe ihr dabei.
Hört sich bescheuert an, war wohl damals so.
Meine Kinder habe ich nicht geschlagen, denn die seelischen Schmerzen waren in mir eingebrannt und die vergesse ich nie.
Ich achte meine kinder, denn sie sind wundervolle Wesen, die nur Gast bei mir sind, bis sie weiterziehen.
ich glaube, ich habe es gut gemacht, und ich werde sehen, wenn sie erwachsen sind, welches feedback ich als Mutter bekommen werde.
spüre ich Verbitterung meinen Eltern gegenüber?
Ich spüre dem Gefühl nach.....
Nein, ich denke nicht. Ich fühle mit ihnen.
Sie gaben mir das, was sie konnten.
Heute bin ich erwachsen und sorge für mich selber.
Mir kommen viele Erinnerungen hoch an meine Herkunftsfamilie.
Soviel Alkohol, soviel Schmerz, soviel Leid, soviel Depression, soviel Freitode, soviele Unfälle, soviele Geheimnisse, soviel Unrecht, Neid, Missgunst, Misstrauen.
Wenn es wahr ist, das es ein kollektives Unterbewusstsein gibt, wir alle miteinander verstrickt sind, ist es klarer für mich zu verstehen das die ganzen Süchte uns im Griff haben.
Beweise wird es hierfür vielleicht nie geben, aber ich glaube, das jeder Mensch das Recht, ja sogar die Pflicht hat aus diesem Suchtkreislauf auszuscheren und sich seinen eigenen Weg zu suchen.
Auch wenn er manchesmal Isolation bedeutet.
Ich glaube es gibt viele Menschen die auch ihren Weg gehen und auf sie werde ich treffen und mein Leben davon bereichern lassen.
Aus Verantwortung meiner Kinder gegenüber, ihnen ein Vorbild zu sein, mit meinen Möglichkeiten und meiner Reflexion, gehe ich meinen Weg weiter.
Es war mir ein Bedürfniss, meine Gefühle und Gedanken niederzu
schreiben.
Ich fühle mich momentan ok, ich lasse wieder ein Stück los.
Und ja, ich mag meine Mutter und meine Väter.
Und ja heute bin ich erwachsen und gehe meinen Weg, ein bißchen anders wie meine Eltern, und das ist gut so.
lg
Feuerengel |
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