lavandula Gast
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Verfasst am: 28.02.2010, 19:09 Titel: Re: Therapie für EKAs unbedingt notwendig? |
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Hallo Schneekugel,
die Sache mit dem 'Ergebnis', nach dem man auf der Suche ist beim Reden über die Alk.Familie kenn ich auch - es gibt m.E. das alles überstrahlende Loslassen, sodass das eigene Leben neu und selbst geboren werden kann. Sicher gibt es so viel, das man meint, zu hause sagen oder geben zu müssen - aber was bringt das? Die Verantwortung der Lebensführung liegt bei jedem selbst. Wenn die Eltern so leben möchten, müssen sie es tun. Auch wenn es noch so weh tut, es mit ansehen zu müssen bzw. daran zu denken.
Die Sache mit dem Abstand hat mir persönlich auch am besten getan. Ich habe mich zu einem Zeitpunkt, als ich gefühlt habe, dass ich nichts mehr tun kann und möchte für meine Alk.Mutter, dazu entschlossen, sie zu lassen wie sie ist und ihr eine klare Grenze zu setzen. Sie hat in meinem Leben nichts mehr verloren. Es ist eine für mich schmerzhafte, aber gute Entscheidung gewesen. Viele Jahre lang hab ich den Partner-, Freundes- und sonstwas für einen Ersatz für sie gespielt. Sie ist meiner Ansicht nach immer ausgewichen bei ihren eigentlichen Fragen und Problemen in ihrem Leben und hat es lieber an einer leichter zu bewältigenden Stelle, z.B. mit ihren Kindern, ausgetragen, ihre Probleme auf uns abgewälzt. Das hat zum Glück ein Ende gefunden, da ich ihr mitgeteilt habe, dass sie sich um sich selbst kümmern muss und ich das nicht mehr länger übernehme.
Ich kann gar nicht sagen, wieviel Zeit ich damit zugebracht habe, mir den Kopf zu zerbrechen und Maßnahmen zu planen und zu versuchen durchzuführen, die sie retten. VERGEBENS. Das hab ich gemeinsam mit meiner Schwester begriffen.
Doch das Thema ist ja deshalb nicht einfach weg.
Es begleitet mich natürlich weiter. Und die vielen Seelennarben melden sich schon häufig zu Wort.
Dennoch bin ich festen Glaubens, mir ein schönes, lebenswertes Dasein weiter aufbauen zu können - und tue es einfach.
Die Frage nach dem Therapeuten habe ich mir auch schon häufig gestellt. Und wenn es mir sehr schlecht ging, hab ich in dieser Richtung auch etwas unternommen. Wie sich eine solche Beziehung entwickelt, ist ja auch immer sehr speziell. Als ich das Gefühl hatte, selbst genug zu wissen und genug Kraft zu haben, bin ich allein weiter gegangen auf meinem Weg. Ich denke, das ist das wichtigste, eine eigene Auffassung von Kraft und Balance und Lebensfreude und auch eine gute Art von Lebensplanung gepaart mit tiefem Glauben an das Gute.
Liebe Grüße,
Lavandula |
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