| EKA oder Borderline? • Mache ich mir alles selber kaputt oder handle ich richtig??? |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
johanna83 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 24.02.2010 Beiträge: 7
|
Verfasst am: 24.02.2010, 12:04 Titel: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
hallo!
ich bin sehr froh, dass ich dieses forum gefunden habe. ich möchte euch gern von meinem leben erzählen. es ist verwirrend (vielleicht auch nur für mich).
der anfang!
meine schwester feierte ihren 30sten geburtstag mit der familie und freunden. an diesem tag sah ich zum ersten mal meinen vater im rausch. dieser abend endete im krankenhaus.
von diesem tag an wurde es immer schlimmer. er ging nüchtern von zu hause weg und kam sturzbetrunken wieder, wenn er nach hause kam. über die jahre ging es auch so weit, dass er gar nicht nach hause kam und meine mutter ihn suchen musste. vor ca. 1 jahr ging es dann so weit, dass er im jänner im schnee liegen geblieben ist. meine mutter suchte die halbe nacht nach ihm. sie fand ihn schließlich mit schweren erfrierungen an beiden beinen. er musste natürlich sofort ins krankenhaus. dort hatte er einen wochenlangen aufenthalt und die ärzt konnten seine beine retten. meine mutter dachte fest, dass er jetzt endlich zur vernunft kommen wird. leider nicht. es wird immer schlimmer. er ist ständig unter spannung und sehr aggressiv. ich habe große angst um meine mutter die mit ihm alleine lebt. sie sagt sie kann ihn nicht alleine lassen weil er das nicht überleben würde.
er liegt ständig irgendwo in der gegend herum. schlägt sich den kopf auf und geht auch nicht zum arzt. er steht nachts auf und holt sich was zu trinken damit er wieder schlafen kann. er hört geräusche die nicht real sind. streitereien stehen an tagesordnung. ob es mit meinen schwestern oder mit mir ist. er möchte, dass wir nicht mehr auf besuch zu unserer mutter kommen. wir dürfen nur mehr flüstern in seiner gegenward. allein wenn sich jemand einen kaffee macht ist es schon ein grund für ihn einen streit anzufangen.
er ist ca 170 cm groß und wiegt laut schätzung nur mehr 50 kg. wenn er zu hause ist liegt er nur auf der chouch herum. es kommt mir vor als würden ihm die kräfte fehlen um gerade zu sitzten.
meine mutter ist gezwungen den autoschlüssel zu verstecken damit er nicht mit dem auto abhauen kann. es ist schon vorgekommen, dass er das auto nahm und in einem abgrund landete. er kommt dann zu fuß nach hause und lächelt meine mutter an und erzählt ihr dann das er das auto zu schrott gefahren hat. natürlich kann ich dann die restliche nacht das auto suchen und auch noch die schuld auf mich nehmen damit das haus das sie vor drei jahren gebaut haben, von der bank nicht genommen wird. er weiß das und es kommt mir vor als würde er alles mit absicht machen.
ich habe erst vor kurzem erfahren, dass meine mutter sich vor jahren von ihm hat scheiden lassen wegen seinem alkoholkonsums. ich kam lediger auf die welt. das hab ich aber erst 21. jahre später erfahren. meine mutter erzählte mir, dass meine großen schwestern sehr unter seinem alkoholkonsum gelitten haben. meine schwestern waren damals ungefähr 6 und 7 jahre alt. als ich zur welt kam trank er auch noch. als ich ein jahr alt wurde, hatte er ein multiorganversagen und musste monate lang im krankenhaus bleiben. die ärzte retteten ihn das leben (oder war es auch meine mutter die einfach den krankenwagen angerufen hat). mein vater versprach daraufhin, dass er nie mehr trinken würde. dies hielt ca 15 jahre und ich wuchs behütet auf.
als ich 16 jahre war und meiner mutter erzählte, dass papa ein glas wein getrunken hat konnte sie es mir erst gar nicht glauben. sie sagte, papa trinkt keinen alkohol. damals dachte ich mir, warum sie so entsetzt darauf reagiert. es war ja nur ein glas wein. heute weiß ich warum.
nun bin ich selbst in so einem tief, dass ich nicht mehr weiß was ich machen soll. ich kann ihm und ihr einfach nicht helfen. ich habe angst was aus uns wird. mein ehemann versteht meine probleme nicht. ich kann nachts nicht schlafen gehen ohne das mein handy bei mir ist. ich habe angst wenn meine mutter mich ab 21 uhr anruft. ich denke immer es ist etwas schlimmes passiert. ich muss ständig mit ihr telefonieren ob alles in ordnung ist.
was soll ich tun? kann mir irgend jemand helfen? |
|
| Nach oben |
|
| johanna83 hat zum Thema: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13698 Alter: 46
|
Verfasst am: 24.02.2010, 12:26 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
Hallo Johanna,
herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern.
Fühl dich wohl hier bei uns. Du bist hier nicht allein mit deinen Gefühlen. Vielen von uns geht es ähnlich wie dir.
Wir Kinder können den Alkoholiker nicht vom Alkohol abbringen. Nur er selber kann seine Sucht zum Stoppen bringen, wenn er das möchte. Und wir können auch nicht den Ehepartner aus der Konstellation herausholen, wenn der/die das nicht möchte.
Aber wir können unseren eigenen Abstand zu der Situation verändern, auch wenn das anfangs schwer vorstellbar ist.
Schreib dir alles von der Seele, dann sortiert sich das in dir drin.
Lieber Gruß, Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
johanna83 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 24.02.2010 Beiträge: 7
|
Verfasst am: 24.02.2010, 12:46 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
hallo linde66!
danke für deine antwort.
das erschreckende an der ganzen situation ist, dass ich weiß das ich keinem von beiden helfen kann. immer wieder mache ich mir neue pläne wie es funktionieren könnte aber keiner hat bis jetzt geholfen.
in der familie über meine probleme zu sprechen ist sehr schwer, da ich ja besten bescheid weiß, dass auch alle anderen extram darunter leiden.
mittlerweile bin ich häufig krank, bekomm auch hautauschläge und bin sehr oft gereizt. mein hausarzt meint, dass das die vielen sorgen sind die sich schlecht auf meinen körper auswirken.
aber trozt allem kann ich meiner familie einfach nicht den rücken kehren. ich mach mir immer wieder vorwürfe. ich will keinem von ihnen vorwürfe machen wie es so weit kommen konnte. warum haben alle weggesehen die schon wussten was in der vergangenheit passiert ist. wie kann ich nur mit der aggression von ihm umgehen? wie kann ich ihm helfen? wie kann ich ihm sagen, dass es alles böse enden wird?
gar nicht! solange er kein problem hat. zudem wage ich mich gar nicht über seine krankenheit mit ihm zu sprechen. ich weiß nie was passieren könnte. die ungewissheit, hilflosigkeit und das nur zu sehen kann ich bald nicht mehr ertragen.
einen abstand gewinnen kann ich auch nicht, weil ich meine mutter nicht im stich lassen will. sie braucht mich. er hat sie von der restlichen welt eh schon isoliert. ihre freunde wurden aus ihrem leben gedrängt und mit der familie möchte er das jetzt auch machen!
ich hab seit fünf jahren alles in mich reingefressen weil ich mich für ihn schämme. du hast recht. solange ich schreiben kann und es endlich aus mir raus kommt geht es mir schon einwenig besser. hier finde ich menschen denen es ähnlich wie mir geht.
hier bin ich nicht allein. ich weiß, dass ist egoistisch von mir, aber ich bin froh, dass ich hier andere finde denen es auch so geht. diese menschen verstehen mich.
liebe grüße johanna |
|
| Nach oben |
|
| johanna83 hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
Ida_von neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.02.2010 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 24.02.2010, 19:38 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
Hallo Johanna,
du hast deine Handlungsmöglichkeiten eigentlich schon im ersten Satz beschrieben! "Ich weiß, dass ich keinem von beiden helfen kann...."
Solang dein Vater nicht afhören will zu trinken und deine Mutter sich nicht von ihm lösen kann, kannst du auch nichts verändern. Du hast nicht die Verantwortung für deine Eltern. Du kannst nicht für deinen Vater aufhören zu trinken.
Das musste ich leider auch feststellen, bei meinen Eltern war es ähnlich. Mein Vater war Spielgeltrinker, es gab also keine extremen Abstürze und meine Mutter hätte ihn höchstwahrscheinlich auch nirgends gesucht.
Aber das Prinzip ist das Gleiche!
Was du aber genau richtig machst ist, das du darüber schreibst und dich mitteilst, denn mit niemandem darüber sprechen können, macht auf Dauer krank.
Du kannst nur selber entscheiden, welchen Weg du gehen möchtest.
Aber vielleicht findest du hier Ideen und Anregungen, wie du mit der Situation besser umgehen kannst.
Wünsche dir viel Kraft,
Grüße
Ida_von
Ich selbst, bin einen Weg gegangen, den vielleicht andere für Egoistisch halten würden, aber für mich war er der Richtige- würde mich immer wieder so etscheiden- Ich habe losgelassen- |
|
| Nach oben |
|
| Ida_von hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
LaChela neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.07.2009 Beiträge: 234 Alter: 20
|
Verfasst am: 24.02.2010, 22:27 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
Hallo Johanna,
deine Geschichte hat mich gerade zum Weinen gebracht, weil ich vieles wiedererkenne, was bei mir genauso ist. Dieses nicht wissen, wann oder ob er wiederkommt, die Abstürze...
Ich kann verstehen, dass du keine ruhige Minute hast.
Aber denkst du denn irgendwann auch mal an Dich? Es klingt nicht so... Wenn es einem aber selbst sehr schlecht geht, wie kann man da auch noch von sich erwarten die ganze Zeit den Anderen zu helfen?
Ich werde nach dem Abi den gleichen egoistischen Weg wie Ida_von einschlagen und von hier weggehen. Meine Mutter macht mir dehalb große Vorwürfe, aber ich weiß für mich, dass ich es nicht aushalten würde und irgendwann mit unterginge. Sie hätte auch die Möglichkeit etwas zu ändern, aber sie will es (noch) nicht, nur wem helfe ich damit selbst selbst co zu werden?
Wie wäre es zum Beispiel wenn du dir jeden Tag etwas Gutes tun würdest? Nur eine Kleinigkeit? Aber diesen Moment ganz auskostest?
Mir gibt sowas gerade in stressigen Phasen wieder neue Kraft. Vielleicht wäre das ein erster winziger Schritt, damit es dir wieder besser gehen kann?
Liebe Grüße
LaChela
PS: Ich bin nicht so gut im Ratschläge geben, sorry, aber vielleicht helfen dir meine Worte ja trotzdem irgendwie
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz ganz viel Kraft und schreib weiter hier, es hilft  |
|
| Nach oben |
|
| LaChela hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
misskateshi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 22 Alter: 35
|
Verfasst am: 18.03.2010, 18:28 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
Hallo !
Ich habe auch Monatelang mit dem Telefon in der Hand geschlafen. Hab auf jedes Geräusch geachtet. Habe kontrolliert etc.
Seit ich eines Morgens gecheckt habe, dass MICH das alles total irre macht und ich dann noch ein Gespräch mit einem Arzt hatte, seitdem geht es mir VIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEELLLL besser.
Du musst LOSLASSEN. Du KANNST nix ändern.
Momentan dreht sich alles bei Dir. Das war bei mir auch so. Hatte ständig Angst und Magenschmerzen.
Ab da, wo mir klar war, dass meine Mutter nicht zu retten ist, ab da ist eine Riesenlast von mir gefallen.
Der Kranke lebt in seiner Welt und der Gesunde ist nachher kaputt. Wenn er nicht rechtzeitig das Segel umreißt. Glaub mir, das Helfenwollen und Kontrollieren ist total Kräftezehrend.
Kopf hoch ! Der Moment kommt und dann wirst Du täglich stärker.
Mich schockiert es nicht mehr meine Mutter betrunken zu sehen. Mich beruhigt eher, dass ich recht habe, dass sie es niemals schaffen wird. Das hört sich bestimmt oberkrass an, aber ist ist nunmal so. Sie hat über 25 Entzüge hinter sich - es ist zu verfahren.
LG... |
|
| Nach oben |
|
| misskateshi hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
Riona79 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2010 Beiträge: 51
|
Verfasst am: 19.03.2010, 11:41 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
| johanna83 hat Folgendes geschrieben: |
zudem wage ich mich gar nicht über seine krankenheit mit ihm zu sprechen. ich weiß nie was passieren könnte. die ungewissheit, hilflosigkeit und das nur zu sehen kann ich bald nicht mehr ertragen.
einen abstand gewinnen kann ich auch nicht, weil ich meine mutter nicht im stich lassen will. sie braucht mich. er hat sie von der restlichen welt eh schon isoliert. ihre freunde wurden aus ihrem leben gedrängt und mit der familie möchte er das jetzt auch machen!
|
Hallo Johanna,
deine Geschichte ist wirklich furchtbar. Was dein Vater da abzieht, ist echt dermaßen grausam, dass mir die Worte fehlen. Fühl dich umarmt.
Mir geht es auch so, dass ich mich nicht traue, das Thema anzusprechen.
Karsten gab mir den Tipp (ich hoffe doch, ich hab ihn richtig verstanden), wenn ich mit meiner Mutter oder sogar meinem wieder nassen Stiefvater reden will, dann nur darüber, wie es mir geht, was ich mir wünsche usw.
Ob mir das so gut gelingen wird, weiß ich nicht, denn es geht mir wie dir: Ich mache mir solche Sorgen um Mutti...
Aber so hart es auch klingt: Unsere Mütter lassen das auch mit sich machen!!! Deine Mutter ist es, die ihn sucht, die ihn versorgt, die ihm all den Mist durchgehen lässt, die sich isolieren lässt usw.
So sehr du deine Mutter auch liebst, versuch auch mal zu sehen, was sie dir mit ihrer Co-Abhängigkeit antut!
Man mag mich korrigieren, wenn ich es falsch sehe, aber ich denke, du hilfst deiner Mutter nicht, indem du dir gemeinsam mit ihr die Eskapaden deines Vaters erträgst.
Sie muss da raus wollen und dann kannst du ihr helfen, z.B. eine Wohnung zu finden und einzurichten, eine Therapiegruppe zu finden, vielleicht behilflich sein bei Bankangelegenheiten, Behördengängen usw. DAS ist Hilfe für sie. Aber derzeit unterstützt du nur ihre Co-Abhängigkeit.
Und das macht dich kaputt...  |
|
| Nach oben |
|
| Riona79 hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |
wr neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.03.2010 Beiträge: 2
|
Verfasst am: 23.03.2010, 10:04 Titel: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! |
|
|
Hallo,
bin ganz neu hier, aber mir geht es genauso wie euch allen. Mein Vater trinkt schon solange ich auf der Welt bin (26 Jahre). Momentan befindet er sich mal wieder im Krankenhaus weil er Zuhause umgeklappt ist. Meine Mutter hat ihn vor 8 Jahren verlassen und mein Bruder und ich sind auch weg. Deshalt sind wir auch Schuld daran das er trinkt (obwohl er das ja schon immer getan hat). Die Ärzte sagen das er schon im Anfangsstadium der Leberzirrhose ist,er ist schon ganz gelb. Leider wird er heute wahrscheinlich wieder entlassen und ich hab tierische Angst um ihn.
Find diese Hilflosigkeit einfach zum Verrückt-werden.
Lg |
|
| Nach oben |
|
| wr hat zum Thema: Re: Mein Vater ist Alkoholiker und ich gehe mit ihm unter! geschrieben
|
|
 |