| Ich bin Alkoholiker! • Und wieder einer der vom Leben `ala Barney Gumble genug hat |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Cacatua neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 28.02.2006, 17:23 Titel: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Ihr,
auch ich bin neu hier in diesem Forum und möchte mich gerne mit Euch austauschen und aus Euren Erfahrungen Hilfestellungen für mich ziehen. Dass ich alkoholkrank bin, weiß ich spätestens seit 2002 und habe ab da versucht, mit dem Trinken auszuhören.
Ganz ist mir das bis heute nicht gelungen. Mittlerweile kann ich zwar ohne Probleme mehrere Wochen lang nichts trinken (das war bis 2002 nicht so, da habe ich täglich trinken müssen), werde ich dann aber bei Besuchen, einem Restaurantbesuch oder bei einer Feier mit Alkohol konfrontiert, kann ich oft genug eben doch nicht „nein“ zum ersten Glas zu sagen. In der Öffentlichkeit schaffe ich es dann zwar, ein „normales“ und damit akzeptiertes Trinkverhalten an den Tag zu legen, was dann aber noch am Vollrausch fehlt, wird dann zuhause – wenn ich allein bin - „nachgeschüttet“.
Auf einer HP habe ich heute gelesen, dass Frauen im Gegensatz zu Männern häufig heimlich trinken, d.h., dass sie um der Wirkung des Alkohols willen allein zuhause trinken, während Männer mehr die Gemeinschaftstrinker sind. Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen, bin ich doch so eine „Heimliche“. Auch habe ich festgestellt, dass ich Alkohol als eine Art Selbstmedikamentation nutze, zumeist wenn ich schlechter Stimmung bin. Davon möchte ich gerne wegkommen und lernen, meine Gefühle ohne Stimmungsmacher auszuhalten. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir zu diesem Thema Hilfestellung geben könntet.
Gruß
Britta |
|
| Nach oben |
|
| Cacatua hat zum Thema: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 28.02.2006, 17:49 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Britta und Willkommen im Forum,
dass Du Alkohol einsetzt, um Deine Stimmungen auszugleichen oder zu ertragen, zeigt deutlich Dein Abhängiges Verhalten.
Wir werden uns gerne bemühen, Dir bei diesem Problem zu helfen.
Alkohol kann auf Dauer auch nicht helfen.
Das Frauen eher heimlich trinken, liegt sehr stark daran, dass betrunkene oder angetrunkene Männer von der Umwelt eher tolleriert werden, als Frauen.
Dieses hat aber nichts damit zu tun, dass es weniger abhängige Frauen gibt.
Wenn Du spezielle Fragen hast, schreibe sie bitte in der entsprechenden Kategorie.
Wir werden sie dann gerne beantworten.
Gruß
Karsten
______________________
zufälige Beiträge :
gesund abnehmen und Alkohol in Lebensmittel |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
schorni67 Gast
|
Verfasst am: 28.02.2006, 17:52 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
hallo britta,
herzlich willkommen hier im forum.
was du gelesen hast auf einer hp, ist zwar richtig, läßt sich aber nicht verallgemeinern. ich habe auch heimlich, unheimlich getrunken.
schön das du jetzt versuchen willst etwas gegen deine sucht zu tun.
es gibt verschiedene typen von alkoholiker, ich schätze du hast nur 2002 die trinkgewohnheiten geändert.
wir werden, wenn du es möchtest, dich gerne begleiten auf deinem weg. gehen mußt du ihn, daß kann dir keiner abnehmen. du mußt für dich trocken werden, wie jeder andere von uns auch.
ich wünsche dir kraft und pass auf dich auf.
liebe grüße
schorni |
|
| Nach oben |
|
| schorni67 hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Joachim Gast
|
Verfasst am: 28.02.2006, 17:59 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Britta,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Heimlich Trinken und gezieltes Einsetzen um in bessere Stimmung zu kommen, zeigt schon, dass man mit Alkohol nicht umgehen kann.
Schön, dass Du etwas dagegen tun willst.
Wir wollen Dich gerne, so gut es geht unterstützen.
Und wie gesagt, wenn Fragen sind, oder Du einfach etwas los werden möchtest, schreib es einfach in den entsprechenden Themenbereich.
Alles Gute für Deinen Weg und schön, dass Du hier bist.
Gruss Joachim |
|
| Nach oben |
|
| Joachim hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Wolf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.02.2006 Beiträge: 57
|
Verfasst am: 28.02.2006, 18:32 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Britta,
mein Name ist Wolf und auch ich bin noch nicht sehr lange hier im Forum und stehe ganz am Anfang des Weges aus der Sucht und noch habe ich abartige Angst, was dazu führt, daß ich gegen Angst noch mehr trinke und das auch heimlich. Ich kann Dich ganz gut verstehen, "draussen" im Restaurant reisst man sich noch zusammen (so lange dies noch geht...) der Gesellschaft wegen eben, aber kaum zu Hause angekommen trinkt man dann eben "heimlich weiter" bis man seinen Pegel hat und schlafen kann, es ist zum ko.....
Frage an Dich: Hast Du auch schon morgens getrunken??
Viele Grüße Wolf
"Es könnt ein Anfang sein" |
|
| Nach oben |
|
| Wolf hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Cacatua neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 28.02.2006, 23:40 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Ihr,
erst einmal ganz lieben Dank für Euer herzliches Willkommen.
Es ist nicht ganz einfach für mich, offen über meine Alkoholsucht zu sprechen, ich verspüre dabei Scham und Peinlichkeit. Ich habe aber festgestellt, dass diese Gefühle nichts nützen - ich muss hier aktiv werden. Und das Schreiben hier ist für mich der Anfang, um nach einem für mich geeigneten Weg zu suchen.
Morgens musste ich bisher noch nicht trinken, bei mir fing es zu den Zeiten als ich noch täglich getrunken habe, immer mit dem "Entspannungschluck" nach der Arbeit an. Die ersten Jahre - so von 1992 -1995 - kam das nur gelegentlich nach der Arbeit vor und ich schaffte es da auch noch manchmal, nach dem ersten Glas aufzuhören.
Spätestens dann ab 1995 hatte es sich soweit aufgebaut, dass ich jeden Abend trinken musste - zumeist Wein, seltener "harte" Sachen - und dann auch so lange trank, bis die Flasche leer war. Bald reichte dann eine Flasche Wein oft nicht mehr aus und es wurde eine zweite zumindest angebrochen - oft auch noch ausgetrunken.
Bis 2002 hatten sich dann massive Probleme entwickelt, ich konnte häufiger mal nicht zur Arbeit gehen, weil ich so viel getrunken hatte. Es gab auch immer häufiger Filmrisse. So wusste ich oft nicht mehr, wann und wie ich ins Bett gekommen war und konnte mich an im Rausch geführte Telefonate und getroffene Verabredungen nicht mehr erinnern.
Meine Ehe ging den Bach hinunter - 2003 haben mein Ex-Mann (ebenfalls Alkoholiker) und ich uns dann getrennt. Komischer Weise wurden ab September 2002 - also zu dem Zeitpunkt, wo ich zumindest mein tägliches Trinken eingeschränkte und "nur" noch ca. 1 x pro Monat trank - die Probleme zwischen meinem Mann und mir schlimmer als zu dem Zeitpunkt, wo wir beide noch täglich tranken. Das hat mich sehr verwundert, glaubte ich doch, dass es mit uns besser werden würde, wenn wenigstens einer von uns weniger oder gar nicht mehr trinken würde. Mein Ex trinkt heute noch täglich.
Mit dem "eingeschränkten" Trinkverhalten, wie ich es jetzt habe (ca. 1 x pro Monat, dann immer mit Vollrausch) bin ich aber NICHT zufrieden. Ich merke, dass mir auch dieses "eingeschränkte" Trinken gar nicht gut tut. Ich kann es eben nicht bei einem Glas belassen - es ist ein Zwang, die Flasche zu leeren. Eben Sucht! Und die dabei auftretenden Resultate sind die gleichen wie früher zu den täglichen Trinkzeiten. Und die will ich nicht mehr! Nur, wie fange ich das "komplett Aufhören für immer" jetzt am sinnvollsten an ?!? Was kann/muss/sollte ich tun?
Gruß
Britta |
|
| Nach oben |
|
| Cacatua hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 01.03.2006, 09:51 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Britta,
diese schleichende Steigerung des Alkoholkonsums ist für einen Süchtigen normal.
Der Körper braucht immer mehr, um den Zusatnd zu erreichen, den Du gerne haben wolltest.
Das Du es jetzt etwas eingeschränkt hast, wird auch auf Dauer nicht gut gehen. Die alten Verhaltensweisen werden wieder kommen.
Du möchtest ganz aufhören. Das ist auch der einzigste Weg, aus dem Kreislauf der Abhängigkeit herauszukommen, sie also zum Stillstand zu bringen.
Es gibt ein Leben ohne Alkohol, das für jeden zu schaffen es, der es wirklich will.
Niemand muß trinken.
Wie sieht es aus, wenn Du getrunken hast und dann Tage aufhörst? Bekommst Du dann Entzugserscheinungen?
Die ersten Tage des neuen Lebens sollten von einem Arzt begleitet werden.
Wenn der Körper seinen Suchtstoff nicht mehr bekommt, reagiert er mit Entzugserscheinungen, die sehr gefährlich sein können. Ein Arzt kann dabei helfen und auch eine eventuelle stationäre Entgiftung befürworten.
Nach der Entgiftung ist der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten sehr wichtig.
Das kann in einer Selbsthilfegruppe oder auch hier im Forum oder auch beides sein.
Vielleicht ist auch eine Therapie ratsam. |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |
Teufelchen Gast
|
Verfasst am: 01.03.2006, 12:23 Titel: Re: unheimlich heimlich |
|
|
Hallo Britta,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Bis vor 6einhalb Monaten war ich auch so eine unheimlich heimlich trinkende wie Du.
Ich bin im August letzten Jahres zur Entgiftigung ins Krankenhaus gegangen und habe anschließend eine 12wöchige stationäre Langzeittherpie gemacht.
Ich lebe seit meiner Entgiftung trocken. D. h. kein Tropfen Alkohol (auch nicht in Lebensmitteln), völlig alkoholfreie Wohnung (auch wenn Gäste kommen). In Selbsthilfegruppen gehen ich mindestens 1 x wöchentlich, in diesem Forum bin ich fast täglich anzutreffen. Ich lebe gern so, denn den schlechtesten Tag in meinem neuen Leben möchte ich nicht eintauschen, gegen den besten Tag in meinem alten Leben!
Den Weg in ein abstinentes Leben zu finden, ist nicht so einfach. Nimm jede Hilfe an, die Du bekommen kannst. Ärzte, Therapeuten, Suchtberater, andere trockene Alkoholiker wissen wie es geht, versuch ihnen zu vertrauen und laß Dich auf den ersten Schritten in die Trockenheit begleiten. Ich bin vielen heute sehr dankbar für die Hilfe, die ich von ihnen bekommen konnte und noch heute bekomme, wenn ich das Gefühl habe, sie zu brauchen.
Es ist hilfreich, wenn man akzeptieren kann, dass man alkoholkrank ist. Es ist eine gefährliche heimtückische Krankheit, die man jedoch in den Griff bekommen kann. Anfangs ist es mir auch sehr schwer gefallen zu akzeptieren, dass ich Alkoholikerin bin. Doch als ich das dann konnte, verschwanden auch meine Scham- und Schuldgefühle. Alle Menschen in unserem Kulturkreis mißbrauchen manchmal Alkohol. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Nur einige wenige, werden abhängig. Pech gehabt!
Ich wünsche Dir viel Kraft, Mut und Glück.
Lg
Simone |
|
| Nach oben |
|
| Teufelchen hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
|
|
 |