| Ich bin Alkoholiker! • Und wieder einer der vom Leben `ala Barney Gumble genug hat |
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Cacatua neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 01.03.2006, 13:19 Titel: Re: unheimlich heimlich |
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Hallo Ihr,
Karsten hat es für mich treffend formuliert: Immer, wenn ich etwas trinke, kommen dabei und vor allem für Tage danach die "alten Verhaltensweisen" zum Vorschein. Verhaltensweisen, von denen ich weiß, dass sie vor allem mir selbst nicht gut tun. Das ist auch der Grund, warum ich ganz und gar mit dem Trinken aufhören will.
Es mag ja den einen oder anderen geben, der sich beim Lesen meiner Geschichte fragt: Was hat die denn für Probleme mit Alkohol? Ca. einmal pro Monat ein Vollrausch, was ist das denn schon?
Nun, ich habe festgestellt, dass sich unter dem Einfluß von Alkohol meine ganze Denkweise zum Negativen hin verändert. Und diese negativ veränderten "Denkzustände" halten dann eben nicht nur für die Zeit des Rausches an, oder für den Tag danach - den "Katertag".
Ich meine, festgestellt zu haben, dass dieses negative Denken mir dann für zumindest mehrere Tage, oft sogar eine Woche erhalten oder länger erhalten bleibt. Irgendwie bin ich dann nicht die, die ich bin, wenn ich eine ganze Weile lang gar nichts getrunken habe. Das merke ich ganz genau - und meine nahe Umwelt auch. Und das ist das, was ich nicht mehr will.
Klassische Entzugserscheinungen wie Zittern und morgentliches Erbrechen o.ä. hatte ich bisher nicht. Nur eben dieses veränderte Denken. Sofern das denn eine Entzugserscheinung ist, was ich aber annehme. Ich sehe dann alles schwarz und negativ, ersticke in Selbstmitleid und natürlich sind immer die anderen an möglichen, negativen Dingen Schuld, die mir widerfahren.
Ich bin an diesen Tagen immer das arme Opfer, das unverdientermaßen leidet. Jede noch so einfache Aktivität, die mir gut tun würde, scheint mir in dieser Zeit zu schwer und zu anstrengend zu sein und ich versinke in Lethargie. Das, obwohl ich körperlich fit bin, das haben erst kürzlich durchgeführte Untersuchungen ergeben. Selbst die Leberwerte liegen laut dem Arzt im normalen Bereich.
Irgendwie scheint der Alkohol auch unser Denken ganz stark und vor allem länger anhaltend negativ zu beeinflussen, oder? Zumindest bei mir scheint das so zu sein und ich denke, dass ich das nur in den Griff bekomme, wenn ich ganz mit dem Trinken aufhöre. Trotzdem tappe ich in angespannten, für mich negativen und damit schwer auszuhaltenden Situation leider immer wieder in die Falle. Und da suche ich eben den Ansatzpunkt, dass das nicht mehr geschieht.
Gruß
Britta |
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| Cacatua hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
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Shakti neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.01.2006 Beiträge: 260
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Verfasst am: 01.03.2006, 18:54 Titel: Re: unheimlich heimlich |
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Hallo Britta,
Dein Suchtverlauf und Deine früheren Trinkgewohnheiten mit den damit einher gehenden Wirkungen kommen mir sehr bekannt vor. Ich finde da viele Ähnlichkeiten mit meinen Erfahrungen.
Zwischendurch hatte ich auch versucht, den Alkoholkonsum zu reduzieren i.S. einmal in der Woche oder so ähnlich. Übrigens finde ich es tatsächlich erstaunlich, dass Du das 1x/Monat schaffst. Aber letztendlich ist es egal, wie oft und wann. Denn ich war da offenbar immer noch der Meinung, der Alkohol, diese durch Alkohol herbeigeführten Aus-Zeiten und Pausen von meinem sonst ewig ratternden Bewusstsein, brächten mir etwas. Jedenfalls so viel, dass ich nicht ganz auf die Alkohol-Exzesse verzichten wollte. Ich saß immer noch mehreren Illusionen`auf: 1. Ich könnte ja aufhören, wenn's zu viel werden könnte (Ha,HA, HA, aber diese Illusion machte ich mir, um überhaupt das erste Glas zu legitimieren), 2. Der Alkohol ist das einzige zuverlässige Mittel, um eben Pause von Gefühlen und Gedanken zu machen, die man sonst nicht los wird. Letzteres stimmt sogar, aber auch nur am Anfang des Trinkens und der Sucht. Danach ist alles nur noch schlimmer ... Aber das muss ich hier ja niemandem erzählen ...
Also, was gibt Dir der Alkohol wirklich? Was genau
schürt in Dir Angst bei der Vorstellung, nie mehr Alkohol zu trinken (auch nicht ein Mal im Monat)?
Ich bin sicher, Du kannst es vom Kopf her beantworten, hast es für Dich schon längst beantwortet, aber wahrscheinlich hat es innerlich noch nicht Klick gemacht. ... Und die auch gefühlsmäßig und seelenmäßig unterstützte Überzeugung, sich dieses schreckliche Gift mit all diesen schlimmen, entwürdigenden Erlebnissen nicht mehr anzutun, weil man Besseres verdient hat.
Für dieses Klick hat mir das Forum sehr geholfen und hilft immer noch, längst gewonnene Erkenntnisse immer wieder zu vergegenwärtigen und die Verinnerlichung zu vertiefen.
Am Anfang (also immer noch, ich bin erst seit knapp sieben Wochen trocken) habe ich mir immer wieder die typischen Trinksituationen und Fallen bewusst gemacht und analysiert und Alternativen konstruiert und immer wieder erprobt. Also, wie gesagt, das tue ich immer noch.
Du kennst Deine Ein-Monats-Fallen bestimmt sehr genau. Wie kommt es dazu? Denn gerade die Präventionsmaßnahmen, dass es zu den bestimmten Stimmungen und Fallen und Situationen nicht erst kommt, sind bei mir das Wichtigste. Ich glaube, später könnte ich bis heute für nichts garantieren.
Herzliche Grüße
Shakti |
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| Shakti hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
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Cacatua neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 01.03.2006, 23:35 Titel: Re: unheimlich heimlich |
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Hallo Shakti,
das für mich Verrückteste an meiner Alkoholsituation ist für mich folgendes:
Wenn ich eine ganze Weile nichts mehr getrunken habe und mein letzter Vollrausch mindestens schon 14 Tage her ist, weiß ich ganz, ganz genau, dass der Alkohol mir gar nichts bringt sondern nur schadet. Körperlich und seelsich! Ich bin froh und glücklich ohne Alkohol und sage mir: Du trinkst nie wieder! Kein Problem! Es geht sehr gut ohne!
In diesen Zeiten habe ich überhaupt keine Angst davor, mein ferneres Leben zur Gänze ohne Alkohol in welcher Form auch immer zu verbringen. Ich meine zumindest bis jetzt, dass der Gedanke, überhaupt und immer ohne Alkohol zu leben, mir keine Angst macht. Zumindest seit dem ich nun schon seit 2003 nicht mehr täglich trinke, sondern so eine Art Quartalstrinkerin bin. Vorher war das schon anders.
Und dann kommt diese wie Du es nennst "Ein-Monats-Falle"! Meistens eine Situation in der ich Aggression auf irgend jemand oder irgend etwas fühle und damit allein bin. Ich merke, wie der Wunsch hochkocht, den " vor Wut und Ärger ratternden" Kopf auszuschalten.
Und noch während ich mir immer und immer wieder sage: Du trinkst jetzt nichts, Du holst Dir jetzt keinen Wein (ich habe keinen Alkohol zuhause), gehe ich schon los. Dann steht die Flasche zuhause und ich sage mir immer noch: Lass' es, Du weißt, dass es nichts bringt außer Kopfschmerzen und negative Gefühle. Und trotzdem mache ich die Flasche auf. Die ersten Schlucke scheinen tatsächlich irgendwie "beruhigend" zu wirken und dann kommt der übliche und schreckliche, immer gleiche Rest. Die Flasche leer, der Kopf "voll"!
Obwohl ich weiß, dass das Ganze fast immer nach dem gleichen Schema aus einer fast immer ähnlichen Situation heraus entsteht, gelingt es mir ca. 1 x im Monat eben NICHT, anders damit umzugehen. Und mir ist einfach nicht klar, warum. Denn ich bin auch mal wütend und allein, ohne trinekn zu müssen bzw. den Wunsch danach zu verspüren. Und leider kann ich es eben nicht vermeiden, auch mal ärgerlich und/oder wütend zu werden. Ich möchte so gerne verstehen, warum es mal "gut" geht und ich dann wieder doch trinke(n muss).
Aber es hilft schon, zu lesen, das einige von Euch das auch kennen. Manchmal dachte ich schon, ich habe sie nicht mehr alle und wäre die einzige, die so etwas erlebt. Was macht Ihr denn in solchen "Fallen-Situationen, wenn Ihr sie eben nicht vermeiden könnt?
Gruß
Britta |
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| Cacatua hat zum Thema: Re: unheimlich heimlich geschrieben
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