| Ich will leben • Meine Kurzgeschichte 2. Teil |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 22.04.2010, 18:32 Titel: Re: Gedanken zum gestrigen Tag |
|
|
Hallo Seelenblick,
die Anfänge meines neuen Lebens stehen auch unter karwoll.de.
Mein jetziges Leben schreibe ich nicht öffentlich ins Internet, weil ich zum einen nicht alleine lebe und zum anderen mein Leben nicht jeden erzählen möchte, denn ich bin hier nicht anonym.
Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du mich in den erweiterten Bereichen fragen.
Gruß
Karsten |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Gedanken zum gestrigen Tag geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 23.04.2010, 10:02 Titel: Re: Gedanken zum gestrigen Tag |
|
|
Hallo Seelenblick,
ich habe mir selbst eben noch mal meine Antwort durchgelesen und finde sie etwas nüchtern geschrieben.
Ich habe lange überlegt, wie weit ich mein jetziges Leben ins Internet stelle und hatte ja auch hier und auch dort angefangen, dies aufzuschreiben.
Außerdem ist auch vieles in den vielen tausenden Beiträgen von mir nachzulesen.
Die Erfahrungen mit dem Internet haben mir aber gezeigt, dass ich mein heutiges Leben lieber nicht öffentlich ins Internet stellen möchte. Es gibt in meinen heutigen Leben Freunde, Familienangehörige, die mein Leben ausmachen, den ich lebe ja nicht mehr wie früher auf der Strasse oder im Obdachlosenheim.
Ich halte jeden Satz, den ich über jemanden anderen hier im Internet öffentlich schreiben würde, für unfair diesen Menschen gegenüber. Das sehe ich nicht nur bei mir so, sondern auch bei jeden anderen Forenteilnehmer, der hier über andere Menschen schreibt.
Da ich ja hier nicht anonym bin, würde meine heutige Lebensbeschreibung Menschen aus meinen Umfeld eventuell schaden.
Daher halte ich es beim antworten auch so, wie ich andere hier immer wieder darauf hinweise, bei sich zu bleiben und nur von mir zu schreiben. Bei vielen Angehörigen kann man ja hier lesen, dass sie da leider nicht so einfühlsam sind und das Leben anderer Meschen manchmal shr detaliert beschreiben. Ich halte sowas für unfair, egal wie sich andere Menschen aus deren Umfeld verhalten oder verhalten haben und mache das selber nicht, auch wenn es positive Dinge sind, die ich zu berichten hätte.
Ich schreibe als trockener Alkoholiker meine Erfahrungen und als Admin "Ordungsbeiträge"
Gruß
Karsten |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Gedanken zum gestrigen Tag geschrieben
|
|
 |
Seelenblick neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2010 Beiträge: 80
|
Verfasst am: 23.04.2010, 12:47 Titel: Re: Gedanken zum gestrigen Tag |
|
|
Hallo Karsten,
danke für deine Antwort.
Das du angefangen hast zu berichten hab ich gelesen, leider ging es nicht weiter.
Natürlich macht es das Ganze für dich schwerer weil du nicht anonym hier bist. Dennoch geht es ja um deine Veränderungen wo du nichts von den Menschen schreiben musst welche zu deinem engeren Umfeld gehören.
Und in 10 Jahren gibt es sicherlich einige Veränderungen die in dir selbst statt gefunden haben.
Vielleicht ist es für dich auch gar nicht so einfach die kleinen Veränderungen zu beschreiben, da so wie ich es bisher lesen konnte du zu deinem Schutz sehr "radikal" an die Sache ran gehen musstest. Dadurch sich viele Probleme welche die User hier haben gar nicht erst aufgetan haben. So das du diese Erfahrungen gar nicht haben kannst.
Aber vielleicht lesen wir hier ja doch noch mal mehr von Karsten dem trockenen Alkoholiker und weniger von Karsten dem "Ordnungsbeitragsschreiber" denn mir persönlich ist es zu aufwendig die vielen tausend Beiträge von dir als trockener Alkoholiker zu suchen.
der Seelenblick |
|
| Nach oben |
|
| Seelenblick hat zum Thema: Re: Gedanken zum gestrigen Tag geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32807 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 23.04.2010, 13:45 Titel: Re: Gedanken zum gestrigen Tag |
|
|
Hallo Seelenblick,
keine Veränderungen haben mir am Anfang die größten Freuden bereitet.
Zum Beispiel nach mehreren Monaten mal wieder alleine spazieren gehen zu können, denn in der einen Wohngemeinschaft brauchte man das ganze erste Jahr und in der anderen Wohngemeinschaft das erste halbe Jahr nicht alleine aus dem Haus gehen.
Wenn ich dann hier lese, dass manche nicht nur nicht den Mut haben, jemanden zu fragen, ob er mit zum einkaufen kommt, weil man Schutz brauch, dann ist es machmal worklich eine Frage bei mir, ob diese Menschen schon den Punkt erreicht haben, wirklich kompromisslos den nüchternen Weg gehen zu wollen.
Ich habe mich eben das erste Jahr in einer Selbsthilfegruppe "abgegeben", das gemacht, was andere Langzeittrockene gesagt und vorgelebt haben, weil ich mir eingestanden habe, zu blöd zu sein, selbst zu wissen, was für mich gut war.
Dadurch bin ich natürlich von vielen Problemen, die hier beschrieben werden, ferngehalten worden, aber ich bin heute noch dankbar, dass ich mich dafür entschieden habe, ein Jahr meines Lebens zeitlich zu investieren.
Hier geht es vielen Menschen nicht schnell genug und scheitern schon an iherer eigenen Anspruchshaltung.
Ob nun kleine Veränderungen oder große Veränderungen, vom Sinn und der Notwendigkeit her mache ich keinen Unterschied.
Vielleicht mal etwas zu meinen Berufsweg seit meiner Trockenheit.
Nach dem ersten Jahr 1999/2000 bin ich ja mit einer Frau in eine Wohnung gezogen. Beide hatten wir keine Lust von Sozialhife zu leben. Ich hatte aber Ziele und wollte eine Umschulung machen. Da ich die Anforderungsbedingungen nicht dafür erfüllte, suchte ich mir einen Job in einer Leihfirma und habe Kohle unter den Laufbändern eines Kohlekraftwerkes weggeschippt.
Als ich lange genug für eine Umschulung gearbeitet habe, beantragte ich nach der Entlassung eine Umschulung und bekam sie auch. Ich habe da also wieder 18 Monate Zeit investiert zu einen Hungerlohn, um die Umschulung machen zu können.
Dann habe ich wieder zu einen noch geringeren Arbeitslosengeld, wo ich zusätlich Geld vom Sozialamt bekam, fast drei Jahre eine Umschulung gemacht.
Danach versuchte ich mit dem neuen Beruf eine Arbeit zu finden, was aber in meinem Alter mit 43 und ohne Berufserfahrung nicht möglich war.
Nun blieb mir, entweder mich mit meiner Situation abzufinden und Hartz4 zu beantragen oder wieder den A... zusammenzukneifen und mich selbstständig zu machen.
Da Harzt4 für mich eine Art Selbstaufgabe wäre, was die ganze Zeitinvestition der letzten Jahre zunichte gemacht hätte, habe ich den zweiten Weg gewählt.
Kurz gesagt, ich habe mein Leben in die eigene Hand genommen.
Gruß
Karsten |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Gedanken zum gestrigen Tag geschrieben
|
|
 |
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4498 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 23.04.2010, 14:08 Titel: Re: Gedanken zum gestrigen Tag |
|
|
glück auf karsten
zunächst wünsch ich dir (+ uns) das du noch möglichst lange selbsständig bleibst
| Karsten hat Folgendes geschrieben: | denn in der einen Wohngemeinschaft brauchte man das ganze erste Jahr und in der anderen Wohngemeinschaft das erste halbe Jahr nicht alleine aus dem Haus gehen.
Wenn ich dann hier lese, dass manche nicht nur nicht den Mut haben, jemanden zu fragen, ob er mit zum einkaufen kommt, weil man Schutz brauch, dann ist es machmal worklich eine Frage bei mir, ob diese Menschen schon den Punkt erreicht haben, wirklich kompromisslos den nüchternen Weg gehen zu wollen. | das erinnert mich stark an meine adresslisten + den "mut" nachts n gruppenmitglied ausm schlaf zu klingeln - ich wollt mit aller macht + kompromisslos trocken bleiben
matthias |
|
| Nach oben |
|
| silberkralle hat zum Thema: Re: Gedanken zum gestrigen Tag geschrieben
|
|
 |