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Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater

 
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moppel78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.02.2010
Beiträge: 4
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 20.02.2010, 17:37    Titel: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich bin in einem alkoholgeprägten Elternhaus großgeworden. Meine Mutter ist 1997 gestorben an Lungenkrebs. Mein Vater lebt noch. I meier Kindheit gab es schon viele Situationen, wo ich am Liebsten meine Sachen gepackt hätte und ins Internat oder Kinderheim gegangen wäre... seis meine Mutter, die mir volltrunken in die Geburtstagsfeier gefunkt hat, die ständigen Streits meiner Eltern, die ständige Vorwürfe, die Trinkerei meines Vater oder einfach, daß mir oft klargemacht wurde, daß ich nicht gewollt war und zum Teil mitschuld an Allem bin..... Im selben Jahr wie meine Mutter gestorben ist, ging es bei meinem Papa mit dem Trinken garnichtmehr und nach einigem Hin- und Her hat er einen Entzug gemacht. Danach war er 11 Jahre trocken. Ich bin mit meinem damaligen Freund 2001 nach Chemnitz gegangen und auf Wunsch meines Vaters hin, sind wir im Oktober 2008 wieder ins Saarland zurückgekommen, mit Kind und ich schwanger. Er wollte das Haus mit umbauen für uns und alles war in Planung. Dann zu seinem Geburtatag im Dezember fing er wieder zu trinken an. Ich habs erst garnicht so recht mitbekommen, habe irgendwann eine Bierflasche gefunden und einfach darauf angesprochen. Es folgten zahllose Versuche von " Ich schaff das selbst", dann Entgiftungen im Krankenhaus und in der Psychiatrie. Da wir, nun mit 2 Kindern, immernoch auf Baustelle gewohnt haben und dessen auch kein Ende in Sicht war, haben wir uns wieder eine Wohnung gesucht und wohnen nun 8 Kilometer von ihm weg. Den Kindern konnte und wollte ich den Anblick, den ich so gut aus meiner Kindheit kenne, nicht antun. Nach fast einem Jahr erfolgloser "Versuche" hat es dann endlich mit einer erneuten Langzeittherapie in Münchwies geklappt. Wir haben aufgeatmet. Pustekuchen, er hat jede Möglichkeit genutzt, nachhause zu kommen um zu trinken, war am 1. Weihnachtsfeiertag angetrunken bei uns zu Besuch.... Ich weiß nicht, wie er die Zeit dort geschafft hat, denn er ist als "therapiert" entlassen worden. Am 4. diesen Monats und seit dem 5. liegt er wieder im Suff..... wir wissen nun nicht mehr weiter. Nachdem er mal wieder angetrunken gefahren ist, haben wir ihm die Autoschlüssel weggenommen. Nun liegt er nur noch zuhause im Bett, und säuft und schluckt Tabletten, essen tut er nix mehr. Ab und an stürzt er durchs Haus, letzte Woche ist er die Kellertreppe runtergefallen und hat sich wohl ne Rippe geprellt, er hat selbst den Notarzt geholt, aber nachdem die nen Infarkt ausgeschlossen haben, war das Thema für die durch.

Nun ist er wieder in der Psychiatrie, nachdem er meinem Freund angedroht hat, sich umzubringen. Wir können es echt nicht mehr verantworten, ihn im Suff alleine zu lassen. So hat mein Freund die Polizei gerufen und die haben ihn mitgenommen...mal wieder! Wir wissen nicht mehr, wies weitergehen soll..... Ein Bekannter (Richter) hat uns vorgeschlagen, ihn, auch wegen der Selbstmorddrohung, erstmal zwangsunterbringen zu lassen. Doch was und wie dann?

Ach Mensch..... wären wir blos in Chemnitz geblieben...weit weg von dem ganzen Mist!
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moppel78 hat zum Thema: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 14430
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 20.02.2010, 19:37    Titel: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Moppel,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Du bist nicht verantwortlich für deinen Vater. Wenn er alleine da wohnen würde, dann gäbe es ja auch Wege.

Nun ist dein Vater ja erst mal untergebracht. In der Zwischenzeit kannst du dich beraten lassen. Auch eine Suchtberatungsstelle kann dir weiterhelfen bei so konkreten Fragen. Du kannst dich ebenso mal bei dem Sozialpsychiatrischen Dienst erkundigen. Je besser du dich informierst, desto klarer kannst du deine Entscheidungen treffen.

Wichtig ist, daß du nicht mehr nur an deinen Vater denkst, sondern dich selber wieder wahrnimmst. Du möchtest wieder zurück nach Chemnitz, vielleicht läßt sich das ja machen. Aber vielleicht kannst du bis dahin erst mal im Inneren Abstand von der belastenden Situation bekommen.


Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater geschrieben
kossi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.01.2010
Beiträge: 325
Alter: 48
Wohnort: südlich von münchen

BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 15:21    Titel: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Moppel!
Schütze Dich und Deine Familie, sie sind das wichtigste.
Hol Dir hilfe bei einer Suchtberatung und setze Deinen Vater ein Ultimatum. Entweder er hört mit dem Saufen auf, oder Du lässt in fallen. Denn Deine Familie ist wichtiger, hört sich hart an, aber wir Alkoholiker verstehen keine andere Sprache. Du mußt auf Dich selbst schauen das es Dir gut geht, denn Deine Kinder brauchen Dich. Meine Frau hat mir auch das Messer auf die Brust gesetzt, entweder höre ich auf zu trinken oder sie geht mit den Kindern und ich habe aufgehört. Bin jetzt 2 Jahre trocken.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Glück, Wolfgang!
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kossi hat zum Thema: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater geschrieben
Missi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beiträge: 23
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 18:10    Titel: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Moppel,

das hört sich wirklich schlimm an, va. hört man die verzweiflung zwischen deinen Zeilen. Ich wünsche dir viel kraft, damit du die richtigen Entscheidungen treffen kannst. Ich kann gut nach empfinden, dass das mit dem Fallenlassen nicht so einfach ist. Wenn v.a. noch diese Lebensmüdigkeit mit reinspielt ist es doppelt schwer, ich verstehe dich sehr gut. Aber ich lese in diesem Forum immer wieder das gleiche: loslassen, sich selbst schützen und einsehen, dass man machtlos ist gegen den Alk.
Mein mittlerweile trockener Vater hat mir das im Nachhinein bestätigt: der Alkohol ist für einen Alkoholkranken (ob Vater, Bruder, Mutter oder Kind) wichtiger als ALLES.
Lg, und du bist nicht alleine.
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Missi hat zum Thema: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater geschrieben
moppel78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.02.2010
Beiträge: 4
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 23.02.2010, 13:01    Titel: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich danke Euch!

Es tut schonmal sehr gut, sich Rat zu holen bei Gleichgesinnten. Mein Mann hat ihm jetzt die Pistole auf die Brust gesetzt, was er davon verinnerlicht hat und wies nun weitergeht, wird sich zeigen. Momentan steht er unter Schmerzmittel in der Psychiatrie, da sich sein Herzinfarkt wirklich als heftige Prellung rausgestellt hat.

Leider stellen die Ärzte der Psychiatrie sich irgendwie total quer.... er ist ja freiwillig hier und so muß er entscheiden, wie es nun weitergeht. Klar, wenn man mit Polizei-Begleitung nach Selbstmordandrohung in die Psychiatrie geht, ist das alles ganz freiwillig. Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr. Daß er diagnostizierte Depressionen hat, interessiert die auch nicht wirklich.... Ich hab den Eindruck, komme, was wolle, die wollen so schnell wie möglich wieder ihre Betten frei haben....

Naja, mal abwarten, was anderes bleibt ja eh nicht übrig
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moppel78 hat zum Thema: Re: Auch ich bin nun hier ..... wegen meinem Vater geschrieben

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