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Was tun bei Saufdruck

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schorni67
Gast






BeitragVerfasst am: 24.02.2006, 22:28    Titel: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo,

da dieses thema immer wieder auftaucht, versuch ich mal meine gedanken aufzuschreiben.
ich persönlich kenne keinen saufdruck, als ich aufhörte zu trinken, habe ich vollkommen vor dem alkohol kapituliert. am anfang wußte ich mit dem ausdruck kapitulation nichts anzufangen, erst später als ich trocken war, wußte ich was damit gemeint war.
in meinem bekanntenkreis war ich bekannt als harter, gerechter hund der sich nicht runter kriegen läßt, nach außen hat das sogar gestimmt, wie es in mir aussah hat ja keiner gesehen. ich hatte ganz schön zu tun die fassade nach außen aufrecht zu halten. wahrscheinlich auch deshalb habe ich mit meinem freund/feind alkohol so viele jahre gekämpft. ich habe immer verloren.
erst als ich aufgab und merkte ich schaffe es nicht ohne hilfe von außen, fand ich meinen frieden.
ich habe nie wieder saufdruck gehabt, ich habe nur zugehört was die außerirdischen erzählten und alles genau so umgesetzt.
warum auch nicht, alles andere hatte ich ja selbst probiert und bin immer wieder gefallen und jedes mal etwas tiefer.
außerirdische deshalb, weil ich konnte mir nicht vorstellen länger als ein halbes jahr ohne alk zu leben.
diese trinkpausen habe ich ja öfter mal zwischen geschoben, ich war auch von 1987- 1990 trocken, auch da hatte ich keinen saufdruck. aber in meiner birne war der gedanke vom kontrollierten trinken, ich hatte noch nicht kapituliert, daß weiß ich aber erst heute. ein ganz kleiner funken, ein glas zum anstoßen. so habe ich bis 1999 meine runden gedreht, da gab es so etwas wie saufdruck, denke ich.
aber als ich entgültig dem alkohol ade sagte, war es vorbei, mein kopf war nach der entgiftung klar. ich wußte nicht wie mache ich weiter, also bin ich täglich in selbsthilfegruppen gegangen, manchmal 2 mal. ich habe das für mich gebraucht, nie hatte ich saufdruck. nach 2 jahren hat mir das nichts mehr gegeben, ich geh heute noch ab und an, mehr aus neugier in gruppen. aber auch danach hatte ich kein saufdruck.
in der zeit als ich in shg gegangen bin, habe ich gelernt, daß ich nicht der mittelpunkt der welt bin. aber auch das ich nicht schlecht bin. manchmal war ich fix und fertig, aber ich möchte keinen tag missen.
ich dürfte alles behalten, meine frau, meine kinder, meine guten freunde, mein haus, meine firma und habe mein schönes leben wieder.
vor allem habe ich meine selbstachtung wieder, habe neue freunde, auch hier im forum.
und auch wenn das leben nicht immer leicht ist, saufdruck kenne ich nicht. ich weiß aber auch das ich viel für mich getan habe, ob es genug ist, nein für mein trockenes leben kann ich garnicht genug tun.

passt gut auf euch auf, denn auch ihr seit mir wichtig.

ich grüße euch

schorni
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schorni67 hat zum Thema: Was tun bei Saufdruck geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45974
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 24.02.2006, 22:52    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo

Ich habe ja schon mal hier im Forum geschrieben, dass ich sowas wie Saufdruck nicht kenne.
Für mich habe ich eine Entscheidung getroffen, dass ich ein Leben ohne Alkohol leben möchte.

Druck, wieder trinken zu müssen oder dass es mir unendliche Mühe kostet, diesem Verlangen nicht nachzugehen, kenne ich auch nicht.

Sicher habe ich ab und zu mal den Gedanken gehabt, früher mehr, jetzt weniger, dass manche Sittuation unter Alkohol besser zu ertragen wäre oder durch Alkohol erstmal in den Hintergrund geschoben werden kann.

Allerdings gehe ich nüchtern mit diesen Gedanken anders um. Wenn das Unterbewußtsein mir solche Gedanken vorspielt, denke ich bewußt darüber nach.
Ich habe keine Angst vor diesen Gedanken, sondern setze mich damit auseinander.

Diese Flucht, Alkohol zu trinken war ja immer das Wegrennen vor mir selbst. Es ist eben leichter, wenn man sich betrinkt oder ob man sich seinen Problemen stellt.

Ich habe im Laufe der Jahre meine Vergangenheit soweit aufgearbeitet, dass von dort keine direkten Gefahren mehr kommen können.
Die Gegenwart kann mir nur ein Problem bieten. Wenn ich dieses direkt angehe, ist es auch lösbar.
Früher haben sich durch das Aufschieben der Probleme und Sorgen, sehr viele angehäuft und ich sah kein Ausweg.
Heute kann mir das nicht mehr passieren.
Der Druck, wieder trinken zu müssen, kommt ja durch die Ausweglosigkeit, die jeder Einzelne für sein Leben sieht.
Am Anfang habe ich einfach das gemacht, was andere gesagt haben, ob ich es verstanden habe oder nicht.
Es war mir egal. Ich dachte nur, die werden schon recht haben, schließlich leben die ja nüchtern.

Nach und nach lernte ich, mein Leben selbst wieder zu bestimmen. Dadurch natürlich auch meine Probleme allein zu lösen.
Heute kann ich es und habe daher die Gedanken, jetzt trinken zu wollen, zu müssen oder so, einfach nicht.

Gruß
Karsten
_________
zufällige Beiträge
Saufdruck und
Drang zu trinken und
Gedankenhilfe für ein Leben ohne Alkohol
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Karsten hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 15:23    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Seit dem ich die Erkenntnis hatte ES GIBT KEINEN GRUND ZU TRINKEN, hatte ich auch keinen Saufdruck mehr. Ich glaube, diese Erkenntnis kam auch zusammen mit der Kapitulation vor dem Alkohol. Manchmal kann ich es selbst nicht glauben, doch Alkohol interessiert mich nicht mehr, ist mir inzwischen gleichgültig geworden.

Mir ging es ja in der letzten Zeit ziemlich schlecht. Doch an Alkohol habe ich nicht gedacht.

Das mit der Kapitulation funktioniert tatsächlich. Bis dahin gilt es einfach nur durchzuhalten. Saufdruck verschwindet wieder, man muß lernen Strategien zu entwickeln, um ihn auszuhalten. Mir half Ablenkung sehr dabei. Blitzblank war meine Wohnung dann immer geputzt. Habe mich da richtig hineingesteigert, doch ich blieb trocken. Das ist die Hauptsache.
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Teufelchen hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2005
Beiträge: 1053
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 19:17    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo,

den saufdruck möchte ich mal aus meiner sicht erklären, denn ich glaube es gibt niemand der diesen richtig definieren kann, denn jeder sieht ihn anders. auch in meiner gruppe wurde davon des öfteren gesprochen und es wurde, wie hier schon viel geraten, auch dort die ablenkung empfohlen.

meine persönliche meinung ist, wenn jemand saufdruck hat, der ist noch nicht trocken. ich kenne ihn nur aus meinen vielen versuchen den alkohol wegzulassen. als ich noch mit keinen entzugserscheinungen zu kämpfen hatte, kam er bei mir meisstens, wenn ich mit meinem partner im lokal war. um mich herum wurde getrunken und ich sass vor meinem cola bzw. wasser, da wurde der wunsch so gross auch etwas alkoholisches zu trinken, oft gab ich nach was dann wieder dazu führte, dass ich weiter trank. bei späteren versuchen aufzuhören waren es dann die entzugserscheinungen die den saufdruck auslösten, um diesen zu entgehen gab ich auch hier wieder nach.

seit ich den alkohol nicht mehr brauche, kenne ich auch keinen saufdruck mehr. ich würde es auch eher - den starken wunsch alkohol zu trinken – nennen.

es heisst nicht, dass ich nicht mehr an alkohol denke, es gibt auch bei mir situationen in denen der gedanke kommt, jetzt könnteste was trinken und dann vergessen. gleichzeitig setzt auch ein anderer gedanke ein, der der mir sagt, es ist der moment in dem du vergisst, das problem ist aber nicht weg, nur läufst du gefahr wieder dort hinzukommen wo du dich rausgekämpft hast.

lg
chrissyta
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chrissyta hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
sophia
Gast






BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 19:47    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Chrissyta,

Zitat:
seit ich den alkohol nicht mehr brauche, kenne ich auch keinen saufdruck mehr. ich würde es auch eher - den starken wunsch alkohol zu trinken – nennen


ich danke für die Formulierung.

sophia
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sophia hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
Joachim
Gast






BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 20:54    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

also Saufdruck kenne ich seid meinem Entschluss, mein weiteres Leben ohne Alkohol zu gestalten, garnicht.
Es gibt für mich keinen Grund mehr zu trinken, und ich habe auch nicht das Gefühl deswegen auf etwas verzichten zu müssen.
Ich bin auch überhaupt nicht neidisch auf Menschen, die Alkohol trinken können.
Ich weiss, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann und habe mich von ihm verabschiedet oder wie man sagt, ich habe kapitulliert.

Natürlich musste ich lernen, Strategien zu entwickeln, wie ich mit meinen Problemen heute umgehe. (Dazu habe ich mir professionelle Hilfe geholt). Ich laufe nicht mehr vor ihnen weg und stelle mich auch meinen Konflikten.
Mir ist bewusst, dass es im Leben auch schwierige Situationen gibt, aber ich kann sie auch ohne Alkohol ertragen oder bewältigen.
Damit das auch hoffentlich immer so bleibt, tue ich vieles dafür, dass es mir gut geht.
Ständigen Erfahrungsaustausch, ob jetzt hier im Forum oder in meiner SHG halte ich für absolut wichtig !!

Gruss Joachim
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Joachim hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
Tabaluga
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 947

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 21:00    Titel: Re: Was tun bei Saufdruck Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen!
Jetzt habe ich mir lange Gedanken über das Wort „Saufdruck“ gemacht.
Auch mit meinem Mann darüber gesprochen.
Was genau ist das, ja, die Frage habe ich mir vor einiger Zeit schon mal gestellt. Mit den Augen rollen
Ich denke, bei Saufdruck käme bei mir jede Hilfe zu spät. Ich bringe dieses Wort mit einem „es ist kaum aufzuhalten“ Gefühl in Verbindung.
In meinen ersten trockenen Tagen drehten sich meine Gedanken sehr um Alkohol. Traurig
Es sind die eingefahrenen Muster. Nachher konnte ich gar kein „Muster“ mehr erkennen für den Gedanken an Alkohol... Geschockt
Und diese Muster galt es zu überwinden. Zuerst mit viel Ablenkung und nach und nach mit Veränderung. Schritt für Schritt...
Ich habe mir viele Dinge überlegt, damit ich nicht trinke.
Es war sehr anstrengend. Doch habe ich gemerkt, dass mir die Ablenkung sehr gut getan hat. Im Gegensatz zum Trinken von Alkohol.
Von einem Heute zum nächsten habe ich mich gehangelt. Aber mit jedem trockenen Heute fühlte ich mich ein wenig besser. Und die Gedanken an Alkohol wurden weniger und wenn sie da waren, konnte ich sie annehmen und vorbei ziehen lassen.
Dies ging immer schneller. Und es war nicht mehr so anstrengend in mir, mich von diesen Gedanken zu lösen. Winken
Wichtig war und ist bei mir, dass ich ausreichend und genügend esse, besonders „gesunde“ Dinge und viel trinke. Literweise.... Winken
Das schwierigste waren „Krisensituationen“.
Diese Muster war bei mir das, was am schwersten zu knacken und zu verändern war. Ich habe mir in dem Moment, wo ich so eine Situation auch nur im Anflug bemerkte, sofort eine Flasche Wasser geschnappt und sie leer getrunken.
Und ich muss sagen, dass mir das sehr geholfen hat. Danach war es meist besser.
Wenn nicht, half schnelles Gehen, laute Musik hören, Musik machen, Putzen, ...
Auch heute tauchen die Gedanken auf, aber dann befinde ich mich in einer extremen Situation. Aber meine Angst vor diesen Gedanken ist nicht da. Respekt vor den Gedanken, ja, ein großes „Vorsicht“ und „Achtung“ erscheint vor meinen Augen. Ein warnendes "Aufpassen"!
Aber ich werde nicht trinken, ich werde das erste Glas stehen lassen, ich werde mein Heute schaffen. Und es geht vorbei und ich brauche keinen Alkohol, um durch die Situation zu kommen. Es geht ohne viel, viel besser!

Ich habe mich bis heute fest an mein Heute gehalten und werde es so lange tun, wie ich es brauche...und wenn meine ganze Zukunft aus lauter „Heute“ besteht. Winken
Nur heute trocken bleiben, nur heute das erste Glas stehen lassen!

Ich wünsche allen, die an einer Weggabelung stehen, dass sie sich für ein Leben mit einem täglich neuen trockenen Heute entscheiden und sich die nötige Hilfe suchen, die sie dafür benötigen!
In dem Sinne
Euch allen gute 24 Stunden
Tabaluga
Alkoholikerin
67 trockene Heute
Sehr glücklich
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Tabaluga hat zum Thema: Re: Was tun bei Saufdruck geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3837
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 22:54    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

zu 1000 % kann ich für mich genau das gleiche sagen, wie es Tabi schildert.

Außer
: Zitat Tabi

Ich denke, bei Saufdruck käme bei mir jede Hilfe zu spät. Ich bringe dieses Wort mit einem „es ist kaum aufzuhalten“ Gefühl in Verbindung.

Zitat Ende Tabi


Ich persönlich habe gelernt es auszuhalten, es geht vorbei, aber jede Hilfe ist mir dann Recht, aber keine zu spät !!

Für mich sind diese sich Hinein Begeben in alte Muster, das kann ja immer mal passieren, die Situationen wo für mich Saufdruck entstehen kann.

Ebenso passiert es bei Krisensituationen.

Die habe ich eigentlich ständig.

Ich habe mich gewappnet, ich weiß die Krisen bleiben oder ziehen vorbei auch ohne Alkohol. Es gilt sie anders zu lösen.

Aber ich kenne Saufdruck, aber er kommt tatsächlich sehr selten vor inzwischen.

Gruß Annika, 3 Monate trocken
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Annika hat zum Thema: re geschrieben

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