| barauche Rat wegen aufenthaltsrecht kinder bei trennung • Hat das gut getan!!!!! |
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barcelona100 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.01.2010 Beiträge: 485 Wohnort: Barcelona
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Verfasst am: 09.02.2010, 11:39 Titel: Warum machen wir das alles? |
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Hallo, ich bin neu hier. Ich habe in meiner Vorstellung den Titel: BIN ICH VERRUECKT? gewaehlt. Zu dem Zeitpunkt kam ich mir auch so vor. Jetzt nach ein paar Tagen rueckt diese Frage in ein anderes Licht. Ich bin nicht verrueckt und auch nicht all die anderen Co-Abhaengigen. Aber warum unterziehe ich mich (oder wir alle) einem jahrelangen freiwilligen Martyrium? Ich leide, teilweise qualvoll, weiss um die Situation Bescheid, weiss auch, dass ich andere nicht aendern kann usw. usw.. Und trotzdem man haengt oder man klebt an einem Menschen fest,von dem man genau weiss ER AENDERT SICH NIE!! Ist das denn der Preis, der gezahlt werden soll, fuer ein paar schoene Stunden, die man mit dem Partner ohne Alkohol verbringen darf. Im Leben gibt es nichts umsonst. Alles schoene, was mir widerfaehrt, wurde vorher bezahlt. Aber dieser Preis ist einfach zu hoch. Ich bin doch keine Kaffeetasse, die man bei Bedarf aus dem Schrank holt und dann wieder wegstellt. Aber!! ich lasse mich so behandeln. Ich lasse es zu!! Und bei fast allen kann ich lesen "Wenn er nuechtern ist, ist er der beste Mensch auf der Welt". Das scheinen alle Alkoholiker gemeinsam zu haben. Aber die dunkle Seite des Partners ist gravierender, sie mach krank, sie demuetigt. Und trotzdem ich oder wir machen weiter. Warum?? Liebe ist es nicht! Egoismus? Abhaengig? Von was oder wem? Und so gehen die Jahre dahin. Und was bleibt?
Diese Frage lasse ich jetzt so stehen. Bin gespannt auf die Resonanz.
Liebe Gruesse |
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 09.02.2010, 11:58 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Hallo Barcelona
Ha! Gute Frage...ich habe 20 Jahre ausgehalten...warum?Weil mn mir einetrichtert hat was schönes für SICH SELBST zu wollen, gehört sich nicht. Und...eine gute Frau macht ALLES für die Familie. QUATSCH!. Nur, das wissen wir nicht.
Und was Du über die paar schönen Stunden schreibst...ich hatte am Ende auch die nicht, weil wenn es schön war, war ich wütend und traurig weil ich wüsste, es sind nur paar Stunden, und ich wusste was danach kommt.
Somit, hat sich das nicht gelohnt.
Alles Liebe
Grazia |
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Schneewittchen 2108 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2010 Beiträge: 52 Alter: 47 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 09.02.2010, 12:13 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Hi und herzlich willkommen!
Ich bin auch noch nicht lange hier, aber deine Zeilen könnten von mir sein. Ich habe auch geglaubt, dass das Aushalten verschiedener Dinge der Preis für ein ansonsten angenehmes Leben ist. Aber auch ich will und kann diesen Preis nicht mehr bezahlen.
Warum wir das so lange zulassen? Weil auch wir süchtig und krank sind. Mein erster Schritt war, das zu erkennen. Jetzt bin ich dabei etwas dagegen zu tun. Ich weiss, dass das, was auf mich zukommt nicht leicht sein wird, aber ich weiss auch, dass ich die Verantwortung für mein Leben und mein Glück selbst in der Hand habe.
Alles Gute und viel Kraft für dich!
Schneewittchen |
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barcelona100 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.01.2010 Beiträge: 485 Wohnort: Barcelona
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Verfasst am: 09.02.2010, 13:31 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Gracis Grazia,
danke fuer die Antwort. Da klingt aber sehr viel Resignation in Deinen Worten. So schlimm?? |
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barcelona100 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.01.2010 Beiträge: 485 Wohnort: Barcelona
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Verfasst am: 09.02.2010, 13:43 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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| Hallo Schneewittchen, Du schreibst, dass wir selbst suechtig und krank sind. Das hat mir einen richtigen Stich ins Herz verpasst. Aber in meinem Unterbewusstsein ist es laengst verankert und mein Ego laesst es nicht zu, Selbstkritik zu ueben. Es ist ja auch einfacher andere zu kritisieren als sich selbst. Du bist dabei etwas zu aendern. Sagst Du mir was? Vielleicht kann ich da auch was mit anfangen. |
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| barcelona100 hat zum Thema: Re: Warum machen wir das alles? geschrieben
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 09.02.2010, 14:14 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Hallo Barcelona
Resignation...ja. Auf jeden Fall. Ich musste einsehen daß das bisherige Leben und kämpfen NIX bringt ausser Schmerz und Leid.
Ich habe mich getrennt von allem was bis dato mein Lebensinhalt war.
ICH BIN FREI...ohne resignation wäre es nicht gegangen, ich hätte immer diesen Kampf gekämpf bis ich Tot wäre (das meine ich jetzt auch so)
Ich habe ein neues Leben geschenkt bekommen, mit einem neuen Lebenspartner und Zukunft und Zuversicht und Glück und Lachen une LEBEN.
Ich habe jetzt Karft meine Wunden zu lecken, gesund zu werden und Freude wieder zu verspüren.
Das wünsche ich Dir auch vom ganzen Herzen
Alles Liebe
Grazia |
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Schneewittchen 2108 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2010 Beiträge: 52 Alter: 47 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 09.02.2010, 14:32 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Hallo barcelona!
Es tut mir leid, wenn ich dich mit meiner Aussage erschreckt habe, auch für mich war es nicht leicht, das zu erkennen. Ich denke aber, diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Für mich ist diese Tatsache auch gar nicht so sehr eine Selbstkritik, sondern nur das Erkennen, dass ich niemand anderen dafür verantwortlich machen kann, ob es mir gut oder schlecht geht.
Ich stehe noch ganz am Anfang meines Weges und weiß noch nicht genau wie er aussehen wird, aber ich werde einen Schritt nach dem anderen machen.
Ich habe mich in den letzten Jahren total zurückgezogen und mich ganz dem Gefühl "mir geht es so schlecht, weil mein Mann trinkt" hingegeben.
Jetzt bin ich dabei, herauszufinden, wie ich mir Gutes tun kann. Ich weiß zum Beispiel, dass ich gerne einen Yoga-Kurs besuchen möchte und ich werde zu einer SHG gehen. Das können für dich natürlich ganz andere Dinge sein.
Frage dich, was du für dich tun kannst, um wieder Freude in dein Leben zu bringen und warte nicht darauf, dass jemand anderer etwas für dich tut.
Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig helfen.
lg Schneewittchen |
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 09.02.2010, 16:14 Titel: Re: Warum machen wir das alles? |
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Hallo an alle,
warum macht man das so lange mit?
Ich glaube, es ist eine Fixierung auf dieses eine Ziel: ein gemeinsames Leben ohne Alkohol. Das entsteht einfach, wenn man auf Dauer mit einem nassen Alkoholiker lebt. Es ist sehr schwer oder sogar fast unmöglich, dabei nicht irgendwie verrückt zu werden.
Man bildet sich ja die ganze Zeit ein: wenn nur der Alkohol weg wär.
Am Anfang wars bei mir auch der Wunsch zu helfen. Und das Gefühl, jemandem durch diese Extremsituation besonders nahe zu sein.
Es war auch so eine romantische Idee dabei: Gemeinsam durch dick und dünn und dann beginnt das wahre Leben, fest zusammengeschweißt durch das erfahrene Leid.
Alkohol schweißt aber nicht zusammen, Alkohol trennt.
Und eine gemeinsame Überwindung des Suchtproblems (ich meine in einer Partnerschaft) gibt es in dem Sinne nicht. Nur jeder für sich und dann erst gemeinsam.
Bei mir wars so: Ich konnte die Welt nicht mehr in ihrer Vielfalt sehen. Er und sein Problem - das hat einen großen Teil meiner Wahrnehmung eingenommen.
Das Leben ist aber viel mehr. Vor allem ich selbst in meinen Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten war dadurch total an den Rand gedrängt.
Es gibt für uns Co-Abhängige nur einen Weg: aussteigen aus dem Karussel, das sich um den Suchtkranken dreht.
Entweder durch Trennung oder durch innere Abgrenzung.
Und sich selbst wieder zum Mittelpunkt machen.
Da entdeckt man oft auch die eigenen Baustellen, die diese Beziehung überhaupt erst möglich machten.
Liebe Grüße
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Warum machen wir das alles? geschrieben
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