Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Hallo bin neu hier und habe eine Frage - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Hallo bin neu hier und habe eine Frage

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 2
Meine Mutter ist warhscheinlich seit über 30 Jahren abhängig   •    Wie ich wurde, wer ich bin  
Autor Nachricht
kimmik
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 13
Alter: 33
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.02.2010, 15:38    Titel: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo...
soeben habe ich ein kurzes statemant in dem Bereich Vorstellung geschrieben, mehr dazu folgt!
Für heute habe ich allerdings eine Frage...
Wo gibt es die Möglichkeit für Alkoholabhängige Menschen zu wohnen, wenn sie nicht mehr alleine zurecht kommen?
Es geht um meine Alkoholkranke Mutter, sie trinkt seit über 22 Jahren, mittlerweile ist an ein alleine-leben nicht mehr wirklich zu denken, doch wo könnte sie hin?
Sie kommt von diesem Teufelszeug einfach nicht los, geht von einer langzeittherapie in die nächste, immer sofortiger Rückfall wenn entlassen, dann 14 Entgiftung in Lüneburg und alles beginnt wieder von vorne!
Ich halte das alles nicht mehr lange aus, zur Zeit bemühen wir uns um eine gerichtliche Betreuung, aber dennoch scheint es unrealistisch zu sein, dass sie alleine wohnt!
Während der Therapie geht es ihr gut, sie fühlt sich in derartigen Kliniken offensichtlich sehr wohl und gut aufgehoben und verstanden, dem Thema Alkohol gegenüber wird sie sehr schnell extrem überheblich, frei nach dem Motto ich bin geheilt und werde es auch bleiben...dumm nur das es keine 6 Std anhält, denn gerade entlassen geht es wieder von vorne los!
Ich würde gerne wissen, wo gibt es Wohngruppen für Alkoholabhängige Menschen im Bereich 21244?
Wer kann eine Unterbringung in einer dieser Wohngruppen veranlassen?
Wer übernimmt in solchen Fällen die Kosten?
Wie lange kann der Betroffene in so einer Wohngruppe leben?
Okay, das mal fürs erste!
Lieben Gruß KIM
Nach oben
kimmik hat zum Thema: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
Skye
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 158
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 07.02.2010, 17:19    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kim,

willkommen im Forum. Deine Vorstellung kann nicht jeder hier lesen, ich gehöre dazu. Vielleicht kopierst Du sie nochmal hier rein.
Ich weiß nicht ob es überhaupt Wohngemeinschaften für Alkoholkranke gibt in der sie quasi versorgt werden. So habe ich Deine Frage zumindest verstanden. Es gibt wohl welche, wo ein nüchternes Leben erlernt werden kann, aber das Hingehen und der Verbleib da sind freiwillig.

Warum möchtest Du Deine Mutter denn untergebracht haben? Wenn ich Deine Zeilen lese, habe ich das Gefühl, Du möchtest das jemand da ist und aufpasst, dass sie nicht mehr trinkt. Korrigiere mich bitte, wenn ich das falsch verstanden habe.

Dazu kann ich nur sagen, ein Alkoholiker der trinken will findet immer Wege. Das kann man nur verhindern indem man sie einsperrt. Alkoholismus allein ist aber kein Grund jemanden seiner Freiheit zu berauben.

Zitat:
zur Zeit bemühen wir uns um eine gerichtliche Betreuung,


Das ist das einzige was Du machen kannst, wenn sie wirklich nicht mehr für sich sorgen kann. Diese Betreuung musst aber nicht Du übernehmen. Es gibt Betreuer die vom Gericht beauftragt werden und die sich dann im festgelegten Rahmen kümmern. Wenn Du schon jetzt nicht mehr kannst, wäre es in meinen Augen keine gute Lösung, dass Du die Betreuung für sie übernimmst. Das heiße, im schlimmsten Fall, dass Du dann quasi ein erwachsenes Kind hast und Dich um alles kümmern musst was ihr Leben betrifft. Das heißt aber nicht, dass Du sie, wenn sie getrunken hat, einfach mal so einweisen lassen kannst. Bei dem sog. Aufenthaltsbestimmungsrecht hat dann immer noch das Gericht mitzureden.

Deine Mutter ist eine erwachsende Frau und kann für sich selbst sorgen. Sie hat das Recht ihr Leben so zu gestalten wie sie möchte. Wenn sie sich tot saufen will, dann darf sie auch das. Solange sie keine Gefahr für sich darstellt, in Form von Suzidversuchen oder eine Gefahr für die Allgemeinheit ist, kann sie tun und lassen, was sie will. Stellt sie eine Gefahr dar, dann ist das einzige was möglich ist, die gerichtlich bestimmte Betreuung.

Es ist jedem überlassen, wie er sein Leben gestalten will. So schwer es auch mitanzusehen ist, wenn es die eigene Mutter ist, sie hat auch dieses Recht. Du kannst sie nicht vor sich selbst beschützen.

Gruß
Skye
Nach oben
Skye hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
kimmik
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 13
Alter: 33
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.02.2010, 18:07    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye,
vielen Dank für deine Antwort!
Vermutlich muss ich tatsächlich etwas ausholen, damit ihr die grundsätzliche Situation nachvollziehen könnt!
Also, meine Mutter trinkt seit über 22 Jahren, ich und mein 10 Jahre jüngerer Bruder sind also in diesen Suchtstrukturen groß geworden!
Mein Vater trennte sich, da war ich gerade 12 Jahre alt und ihr Alkoholkonsum nahm drastisch zu!
Vor 10 Jahren ging meine Mutter dann eine Beziehung mit einer Frau ein, was für uns auch völlig okay gewesen ist, nur leider änderte sich nichts an ihrem Trinkverhalten!
Anfänglich schien es eher eine Quatalssache gewesen zu sein, doch über die Jahre wurde daraus es immer extremer, heute muss sie einen gewissen Spiegel halten, um keine Entzugserscheinungen wie Tremor, Übelkeit, Schwindel etc. zu bekommen!
Sie hat unzählige Langzeittherapien hinter sich und auch schon 100te von Entgiftungen, doch leider erfolglos! Meine Mutter hat 2008 versucht sich das erste Mal das Leben zu nehmen, damals schnitt sie sich die Pulsadern auf und ich bekam einen Anruf von ihrer Lebensgefährtin, diese ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass meine Mutter tot sei und genau diese Vermutung schrie sie mir in den Hörer!
Natürlich bin ich hier total zusammengebrochen, habe mich gleich aufn Weg dort hin gemacht, Notarzt und Polizei waren bereits verständigt.
Dort angekommen konnte ein Bekannter, der mich begleitete jedoch zum Glück noch Puls fühlen und hat sofort den Arm abgebunden.
Notarzt traf ein und sie kam ins KH.
Dort wurde der Arm versorgt und wir sollten sie wieder mitnehmen..unvorstellbar!
Meine Mutter war wieder recht fit und keifte uns alle nur noch blöd von der Seite an, frei nach dem Motto wir sind eh alle schuld...
Einige Monate und eine Entgiftung später ging es dann wieder los, nach Dauerstreitereien mit ihrer Lebensgefährtin stieg sie ins Auto und fuhr mit über 2,9 volt gegen einen Baum.
Nach eigener Aussage um sich das Leben zu nehmen!
Es gab ein Beschluss für die Geschlossene, nach einer Woche und nach der Anhörung einer Richterin wurde sie wieder entlassen!
Dann Langzeittherapie, gleich nach Entlassung wieder rückfällig, dann leichte Krampanfälle und ab in die Entgiftung!
2005 war sie mal in Hamburg Rissen in einer Langzeittherapie, dort wurde durch eine CT Aufnahme festgestellt, dass sie bereits erhebliche Schäden im Gehirn habe, was sie aber nicht davon abhielt auch nach dieser Diagnose abstinent zu bleiben!
Vor Weihnachten letztes Jahr, hat sie per Anwalt eine Betreuungsvollmacht auf meinen Bruder und mich veranlasst, doch wir sind beide völlig hilflos und auch kaum dazu in der Lage uns um ihre Belange zu kümmern, sie ist mittlerweile hoch verschuldet, da sie nicht mit Geld umgehen kann und sämtlichen papierkram kann sie ebenfalls nicht mehr bewältigen! Ihr fehlt der komplette Duchblick!
Darum geben wir diese Betreuung nun zurück und beantragen bei Gericht einen Vormund!
Momentan ist sie von ihrer Lebensgefährtin getrennt und wohnt mal hier mal da...seit 4 Wochen jedoch nüchtern aber nur durch die Anwesenheit anderer Menschen, die sie quasi davon abhalten...Sie hat zur Zeit keine eigene Wohnung mehr und da ich eben nicht sehe, dass sie es ernsthaft schaffen wird nüchtern zu bleiben, bekomme ich natürlich Bauchschmerzen bei dem Gedanken das sie alleine in einer eigenen Wohnung lebt!
1. weil ich weiß das sie nachwievor starken Suchtdruck hat,
2. Weil sie zum Beispiel ständig Kerzen an hat und das kommt nicht gut wenn man im Koma liegt.
3. Weil sie zu depressiven Verstimmungen neigt und ich Angst habe, sie würde weitere Suizidversuche unternehmen...
Ich weiss das sie erwachsen ist und auch, dass ich sie loslassen muss!
ich bin selber seit ihrem 1.Suizidversuch in therapeutischer Behandlung, aber leider ist es verdammt schwer den eigenen Kopf auszuschalten! KIM
Nach oben
kimmik hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
Skye
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 158
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 07.02.2010, 19:34    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kim,

danke, dass Du Deine Situation ausführlicher beschrieben hast. Du hast schon einiges hinter Dir, so was bleibt einem nicht im Hemd stecken, ich kenne das. Ich habe mit meiner Mutter ähnliches mitgemacht, zwar hat sie nie ernsthaft versucht sich umzubringen, aber oft genug damit gedroht. Auch sonst ähneln sich die Geschichten. Ich weiß wie es ist vor Sorge fast verrückt zu werden. Ich weiß allerdings auch, dass es mich fast mein Leben gekostet hat nur um meine Mutter zu kreisen.

Auch wenn Du jetzt ausführlicher geworden bist bleibt meine Antwort die gleiche. Nach wie vor ist das einzige was Du tun kannst, eine Betreuung für sie zu beantragen, was Du schon getan hast. Mehr Möglichkeiten hast Du nicht. Wenn Deine Mutter trinken will, wird sie das tun.

Auch wenn sie Dir und Deinem Bruder die Betreuungsvollmacht erteilt hat, müsst ihr sie nicht annehmen, dazu besteht keinerlei Verpflichtung, auch keine moralische. Es ist nicht Sinn und Zweck einer solchen Vollmacht, dass sich ein Bevollmächtigter kümmert, der sich mit der Situation überfordert fühlt. Es ist gut, dass ihr die Sache dem Gericht übertragen habt, lasst es entscheiden und lasst von dort einen Betreuer bestimmen.

Sicherlich stellt sich die Frage, wie weit Deine Mutter ihre Situation überhaupt noch realistisch beurteilen kann, wenn schon Schäden im Gehirn festgestellt wurden. Das zu beurteilen, ist aber ebenfalls Sache der Richter.

So schwer das auch sein mag, nimm Dich raus aus der Sache. Es ist jetzt am Gericht die Angelegenheit zu klären. Beschließt es eine Betreuung, lass den Betreuer machen, beschließt es keine, lass Deine Mutter machen, es ist ihr Leben.

Ich kann Deine Bauchschmerzen verstehen, aber nochmal, Du kannst Deine Mutter nicht vor sich selbst beschützen. Ich weiß wie weh es tut hilflos von außen zuzuschauen. Für Deine Mutter kannst Du nichts weiter tun, aber für Dich.

Es gibt hier im Forum einen extra Bereich für Erwachsene Kinder, vielleicht liest Du Dich da mal ein bisschen durch. Du wirst feststellen Du bist nicht allein. Wenn Du magst, kannst Du diesen Thread auch von einem Moderator dorthin verschieben lassen. Hier kann es sein, dass Du ein wenig untergehst, dort erhältst Du sicherlich mehr Rückmeldungen.

Gruß
Skye
Nach oben
Skye hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
kimmik
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.02.2010
Beiträge: 13
Alter: 33
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 11:44    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye,
boa, ziemlich anstrengend das alles hier so aufzuschreiben...aber vielen Dank nochmal für deine Antwort!
Ich werde mal fragen ob jemand diesen Thread verschieben kann...
Weißt Du, im grunde weiß ich ja auch, dass ich mich um mich und mein Leben kümmern muss, aber es fühlt sich fast unrealisierbar an...wäre meine Mutter früher ein schlechter Mensch gewesen, der uns schlecht behandelt hat etc., dann würde das loslassen heute sicherlich leichter fallen, aber sie war wirklich eine tolle "Mama" und darum ist es emotional auch so verdammt schwer!
Vielleicht schreibst Du ja auch wenn dieser Thread verschoben ist weiter...?Winken Danke nochmal KIM
Nach oben
kimmik hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
Linde66
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 4910
Alter: 44

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 15:00    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kim,

auch von mir herzlich Willkommen bei uns Erwachsenen Kindern!

Meine Mutter trinkt solange ich denken kann. Als ich hier ankam, da hatte ich etwa 5 Jahre lang den Kontakt abgebrochen. Dann ergab sich durch familiäre Umstände ein erneuter Kontakt. Es folgte eines der schwersten Jahre meines Lebens. Die Suchtstruktur in meiner Herkunftsfamilie ist wie ein schwarzes Loch, das mir alle Energie aussaugt.

Ich habe dann erneut den Kontakt einschlafen lassen. Und angefangen genau hinzuschauen, wo ich im alkoholgetränkten Familiengefüge stehe und ob ich da stehenbleiben möchte oder nicht...

Schreib dir alles von der Seele, das Schreiben hier, aber auch das Lesen der anderen Threas sortiert innendrin.

Alles Liebe, Linde
Nach oben
Linde66 hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
Skye
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 158
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 18:30    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kim,

bei mir war es auch nicht so, dass ich eine schlechte Kindheit hatte. Im Vergleich mit anderen EKA's ging es mir geradezu blendend. Ich wurde versorgt, was an Wünschen möglich und angemessen war, wurde mir erfüllt, ich wurde körperlich nicht misshandelt, ich musste keine körperliche Not leiden. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich über alles mit ihr reden können. Wenn ich denn gewollt hätte, ich wollte aber nicht und da fängt es so langsam an, dass was nicht in Ordnung war.

Was nicht gegeben war, war emotionale Fürsorge und Stabilität, dass kann ein nasser Alkoholiker nicht leisten. Meine Mutter war ausgeglichen wie ein Jojo, da ist einiges gelaufen, was ich lange nicht sehen wollte, weil eben alles andere gestimmt hat. Das war es unterm Strich, was mir dann meine Probleme bereitet hat, im Umgang mit mir und im Umgang mit meinen Mitmenschen. Auch habe ich vieles nicht gelernt, nicht lernen können. Sie konnte es mir nicht vermitteln, weil sie zum einen selbst keine Lösung wusste, sie hat versucht es mit Alkohol zu „lösen“ und zum anderen weil sie eben getrunken hat, was nicht gerade einen klaren und anwesenden Kopf macht.

Ich habe nie daran gezweifelt, dass meine Mutter mich geliebt hat, zu keinem Zeitpunkt. Das Problem war nur, dass sie sich selbst nicht geliebt hat. Da konnte ich nichts machen. Sie hat nicht gesoffen, weil sie mich nicht liebte, sie hat gesoffen, weil sie sich selbst nicht geliebt hat. Ich habe lange gedacht ich kann sie doch nicht aufgeben, ich kann sie doch nicht dem Alkohol überlassen. Was ich nicht gesehen habe, war dass sie sich selbst schon lange aufgegeben hatte. Was sollte ich da noch tun? Nichts, man kann einen anderen nicht zu einem Leben zwingen, dass er nicht will.

Sie hatte ebenso wie Deine Mutter einige Entgiftungen hinter sich und LZT, es hat nichts gebracht. Die längste Zeit die sie außerhalb einer Einrichtung trocken war, waren max. 3 Wochen. Sie wusste durch das alles allerdings, ebenso wie Deine Mutter, wo es Hilfe gibt, wenn sie sie will. Sie hat sie nicht wirklich gesucht, also wollte sie nicht. Warum auch immer.

Ich bin irgendwann auf Abstand gegangen, habe den Kontakt so gestaltet, wie ich ihn wollte und brauchte. So konnte ich damit leben. Nicht das ich damit zufrieden war, es hat mir weh getan sie so zu sehen, weil ich sie geliebt habe. Eine ehemals lebensfrohe Frau nur noch ein Wrack und immer die Angst im Nacken sie zu verlieren. Wollte ich nicht selbst drauf gehen, blieb mir nichts anderes übrig als los zu lassen und mich um mich selbst zu kümmern. Ich wollte nicht drauf gehen, also habe ich sie losgelassen und sie sich um selbst kümmern lassen. Ich hatte mit mir mehr als genug zu tun.

Es geht um das, was Du möchtest. Ebenso wenig wie ich oder andere Kinder ihre Eltern trocken legen konnten, kannst Du es. Was Du kannst ist damit leben zu lernen, so wie es für Dich am besten ist, wie es sich für Dich gut anfühlt, lebbar ist. Deine Mutter weiß, wo es Hilfe gibt, wenn sie will, wenn sie nicht will, kannst Du sie nicht zwingen.

Wenn es Dir momentan zu anstrengend ist zu schreiben, kannst Du ja ein wenig im Forum lesen. Auch das kann Perspektiven verändern und helfen die Dinge für sich im richtigen Licht zu sehen.

Gruß
Skye
Nach oben
Skye hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben
zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 16
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 19:04    Titel: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
meine Mutter ist 2007 nach ihrem letzten Zusammenbruch in eine Art Altersheim gekommen, sie hat schwere Demenz und wohnt dort betreut mit anderen Kranken, die alle geistig gestört sind.
Ihr wurde ein gesetzliche Vormund bereitgestellt.
Ich bin ganz zufrieden damit, den dort ist sie in guten Händen, auch wenn das Pflegepersonal nicht viel Zeit hat.
Das schwerste an der Sache ist, ihr die Vormundschaft abzuerkennen. das geht nur mit ärztlichem Gutachten.
LG zampano
Nach oben
zampano78 hat zum Thema: Re: Hallo bin neu hier und habe eine Frage geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Tagebuch schreiben ist immer eine gut... Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Mit 14 betrunken
Mit 14 betrunken
Nichtraucher werden
Nichtraucher werden
Rückfallprävention
Rückfallprävention
Abhängigkeit bei Frauen
Abhängigkeit bei Frauen


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Email - Kontakt : Webkatalog : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de