| ABSTURZ • Schaffe ich es jemals??? Angst |
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kossi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.01.2010 Beiträge: 325 Alter: 48 Wohnort: südlich von münchen
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Verfasst am: 03.02.2010, 09:39 Titel: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo!
Mich Intressiert, wie Ihr mit eurer Krankheit im Sozialenumfeld umgeht.
In meiner Shg. haben wie schon über das Thema, diskutiert.
Ich selbst gehe sehr offen damit um. Ich lebe in einen kleinen Dorf südlich von München. Die meisten Menschen im Dorf wissen das ich Alkoholiker bin.
Die meisten Leute finden es gut Das ich nicht mehr trinke. In meiner Arbeit wissen auch alle bescheid und unterstützen mich. Ich habe bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht, das ich mit meiner Krankheit so offen umgehe. Was aber für mich gut ist, muß nicht für andere gelten.
Ich wünsche euch allen viel Kraft und Gesundheit, Wolfgang! |
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| kossi hat zum Thema: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32805 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 03.02.2010, 09:57 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo Wolfgang,
für mich gilt, für jeden der von meiner Krankheit weiß, muß ich keine Ausreden erfinden, warum ich nicht trinke.
Jeder, der von meiner Krankheit weiß, kann mich indirekt oder direkt unterstürtzen.
Der offene Umgang mit meiner Krankheit spart mir viel Energie, die ich aufbringen müßßte, um meine Krankheit zu verheimlichen, die ich lieber in meine Nüchternheit einbringe und in ein schönes Leben.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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kossi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.01.2010 Beiträge: 325 Alter: 48 Wohnort: südlich von münchen
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Verfasst am: 03.02.2010, 11:21 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo Karsten!
Ich bin Deiner Meinung. In meiner Shg. haben wir darüber Diskutiert und ich habe festgestellt, das viele Angst haben offen zu sein. Darum meine ich das dieses Thema sehr wichtig ist, anderen Betroffenen zu zeigen wie hilfreich es ist offen für seine Krankheit zu sein. Ob Im Privatbereich oder im Beruf.
Grüße, Wolfgang |
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| kossi hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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Germane neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 03.02.2010, 11:51 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo Wolfgang,
erst seit dem ich trocken bin kann ich gut und offen darüber reden und habe auch erst dann erkannt, dass ich Alkoholiker bin. Vorher wollte ich das nicht wahrhaben, schon gar nicht zugeben und habe meine Krankheit eher verharmlost dargestellt und mich versucht rauszureden.
Viel Schlimmer aber ist es für mich in meinem Umfeld offen zuzugeben, dass ich Depressionen habe. Hierbei habe ich nämlich - außer bei Ärzten und Therapeuten - bisher nur schlechte Erfahrungen mit meiner Offenheit machen müssen.
Gruß
Andreas |
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| Germane hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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kossi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.01.2010 Beiträge: 325 Alter: 48 Wohnort: südlich von münchen
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Verfasst am: 03.02.2010, 19:07 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo Germane!
Es stimmt, beim Thema Alkoholiker bekommt man ein positives Feedback. Beim Thema Depression, sagen die meisten nur , reiß dich zusammen. Manchmal wünsche ich mir ich hätte Krebs anstatt Depressionen. Krebs wird im Umfeld akzeptiert, Depressionen nicht. Bei meiner Frau und Kinder habe ich ein schlechtes gewissen wenn es um meine Depressionen geht. Wenn es um meine Alkoholkrankheit geht, zeigen alle verständnis.
Viel Kraft und Glück, Wolfgang! |
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| kossi hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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Biti Gast
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Verfasst am: 03.02.2010, 19:26 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Hallo Wolfgang und Andreas,
ähnlich wie beim Alkohol führt auch bei der Depression kein Weg am Outen vorbei.
Bei mir ist es so, dass alle in meinem Umfeld meine Depression kennen und erst einige die Alkoholkrankheit.
Wir nehmen den Menschen oft schon IHR Urteil ab, indem wir sagen, sie hätten kein Verständnis.
Ich hab hier inzwischen an einigen Stellen gelesen, dass beide Krankheiten oft eine Symbiose bilden.
Ebenso sollte es mit dem Outen gehen. Vorsichtig, an der richtigen Stelle.
Der Spruch: Reiß Dich zusammen! bei der Depression ist ungefähr gleichzusetzen mit: Hör einfach auf zu trinken! beim Alkoholismus.
Und wir wissen ja inzwischen, nur nicht trinken reicht ja nicht. So reicht auch nur sich zusammenreißen nicht.
Liebe Grüße
Biti |
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| Biti hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4498 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 03.02.2010, 20:01 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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glück auf
ich hab dazu schon an einigen stellen geschrieben
am ausfühlichsten gucksdu hier: http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic19832-0-asc-64.html
seite 9 : als aller erstes hab ich gelernt + mir angewöhnt jedem mit dem ich länger als ein paar minuten zu tun habe (z.b. auch urlaubsbekanntschaften) klar und deutlich zu sagen, dass ich trockener alkoholiker bin + als solcher keinerlei alk konsumieren darf.
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matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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Germane neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 03.02.2010, 20:44 Titel: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? |
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Es liegt mir wirklich fern jemandem sein Urteil abzunehmen, indem ich von vorn herein sage, er hat kein Verständnis.
Es sind aber leider so meine Erfahrungen.
Ich war vor meiner Krankheit ein sehr offenes Kerlchen und das hat auch zu Beginn, als sich mein Leben krankhaft veränderte noch mit hinein gespielt. Mir war es irgendwann, als nichts mehr ging ein Bedürfnis ganz offen über meine Sorgen zu reden, mich den Menschen mitzuteilen, denen ich schon seit Jahren und Jahrzehnten vertraut habe und war ganz sicher, ein bisschen auf Verständnis zu stossen.
Meine Hoffnung war es, dass mir jemand zuhören mag, mich in den Arm nimmt und mich vielleicht tröstet, mich begleitet oder einfach nur bei mir ist und mir zeigt, dass ich wertvoll bin. Je mehr ich mich aber öffnete, umso stärker wendeten sich die Freunde/Familie/Arbeitskolegen von mir ab. Heute kann ich das vielleicht ein bisschen nachvollziehen und vermutlich konnten sie gar nicht damit umgehen, mich plötzlich so schwach und hilflos zu sehen, wo sie mich doch ein Leben lang nur als freudiges Kerlchen erlebt haben, der allen regelmässig die Sonne mitbrachte.
Leider musste ich erleben, dass einige meiner s.g. Freunde sich wohl eher daran erfreuten, mich in so einem miesen Zusatand zu sehen und niemand hat mir beigestanden. Dieses Erkenntnis des allein-seins hat meine Depression enorm verstärkt und alles kam mir immer sinnloser vor. Ich habe gar nichts mehr verstanden und wusste nicht, warum ich so viele Jahre lang - für jeden einzelnen der "Freunde" - immer da war und hätte ganz anders reagiert, wäre ich an ihrer Stelle gewesen. Plötzlich aber erkannte ich die Illusion der Freundschaften und stand ganz alleine da. Natürlich bin ich nicht hausieren gegangen und habe beim dritten, erfolglosen Versuch resigniert. Vielleicht wäre der vierte, oder die fünfte Freundin, denen ich mich anvertraut hätte verständnisvoller gewesen, aber dazu fehlte mir dann die Kraft.
Eine Depression ist sehr schwer zu erklären und für einen Nichtbetroffenen wahrscheinlich noch schwerer zu verstehen. Heute verheimliche ich lieber meine Depression und rede den Leuten ein, dass es mir besser geht. Natürlich weiss ich, dass das so keine Dauerlösung sein kann und hoffe, dass ich wieder mal - irgendwann - vertrauen kann.
Beste Grüße |
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| Germane hat zum Thema: Re: Wer darf wissen, das ich Alkoholiker bin? geschrieben
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