| Hallo Franky • der Druck trocken zu bleiben |
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Germane neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 01.02.2010, 13:00 Titel: Germane stellt sich vor |
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Hallo Ihr,
seit einiger Zeit lese ich hier immer mal wieder mit, habe mich trotzdem aber noch viel zu lange mit dem Alkohol betäubt und wollte nichts verändern. Irgendwie habe ich die Kraft nicht aufgebracht für mich zu erkennen, dass ich ein Alkoholiker bin und immer saufen muss und konnte mir gegenüber auch nicht zuzugeben, dass nur ich etwas verändern kann. Deshalb wollte ich bisher hier auch nicht schreiben, weil ich mich schämte, nicht auch von Erfolgen berichten zu können.
Nun bin ich heute allerdings seit 10 Monaten trocken und weil ich momentan nicht so oft in meine Gruppe komme (nur max. jede Woche einmal) und mir Euer Zusammenhalt hier gut gefällt, möchte ich nun meine Chance nutzen und mich um Eure Worte bemühen. In meiner Gruppe läuft nicht alles so toll wie es vielleicht laufen könnte. Alle sind schon über 70 Jahre alt (was ja eigentlich kein Nachteil sein muss), aber sie erzählen eigentlich immer wieder das Selbe.
Alles was mit Mobilität und Freiheit zu tun hat ist für mich ein riesen Akt, vor allem irgendwo hinzukommen und deshalb bin ich froh überhaupt in einer Gruppe zu sein, um auch mal über meine Sorgen reden zu können und trotz allem kann ich auch meistens ein paar Kleinigkeiten positiv für mich verbuchen. Ich bin bei den AA´s und dort gibt es ja eigene Regeln an die ich mich erst gewöhnen muss und ob das dann auf Dauer für mich richtig ist muss ich in Zukunft erst noch entscheiden. Na ja, ich darf auch nicht so streng sein, aber sollte ich mal wieder einen Führerschein inne haben, dann suche ich mir auf jeden Fall noch eine andere Gruppe. Vielleicht brauche ich auch noch ein bisschen Zeit, um bei den AA´s besser aus mir rausgehen zu können und ich mich ohne Bedenken öffnen kann.
Es wäre für mich schon sehr wichtig, mich "wohlfühlend" austauschen zu können, mich verstanden zu fühlen und mich zu trauen über all meine Sorgen zu reden. Mein Leben ist in den letzten jahren immer schlimmer geworden und irgendwann kamen dann auch noch Depressionen dazu. Das ging so lange bis ich nicht mehr leben wollte. Mir war dann alles egal und ich habe keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen. Meine Sorgen und Probleme wurden immer größer, aber ich habe manchmal schon bemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann. Trotzdem habe ich immer weiter gesoffen und den Absprung nicht geschafft. Schuldgefühle, Ängste und Selbstvorwürfe haben mich genauso geplagt wie der Hass auf meine mitmenschliche Umwelt. Immer habe ich die Schuld bei anderen gesucht und nicht erkannt, dass nur ich etwas verändern kann.
Zusätzlich habe ich auch noch Pech gehabt und bin an einen xxx Richter geraten, der mich - als ich mich aus Notwehr und aus Zivilcourage und in einer Gewaltsituation vor eine Mutter und ihre kleinen Kinder gestellt habe, um einen widerwärtigen Gewalttäter abzuwehren - auch noch abgeurteilt hat. Leider hatte ich nicht die Kraft in die Verhandlng zu gehen und habe den Strafbegehl damals angenommen.
Plötzlich ist dann mein Vater verstorben und irgendwie war das dann der Beginn über mich nachzudenken und mich auf den Weg der Abstinenz zu bringen. Ich habe mich aus meiner Beziehung gelöst und bin weggezogen.
Nun bin ich langsam dabei auch meine Probleme aufzuarbeiten und hoffe, daß ich in baldiger Zukunft wieder ein zufriedener Mensch werde, von dem auch seine Umwelt etwas hat. So, das wars erst mal im Groben und ich freue mich nun, mich ein bisschen mit Euch auszutauschen. Wenn Ihr eine Frage habt... nur zu.
edit Martin:bitte auf die Wortwahl achten, danke |
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Eric neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 22.09.2006 Beiträge: 470 Wohnort: Trocken seit Januar 2007
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Verfasst am: 02.02.2010, 10:07 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hallo Germane,
erzähl doch einfach noch ein wenig von dir. Wie geht es dir derzeit? Was hat das Weglassen des Alkohols in deinem Leben bewirkt? Fällt es dir leicht oder schwer, auf den Alkohol zu verzichten?
Lieben Gruß
Eric |
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 02.02.2010, 10:11 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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hallo germane
schön das du es schon 10 monate geschafft hast. du bist/warst im ganz normalen teufelskreis durch den alk gefangen. den weg raus zu schaffen ist nicht einfach, viele lebensumstellungen sind notwendig. du hast ja schon einiges umgesetzt. das du dich mit deiner gruppe nicht so identifizieren kannst ist weniger gut. hier hast du die möglichkeit dich täglich auszutauschen und ich hoffe das du dich bei uns besser aufgehoben fühlst. ich wünsche dir einen guten austausch hier der dich auf deinem abstinenten weg weiter bringt.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Germane stellt sich vor geschrieben
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FrankyFresh Gast
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Verfasst am: 02.02.2010, 23:40 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hallo Germane, herzlich willkommen hier Das du hier richtig aufgehoben bist und was es hier für einen tollen virtuellen Zusammenhalt gibt, kannst du bei mir nachlesen. Ich bin leider erst wieder ganz frisch trocken bzw. hänge noch an der Wäschleine und tropfe noch vor mich hin. Wichtig ist, ich durfte nochmal mein Saufen stoppen. Du bist schon 10 Monate trocken. Dazu Glückwunsch! Einiges von dem was du geschrieben hast, kommt mir verdammt bekannt vor...dazu aber später mehr. Fühl dich hier gut aufgehoben Gruß Frank |
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Germane neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 03.02.2010, 11:22 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hallo Dorothea, Eric und FrankyFresh,
vielen Dank für Eure Worte, Grüße und Wünsche. Es ist schön, dass Ihr "mich" gelesen und Euch die Zeit für eine Antwort genommen habt.
Mir geht es zur Zeit so durchwachsen. Einerseits macht sich in mir ein bisschen stolz breit, dass ich es bis hier her geschafft habe, andererseits rede ich mir ein, dass es gar keine große Leistung ist und schleppe noch viel mit mir rum was ich ebenfalls schon gerne los hätte und mache mir weiterhin Vorwürfe und Sorgen, fühle mich recht einsam und verbraucht. Mittlerweile fällt es mir trotz allem und zum Glück nicht mehr so schwer das erste Glas stehen zu lassen und ich denke sehr wenig an Alkohol, fühle mich nüchtern sehr „viel wohler“, obwohl mich meine Depressionen und Angstgefühle auch trocken noch begleiten. Leider habe ich auch sehr viel Hunger und kann dem Verlangen momentan schlecht wiederstehen. Deshalb und auch, weil ich noch Raucher bin mache ich mir ebenfalls einen miesen Kopf. Nichtrauer möchte ich auch noch werden, möglichst bald. Den s.g. Saufdruck habe ich bisher nur einmal verspürt, damals ist wieder mal eine Welt für mich zusammen gebrochen, ich war total erschüttert und traurig, und fühlte mich sehr verletzt. Deshalb war ich nah dran und wollte mich beinahe am liebsten wieder besaufen und betäuben, um meine schlimmen Gefühle aushalten zu können.
Zum Glück aber hat mich ein alter Saufkumpel, der schon ein Jahr länger trocken ist wieder aufbauen können. Den hatte ich in meiner Not angerufen. Damals habe ich sehr deutlich gespürt, wie nah „man“ doch an einem Rückfall dran sein kann. Ich bin foh, dass mir das erspart geblieben ist. Sicherlich hätte ein Rückfall wieder in einem großen Absturz geendet und an mein schlechtes Gewissen möchte ich gar nicht denken. Im Nachhinein hat mich diese Erfahrung aber gekräftigt, weil ich am nächsten Tag sehr froh darüber war nüchtern geblieben zu sein und das gab mir wiederrum Kraft für den nächsten Tag und den übernächsten und...
Doch die Uhr dreht sich auch ohne Alkohol weiter und nur weil ich nicht mehr trinken muss haben die Sorgen noch lange nicht aufgehört. In meinem Wahn wurden in der Vergangenheit von mir sehr viele falsche Entscheidungen getroffen und ebenfalls ist leider mein „dickes Fell“ mittlerweile sehr dünn geworden. Ich fühle mich immer noch sehr verletzt, bin öfter von Kleinigkeiten genervt, fühle mich unverstanden und versuche meine traumatischen Erlebnisse - jetzt eben nüchtern - zu verarbeiten, was aber laut Therapeuten auch nüchtern gar nicht geht und deshalb ist es wohl wichtig für mich zu lernen - Dinge „einfach“ abzuhaken. Und genau das fällt mir eben recht schwer, weil ich ständig erinnert werde und auch sehr schlimme Erinnerungen mit mir rum schleppe, sehr schlecht schlafe und träume. Meine Depressionen und Angstgefühle muss/darf ich nun ohne Alkohol aushalten, und das erscheint mir momentan zwar einfacher und lebenswerter als mit einem besoffenen Kopf, ( weil mir durch die Nüchternheit sicherlich eine Menge schlimme Gefühle und neue Sorgen erspart bleiben) aber noch lange nicht einfach.
Mir kommt es so vor als hätte ich viele meiner Kraftreserven (auch was das Zwischenmenschliche angeht) aufgebraucht. Unter Menschen ist mir momentan eher unwohl und deshalb führt mich mein Weg öfter mal in die Natur. Wobei die körperliche Bewegung aber unbedingt noch mehr werden muss, mein Fahrrad habe ich schon her gerichtet. Außerdem merke ich, dass mir das Schreiben und Formulieren auch nüchtern noch sehr schwer fällt. Ein großes Ziel von mir ist es täglich nüchtern zu bleiben und auf Dauer wieder mehr Vertrauen in mich und meine Mitmenschen zu erlangen und nicht hinter jedem Busch eine Gefahr zu wittern.
Freundliche Grüße! |
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| Germane hat zum Thema: Re: Germane stellt sich vor geschrieben
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snack neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.01.2010 Beiträge: 31 Alter: 42 Wohnort: bonn
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Verfasst am: 03.02.2010, 20:46 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hallo Germane;möchte dich auch willkommen heißen!
Du wirst sehen,das" von der Seele schreiben" und das Austauschen tut tatsächlich gut.
Hut ab auch für deine 10-monatige Trockenzeit,bin nicht ganz 2 Wochen trocken.
Das mit dem Hunger war bei mir auch so,denke ist so ne Art
Ersatzbefriedigung für den Alk.
Horche auch viel in mich rein und versuch das zu tun was mir gut tut,denke das mit dem in die Natur gehen ist richtig für dich,da ist man für sich und kann gut abschalten.
Hab Vertrauen in dich und mach weiter so!
Alles Gute dir
snack |
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| snack hat zum Thema: Re: Germane stellt sich vor geschrieben
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Germane neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2010 Beiträge: 8
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Verfasst am: 03.02.2010, 20:59 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hallo snack,
danke für Deine Worte, die tun gut.
Ob das hier wirklich alles OK für mich ist, wird sich weisen.
Momentan schießen mir die Tränen in die Augen und alles wird wieder aufgewühlt wenn ich hier so rumschreibe...
Du mit Deinen fast zwei Wochen bist doch auch sehr gut. Immerhin ist das schon fast 1/27 von einem ganzen Jahr. Mach weiter so, es funktioniert.
Die Natur bringt mir sehr viel und ich bin froh, mich manchmal wieder an so kleinen Dingen, wie Rehspuren im Schnee oder an dem Waschbär, der hier nachts das Vogelfutter klaut erfreuen zu können.
Freundliche Grüße und auch alles Gute für Dich. |
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| Germane hat zum Thema: Re: Germane stellt sich vor geschrieben
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FrankyFresh Gast
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Verfasst am: 03.02.2010, 21:50 Titel: Re: Germane stellt sich vor |
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Hi Germane, das mit den Tränen in die Augen schiessen ist gut. Gut, weil es macht was mit dir, wenn du hier schreibst...ich habe mir meine Gefühle leider viel zu lange weggesoffen!
Das du gern in die Natur gehst, kann ich gut nachvollziehen, ich brauche das auch, den Einklang mit der Natur.
Alles Gute für Dich und mach weiter so.
Liebe Grüße schreibt Franky |
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| FrankyFresh hat zum Thema: Re: Germane stellt sich vor geschrieben
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