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ich komm nicht mehr klar   •    Der Freund meiner Mutter  
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zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 25
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 20:12    Titel: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Forenuser,
vor einiger Zeit habe ich mich hier neu vorgestellt und ich denke es ist jetzt an der Zeit euch meine Story zu erzählen. Für eure Meinungen oder Tipps wäre ich euch dankbar.
Ich bin 31 jahre alt und lebe mittlerweile in der Nähe von Koblenz.
Aufgewachsen bin ich aber in einem schönen kleinen Stadtteil von Aachen.
Eine saubere Ecke, mit normalen Bürgern, also nix sozialer Brennpunkt oder so. Warum ich das erwähne wird später noch deutlich.
Meine ersten Erinnerungen gehen zurück, da war ich so ca. 6 oder 7 Jahre alt. Ich denke so 1985.
Mein Vater ( oder Erzeuger ) hatte einen guten Job und meine Mutter war Hausfrau und kümmerte sich um meinen Bruder und mich der damals ca. 3 Jahre alt war. Also eigentlich eine schöne, kleine Familie. Damals hatte ich natürlich nicht das Bewußtsein zu berstehen, was um mich herum passierte und ich erinnere mich auch kaum noch an die Zeit. Aber eine Sache hat sich in mein Gedächtnis gebrannt:

Wenn ich von der Schule kam, gab mir meine Mutter oft einen Zettel in die Hand auf dem stand: Mein Sohn darf eine Flasche Korn kaufen, oder mein Sohn darf eine Flasche Wein kaufen.
Damit schickte sie mich dann zum xxx, direkt gegenüber von uns und ich brachte die Sachen heim. Wie gesagt damals völlig ohne irgendetwas dabei zu denken. Wie auch in diesem Alter.
So dürfte jetzt jedem klar sein das es um meine Mutter geht, die damals ca. 30 Jahre alt war.
Aber so lebte ich als Kind, muss man sich mal vorstellen, und die Story geht ja noch weiter.....
Aber erst heute, mit 31, ist mir klar das ich damit alleine nicht fertig werde, und deshalb erzähl ich euch das, in der Hoffnung hier,"Leidensgenossen" zu finden.
Ich habe oft seltsame Gedanken und auch mein Körper zeigt mir oft Reaktionen, wo ich denke mein Gott, du bist nicht normal und deshalb nutzte ich dieses Forum, um mal loszuwerden was ich die letzten 25 Jahre mitgemacht habe.
Ich danke euch im voraus schonmal fürs zuhören.
Ich denke ich melde mich Montag wieder.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Habt euch wohl.
LG
zampano

edit summerdream: bitte keine firmen-/markennamen nennen - thx
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zampano78 hat zum Thema: Von Anfang an geschrieben
Sonnenstrahl
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.04.2009
Beiträge: 256
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 22:15    Titel: Re: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zampano,

herzlich willkommen hier im Forum.

Hier kannst Du alles loswerden, was Dir auf der Seele brennt. Wenn Du die Beiträge der anderen Teilnehmer liest, wirst Du sehen, dass viele von uns mit den gleichen Problemen befasst sind.

Mir ist auch erst in höherem Alter klargeworden, wieviel meine Kindheit mein jetziges Leben beeinflusst. Aber wenn einem das klar geworden ist, kann die Heilung beginnen.

Alles Gute und liebe Grüße,

Sonnenstrahl
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Sonnenstrahl hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
pedi1970
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2009
Beiträge: 262
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 20:44    Titel: Re: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zampano,

sei herzlich willkommen bei uns EKAs.

Wenn Du hier eine Weile unterwegs bist, wirst Du feststellen, dass Du
1. nicht alleine bist und
2. normal bist!

Du bist als Kind eines Elternteils mit Alkoholproblem aufgewachsen, was seine Spuren bei uns hinterläßt. Ich schließe mich Sonnenstrahl an, die Heilung kann nun beginnen.

Alles Liebe.. Pedi
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pedi1970 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 25
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 19:22    Titel: Vielen Dank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

............für eure lieben Worte, bitte lest auch meinen zweiten Bericht!
Ich freue mich auf eure Meinungen.
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zampano78 hat zum Thema: Vielen Dank geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 19:31    Titel: Re: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zampano,

ich frag einfach mal:

Hat das einen bestimmten Grund, daß du einen zweiten Thread eröffnest? Das wird finde ich bissel unübersichtlich mit 2 Threads...

Du könntest auch den Text hierher kopieren (ANTWORT ERSTELLEN) und den frischen Thread löschen lassen.

Dann bleiben deine Beiträge im Fluß und man kann alles hintereinander lesen.


Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 25
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 20:04    Titel: Nummer 2 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für den Tip!

Hallo liebe Forenuser,
hier ist nun mein zweiter Bericht und ich kann an dieser Stelle schon erwähnen, das meine Seele nach dem ersten Bericht leichter wurde. Auch vielen Dank möchte ich euch für die nette Begrüßung hier sagen.
Nun gehts weiter:
Wie gesagt meine Mutter hat mich im Alter von 6 oder 7 Jahren schon ins Geschäft geschickt um Alkohol zu kaufen.
Damals war ich zu klein um zu wissen was da passierte.
Ich tat also immer fleißig was mir aufgetragen wurde und so ging die Zeit ins Land. Nach außen hin waren wir wohl eine Bilderbuchfamilie, denn meine Mutter hat es sich nie anmerken lassen, das sie betrunken war, aber sie brauchte immer ein gewisses Level um im Leben klar zukommen.

Es gibt meiner Meinung nach 3 wichtige Personen die zu der damaligen Zeit am Schicksal meiner Mutter Verantwortung zu tragen haben.

1. die Mutter meiner Mutter ( also meine Oma )
Sie hatte ebenfalls einen Mann, der gerne getrunken hat und auch fremden Frauen nicht abgeneigt war. Nach außen hin, wie bei uns auch war aber immer alles in Ordnung, ich könnte kotzen wenn ich jetzt drüber nachdenke, also eine Scheinwelt. Meine Oma wußte natürlich von den Problemen meiner Mutter, aber anstatt ihr damals zu helfen, vertuschte sie alles, damits nach außen hin sauber aussah. Teilweise unterstützte sie sogar den Alkoholkonsum finanziel. Mein Opa ist übrigens 1994 an Krebs gestorben.

2.Meine Großtante
Eine sehr nette Frau damals, so Mitte 50 , wenn ich mich recht erinnere.
Zu ihr konnte meine Mutter immer gehen wenn sie Probleme hatte, und was tat meine Tante dann:
Setz dich mein Kind, mir kannste ja alles erzählen, aber zuerst hol ich uns mal ein Schnäpschen, ich denke ihr versteht was ich meine.
Sie hat sich 1994 erhängt.

Diese zwei Personen haben also damals schon die Alkoholsucht meiner Mutter unterstützt, ja heute würde ich sogar sagen gefördert.

Und nun kommt wohl die tragischste Person in meinem Leben dazu,

3.Mein Vater
Er war eigentlich immer mein Vorbild und ich weine heute noch oft wenn ich an meine Kindheit denke. Aber es gab ein Ereignis das die ganze schöne Welt damals zusammen brechen ließ. Ich weiß noch wie heute als ich damals in die Küche kam und meine Mutter mir sagte ich dürfe nicht mehr mit unserem Nachbarsmädchen spielen. Ich war um die 9 Jahre alt und hatte bisdaher ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu diesem Mädchen gehabt. Auch beide Elternpaare waren dick miteinander befreundet gewesen. Beide Familien hatten in Belgien einen Campingwagen fest auf einem Platz stehen und wir verbrachten eigentlich immer die Wochenenden und die Sommerferien zusammen dort.
Einfach gesagt, sie war damals meine beste Freundin.
Und dann kam wie erwähnt an diesem einen Tag die Anordnung meiner Mutter, ich durfte keinen Kontakt mehr zu ihr haben und zum Rest der Familie auch nicht.
Ich glaube das war das erste Mal in meinem Leben das ich jemanden verlor, den ich sehr mochte.
Was war passiert: Mein Herr Vater war der Meinung das die Nachbarin ihm über die Alkoholsucht meiner Mutter hinweghelfen könne und so vögelten die zwei miteinander wann immer sie Lust hatten.
Irgendwie hatte meine Mutter das raus bekommen und so war ihre Reaktion wohl auch verständlich, nur nicht für uns Kinder, denn uns hat damals niemand was erklärt.

Auch hierbei türmt sich in mir eine unglaubliche Wut, stellt euch jetzt mal das Leben meiner Mutter vor.............

Eine schwache Mutter ( meine Oma ), eine schwache Tante und ein Ehemann der fremdgeht!!! Na dann Prost oder wie.

Ich denke das war der Punkt an dem meine Mutter sich ganz dem Alkohol überlies, wenn wunderts denn sie war vor diesem Ereignis schon sehr labil.
Daraus resultierte dann das die Familie, mit meinem Vater umzog um wohl einen Neustart zu versuchen, der mächtig in die Hose ging.

Wir zogen in ein anderes Stadtviertel in Aachen, wo die sozialen Aspekte stark absanken, auf deutsch, rund herum nur Assis.
Aber da zogen wir hin, weils besser werden sollte.
Ich war damals so 9 Jahre alt und eigentlich immer noch unwissend, wie ich heute sagen kann. Aber es geht ja noch weiter.

Wenn man heute bedenkt was diese Personen mir und meinem Bruder angetan haben, und selber nicht einen Gedanken daran verschwendet haben könnte ich kotzen.

Ich danke euch fürs zuhören und freue mich auf eure Meinungen.
Habt euch wohl, ich denke mal bis morgen.
LG zampano
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zampano78 hat zum Thema: Nummer 2 geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 22:39    Titel: Re: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zampano,

willkommen im Forum. Was Du schreibst und beschreibst haben wir alle auf die eine oder andere Art erlebt. Wir sind in Alkoholikerfamilien groß geworden. Wir sind so wie wir sind vollkommen normal.

Deine Zeilen zu lesen macht mich betroffen. Ich werde an mich erinnert, wie ich gelitten habe, wie ich verzweifelt versucht habe mir zur erklären, wie aus meiner fröhlichen, liebevollen, humorvollen und intelligenten Mutter so ein Wrack werden konnte. Es hat lange gedauert, ich habe mich dagegen gewehrt, aber letztendlich musste ich einsehen, es gibt keine Gründe zu saufen. Es gibt für alles eine Lösung im Leben, manche sind nicht einfach, manche schmerzhaft, aber es gibt Lösungen. Sich zu betrinken ist keine Lösung, es ist Flucht, es ist eine Weigerung sich seinen Problemen zu stellen.

Meine Mutter hatte kein einfaches Leben, es gab eine Menge „weils“ die ich gefunden habe, warum sie meiner Meinung nach getrunken hat. Am Ende lief es jedoch darauf hinaus, sie hat getrunken weil sie wollte, das war das einzige „weil“ das zählte. Meine Mutter war nicht das hilflose Wesen als das ich sie lange gesehen habe. Es gab zu jeder Zeit Hilfe für sie, sie hatte sie auch schon gefunden, sie hätte sie nur noch annehmen müssen. Was sie nicht tat, eben weil sie, warum auch immer, die Flucht dem Leben vorgezogen hat, weil sie trinken wollte.

Ich weiß nicht wie ich es anders verpacken soll, als so mit der Tür ins Haus zu fallen, aber niemand anderes ist Schuld das Deine Mutter abhängig ist, als Deine Mutter selbst. Ebenso wenig wie man meine Mutter gezwungen hat zu trinken, hat man Deine gezwungen. Ein Alkoholiker der trinken will, wird trinken. Da kann man noch so lange auf ihn einreden, auf ihn eingehen, ihn bekümmern, es bringt nichts. Er trinkt so lang er will, der Alkohol gibt ihm etwas, das man als Nichtabhängiger nicht verstehen kann.

Deine Oma ist das was man eine Co-Abhängige nennt. Sie ist selbst krank und nicht unbedingt in der Lage zu sehen, dass das was sie getan hat, Deine Mutter zu unterstützen, das Mäntelchen des Schweigens über ihre Sucht zu legen, ihrer Tochter nicht geholfen hat und nicht helfen wird. Gleiches gilt für Deine Tante.

Was Dein Vater getan hat, war sicherlich nicht in Ordnung, aber auch das ist kein Grund zu saufen. Mein Ex-Mann hat alles gevögelt was 2 Min. still gestanden hat und die Frechheit besessen, mir einen Teil dieser Frauen auch noch vorzustellen. Irgendwann habe ich es erfahren bzw. den Kopf aus dem Sand gezogen, in den ich ihn gesteckt hatte, weil ich schon ahnte das es da etwas gab, dass ich eigentlich nicht wissen wollte. Glaub mir das macht, freundlich ausgedrückt, kein schönes Gefühl derart betrogen, vorgeführt und respektlos behandelt zu werden. Ich habe die Trümmer genommen, sie entsorgt und mir ein neues Leben aufgebaut. Ich habe nicht gesoffen, nur als Beispiel und davon gibt es sicherlich noch mehr. So wie es noch mehr Menschen mit noch mehr und noch größeren Problemen gibt, sie alle trinken nicht sondern suchen nach Lösungen. Egal wie es im Leben kommt, es gibt keine Gründe zu saufen, es gibt nur Ausreden warum man es tut.

Ich kann verstehen, dass Du nach einem Grund suchst, sei es weil Du eine Erklärung für Dich willst, weil Du versuchst zu begreifen. Es ist nicht leicht mit anzusehen, wie sich die eigene Mutter langsam auf Raten umbringt und sich bis zur Unkenntlichkeit verändert, vom eigenen Leid mal ganz zu schweigen. Denn das ist es was uns letztendlich alle dazu getrieben hat uns auf den Weg zu machen und uns mit dem Warum, mit unserer Kindheit auseinander zu setzten, unser eigenes Leid.

Alkoholismus und Co-Abhängigkeit sind nicht immer unbedingt leicht zu begreifen, weil beiden etwas Grundlegendes fehlt, Logik, die gibt es bei beiden nicht. Anfangs hatte ich das Gefühl immer nur wieder gegen eine Wand zu rennen. Egal wie ich mir etwas erklärte, rumms ab vor die nächste. Ich habe mir oft eine blutige Nase geholt, bis ich die zwei grundlegenden Dinge eingesehen und begriffen habe, es gibt keine Gründe zu saufen und weder ich noch andere können helfen. Helfen kann sich der Alkoholiker nur selbst.

Vielleicht liest Du Dich hier mal ein wenig durch, in allen Bereichen. Es gibt hier eine Menge Lebensgeschichten und Berichte von denen ich denke, dass sie Dir helfen können zu verstehen was da in Deiner Kindheit abgelaufen ist.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 23:03    Titel: Re: Von Anfang an Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zampano,

meine Mutter trinkt seit Jahrzehnten. Warum das so ist, liegt in ihrer Biographie begründet. Kein Mensch auf diesem Globus kann sie davon abhalten. Nur sie selber könnte, wenn sie es denn wollte, ihren Konsum stoppen.

Ich kann deine Wut (das ist doch Wut?) nachempfinden.

Aber es ist halt so, die alle dürfen sein, wie sie sind. Die dürfen Co-abhängig sein, selber süchtig sein, dürfen fremdgehen usw. Das ist deren Lebensentscheidung.

Deine Mutter hätte auch aufstehen können und sagen: ich geh jetzt zum Arzt und lasse mir helfen.

Stattdessen die äußeren Umstände für den eigenen Konsum verantwortlich zu machen ist die einfachere Variante. Du bist auch am Gründe für sie suchen, oder? Aber die Gründe liegen in IHR und nicht in ihrem Umfeld. Diese 3 Menschen waren eben NICHT verantwortlich für den Konsum deiner Mutter. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ob und wie er diese Verantwortung lebt ist Seins...


Was die Erwachsenen deiner Familie allerdings mit dir angestellt haben, ist NICHT in Ordnung. Kleine Kinder zum Alkoholkauf losschicken ist nicht in Ordnung. Auch dieses dich Trennen von deiner Schulfreundin war nicht o.k.


Zampano, du DARFST wütend sein, alle deine Gefühle sind in Ordnung. Aber eben auch alle Gefühle der anderen Menschen... Wenn man sich ohnmächtig ausgeliefert fühlt, dann versucht man verzweifelt einen "Verantwortlichen" für das Geschehen zu finden. Aber oft genug sind es die Umstände, die eingefrästen Muster, die übernommene Handlungsunfähigkeit.

Es gibt den Begriff "Familienkrankheit Alkoholismus". Seit ich hier im Forum bin, ist mir erstmals das Ausmaß des ganzen Themas in meiner Familie bewußt geworden. Das hat nicht gestern oder vorgestern angefangen und betrifft auch nicht nur 3 oder 4 Leute. Da geht es um viele Generationen, die die Suchtstruktur verinnerlicht haben.


Das Gute ist, daß WIR hier und heute reflektieren und unsere Biographie mit eigener Hand weiterschreiben können.

Wenn du magst, lies mal den Thread "Merkmale für ein EK", vielleicht entlastet dich das etwas. http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic16098.html Hier kannst du viele dieser Verflechtungen innerhalb der alkoholkranken Familie entdecken. Aber auch, und das ist das Wichtigste: was die Stärken von uns EK sind!


Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben

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