| ich komm nicht mehr klar • Der Freund meiner Mutter |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
zampano78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.01.2010 Beiträge: 25 Alter: 33
|
Verfasst am: 17.02.2010, 16:16 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Hallo ihr Lieben,
ihr glaubt gar nicht wie gut es tut das ihr da seid, ich weiß klingt komisch, aber mir gehts viel besser seitdem ich hier schreibe.
Ich bin also mit 19 ausgezogen, in einen anderen kleinen Vorort und hatte dort eine schöne kleine Wohnung, ich verdiente mein eigenes Geld und es lief wirklich gut. Aber tief in meinem Inneren war meine Seele sehr verletzt. Wie schon erwähnt, kein Selbstvertrauen und immer im Kopf, du bist nicht normal, du bist anders als andere Menschen.
Das trug ich mit mir rum und irgendwann lernt man damit umzugehen und das zu vertuschen. ja keine Schwächen zeigen. Wenn ich heute daran zurückdenke, finde ich mich heute noch komisch. Nur das ich heute weiß (zumindest zum teil ) warum.
Meine Mutter soff weiter und damals kam ihr zweiter Mann oft zu mir und wir sprachen darüber. Es muß auch für ihn die Hölle gewesen sein.
Aber irgendwie fehlt mir damals der Horizont , das alles einschätzen zu können. Also meine Mutter, mein Stiefvater, mein Bruder, meine Oma, ach ja da war ja noch mein Erzeuger...........die Familie halt und welche Rolle spielte ich als Mensch darin. Ich habe mir innerlich selber immer viele Schmerzen zu geführt, hatte schon früh Probleme mit meinem Magen.
Eine weiter Sache war,oder ist, das ich auf Dinge die ich erreicht habe noch nie stolz sein konnte,ich schaffs einfach nicht, abe rdurch euch weiß ich jetzt das es ein Teil der Co abhängigkeit ist.
Ich möchte euch jetzt von einem Tag berichten, der einer der wichtigsten in meinem Leben war:
Am 4.1.99 wurde ich zur Bundeswehr einberufen. Ich weiß heute nicht wo ich wäre wenn es diesen tag nicht gegeben hätte.
Ich war plötzlich raus aus meinem Alltag, weg von meiner Mutter, zwar nur 100 Km aber weg. Ich brauchte mir nicht mehr anzuhören wie schlecht es ihr ging oder welche Eskapaden sie wieder hinter sich hatte.
Es begann eine Zeit der Vergessens ( so dachte ich ) aber es war nur ein Verdrängen, was damals auch nicht schlecht war, aber es holte mich doch öfter wieder ein, bis heute.
Naja , auf jeden Fall war die Bundeswehr eine richtige Therapie für mich.
Morgens früh aufstehen, ordentlich frühstücken, Kameradschaft, ich mußte mit mehreren Männer duschen, ja ich machte sogar Sport. Es war richtig geil und ich war Feuer und Flamme. Ich merkte plötzlich uuups, so viel anders bist du ja gar nicht. Wobei ich sagen muß das ich an diesem Thema bis heute an mir arbeite.
An den Wochenenden fuhr ich nur noch selten nach Hause, ein paar Kameraden blieben immer da und wir hatten die schönste Zeit meine Lebens.
Ich gab mir viel Mühe und arbeitete hart, was auch belohnt wurde. Ich durfte erstmal für vier Jahre bleiben.
Der nächste Teil ( ein besserer ) konnte beginnen.
Puh hab ich wieder geschrieben, ich hoffe es interessiert euch überhaupt noch.
Habt euch wohl.
LG zampano |
|
| Nach oben |
|
| zampano78 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4063 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 17.02.2010, 16:43 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
glück auf zampano
schreib weiter sehr interessant
matthias |
|
| Nach oben |
|
 |
zampano78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.01.2010 Beiträge: 25 Alter: 33
|
Verfasst am: 15.03.2010, 15:28 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Hallo ihr Lieben,
es ist einige Zeit vergangen seit meinem letzten Bericht, aber ich habe wie immer viel nachgedacht, viel gelesen ( hier im Forum und in einem Buch ), ich mußte eine kleine Operation über mich ergehen lassen, aber nun bin ich mal wieder hier um weiter zu schreiben.
Ja, 1999 kam ich zur Bundeswehr und mein ganzes Leben änderte sich. Ich will nicht wissen wo ich heute wäre , wenn ich mich damals nicht verpflichtet hätte. Mir gings richtig gut.
Ende 1999 lernte ich dann in einer Disco meine jetzige Frau kennen. Und auch ihr verdanke ich wahnsinnig viel. Sie hat mit mir und meiner Familie viel mitmachen müssen ( dazu später mehr ) und ist trotzdem bei mir geblieben. Mein altes Leben und meine alten Probleme waren ganz weit weg und ich war glücklich. Wir zogen dann Mitte 2000 auch schon zusammen, wobei ich in ihre Stadt zog, nicht weit weg von der Kasrene aber weitgenug weg von meiner Mutter.
Wie gesagt ich dachte das ist der Weg um alles zu vergessen aber ich irrte mich damals, es war nur ein verdrängen. In dem Buch das ich lese wird beschrieben das einen EKA meistens seine Geschichte im Alter zwischen 25 und 35 Jahren wieder einholt.
Ja so ging die Zeit ins Land, ich hatte viel zu tun auf der Arbeit, ab und zu besuchte ich meine Familie, wobei ich von den Alkoholproblemen meiner Mutter nichts hören wollte. Im Sommer 2001 ( ich weiß recht früh ) läuteten dann auch unsere Hochzeitsglocken, was ich bis heute nicht bereut habe, ich war damals erst 22. Aber ich fühlte mich wohl und meine Frau gab und gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit. bei ihr kann ich mich fallen lassen.
Jetzt möchte ich euch erzählen wie meine Mutter diese ganze Situation damals durchlebte. Zum einen war sie wahnsinnig eifersüchtig auf meine Frau aber auch auf mein neues Umfeld.
Sie lästerte oft über meine Schwiegermutter, über meine Frau und über mich, viele Sachen passten ihr nicht und sie war auch immer sehr aggressiv. Für euch wahrscheinlich nicht verwundernswert aber was hab ich alter Esel damals getan: richtig, ich habe versucht es meiner Mutter recht zu machen, dann wieder meiner Frau, dann mal meiner Schwiegermutter, dann wieder meiner Mutter, ein Teufelskreislauf kann ich euch sagen. Daran hab ich mich aufgerieben immer zu schauen das es jedem Recht wurde nur eine Person hab ich dabei aus den Augen verloren und das war ich selber. Heute weiß ich das, aber damals war ich wohl zu jung.
Eine kleine Story noch von meienr Hochzeit, wir hatten für alle angereisten Familienangehörigen Hotelzimmer gebucht, meine Mutter trank damals die Zimmerbar lehr und hatte dann kein Geld das Zimmer zu bezahlen, was kam also:
Meine Oma hatte uns 500 DM geschenkt, die sollte ich dann am nächsten Tag meiner Mutter geben, das sie das Zimmer bezahlen konnte.
Auf das Geld warte ich heute noch.
Ich sprach oft mit meiner Frau über meine Mutter und sie hatte auch Verständnis, aber es war hart für mich, immer die Fronten zu klären.
Noch schlimmer wurde die Situation als 2003 unsere Tochter zur Welt kam. Ich war nur noch damit beschäftigt es jedem Recht zu machen, wann fahren wir wenn besuchen oder bei der Taufe, eine katastrophale Stimmung, meine Mutter mit ihrem Pegel, aggressiv und gegenüber meine Frau und ihre Familie. Glaubt mir ich hatte schon lange kein schönes Familienfest mehr.
2003 wurde dann nicht nur meine Tochter geboren, ich wurde auch versetzt und zog mit Familie um. Zum Glück noch ein Stück weiter weg von meiner Mutter. Die Zeit bis 2006 war dann gezeichnet von Lehrgängen die ich machen mußte, von meiner Arbeit als Vermittler, nur mich selber fand ich nicht ( das wußte ich damals nicht ).
Lasst mir bitte eure Meinung da.
Vielen lieben Dank fürs Zuhören.
LG zampano |
|
| Nach oben |
|
| zampano78 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13699 Alter: 46
|
Verfasst am: 15.03.2010, 15:50 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Hallo Zampano,
schön daß du wieder da bist. Ich hoffe, daß deine OP gut verlaufen ist!
Wir EK wachsen da ja früh rein, es immer allen recht machen zu wollen. Und wenn man nicht aufpaßt, kommt man selber unter die Räder dabei.
Du hast ja geschrieben, daß du es jedem recht machten wolltest, aber dich selber hast du aus den Augen verloren.
Gut, daß du jetzt wieder auf dich schauen kannst! Und Abstand, das ist wichtig, sonst wird einem die Kraft abgesogen.
Viele Grüße, Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
zampano78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.01.2010 Beiträge: 25 Alter: 33
|
Verfasst am: 15.03.2010, 15:56 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Danke Linde,
ja es ist ein ganz schöner Lernprozess, wert auf sich selber zu legen wenn man jahrzehnte lang nur mit anderen Menschen beschäftigt war.
Ich kriege auch oft ein schlechtes Gewissen wenn ich mich um mich kümmere, obwohl ich was anderes machen könnte.
LG zampano |
|
| Nach oben |
|
| zampano78 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13699 Alter: 46
|
Verfasst am: 15.03.2010, 16:00 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Huhu Zampano,
das schlechte Gewissen, das ist auch sowas typisches von EK's. Man selber kommt immer als allerletztes dran. Nur hat man dann meist keine Kraft oder Zeit mehr für sich...
Ich finde den Weg, den ich jetzt gehe, auch sehr schön.
Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
zampano78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.01.2010 Beiträge: 25 Alter: 33
|
Verfasst am: 15.03.2010, 16:01 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
| Dir viel Glück dafür und ich arbeite weiter an mir! |
|
| Nach oben |
|
| zampano78 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |
Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 13699 Alter: 46
|
Verfasst am: 01.04.2010, 09:55 Titel: Re: Von Anfang an |
|
|
Hallo Zampano,
ich wünsche dir und deiner Famillie ein schönes Osterfest.
Liebe Grüße, Linde |
|
| Nach oben |
|
| Linde66 hat zum Thema: Re: Von Anfang an geschrieben
|
|
 |