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Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung?

 
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Scready
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.01.2010
Beiträge: 4
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 15:25    Titel: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Oh jammer, ganz so ähnlich wie Prof Schröder schreibt, geht es wohl auch mir - ich weiß nur gar nicht, ob ich mich nun als Coabhängige bezeichnen soll oder ob ich rein ganz alleine für mich dastehe (was ich unterm Strich ja eh tu - das ist mir schon bewußt ...)

Aber denn hier auch nochmals meine Geschichte:

Ich bin eigentlich ein ziemlich aufgewecktes, viecherverrücktes weibliches Wesen mit "zarten" 37 Jahren, das die Zeit am liebsten im Pferdestall, der freien Natur und zu Hause mit meinen 2 Katzen verbringt. Das Geld für das luxuriöse Hobby "eigenes Pferd" verdiene ich als Management-Assistentin in der Pharma-Branche. Kein aufregender Job, aber ich bin hier gut aufgehoben.

Naja, und warum ich mich nun aber hier angemeldet habe und wirklich innigst auf Hilfe hoffe: Als ich damals, vor nun doch schon 6 Jahren, mit meinem (Noch-) Freund zusammengezogen bin, zogen leider nicht nur wir zwei zusammen, sondern auch seine Bierkisten folgten dem Umzug auf direktem Wege. Da ich selbst kein Unschuldslamm war (ich hoffe, dass ich in der Vergangenheit sprechen kann, denn ich bin gerade schwer mit mir selbst am kämpfen), hab ich mich von der täglichen Trinkerei leider sehr schnell anstecken lassen, ohne groß darüber nachzudenken. Sprich ich hab auch schon vor unserer gemeinsamen Zeit kaum eine Gelegenheit ausgelassen, um mit Freunden und in Gesellschaft kräftig mitzutrinken. Und bei viel zu vielen gab es ständigst und immer Alkohol ... auch ohne Partyanlass oder dergleichen!

Naja, die Jahre vergingen ... Trägheit, Faulheit, Isolation von der Umwelt ... all das schlich sich immer mehr in unser Leben ein, auch Nähe und Zärtlichkeiten blieben immer mehr auf der Strecke ... die Mauer zwischen uns - gebaut aus unzähligen Kisten Bier - wurde immer höher, breiter, mächtiger ... so unüberwindbar, dass ich jeglichen Zugang zu meinem Partner verloren habe, was dieses Thema betrifft...! Noch dazu wehrte sich mein Körper mehr und mehr gegen den Alkohol ... schon nach 2 oder 3 Bier am Abend war der "Tag danach" der reinste Alptraum, ich war total "im A..." (kann es echt nicht anders ausdrücken), brachte gerade noch so die Verpflichtungen auf die Reihe und plumpste dann abends ko auf die Couch, bis ich dann meist schon um 21h rum ins Bett ging, weil ich nichts lebenswertes finden konnte,w as mich hätte noch wach halten können ... schlafen war dann doch meist die schönere Variante ... schnell einschlafen und den Tag vergessen ...!

Dann kamen weitere gesundheitliche Probleme auf mich zu und ich begann, das Bier, meinen Freund und mich immer mehr zu hassen. Alles ekelte mich nur noch an! Mir war klar, dass ich daran schleunigst was ändern muss, bevor ...! Seit August kämpfe ich nun schon damit rum, die Trinkerei in den Griff zu kriegen - und jedes mal verlor ich doch immer wieder den Kampf.

Ich weiß nicht, was genau der Auslöser war, aber seit Mitte Dezember habe ich es nun doch endlich geschafft, keine einzige Flasche Bier mehr anzurühren, worauf ich sehr stolz bin und mir nichts sehnlicher wünsche, als dass das auch so bleibt! Mein Freund hingegen: Was der daraus gemacht hat, ist nicht schön und tut sehr sehr weh!!! Er hat zwar versucht, in meiner Anwesenheit so gut wie nichts mehr zu trinken, was denn aber zur Folge hatte, dass er heimlich trinkt. Es ist mittlerweile nicht nur Angst, sondern fast auch schon Gewissheit (oder Hoffnungslosigkeit), dass er scheinbar das Problem nicht in den Griff kriegen kann und will - sobald man darüber spricht, verschließt er sich ... artet es aus wie letzten Freitag, verzieht er sich schweigend ins Büro, umbettet von noch mehr Flaschen Bier. Es zerreißt mir das Herz, ekelt mich an, erfüllt mein Herz mit Wut, Resignation gegenüber der Beziehung, Tränen füllen meine Augen ... alles fährt Achterbahn in mir ... - jedenfalls ein Zustand den ich so definitiv nicht mehr ertragen kann und will. Doch was tun? Die Beziehung aufgeben und beenden oder doch gar drum kämpfen - aber wie, wo ich doch nicht mal mehr weiß, ob es die Gefühle noch wert sind?

Naja, so viel kurz zusammengefaßt (ich könnte ansich noch Romane schreiben)... ! Freue mich auf Antworten, Ratschläge, Hilfe, ein offenes Ohr ... !

Liebe Grüße,
Scready
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Scready hat zum Thema: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? geschrieben
Tanja
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.02.2008
Beiträge: 2817
Alter: 38
Wohnort: hessen, trocken seit dem 23.3.08

BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 16:26    Titel: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo scready,

ich kann die gerade sehr gut nachfühlen wie es dir geht.
Als ich hier Aufschlug war meine Situation ähnlich.

Alkohol bestimmte mein ganzes Leben. Meines und das meines Partners.
Ich kam hierher weil ich Hilfe wollte. Erst für meinen Mann und als ich feststellte das auch ich ein Alkoholproblem hatte auch für mich.

Ich bekam sie und dafür bin ich dankbar. Aber ich bekam sie nur für mich, denn meinem Mann konnte ich nicht helfen. Das konnte er nur selbst.

Du bist mir schon einen Schritt vorraus, in dem du schon jetzt erkannt hast, das auch du ein Alkoholproblem hast. Herzlichen Glückwunsch!!

Ich habe zuerst hier geschrieben, bis ich feststellte das ich mich um mich kümmern muss, wenn ich etwas ändern möchte. Ich schreibe seit dem bei den Alkoholikern.

Ich kann dir auch nur raten, dich jetzt um dein Problem zu kümmern, sonst hängst du schneller wieder an der Flasche wie dir lieb ist und deine Beziehung kannst du so auch nicht retten.



LG Sabine.
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Tanja hat zum Thema: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? geschrieben
prof_schroeder
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.09.2008
Beiträge: 869
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 17:20    Titel: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Scready, so wie ich es schreibe, ergeht es Dir? Hm, davon lese ich nur kaum etwas davon, außer, dass Dein Partner sein Problem ebensowenig erkennt wie mein Mann scheinbar. Dazu kam wohl, dass Du aus Frust auch getrunken hast hm...aber ob Du deshalb wirklich ein Alkoholproblem hats, das Urteil möchte ich mir nun mal gar nicht erlauben, das entscheiden kannst nur Du für Dich allein. Liebe Scready, auch mußt Du für Dich ganz allein entscheiden, ob Du an der Seite des Menschen weiterleben möchtest, so wie ich es an der Seite meines Mannes noch tue derzeit. Dann mußt Du aber auch einen Weg zu DIR finden, Dinge tun für Dich, Dich abgrenzen, was sicherlich oftmals nicht einfach ist. Ich für meine Begriffe bin auf meinem Weg nach vorn, für den ich aber nun auch schon ewige Zeiten herumlaufe *lächel*. Und so wie Du es beschreibst, scheinst Du an der Seite Deines Partners es nicht mehr wirklich auszuhalten.
Vielleicht liest Du einmal hier Dich erst ein und schreibst über Dich und Deine Gefühle und Dein Verhältnis zum Alkohol. Fällt es Dir schwer nicht zu trinken?- Weißt Du, ich habe auch schon gern mal ein Glas Wein oder einen Glühwein getrunken, darum hat man nicht gleich ein Problem damit finde ich. Wenn es Dir natürlich zur Zeit schwer fällt, kein Bier zu trinken, dann mag es so sein, dass Du damit wirklich ein Problem hast, aber das mußt Du für Dich herausfinden.
Deinem Partner kannst Du definitiv nicht helfen, das kann er nur allein sich selber liebe Scready. Ich wünsche Dir viel Kraft, zur richtigen Zeit den richtigen Weg für Dich zu finden. Ganz lieben Gruß uschi
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prof_schroeder hat zum Thema: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? geschrieben
Scready
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.01.2010
Beiträge: 4
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 20:40    Titel: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für Eure lieben Antworten ... und ja, ich werd dem Forum wohl treu bleiben - in der Hoffnung, es gibt mir Kraft, den richtigen Weg zu finden und vor allem für mich in ein neues Leben nach vorne blicken zu können.

@Uschi, ich bezog das wirklich auf unsere Partner, denn wie es Dir dabei ergeht, schreibst Du zu Anfang ja nicht ...! Ja, und um so mehr ich hier lese, um so mehr merke ich, in welchem Dilemma da auch ich sitze, seufz! Und im Gegensatz zu Dir kann ich glaub wirklich nicht mehr länger an seiner Seite leben, da es zu sehr schmerzt, einem eigentlich geliebten Menschen dabei zuzuschauen, wie er sich immer mehr aufgibt und kaputt macht - diese Mauer, gebaut aus Bierkisten, die da zwischen uns steht, ist zu hoch. Ich kann mit Nähe oder Zärtlichkeiten schon lange nicht mehr auf ihn zugehen. Ich würde an seiner Seite bleiben, wenn wir an unserem Problem gemeinsam arbeiten würden - aber dass auch er ernsthaft was dagegen unternehmen will, bezweifle ich gar sehr! Zu viele leere Versprechen ... ! Also muss ich das für mich zumindest geregelt kriegen, auch wenn ich diesen Weg denn alleine gehen muss.

Meine eigene Abhängigkeit? Ich denke, wenn der erste Weg nach der Arbeit direkt zur Tanke geht, um sich dort sein Feierabendbier zu holen oder heimlich im Stall das Bier im Spint vor anderen versteckt, dann ist es auch bei mir eine Abhängigkeit, die sich so nach und nach immer mehr einschlich.

Naja, und dass es eigentlich ganz gut ohne geht, habe ich zuerst im August 2009, als ich im Krankenhaus lag, gemerkt ... - und komischer Weise hat es mir nicht mal gefehlt. Aber wieder zu Hause im Alltagstrott, wenn das Bier direkt in greifbarer Nähe steht ... - tja, das war es dann wieder. Naja, und jetzt und hier, so alleine vor dem Laptop, dachte ich auch zuerst: Hmmm, eine kleine Weinschorle dazu!? Doch im gleichen Moment schimpfte ich lauthals über meine eigenen Gedanken, kochte einen Tee auf und nu isses auch gut - kein unbändiges Verlangen, dem ich nicht widerstehen könnte. Dazu ist glaub der Ekel und Hass auf mich selbst zu groß geworden ... - an diesen Punkt bin ich nur leider sehr spät gekommen. Nun kann ich nur hoffen, dass ich stark genug bin, das auch weiterhin so durchzuziehen.

Jedenfalls stehen irgendwelche Veränderungen an, denen ich doch schon mit etwas Angst entgegenblicke ... - ich möchte mit meinem Menne darüber reden - so vieles müßte geklärt werden, egal in welche Richtung. Doch er verschließt sich total ...
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Scready hat zum Thema: Re: Meine Geschichte - gibt es noch Hoffnung? geschrieben

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