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Mina09
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.12.2009
Beiträge: 24
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BeitragVerfasst am: 29.12.2009, 21:48    Titel: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, folgendes Problem:
Ich bin nun schon 17 Monate mit meinem Verlobten zusammen und seit dem 16.10.09 macht er auch schon eine stationäre Therapie.
Nun meine Frage:
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass er nicht mehr so häufig mit mir telefoniert. Anfangs war es regelmäßig.
Heute haben wir erst einmal für 15 Minuten miteinader geredet.
Dann meinte er, er müsse noch in die Stadt wegen Besorgungen für die Gruppe. Das ging 3 Stunden!
Ich habe ihn gebeten, mich anzurufen (6 Stunden nach dem letzten Telefonat) und er meinte ihm ginge es nicht so gut.
Er hätte Bauchschmerzen und würde mich später anrufen.
Aber jetzt nach über 2 Stunden hat er mich immer noch nicht angerufen Traurig ich möchte ihn verstehen.
Was könnte der Grund dafür sein, dass er mir ständig ausweicht?
Wir hatten wunderschöne Weihnachten zusammen Traurig

LG Mina
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Mina09 hat zum Thema: Partner in Therapie geschrieben
liv
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 4042
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BeitragVerfasst am: 29.12.2009, 23:06    Titel: Re: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Mina,

ich bin zwar aus der Ecke der Selbstbetroffenen und habe wenig Ahnung in "Angehörigen-Fragen". Aber mein erster Gedanke, als ich Deine Zeilen las, war "lass den guten Mann doch mal kurz atmen" Winken .

Ich finde es sehr gesund, wenn er nicht alle 6 Stunden mit Dir telefonieren mag (kann? darf?). Er ist da in der Therapie, um zu lernen mit seiner Krankheit zu leben. Das ist für ihn lebenswichtig. Und das geht nicht so nebenher. Da muss er sich total reingeben. Mich würde da der Druck, für meinen Partner draussen jederzeit abrufbereit sein zu müssen, sehr ablenken und überfordern. Gib ihm doch die Zeit, dass er sich da mal ganz auf sich konzentieren kann ohne das dauernde Gefühl, dass er es Dir auch noch recht machen muss. Überall gleichzeitig sein zu müssen, ist so ein jonglieren, wo ich denke, das schadet ihm mehr, als dass es nützt. Ehrlich gesagt, wäre es mir damals wohl schon zuviel gewesen, wenn ich täglich 15 Minuten hätte Rede und Antwort stehen müssen.

"Leine etwas locker lassen" ... würde ich da sagen. Gib ihm doch die Chance, dass er sich auf sein Hauptproblem konzentrieren kann. Das bringt doch schlussendlich auch Dir mehr, als wenn er da nur mit halbem Kopf dabei sein kann ... .

Ich mein`s nicht böse, ganz bestimmt nicht!

gruss liv
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liv hat zum Thema: Re: Partner in Therapie geschrieben
Mina09
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.12.2009
Beiträge: 24
Alter: 23
Wohnort: Neumünster

BeitragVerfasst am: 29.12.2009, 23:29    Titel: Hallo Liv, Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

danke dir. Kann ich auch verstehen, aber es ist ja so, dass er mich ständig vertröstet. Es kommt oft was dazwischen.
Ich bin so einsam zu Hause. Ich fühle mich ja einfach nur vernachlässigt.
Ich habe das Gefühl, dass ihm die Menschen aus der Klinik wichtiger sind als das Baby in mir und ich ihm sind. Weinen
Er meinte heute zu mir, dass wir ihm ja EIGENTLICH wichtiger sind.
Was soll ich darunter denn verstehen? Es zerreist mir das Herz.
Ich weiß nicht mehr ein und aus. Hab manchmal schon Angst, dass er da eine Affäre hat. Obwohl ich mir das nur schwer vorstellen kann.
Aber er beschäftigt sich zu wenig mit sich selbst.
Er macht es den anderen immer Recht(den Leuten auf seiner Station), nur seiner Familie und seinen Freunden nicht (die er schon vor der Therapie hatte).
Sein Kumpel und ich fühlen uns wie das dritte Rad am Wagen. Traurig
Für das Baby ist der permanente psychische Stress auch nicht gut.
Auch wenn ich ihm jetzt mehr Luft lassen würde, würde er doch bestimmt nicht lieber zu mir werden und mehr für mich als für die anderen da sein oder?
Es zieht ihn immer wieder zu seinen Leidensgenossen...bin ich denn so unwichtig für ihn geworden? Ich bin echt ganz doll traurig.
Was habe ich denn getan, dass die anderen interessanter für ihn sind als seine eigene Familie? Ich war und bin immer für ihn da.
Die Leute da könnten ihm niemals das geben, was ich schon für ihn getan habe...ich habe das Gefühl, er weiß es nicht zu schätzen. Weinen
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Mina09 hat zum Thema: Hallo Liv, geschrieben
liv
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 4042
Alter: 38
Wohnort: CH

BeitragVerfasst am: 30.12.2009, 00:15    Titel: Re: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Mina,

Deine Zeilen empfinde ich, als Aussenstehende, schon als total erdrückend, schon fast etwas erpresserisch Verlegen .

Was möchtest Du denn? Du möchtest ihn doch irgendwann physisch und psychisch gesund an Deiner Seite haben, nehme ich an. Er ist alkoholkrank und das ist, wie das Wort schon sagt eine Krankheit. Es ist eine Krankheit die ungestoppt tödlich endet. Und "leider" (oder gottseidank) ist es eine Krankheit, die man nicht durch die Einnahme einiger Tabletten und zwei/drei Therapiestunden beseitigen und dann einfach weiter so leben kann wie bisher, einfach ohne Alkohol. Trockenheit erfordert eine ganz massive Umstellung des Lebens, der Taten, Gewohnheiten und Gedanken. Und das geht nicht nebenbei. Sonst bräuchte er ja auch keine Therapie. Er ist da nicht in den Ferien, wo er mit seinen "neuen Freunden" herumplauscht und feiert. Er ist da um schlicht und einfach sein Leben zu retten. Soviel Druck von aussen, würde mich persönlich eher verjagen, als binden, um`s ganz direkt zu sagen Verlegen .

Für mich ist der Weg in die Trockenheit, ein Weg, der mich zwingt, endlich mal auf mich selber zu achten. All die Jahre habe ich getan was andere erwarteten, was anderen gut tat, was andere wollten. Ich bin erst dabei zu lernen, dass ich SO nicht trocken werden kann. Mir das Recht herauszunehmen, auf mich selber zu achten, fällt mir tausendmal schwerer, als wenn ich einfach so handeln würde, dass die anderen zufrieden sind und ich meine Ruhe habe. Fertig der "Weg des geringsten Widerstandes". Er ist jetzt doch da in der Therapie und das einzig Sinnvolle, was er da machen kann, ist für sich (und somit auch für Dich und Euch drei) seinen Weg in die Trockenheit zu gehen. Was bringt es Dir, wenn er seinen Alltag da in der Therapie nur nach den Telefonaten mit Dir ausrichtet, anstatt sich intensiv mit sich und seiner Krankheit auseinanderzusetzen?

Bei Dir empfinde ich (was ja nicht viel zu bedeuten hat) ganz, ganz viel Eifersucht ... und Besitzansprüche.

Ich bin etwas hilf- und sprachlos gerade Verlegen . Ich denke, es wird Dir viel bringen, wenn Du Dich mal querfeld durch`s Forum liest. Dich auf das Thema Alkoholismus und Co-Abhängigkeit total einlässt. Ohne den Druck, Deinen Partner in jeder Minute krampfhaft an Dich binden zu wollen. Ich merk schon, dass mich das Thema überfordert. Vielleicht finden sich ja noch Co`s, die da besser draufeingehen können ... .

Liebe Grüsse, liv
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liv hat zum Thema: Re: Partner in Therapie geschrieben
elke1961
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 19.12.2009
Beiträge: 198

BeitragVerfasst am: 30.12.2009, 00:33    Titel: Re: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Mina,
mein Freund war auch in der Langzeittherapie und als er nach Hause kam, hat er sich verändert. Da wurde mir erstmals bewusst, dass ich Co-abhängig bin. Auch mir kam es vor, dass ihm die anderen aus der Gruppe wichtiger waren und es tat mir unendlich weh.
Aber dein Freund hat auch ein eigenes Leben und er ist nun ganz stark damit beschäftigt, sich neu zu orientieren und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das ist gut so, nur so schafft er es, trocken zu bleiben.
Er wird sich verändern und das heißt, das sich eure Beziehung auch verändern wird. Er lernt jetzt, es ohne dich aus der Abhängigkeit zu schaffen. Sicherlich kannst du ihn beistehen, aber erdrücke ihn nicht. Es ist ein wichtiger Schritt für ihn und es wäre nun auch wichtig, dass du lernst, dir selber auch wichtig zu werden. Tu es um deiner Selbstwillen. Es gibt Angehörigengruppen und wenn du magst, gibt es extra für Angehörige ein Forum hier.
Ich würde mich freuen, wenn du mal dort von dir berichtest.
Liebe Grüße Elke
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elke1961 hat zum Thema: Re: Partner in Therapie geschrieben
liv
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 4042
Alter: 38
Wohnort: CH

BeitragVerfasst am: 30.12.2009, 00:37    Titel: Re: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So, jetzt habe ich den PC nochmal angestellt, weil`s mir keine Ruhe liess Lachen .

Es tut mir leid, ich wollte jetzt hier nicht auf Dich einquatschen. Co-Abhängigkeit ist für mich wohl genauso schwer zu verstehen, wie für einen Co die Alkoholabhängigkeit.

Ich denke, wichtig für Dich wäre, dass Du das
Zitat:
Ich bin so einsam zu Hause
angehst. Arbeitest Du? Was tust Du für DICH? Nur für Dich? Ich denke, wenn Dein Alltag so ausgefüllt ist, dass DU Dich wohl fühlst - auch mal ohne ihn-, hängt Dein Lebenssinn nicht mehr bloss daran, wie ER sich verhält. Aber eben, ich bin Laie bei dem Thema Verlegen .

So, aber jetzt geh ich wirklich schlafen und lass den PC aus ... ausser ... Lachen . Bis bald!

gruss liv
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liv hat zum Thema: Re: Partner in Therapie geschrieben
Mina09
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.12.2009
Beiträge: 24
Alter: 23
Wohnort: Neumünster

BeitragVerfasst am: 30.12.2009, 01:04    Titel: ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Geschockt
warum Coabhängig?
Ich habe ihm klar gemacht, wie wichtig die Therapie ist und dass ohne die Therapie keinen Chance für unsere Beziehung besteht.
Also ich kann nicht ohne ihn sein, aber nur, weil er sich für den richtigen Weg entschieden hat.
Er sagte doch selbst, dass er das ohne meinen Druck nie gemacht hätte. Ich weiß jetzt aber auch durch ein Telefonat mit einer Person, dass dieses Verhalten von ihm typisch für jemand alkoholkrankes ist.
Verstehe das alles jetzt auch besser.
Werde das mal versuchen lockerer zu sehen, auch wenn es schwer ist.
Ich kann nicht arbeiten gehen. Ich bin erwerbsunfähig und muss erst Stressbewältigung lernen, bevor ich jemals berufstätig werden kann.
Dass ich zur Schule ging, wurde mir fast zum Verhängnis und bin nur knapp dem Tod (durch eine schwere Krankheit) von der Klippe gesprungen.
Nur um deutlich zu machen wie sehr ich erwerbsunfähig bin.
Meine Freizeit besteht überwiegend aus Haushalt, Arztbesuche, andere Termine und Internet. (Und telefonieren)
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

LG
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Mina09 hat zum Thema: ... geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 30.12.2009, 14:21    Titel: Re: Partner in Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mina!

Mein Mann ist zwar nicht in Therapie gegangen, hat sich aber vor mehr als zwei Jahren nach langjähriger Trinkerei, endlich entschlossen, den trockenen Weg einzuschlagen.
Ich war und bin noch immer mit ihm zusammen, d.h. habe sein Trockenwerden und - bleiben mitgekämpft. Also ist es wohl ein bisschen ähnlich wie bei euch, denn auch für meinen Mann und mich kamen jede Menge Probleme.
Mir wurde von Anfang an klargemacht, dass ich ihn jetzt endlich "alleine lassen" musste! Loslassen - das wichtigste Zauberwort.
Es begleitet mich noch immer, denn die Co-abhängigkeit verliert man leider nicht so schnell. Wenn man nicht aufpasst - nie.
Also ergab sich für mich ein ganz wichtiger Punkt!: WAS FANGE ICH MIT MIR AN? in der ganzen Zeit, die ich nicht mehr um ihn drehe, denke usw.

Mein Körper - jahrelang sicher auch psychosomatisch belastet - hat mir die Richtung Sport gezeigt. Gezielte Übungen, Krafttraining. Und siehe, es macht sogar Spaß und gibt mir Selbstbewusstsein und - bestätigung.
Und hilft dem kranken Körper.
Ausserdem liebe ich meine Freizeit mit Lesen, Spazierengehen, Kaffeeklatsch, Kino, Theater und was sich alles so bietet - zu verbringen.
Und das alles ohne schlechtes Gewissen, ohne meinen Mann.
Der ist für sich selber verantwortlich.
Auch für seine Trockenheit.
Die muss ER wollen und für sich beibehalten. Nicht für mich.

Das heisst aber nicht, das wir nichts mehr gemeinsam unternehmen. Das machen wir ausserdem.

Liebe Mina, ich wünsche dir, dass du ganz schnell aus deinem einsamen Trott herausfindest, dir viele bunte Beschäftigungen suchst (Wann kommt denn das Baby? Was kannst du vlt. dafür basteln, nähen, strcken,...) und viele Leute hast, die dich ablenken, und dir zeigen, dass DU ganz alleine etwas Besonderes bist!

Lass ihn. Er kommt viel eher zu dir zurück, wenn du ihm Freiheit gibst.

Liebe Grüße von Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Partner in Therapie geschrieben

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