| ab wann ist man Alkoholiker? • oh oh, nun ist es vielleicht soweit... |
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Silber neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.12.2009 Beiträge: 8 Alter: 39
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Verfasst am: 21.12.2009, 20:09 Titel: Meine Freundin und ich |
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Hallo,
ich weiss nicht recht wie ich anfangen soll es ist alles so schwierig und kompliziert zu beschreiben und muss dazu etwas ausholen. Es geht darum das ich mir grosse Sorgen um meine Freundin und unsere Beziehung mache. Ich glaube bzw. ich weiss das meine Freundin alkohol krank ist und dieser Umstand zerstört langsam aber sicher unsere Beziehung. Ich muss dazu sagen das mein Vater ebenfalls Alkoholiker war/ist und ich somit weiss wie das krankheitsbild in seiner vollen Pracht aussehen kann. Ich musste schon als kleiner Bub meinen komplett besoffenen Vater alleine nach hause schaffen und noch viele andere unschöne Saufgeschichten mit meinem Vater bestehn.
Jetzt ist es so das mich die alten Geister einzuholen scheinen. Ich habe eine Freundin die mittlerweile fast täglich mehrere Biere und mehr trinkt. Als wir noch zusammen ausgegangen sind war sie teilweise so besoffen das sie lallend und torkelnt sich weigerte mit mir nach hause zu gehn. Sie findet kein Ende wenn sie einmal angefangen hatte.
Anfangs machte ich sowas noch mit, trank selber viel evtl. zuviel aber mittlerweile ertrage ich das nicht mehr. Wenn ich in das besoffene Gesicht meiner Freundin schaue und ihre endgleisende Gesichtsmimik, ihre dann feuchte Aussprache sehe wiedert es mich nur noch an Ich sehe meinen Vater vor mir.
Sie macht mir dann Vorwürfe das ich sich einenge, das ich schuld daran wäre das sie kaum noch ihre "freunde" sieht usw. kurz das ich sie kontrollieren möchte. Evtl. stimmte das auch. Ich versuchte das saufen einzudämmen beschwor damit aber jedesmal massive Streitereien. Ich fühlte mich dann jedesmal schuldig.
Das ist aber noch nicht alles. Meine Freundin ignoriert erfolgreich unseren Briefkasten dh. sie öffnet ihre Post nicht obwohl dazu kein Grund besteht. Ich kenne solch ein verhalten wenn man Schulden hat die man nicht bezahlen kann. Wenn die Mahnungen sich häufen öffnet man irgendwann seine Post nicht mehr. Das trifft aber bei Ihr nicht zu, sie hat einen gut bezahlten Job und ist schuldenfrei also alles ok sollte man meinen.
Dann ist sie seit Jahren nicht krankenversichert. Ich habe schon überlegt einen Brief an Ihre Eltern zu schicken um dieses Lügengebäude zum einsturz zu bringen (habe kein gutes verhältniss zu denen). Das würde allerdings das Ende der Beziehung bedeuten.
Ich kann all diese Dinge nicht nachvollziehen weil es aus meiner sicht keinen Grund gibt sich so das Leben schwer zu machen und jetzt kommt auch noch der Alkohol dazu.
Ich liebe meine Freundin noch immer aber ich bin langsam einfach müde. Ich habe hier im Forum gelesen das es unmöglich scheint einem Alkoholiker zu helfen der sich nicht selbst helfen will bzw. nicht warhaben will das er einer ist.
Am liebsten würde ich Sie zu einem Psychologen verfrachten der ihren Problemen auf den Grund geht aber sie weigert sich ihre Probleme anzugehn und etwas zu ändern. Sie sitzt Probleme aus anstatt aktiv etwas zu tun. Wenn das so weiter geht wird irgendwann nicht "nur" mehr Bier und Wein im Kühlschrank stehen sondern noch andere Kaliber wie bei meinem Vater damals ja auch.
Momentan ist es so das wir seit einer Woche nicht mehr miteinander reden (nur das unbedingt nötigste) nachdem ich Ihr wiedereinmal in einem grossen Streit vorgeworfen hatte das sie säuft ergo Alkoholiker ist. Ich schlafe seitdem auch nicht mehr im gemeinsamen Bett weil ich es nicht ertragen kann. Sie ist mittlerweile dazu übergegangen ihre leeren
Biere/Weinflaschen in ihrem Arbeitszimmer zu bunkern. Anscheinend deswegen das ich so nichts mitbekommen sollte ... irrsinnig.
Ich würde gerne mit ihr sprechen aber sie ist jeden Tag mindesten angetrunken und dadurch sehe ich keinen Sinn darin. Ich merke das ich lansam aufgebe und mir Gedanken über eine eigene Wohnung in den Sinn kommen.
Trotzdem möchte ich die Beziehung noch nicht einfach so wegwerfen bin aber gleichzeit Hoffnungs- und perspektivlos.
Ich habe mich jetzt bei uns in der Gegend nach Suchtberatungen umgesehn und ihr gestern gesagt das sie dort hingehen soll (sie ist seitdem stinksauer). Oder soll ich da selbst erstmal vorbeischauen und sehen was da auf einen zukommen ich habe davon keine Ahnung. Oder gibt es irgendetwas anderes was ich tun könnte ?
Bin sehr verunsichert.Was meint ihr ?
Grüsse euch,
Silber |
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| Silber hat zum Thema: Meine Freundin und ich geschrieben
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Silber neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.12.2009 Beiträge: 8 Alter: 39
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Verfasst am: 21.12.2009, 22:11 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Hallo isis64,
danke für deine Antwort. Nicht mit Ihr zu reden fällt mir sehr schwer auch weil wir ja zusammen in einer Wohnung leben. Sich dauernd aus dem weg zu gehen ist da kaum möglich. Ich hab mich ja schon weitgehends in "mein" zimmer zurück gezogen.
Sie ist übrigend seit gestern nüchtern nach meiner Drohung das ich sie verlassen würde wenn sie nicht zur drogenberatung geht.
Vorhin habe ich trotzdem nochmal versucht mit ihr zu sprechen wurde aber nur mit vorwürfen bombadiert. Sie fühlt sich gekränkt , enttäuscht und unverstanden und packte sämtliche Probleme unserer Beziehung aus.
Da sie ja keine Krankenversicherung hat und somit nichtmal zum artzt gehen kann habe ich mir überlegt das ich mal zu meinem gehen sollte und mir anhören was der so sagt zusätzlich zur drogenberatung.
Wie ist das aber von der rechtlichen seite ? Meine Freundin ist im sozialen Bereich tätig und ich möchte ihr nicht schaden.
Gruss, Silber |
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| Silber hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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hiswife neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.12.2009 Beiträge: 38 Alter: 25
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Verfasst am: 21.12.2009, 22:21 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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hallo silber
also ich war in unserer beziehung auch die erste die kontakt zu arzt und suchtberatung gesucht hat.
rein rechtlich haben arzt und suchberatung schweigepflicht.
wenn du da hin gehst und dir hilfe suchst als angehöriger dürfen die deiner freundin nichts sagen.
wenn sie danach hin geht dürfen die ihr nichtmal sagen ob du da warst oder nicht.
es sein denn du entbindest deine berater von der schweigepflicht.
mein mann hat eine teilweise schweigepflichentbindung gemacht, das heisst ich kann bei seinem berater anrufen um zu fragen ob er seine termine wahrnimmt, aber nicht danach was sie besprochen haben. |
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| hiswife hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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pedi1970 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.12.2009 Beiträge: 262 Alter: 42 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 25.12.2009, 19:24 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Hallo Silber,
herzlich Willkommen hier im Forum. Wenn Du hier viel Zeit verbringst und Dich durch die vielen Beiträge liest, wirst Du feststellen, dass Du 1. nicht alleine bist und 2. Du gar nichts für Deine Freundin tun kannst.
Niemand kann sie von ihrer Alkoholkrankheit heilen bzw. die Krankheit stoppen außer ihr selbst.
Richte Deinen Fokus auf Dich, schau Dir Deine Co-Abhängigkeit an, in der Du tief steckst und suche Dir Hilfe für Dich.
Meinen Lieblings-Buch-Tipp für Dich: "Familienkrankheit Alkoholismus - Im Sog der Abhängigkeit".
Alles Gute für Dich.... Pedi |
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| pedi1970 hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
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Verfasst am: 25.12.2009, 20:47 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Hallo Silber,
es ist Weihnachten, wie geht's dir inzwischen?
| Zitat: | Da sie ja keine Krankenversicherung hat und somit nichtmal zum artzt gehen kann habe ich mir überlegt das ich mal zu meinem gehen sollte und mir anhören was der so sagt zusätzlich zur drogenberatung.
Wie ist das aber von der rechtlichen seite ? |
Wir hier im Forum können keine Rechtsberatung machen. Die rechtlichen Angelegenheiten und Arbeitsplatzthemen muß sie für sich im real life klären.
Wenn sie Hilfe möchte, dann wird sie Wege finden mit Hilfe der Suchtberatungsstelle einen Arzt zu finden. WENN sie Hilfe möchte. Wenn sie lieber saufen möchte, kannst du drohen so viel du willst...
Du kannst FÜR DICH zur Suchtberatungsstelle gehen und dich über Co-Abhängigkeit informieren.
Wie geht's dir, jetzt wo du Parallelen wahrnimmst zwischen der aktuellen Beziehung und deiner Biographie?
Viele Grüße, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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Sinnesrausch neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.06.2009 Beiträge: 281
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Verfasst am: 25.12.2009, 21:33 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Guten Abend Silber,
Ich kenne soviel selber von dem was Du da beschreibst. Irgendwann reicht es nicht einem mehr wenn man sich in sein "eigenes Zimmer zurückzieht.
Draussen verpestet die Luft ja sprichwörtlich weiter und da muss man ja ständig durch und vorbei..
Mir ging es auch so, das Ich mich dabei ertappte das Ich gar keine Lust mehr habe auf die Beziehung, weil immer der Alkohol an erster Stelle war. Und eine Beziehung zum Alkoholl zu entwickeln ist absurd. Alles war erstmal versteckt oder offentsichlich vom Alkohol bestimmt. Wann ernach hause kam, in welchen Zustand, wann er am Wochenende und wie er aufstand. Ob er Lust hatte, ob er Geld hatte, überall hing es von dem Alc. ab. Wie eine Drittbeziehung.
Du beschreibst die Parallelen zu Deinem Vater. Es hört sich so an, als würden sich das was Du in der Vergangenheit mit Deinem Vater erlebt hast mit dem was Du in der Gegenwart mit deiner Freundin erlebst miteinander vermischen. Ich sehe es wie eine Wahrnung, Dich mit Deiner Geschichte auseinander zusetzen. Ich glaube auch eine Coberatungstelle zB. wäre ein Anfang.
Raus aus der Situation,
wir können nicht helfen, nur uns selber!!
Liebe Grüsse
SSS |
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| Sinnesrausch hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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Silber neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.12.2009 Beiträge: 8 Alter: 39
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Verfasst am: 29.12.2009, 03:55 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Hallo,
danke für eure Antworten es tut gut das zu lesen.
Ich habe Weihnachten einigermassen überstanden. Meine Freundin hat es sich natürlich nicht nehmen lassen zweimal einen Vollrausch nach hause zu bringen. Mich kotzt das nurnoch an leider sehe ich momentan auch keine chance an der situation für mich etwas zu ändern. Am liebsten würde ich ausziehn aber das geht nicht so schnell.
Sie wills nicht einsehn also soll sie mit ihrem Mist alleine zurecht kommen auf eine wiederholung einer Säuferkarriere habe ich keine lust. Mir stehts bis zum Hals.
Achja, und was meinen Vater angeht. Das Thema ist abgeschlossen. Als Jugendlicher und darüber hinaus war ich lange zeit sehr sehr wütend. Aber ich und meine Familie haben erkannt das es eine Krankheit ist mit der wir leben müssen und können. Man muss sich abgrenzen das ist das wichtigste aber auch das schwerste wie ich gerade wieder erlebe.
Parallelen ? hm schwierige Frage. Früher als Junge habe ich vieles nicht vertanden was mit meinem Vater abging und als Jugendlicher wollte ich es nicht mehr verstehen. Eines ist aber auf jedenfall gleich..... meine Freundin wie mein Vater verlieren ihre Würde und das ist wohl das traurigste an der ganzen Sache. Wenn man daneben sitzt, sieht diese "Gestalt" neben sich und denkt "was mache ICH hier mit diesem Menschen ".... |
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| Silber hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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Sinnesrausch neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.06.2009 Beiträge: 281
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Verfasst am: 29.12.2009, 09:59 Titel: Re: Meine Freundin und ich |
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Hallo Silber,
Ich glaube Du hast etwas sehr wichtiges in deinem letzten Beitrag gesagt, "sie verlieren Ihre Würde"
Genau, dass habe Ich auch erlebt, es ist emotional gefährlich für uns, weil wir solange wir mit dem anderen in einem Boot sind, auch unsere Würde verlieren. Für mich, war es vielleicht das schlimmste, was Ich mir eingestehen musste. das wollte Ich nicht. Egal wie, aber Ich emutige Dich eine Lösung zu finden, wenn auch provisorisch, da rauszukommen und auszuziehen.
Ich wünsche Dir sehr viel Mut.
Ich habe mir in solchen Situationen immer gesagt, will Ich das wirklich..?, das habe Ich nicht nötig, das brauche Ich nicht. Das hat nichts mehr mit der Person zu tun, in die Ic mich verliebt hatte.
Herzlichst
S |
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| Sinnesrausch hat zum Thema: Re: Meine Freundin und ich geschrieben
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