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Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt?

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Sich gefühlsmäßig abgrenzen, Aber wie?   •    Erwischt - zu übertrieben gehandelt?  
Autor Nachricht
Xena
Gast






BeitragVerfasst am: 17.12.2009, 13:29    Titel: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich komme aus einer Alkoholikerfamilie, mein Vater war einer.
Bisher dachte ich, ich komme damit klar, da ich nichts trinke.
Ich nehme auch nichts persönlich, wenn ich angegriffen werde.

Ich habe einen Freund, der viel trinkt, also an Wochenenden, er sagt, er ist Quartalstrinker, aber kein Alkoholiker.

Jedenfalls bemerke ich Bewusstseinsveränderungen von seiner seite aus, den Entzug, wenn er ein paar Tage nichts trinkt und dann zittern anfängt.
Dann sind seine Launen wechselhaft.
Früher dachte ich, das ist sein Charakter, heute wird mir bewusst, das er ein Problem mit dem Alk hat.
Je mehr ich darüber lese, umso mehr lasse ich ihn in Ruhe, da er sich nicht verändern will und ich keine Chance, es ihm begreiflich zu machen.

Auch habe ich einen guten Kumpel, der trinkt auch sporadisch, war aber schon auf Entzug, und ich frage mich, warum ziehe ich solche Persönlichkeiten an?

Das Schlimme, wo ich nichts tun kann, ist das meine 15 jährige Tocher einen Freund hat der Alkoholiker ist und ein halbes Jahr auf Entzug war.
Er wohnt momentan bei uns, weil er nicht nachhaus möchte, und er fängt jetzt wieder an regelmässig zu trinken.

Ich will meine Tochter beschützen und bin doch so hilflos.

was kann ich tun?
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Xena hat zum Thema: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 18.12.2009, 11:26    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Xena,

herzlich willkommen und gutes "Aufräumen".

Was Du tun kannst? Freilesen, freischreiben.

Xena hat Folgendes geschrieben:

Ich nehme auch nichts persönlich, wenn ich angegriffen werde.


Gib Dir Zeit, da finden wir schon was.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
pedi1970
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2009
Beiträge: 262
Alter: 42
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 18.12.2009, 12:52    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Xena,

ich weiß nicht, ob "vererbt" der richtige Ausdruck ist, aber sicher hat Deine Tochter ebenso emotionalen Schaden genommen, wie Du es auch getan hast. Du hast bestimmte Verhaltensweisen in Deiner Kindheit gelernt, die Du an Deine Tochter weitergegeben hast - dafür kann Dir niemand einen Vorwurf machen, auch Du selbst nicht.

Es ist wichtig, denke ich, dass Du Dir in erster Linie Hilfe für Dich holst, in Form einer SHG, Therapie, Forum hier. Kannst Du mit Deiner Tochter offen reden? Dann tu das, vielleicht schließt sie sich Dir an und läßt sich helfen. Bringt ihren Freund woanders unter, denn indem Ihr ihn unterstützt, fördert Ihr paradoxerweise seinen Alkoholmissbrauch.

Les Dich hier durchs Forum, da wird Dir sicher vieles klar werden, und lass uns weiter an Deinen Gedanken teilhaben.

Hoffe, das hilft Dir schon mal weiter! Sicher kommen noch viele Beiträge hinzu!

Liebe Grüße... Pedi
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pedi1970 hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
*engelchen*
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.01.2009
Beiträge: 147
Alter: 26
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 18.12.2009, 20:01    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo xena

ich kann dir aus eigener erfahrung sagen du kannst deine tochter nicht schützen.
wenn du so schreibst hört sich das an als wenn meine mutter das geschrieben hätte. Smilie
meine mutter ist in der ähnlichen situation wie du...
ich bin seit 3 naja nun fast 3 jahren mit einem alkoholiker zusammen und versuche mich grade zu lösen, meine mutter hat alles versucht um mich zu schützen, mit dem erfolg das wir uns nur noch gestritten haben und ich zum schluß von zuhause ausgezogen bin. meine mutter war immer meine beste freundin, nun erzähle ich ihr so gut wie nix mehr von mir, wie es mir geht oder was ich fühle. was mich auch sehr belastet...
aber weil ich immer gewusst hab das sie nicht nur zuhören kann sondern mir ihre meinung aufzwingen will.
hör deiner tochter zu und unterstütz sie, sei für sie da und sag ihr nicht was sie tun oder lassen soll, sonst gehts nachher in die falsche richtung.
sie muss fehler machen um daraus zu lernen, auch wenns hart ist, ich weis es.

ich wünsche die viel kraft

lg
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*engelchen* hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
Xena
Gast






BeitragVerfasst am: 21.12.2009, 08:58    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo,

ich werde diese Feiertage nutzen und schreiben und lesen.
Es ist erschreckend für mich zu sehen, das ich vom Verstand her alles kapiere, aber der Automatismus, das was ich gelernt habe von meinen Eltern immer wieder hochkommt und greift.

Ich hab auch gelernt nur für andere dazusein und die Verantwortung zu übernehmen.
Ich komme gegen das Verpflichtungsgefühl nicht an.Ich fühle mich nicht mal gut dabei, ich ziehe keinen Gewinn daraus.

Ich weiß, das ich meine Tochter machen lassen muss. Ich bin für sie da, ich sag meine Meinung, aber ich mische mich nicht ein.

Ich fühle mich meinem Freund verpflichtet, zu ihm zu stehen, und trotzdem lass ich ihn saufen gehen.
Ich hab mir mein Leben eingerichtet, und lebe eigenverantwortlich für mich.

Ich habe einen Kumpel, der säuft auch und bei schnaps wird er wahnsinnig und tickt aus.
Für mich war es Freundschaft, weil ich Sehnsucht nach Freundschaft hatte.
Heute hat er sich in mich verliebt und ich bin sein Anker, sein Halt und ich bin nur erschöpft, weil mir die endlosen Diskussionen an die Substanz gehen.
Er hat meinen Freund konfrontiert mit Lügen, sodas ich ihn jetzt verloren habe.

Ich bin einerseits erleichtert, denn ich habe keine Kraft mehr und will raus aus der co-Abhängikeit, andererseits hab ich angst nicht mehr gebraucht zu werden.
Denn das hat mir schon eine daseinsberechtigung gegeben.
Mir ist es bewusst, wie doof diese Sätze eigentlich sind.

Es ist so schwer, zu begreifen, das ich nicht mehr verantwortlich sein muss. Ich als Verstand begreife es, aber mein Körper versteht das nicht.

Momentan fühle ich nichts mehr, ich hatte gestern einen Druck auf meinem Herzen, ich glaubte zu ersticken.
Aber sonst fühle ich mich tot und leer.

Wie fülle ich mich auf?
Ich habe angefangen meine angefangene Spur zu verlassen und bewege mich auf Neuland und habe Angst davor zu versagen.
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Xena hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
pedi1970
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2009
Beiträge: 262
Alter: 42
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 23.12.2009, 12:28    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Xena,

Deine Sätze sind nicht doof... im Gegenteil, sie zeigen, dass Du Dir ganz viele Gedanken über Dich machst und dass Du erkennst, dass Du Deine gewohnte Spur verlassen musst, weil sie Dir nicht mehr gut tut.

Und das ist gut so! Hab keine Angst, Du hast nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen! Irgendwann wirst Du wieder gebraucht, aber in einer "gesunden" Beziehung, die gut für Dich sein wird, anstatt Dich zu quälen.
In dem Moment, wo Du beginnst, Deine Aufmerksamkeit und Deinen Fokus auf Dich zu richten, verschwindet die Angst und auch das Bedürfnis, von anderen gebraucht zu werden.

Aber bis dahin müssen wir durch das tiefe Tal hindurch... nimm für Dich an, dass Du Dich leer und erschöpft fühlst. Es ist o.k. und nur allzu verständlich! Verurteile Dich nicht dafür. Wechsel langsam und Schritt für Schritt Deine Spur, in Deinem Tempo. Hol Dir Hilfe dafür, Du musst es nicht allein schaffen....
Fülle Dich auf, indem Du Dir was Gutes tust, Dir eine Freude machst.

Frohe Weihnachten wünscht Dir.. Pedi
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pedi1970 hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
Xena
Gast






BeitragVerfasst am: 24.12.2009, 12:35    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo

Danke Pedi,

ich wünsche euch auch Frohe Weihnachten.

Ich habe gedacht, ich wäre von der Co-Abhängigkeit ein bißchen weggekommen.

Nun habe ich herausgefunden, das ich noch ziemlich tief drinstecke.
Meinem Freund gegenüber, der nicht weiß, ob er mich noch will, und lieber trinkt.
Ich beobachte mich, wie ich nach Liebe und Zuneigung lechze und es kommt nichts.
Der unbedingt glauben will, ich hätte etwas mit meinem Kumpel gehabt.

Ich spüre, wie Verstand und Herz sich streiten, das Komische ist, der Verstand sagt, du brauchst ihn, das Herz sagt, traurig, es hat keinen Wert.

Mit meinem Kumpel, der mehr wollte und mich angeblich liebt, gab es wieder einen Alkoholexzess mit Zerstörung des Mobiliars.
Am Dienstag versuchte ich mit seiner Exfreundin zu helfen.
Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen.
Er hat sich dann in eine Klinik einweisen lassen, am Mittwoch, freiwillig.
Ich habe ihm Freundschaft angeboten, er wollte nicht. Mein Herz sagte, Freundschaft, mein Verstand sagte, ja versuch ihn zu lieben.

Es ist so paradox. Jetzt komme ich langsam dahinter, das beide mir etwas gaben.
Mein Freund gab mir guten S**, Spaß, Freundschaft.Aber keine Bindung.
Mein Kumpel gab mir das Gefühl wichtig zu sein. Super Gespräche.Eine Art Seelenverwandtschaft. Das Gefühl des Angenommenseins.Er wollte eine Bindung.

Ich schreibe viel Tagebuch, versuche Gefühle und Verstand zu analysieren.
Momentan hab ich keine Hilfe von außen.
Ich bin sowieso allein, habe keine soziale Bindungen, Freundschaften.

Ich lese hier viel.Schreibe.
Mir wurde bewusst, das ich von dem Kumpel auch gefühlsabhängig war.ich sehnte mich nach angenommensein.Ich war so glücklich, jemand gefunden zu haben, der Freund sein konnte. Ich habe 2001 meine einzigste beste Freundin verloren an Brustkrebs.
Ich sehne mich so nach einem Menschen, der mir Freund ist.

Irgendetwas warnte mich innerlich, mich nie auf ihn einzulassen.Ich habe ihn wütend gemacht, und ihn vor den Kopf gestossen. Ich habe seine Alkohoeskapaden gehasst.
Und nun sitze ich hier, und denke, ich werde nie Freundschaften haben, nie eine Beziehung führen, weil ich selber zu untauglich dafür bin.

Ich ziehe Menschen an wie Magneten, Menschen die meine vermeintliche Stärke sehen, die meine Sehnsucht spüren. Und es sind immer Trinker.

Ich spüre, ich bin an einer Grenze, einer Weggabelung, und ich sollte mich entscheiden, in was für eine Richtung ich will.

Heute morgen hat mich der Kumpel angerufen, ich solle ihn aus der Anstalt herausholen, er wäre falsch auf der Alkoholentzugsstation.
Im Suff hat er mich noch angeschrien, ich solle mich verpissen.
Jetzt tut es ihm leid und er braucht meine Hilfe.

Das ist ein ganz geschickter Manipulationsversuch, er weiß, das ich gutmütig bin und jedem helfe, der mich braucht.

Und was soll ich jetzt tun?
ich will das alles aufhört
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Xena hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben
pedi1970
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2009
Beiträge: 262
Alter: 42
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 25.12.2009, 19:01    Titel: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Xena,

Du schreibst, dass Du willst, dass das alles aufhört:
dafür kannst nur Du sorgen! Solange Du Dich immer wieder einspannen läßt und ihn z.B. aus der Klinik holst usw., kannst Du von Deiner Co-Abhängigkeit nicht heilen.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es nur funktioniert, indem ich den Kontakt zu solchen Menschen, die mich beleidigen, mir schaden, mich ausnutzen, weiter trinken, konsequent abbreche.
Der Preis war auch bei mir Einsamkeit, das kann ich nicht leugnen... aber nur so bekam bzw. bekomme ich die Gelegenheit, mir über mich und meine Gefühle klar zu werden. Das ist wie beim Süchtigen, der auch nur heilen kann, wenn er sein Suchtmittel komplett meidet.

Du schreibst "Ich habe ihn wütend gemacht" und "Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen." ; solange Du so denkst und fühlst, steckst Du noch mitten in Deiner Co drin!

Du wirst wieder Freunde finden, da bin ich mir ganz sicher. Freunde, die es gut mit Dir meinen und denen Du vertrauen kannst. Höre auf Dein Herz, es hat recht. Aber auch der Verstand hat recht, denn er weiß, dass wir in für uns schädlichen Beziehungen stecken.

Wenn Du lernst, Dich auf Dich und Deine Bedürfnisse zu konzentrieren, ohne Dich von außen schikanieren zu lassen, verschwindet die Traurigkeit Stück für Stück von allein. Du wertschätzt Dich dann wieder, wirst Dich besser, befreiter und zufriedener fühlen, was Du nach außen ausstrahlst.
Die Erfahrung hab ich gemacht.

Gib Dir Zeit, sei gnädig mit Dir... aber denk an Dein Wohl.
"ich will das alles aufhört".. dann lass es aufhören!! Winken

Alles Liebe.. Pedi
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pedi1970 hat zum Thema: Re: Hab ich die co-abhängigkeit an meine Tochter vererbt? geschrieben

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