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Mary69
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BeitragVerfasst am: 04.01.2010, 15:16    Titel: Neues Jahr - Neue Herausforderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

wieder zurück Smilie Ich hoffe, Ihr hattet alle ein ruhiges, entspanntes Weihnachten und seid wohlbehalten in das Neue Jahr gekommen.

Heute ist mein erste Arbeitstag nach den Feiertagen - und es ist wie immer das selbe Spiel, wenn ich mehrere Tage nicht in der Arbeit war (oder, wenn manchmal nur das Wochenende dazwischenliegt). Am Tag und vorallem in der Nacht vorher bin ich total unruhig, nervös - und diffuse Angstgefühle plagen mich. Ich denke mir, dies und das muss getan werden, schaffe ich das????!!!! Das macht mich schier wahnsinnig, weil ich nicht weiss, wie ich diesen Angstgefühlen beikommen soll! Zudem sind diese Gefühle irrational, denn es wird nix "Schlimmeres" als sonst geschehen. Aber diese Angst, das, was auf mich zukommt nicht bewältigen zu können lähmt mich manchmal direkt. Dann ist da nur diese Panik im ganzen Körper, aber vorallem spüre ich es im Magen. Natürlich habe ich mir schon ein paar Tage vor Arbeitsbeginn wieder den Kopf zerbrochen und ein wenig von zuhause aus vorgearbeitet soweit ich konnte. Aber richtig ekelhaft wird dieses Gefühl am Tag/Nacht vorher. Da würde ich am liebsten aus der Haut fahren, nicht mehr ich selbst sein Traurig .

Es wäre gelogen, zu behaupten, ich denke in diesen Situtationen nicht an Alkohol - ich tue es mehr denn je. Ein kleiner Schluck und das schreckliche Gefühl wäre für ein paar Stunden ausgeschaltet.... MIST!!! Ich weiss... Es sind äußere Dinge, die mich im Moment vom Trinken abhalten - meine Freundin, die Angst um meine Arbeitsstelle, die Tatsache, dass ich nass keinen Sport mehr machen kann, außerdem fände ich es schade, die 75 Tage, die ich gerade geschafft habe mit einem Schluck zu "zerstören". Es sind aber auch äußere Dinge, die mich zum Trinken bringen können - die Anforderungen in der Arbeit (nicht schaffen), meine "unsichere" Finanzlage, Wohnungssuche mit Freundin (da geht nix voran) etc.

Ich bin zwar im Augenblick trocken, aber nicht sehr glücklich dabei Weinen - fühle mich ein wenig hoffnungslos und verzweifelt (verzweifelt darüber, dass dieser Zustand noch lange so bleiben wird..)

Gut, dass ich schreiben konnte! Danke für's Lesen und Euch einen schönen Tag Smilie

Liebe Grüße Mary Winken
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Mary69 hat zum Thema: Neues Jahr - Neue Herausforderungen geschrieben
Mary69
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BeitragVerfasst am: 04.01.2010, 15:21    Titel: Neues Jahr - Neue Herausforderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Anmerkung: Vermutlich sind es nicht die äußeren Dinge - in erster Linie liegt es wohl an der Tatsache, dass ich gerade mal gut zwei Monate trocken bin und wie ein verwirrtes Kleinkind durch den Gefühldschungel stolpere Traurig

Mary
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Mary69 hat zum Thema: Neues Jahr - Neue Herausforderungen geschrieben
espoir
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 04.01.2010, 19:20    Titel: Re: Kampf an vielen Fronten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mary,

das, was du da beschreibst, kenne ich nur zu gut! Mit den Augen rollen
Nun bin ich weder Psychologin noch Wahrsagerin, aber ich tippe mal ganz schwer auf "unseren Freund", das Suchtgedächtnis. Ich erkläre mir das ganz einfach so:
Das Suchtgedächtnis ist reichlich frustriert, weil es schon länger keinen Alkohol mehr bekommen hat. Natürlich ist es auch nicht so plump, vor unserem geistigen Auge einfach ein Glas Wein o.ä. auftauchen zu lassen, nein nein, das wäre ja was für Dummies. Unser Suchtgedächtnis ist so perfide, uns so elend fühlen zu lassen wie damals, als wir noch gesoffen haben, in der Hoffnung, dass wir messerscharf daraus schließen: "Mensch, das nervt mich jetzt total, dass ich mich so übel fühle, das erinnert mich an damals..." Und somit wäre - zumindest rein theoretisch - die Möglichkeit eröffnet, dass wir auf eine wahnwitzige Idee kommen, wie wir diesen unschönen Moment beenden könnten...

Weißt du Mary, ich habe jetzt fast 18 Monate nichts getrunken (fehlen noch 3 Tage... Cool ) und komme immer noch in Situationen, die mich mörderisch an früher erinnern. Bestes Beispiel Job.
Ich fahre etwa eine halbe Stunde, meist Autobahn, dabei komme ich an diversen Autobahnbrücken vorbei. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt eine bestimmte Brücke, die erreiche ich je nach Verkehrsaufkommen nach etwa 12 bis 15 Minuten, an dieser Brücke hatte ich immer den Moment, wo es mir klar wurde, dass ich noch ordentlich Restalkohol hatte. Oder mir fiel ein, was ich schon wieder vergessen hatte vorzubereiten. Oder ich betete einfach, dass der Tag möglichst schnell rumginge und ich das schon schaffen würde und ich auch an diesem Tag nicht auffallen möge. Entsetzlich!
Und heute? Nun bin ich 18 Monate trocken, aber manchmal geht es mir halt auch nicht so gut, und wenn ich dann an dieser Brücke vorbeifahre, spüre ich einen dumpfen Schlag in der Magengegend, so arg, dass mir richtig schlecht davon wird. Da muss ich dann richtig auf mich selber einreden wie auf ein verängstigtes Kind und mir selber Mut zusprechen. Ich fange mich dann ja auch wieder, und bis ich wirklich angekommen bin, ist der Spuk natürlich längst vorbei. Aber trotzdem, unangenehm ist es auf jeden Fall. Traurig
Wenn es mir gut geht, und ich ausgeschlafen und halbwegs Winken fröhlich zur Arbeit fahre, kommen diese Dämone übrigens nicht.

Ich will damit ja auch nur sagen, dass du einfach geduldig mit dir sein musst. Jaja, ich weiß, "einfach"... Mit den Augen rollen Das sagt sich so leicht. Aber nach den vielen, vielen Jahren des Trinkens gibt sich das Suchtgedächtnis nicht so einfach geschlagen, das kann lange dauern, bis es sich endlich mal in eine ferne Ecke verkriecht. Und ich halte es mit einem Satz, der super zu irgendeinem Fantasy-Streifen passen würde: Die Bestie schläft nie...

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang für dich!?
Liebe Grüße
espoir
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espoir hat zum Thema: Re: Kampf an vielen Fronten geschrieben
Mary69
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 05.01.2010, 10:47    Titel: Re: Kampf an vielen Fronten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen - und vielen Dank für Deine ausführliche Rückmeldung Espoir Smilie Deine Antwort war nicht zu lange. Ich habe mich darüber gefreut! Ich selber neige ja dazu auch immer recht lange Antworten zu schreiben und viele meiner SMSen kann man wahrlich nicht mehr als Kurzmitteilungen bezeichnen Lachen - aber das nur am Rande...

Das, was Du mit der Autbahnbrücke, die dir auf der Fahrt zur Arbeit immer wieder begegnet, beschreibst fühlt/liest sich so an wie mein "Erlebnis" jeden Montagmorgen. Vermutlich ist mein Suchtgedächtnis bereits schon so konditioniert, dass es sich am Montag um drei Uhr morgens den "Wecker stellt", um zu erwachen, um mir erstmal einen Schlag in die Magengegend zu verpassen damit ich auch wach werde und mich mit ihm "beschäftige". Wie schon erwähnt ist das hauptsächlich nach dem Urlaub oder dem Wochenende so - immer, wenn ich halt einige Tage nicht mehr in der Arbeit war Traurig . Am zweiten oder dritten Arbetistag ist es dann erheblich besser, fühlt sich leichter an - so, als müsste ich es erst jedesmal auf's Neue erleben, dass nichts schlimmes in der Arbeit passiert. Da fände ich es dann wünschenswert, mein Suchtgedächtnis würde sich diese Tatsache mal "merken". Aber vermutlich sollte ICH MIR diese Tatsache merken Mit den Augen rollen !!! Versuche ich ja auch! Und ich rede mir auch gut zu und versuche es mit Atemübungen. Und da sind wir bei einem anderen Thema - Geduld! Obwohl ich weiss, dass es nicht auf einen Schlag besser werden kann erwarte ich wohl dieses "Wunder".... Hhmm, da muss ich wohl noch viel an mir arbeiten Mit den Augen rollen

Nochmals danke, Espoir! Werd Deine Worte nochmals auf mich wirken lassen!

Liebe Grüße
Mary
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Mary69 hat zum Thema: Re: Kampf an vielen Fronten geschrieben
OPA
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Anmeldungsdatum: 09.06.2009
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Alter: 46

BeitragVerfasst am: 06.01.2010, 01:21    Titel: Re: Kampf an vielen Fronten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mary,

wie soll ich beginnnen ... ?
....ich bin mir nicht sicher ob ich dich recht verstanden habe, aber ich denke es dreht sich hier bei dir um 2 Dinge.
Zum einen um ein Gefühl der Überforderung und zum anderen ein Gefühl nach Erleichterung.

Bei mir ist es zur Zeit ähnlich im Bezug auf das Gefühl der Erleichterung.
Mir schwirren Gedanken durch den Kopf mit der Erinnerung der Leichtigkeit, welche ich im ersten Moment beim Beginn des Trinkens hatte.

Ich hatte es gestern in meinen Thread etwas anders, villeicht deutlicher beschrieben....

Wie spoir geschrieben hat, es ist sicherlich eine Finte des Suchtgedächtnisses, mir fällt zur Zeit nur ein "da müssen wir durch"...
Wer hat ne bessere Idee?

lg
OPA
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OPA hat zum Thema: Re: Kampf an vielen Fronten geschrieben

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