Rene Zeiner neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 19.11.2009 Beiträge: 5 Alter: 44 Wohnort: Lienz
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Verfasst am: 18.12.2009, 07:44 Titel: Re: Ein Neuer, Rene Zeiner stellt sich kurz vor |
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Hallo!
Hat ein wenig gedauert.
Wir waren also in De La Tour und zuerst einmal bin ich einfach nur dankbar, dass ich als trockener, nüchterner Alkoholiker dorthin fahren kann.
Diesmal hat die Organisation nicht ganz gestimmt, weil Dr.Scholz nicht anwesend war. Unsere Gespräche mit den Patienten begannen mit einer halbstündigen Verspätung. Also stellte sich jeder von uns nur ganz kurz vor, damit noch genug Zeit für die erfreulich vielen Fragen übrig blieb. Allerdings steht immer um 10 Uhr die Wanderung auf dem Programm, wo dann leider 2 Drittel uns verlassen. Da dachte ich mir, das war das letzte mal, dass ich hierher komme. Wenn jemand meine "kostenlose" Hilfe nicht annehmen will, dann werde ich ihn auch nicht dazu zwingen. Da bewahrheitet sich wieder der Spruch: was nichts kostet ist nichts wert! Egal, es blieben ca. 20 Patienten sitzen und es wurde eine tolle Diskussion.
Wenn meine Freunde und ich nur einer Hand voll Menschen helfen konnten, so war es schon ein Erfolg. Ich muß mir immer vor Augen halten, dass viele dieser Menschen hier noch ganz am Anfang ihrer Genesung sind und ihr Geist einfach völlig vom Alkohol vergiftet ist. Nach der Diskussion gehen wir immer einen Kaffee trinken und dann wird es immer erst richtig interessant. Es entstehen Einzelgespräche, und genau diese sind für "Jeden"- auch für mich- besonders wertvoll!
Ich werde als in ca. 2 Monaten wieder nach De La Tour fahren, unter der Bedingung, dass uns 2 Stunden mit "allen" Patienten zur Verfügung stehen. |
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klarerkopf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2007 Beiträge: 122 Alter: 47 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 18.12.2009, 22:11 Titel: Re: Ein Neuer, Rene Zeiner stellt sich kurz vor |
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Hallo Rene,
interessant, deine Schilderungen aus dem "De la Tour", meiner ehemaligen Therapiestation.
Auch ich hab damals die Erfahrung gemacht, daß es eben auch Patienten gibt, deren Geist und Gedanken noch vom Alkkonsum vergiftet waren.
Wie sonst kann man ein interessantes Angebot, wie ihr es geboten habt, abschlagen.
Natürlich ist auch die Körperarbeit, wie eben wandern, auch Teil der Genesung. Habe auch alles mitgemacht, damals in Treffen.
Ich war schon ein paar Wochen vor Beginn der Therapie in Treffen trocken, so konnte ich bereits mit klaren Gedanken die Therapie dort beginnen, und natürlich habe ich solche Angebote, wie ihr sie anbietet, gerne angenommen.
Aber, es gibt eben verschieden denkende Patienten, und vor allem Patienten, die oft nicht aus freiem Willen diese Therapie machten (nach Druck des Arbeitgebers, Ehegatten, etc.), und diese sagten sich, habe ich selbst erlebt, "na, das ist mir jetzt zu langweilig, ich mach was anderes", statt solche Angebote anzunehmen und dies gleichzeitig als Hilfe zum Einstieg in ein alkfreies Leben zu sehen.
Dies ist aber bestimmt in jeder LZ-Therapie so, ich möchte kein schlechtes Licht aufs De la Tour werfen, für mich war dort der Einstieg in mein jetziges glückliches, suchtfreies Leben und ich konnte dort sehr viel für mich mitnehmen und für mein weiteres Leben lernen,
weil ich es so wollte !
Ich kann mich an eine bestimmte Situation damals erinnern, da kam eben auch jemand, der schon einige Jahre trocken war, in unsere Gruppendiskussion am Vormittag und hat uns in dieser Stunde versucht zu schildern, welchen Weg er gegangen ist, um eben dieses suchtfreie Leben leben zu können.
U. a. hat er uns auch geraten, wie man es hier in diesem Forum empfiehlt, nicht nur nichts zu trinken, sondern sein Leben auch zu ändern (Hobbies, etc.). Für mich damals Neuland, inzwischen weiß ich, daß es für ein alkfreies Leben unverzichtbar ist.
Er meinte dann, daß bei Nichtänderung der Gewohnheiten der Rückfall vorhersehbar ist, wie hier auch schon des öfteren geschrieben wurde.
Jedenfalls, ich dachte, ich bin im falschen Film, fingen da einige aus unserer Gruppe mit ihm zu streiten an, sie waren eben der Meinung, "nur Nichttrinken" reicht. Es hat dann noch einige Ratschläge seinerseits in dieser Gruppenstunde gegeben, aber das Problem dabei war, so sehe ich das heute,
daß diese Leute nicht "annehmen" konnten (noch nicht),
und wenn dieser Mensch, der eigentlich nur anderen in ihrem Schlamassel helfen wollte, dann die Motivation verliert, wie auch du das geschrieben hast, verstehe ich das vollkommen.
Aber, glaub mir eines, Rene, einige wenige dieser damaligen Gruppe incl. meiner Wenigkeit konnten bedingungslos annehmen, und haben sich gesagt, aha, das eine oder andere, das uns dieser Mann mit seiner Erfahrung gesagt hat, ist für mich wichtig und das kann ich auf meinem weiteren Weg gut gebrauchen.
Und siehe da, genau diese treffe ich alle Jahre dort beim Jahrestreffen, das es dort gibt. Bedingung für die Teilnahme an diesem Jahrestreffen ist, daß man ein suchtfreies Leben seit der LZT führt.
Ich hab jetzt vielleicht etwas verwirrend geschrieben, lange Rede - kurzer Sinn:
Wenn du auch nur 20 statt 60 Alkis helfen konntest, diesen 20 warst du wichtiger als alle anderen gleichzeitigen Aktivitäten, sie werden sich gerne und lang an dich erinnern.
lg
klarerkopf |
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