| bin ich zu schwach? • Weil ich liebe ... |
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Perri neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.11.2009 Beiträge: 4 Alter: 53
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Verfasst am: 10.12.2009, 21:38 Titel: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo,
dieses ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Ich schreibe als Angehöriger einer "EKA". Meine Lebensgefährtin (45J.) ist Tochter eines alkoholkranken Vaters sowie auch geschiedene Frau ihres alkoholkranken Mannes. (Inzwischen verstorben). Ich suche hier Hilfe und Ratschläge in meiner Situation, wo ich selbst nicht mehr weiterkomme. Es geht in erster Linie nicht um mich, sondern die Probleme die es mit unseren Kindern gibt. Ich vermute dass diese Probleme in der Vergangenheit meiner Lebensgefährtin liegen. Ich möchte diese kurz schildern:
Wir haben drei Kinder, einen erwachsenen (Stief)sohn (23J). und eine erwachsene (Stief)tochter (21J)., sowie eine gemeinsame Tochter (7J). Der älteste (Stief)sohn ist sehr unproblematisch, hat eine vorzügliche Ausbildung und schon Karriere gemacht - er ist so, wie man sich eben einen Sohn wünscht. Die (Stief)tochter hat ab ihrem 15. Lebensjahr nur Stress gemacht, ist unordentlich und faul, wenig hilfsbereit und überhaupt nicht gemeinschaftsfähig oder selbstständig. Nach mehreren heftigen Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter ist sie zur Oma gezogen.
Zunächst habe ich immer geglaubt, dass es eben verschiedene Menschen sind und entsprechend habe ich mir nicht soviele Gedanken um die Ursachen gemacht. Bis ich beim "googeln" auf die typischen Rollen von Kindern aus Familien mit Alkoholikern gestoßen bin. Da gibt es den "Helden" (der Stiefsohn) und den "Sündenbock" - eben die Stieftochter. Nach intensivem Studium dieser Zusammenhänge habe ich in Erfahrung gebracht, dass die gestörten Verhaltensweisen von erwachsenen Kindern alkoholkranker Eltern (also in diesem Fall meine Lebensgefährtin) an die Kinder weitergegeben werden. Nun habe ich festgestellt, dass eben auch unsere gemeinsame Tochter vermutlich ein "Opfer" der Kindheit meiner Lebensgefährtin werden wird, auch wo kein alkoholkranker Mann oder Vater mehr in unserer Familie ist.
Es liegt vermutlich am Erziehungsverhalten meiner Lebensgefährtin. Sie setzt keine Grenzen, alle Wünsche der Tochter werden auf der Stelle erfüllt, Fernsehen darf unsere Kleine 6 STunden täglich. Sie hat alles im Überfluss: 15 Puppen, 10 Jacken, 15 Hosen u.s.w. ALs Kind hatte sie nicht einen sondern 10 Schnuller gehabt und wurde bei jedem Piep bemuttert. So ähnlich hat meine LG das vermutlich auch mit der Stieftochter gemacht. Ich kann das nur vermuten; denn ich kenne Sie erst seit dem 11. Lebensjahr. Aber selbst in diesem Alter wurde sie wie ein kleines Kind bemuttert. Selbst mit 18 ist sie noch nicht einmal allein zum Amt gefahren um z.B. ihren Personalausweis abzuholen. Sie musste eigentlich überhaupt nichts tun, sondern hat immer alles erledigt bekommen und über alles gemeckert - besonders das Essen. Dann hat meine Lebensgefährtin eben neu gekocht - manchmal 3 Gerichte am Tag.
Ich war übrigens von der Erziehung "ausgeklammert" worden, nachdem wir damals zunächst die gemeinsame Erziehung abgesprochen hatten. Aber nachdem meine LG festgestellt hatte, dass mir wohl die "Erfahrung" fehlt, hat sie diese Absprache widerrufen.
Ich denke, die Stieftochter kann nichts dafür, sondern die Erziehung der Mutter hat sie eben so für das Leben "falsch programmiert". Die Stieftochter leidet jetzt sehr, sie hat keine Freundinnen und kommt kaum allein klar. Einen männlichen Freund hat sie nie gehabt.
Da ich diese Situation nicht einfach so hinnehmen möchte, stellt sich mir die Frage, wie ich es anstellen kann, dass zumindest unsere kleine Tochter nicht das gleiche Schicksal erleidet. Ich möchte mich an das Forum, insbesondere an Mütter mit gleichem Hintergrund wenden. Ich hoffe dass es jemanden mit entsprechender Erfahrung gibt, der mir sagen kann wie man aus dieser Situation herauskommt.
Wenn ich versuche mit meiner Lebensgefährtin zu reden blockt sie sofort ab. Es ist nicht möglich darüber zu reden, es gibt sofort Stress. Nach dem Versuch ist sie meistens mehrere Tage nicht ansprechbar. Auch ein direktes eingreifen (also z.B. das lange Fernsehen verbieten) gibt Ärger. Sie stellt sich meistens wie ein Löwe dazwischen, als ob sie unsere kleine Tochter vor mir beschützen müsste (obwohl es eigentlich anders herum ist?).
Ich suche wirklich verzweifelt nach Antworten und Ratschlägen! Vielen Dank im voraus für die hoffentlich zahlreichen Tipps.
Gruß Perri |
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| Perri hat zum Thema: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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EineUnterVielen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2009 Beiträge: 46
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Verfasst am: 13.12.2009, 02:24 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo Perri,
Ich bin selbst Tochter einer Alkoholikern und habe einen Sohn. Allerdings kann ich die Verhaltensweisen Deiner Lebensgefährtin nicht bestätigen, obgleich ich manche Vernachlässigungen bzw. Fehlverhalten in der Beziehung zu meinen Sohn mittlerweile schon in Verbindung zu meinen Eigenheiten als EKA sehe und versuche diese anzupacken und zu ändern.
Allerdings betreffen die eher das Gegenteil: Ich war oft zu streng, habe es als Bedrohung angesehen, wenn er nicht genausogut "funktionierte" wie ich, hab sein Selbstvertrauen zu wenig gestärkt etc. Also eher das Gegenteil von der Mutter Deines Kindes. Was nicht heißen mag, dass ihr Gluckenverhalten (kann man es so bezeichnen?) nicht genauso aus den Erfahrungen in ihrer Kindheit herrühren. Aber - ist das nicht immer so? EKA hin oder her? Ist die Erziehung unserer Kinder nicht stets eine Art Antwort auf die eigene Kindheit? Eine bestätigende, wenn man sie als gut und richtig erlebt hat (was garnicht heißen muss, dass dasselbe Muster auch das richtige für unsere Kinder ist) und eine versuchte Umkehr ins Gegenteil, wenn man sie negativ empfunden hat. Btw. Ist Deine Vorstellung von der "richtigen" Erziehung nicht auch nur (d)eine Vorstellung?
Ich wäre jedenfalls vorsichtig mit der Schlußfolgerung, die Krise Deiner Stieftochter dem Erziehungsmuster Deiner Lebensgefährtin anzulasten. Damit kannst Du nicht nur ziemlich daneben liegen (ich kenne einige Menschen mit Gluckenmüttern aber die sind auch alle sehr unterschiedlich) und sie somit sehr verletzen indem Du ihr Unrecht tust (was Eure Beziehung noch um ein großes Stück komplizierter macht), Du kannst Dir damit auch eine irrationale Angst um Dein Kind aufbauen. Angst ist ja nun der schlechteste Ratgeber ...
Wo ich Dir aber absolut zustimme, ist, dass Du von der Erziehung nicht ausgeschlossen werden darfst. Zumindest dann nicht, wenn Du keine körperliche oder seelische Bedrohung für Deine Kinder darstellst und davon gehe ich jetzt einmal aus. Ich weiß nicht, ob sie sich dessen bewußt ist, dass sie Eurem Kind den Vater vorenthält, wenn sie Dich die Rolle des Vaters nicht einnehmen lässt. Dazu hat sie weder das Recht, noch tut sie dem Kind Gutes damit (außer ... siehe oben).
Da ich aber davon ausgehe, dass es die "richtige" Erziehung nicht gibt - kurzum egal, wie Du erziehst sich ein Teil davon dem Kind im späteren Leben vorteilig, aber gleichzeitig ein anderer Aspekt nachteilig auswirkt. (irgendwelchen Vorwürfen wirst Du Dich später also unter Garantie stellen müssen ^^), bleibt ohnehin nur der Weg zum Kompromiss zwischen Dir und ihr. Denn ein ewiger Machtkampf ist für die Entwicklung des Kindes ja nun auch nicht gerade förderlich. Zu dem darf es nicht kommen.
Wie siehts denn mit einer Familienberatung aus? Die würde ich in dem Fall am ehesten als Lösungsweg sehen.
Soweit meine Gedanken dazu.
Hoffentlich findet ihr gemeinsam eine akzeptable Lösung!
EuV |
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| EineUnterVielen hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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sonnenblume1a neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.10.2009 Beiträge: 94
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Verfasst am: 13.12.2009, 21:32 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo Perri,
du sprichst ein Probleme an, dass hier so noch nicht diskutiert wurde, mir aber wichtig erscheint.
Ich bin Kind alkoholkranker Eltern, selbst Mutter zweier Kinder und lebe mit meinen Kindern alleine. Der Kontakt zum Papa ist aber sehr gut und intensiv. Ich versuche, meine Kinder zu selbstbewussten Menschen zu erziehen, da ich an mir sehe, wie wichtig das im Erwachsenenleben ist. Mir fehlt Selbstvertrauen. Aber ich merke auch, dass ich meinen Kindern viel zu viel abnehme, sie brauchen kaum im Haushalt helfen, ich erledige fast alles für sie. Ich erlaube auch zuviel, und bevor ich Diskussionen ertragen muss, gebe ich nach. Ich kümmere mich um alles, fahre sie zum Training, zur Probe, hole sie aus der Schule ab, bin in der Elternvertretung, bin bei jeder schulischen Veranstaltung dabei und und und. Erfülle ihnen materielle Wünsche und verzichte dafür auf Extras für mich. Dass das nicht nur gut sein kann, weiß ich auch. Aber ich möchte eben immer für meine Kinder die allerbeste Mutter sein, möchte als Mutter perfekt sein. Ich möchte ihnen Geborgenheit und ganz viel Liebe geben, alles das, was ich als Kind nicht hatte oder nicht so empfunden habe. Am liebsten möchte ich alles über sie wissen, was sie machen, was sie denken, was sie fühlen. Manchmal fühle ich da ein Loch, weil sie mir natürlich nicht alles erzählen. Sie erzählen mir sehr viel und das ist ein großer Vertrauensbeweis für mich. Ich habe meiner Mutter kaum etwas von mir erzählt, da war irgendwann überhaupt kein Vertrauen und auch keine Nähe mehr.
Vielleicht möchte deine Lebensgefährtin auch die perfekte Mutter sein und verwechselt das mit Überbemutterung und dem gluckenhaften Verhalten.
Sicher möchte sie ihren Kindern auch die perfekte Kindheit bieten und all das geben, was sie vermisst hat. Wobei ich finde, dass stundenlanges Fernsehgucken nicht dazu gehört.
Ihr müsst unbedingt einen gemeinsamen Erziehungsstil finden, sonst ist eure Tochter hin- und hergerissen und findet sich nicht mehr zurecht. Vielleicht versuchst du, nochmal mit ihr darüber zu reden, oder du suchst Hilfe bei einer Beratungsstelle.
Ich wünsche euch, dass ihr zum Wohle eurer Tochter einen neuen gemeinsamen Weg findet.
LG Sonnenblume |
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| sonnenblume1a hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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Perri neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.11.2009 Beiträge: 4 Alter: 53
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Verfasst am: 16.12.2009, 21:50 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo Sonnenblume und EuV,
danke für Eure Antworten. Ich bin erstaunt, dass im Prizip gegensätzliche Angaben von Euch gemacht wurden. In meiner Familie sieht es ja eher wie in der Beschreibung von Sonnenblume aus. Zu der Frage nach der "richtigen" Erziehung gibt es sicherlich mehrere Ansichten. Allerdings haben wohl die wenigsten die Chance frühkindliche Erziehung und das Ergebnis im jungen erwachsenen Alter gleichzeitig zu erleben. Daher ist für mich sicherlich der Zusammenhang plausibler, als bei "normalen" Familien, wo die Kinder vielleicht 2-6J. auseinander sind. Da meine Frau absolut nichts vob einer Beratung hält ("Therapeuten und Psychologen sind Idioten") bin ich notgedrungen allein zu einem Familientherapeuten gegangen. Dieser erklärte mir anhand von "Triple P" (positives Erziehungsprogramm), dass sehr wohl bei mir in der Familie die Zusammenhänge zwischen Erziehung und Verhalten der großen Tochter sind: Wenn ein Kind nicht auch Verzicht lernt, wird es später immer ein Anspruchsdenken entwickeln. Wenn das Kind immer nur im Mittelpunkt steht, wird man später auch keinen Respekt erwarten können. Aber wie EuV schreibt, dass kommt ja überall vor. Als ich aber dem Familientherapeuten so langsam die ganze Geschichte berichtet hatte, fragte er einmal, ob es nicht sein könnte, dass es in der Familie meiner Frau ein Problem mit Suchtmitteln gegeben hätte. Dieses konnte ich natürlich bestätigen. Darauf hin hat er mir die möglichen Zusammenhänge erklärt: Als Kind (Mädchen) in einer solchen Familie bist Du nie im Mittelpunkt, hast unter Umständen den ganzen Haushalt zu schmeißen und erhältst wenig oder keine Liebe. Nun versucht die spätere Mutter natürlich ihren Kindern genau dieses nicht zuzumuten - und schießt dann vielleicht über das Ziel hinaus. Ich denke, genau das passiert bei mir zu Hause. Jetzt könnte man denken, man redet da einfach drüber. Einer guten Mutter muss doch klar sein, dass 6 Std. Fernsehen zu viel sind, dass nur Kornflakes, Chips und Cola keine kindgerechte Ernährung ist. Aber das ist eben nicht so! Meine Frau kann und (will?) das einfach nicht verstehen. Es ist wirklich extrem. Wenn wir uns z.B. unterhalten, und unsere Tochter fragt etwas, unterbricht sie unser Gespräch sofort. Aus dem Bauch heraus würde ich unserer Tochter mit ihren 7 Jahren schon erklären wollen, dass man erst andere ausprechen läßt. Aber wenn ich das versuchen würde, wäre ich sofort "altmodisch" oder als ein "Nörgler" tituliert worden. Es geht wirklich nicht um Kleinigkeiten, sondern ist schon wirklich sehr krass. Deshalb habe ich versucht hier im Forum Hilfe zu finden, von Jemanden in der gleichen Situation. Jemand der vielleicht einen guten Ausweg gefunden hat??
Vielleicht gibt es ja doch noch ein paar Ratschläge für mich!
Gruß Perri |
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| Perri hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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EineUnterVielen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2009 Beiträge: 46
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Verfasst am: 17.12.2009, 00:11 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo Perri,
wie gesagt: Ich kann aus meiner Erfahrung als Mutter (mit all ihren Baustellen) nicht bestätigen, dass das die einzige Reaktion auf die eigenen Erfahrungen als EKA ist.
Aber egal, die Kernfrage ist ja im Grunde: wie kommst Du an Deine Lebensgefährtin ran, wie kannst Du sie erreichen mit Deinen Bedenken und Sorgen ohne, dass sie sofort abblockt. Und das ist natürlich schwer zu beantworten - vor allem, weil Du nur Deinen Aspekt der Konfliktsituationen schilderst und schildern kannst. Wie die Sicht Deiner Lebensgefährtin auf die Situationen aussieht, können wir nicht sehen. Und das macht es schwierig, denn jeder Konflikt hat ja 2 Seiten.
Was bleibt? Mein Bauchgefühl sagt mir, dass (selbst wenn Du recht hast mit der Ursache für fehlende erzieherische Grenzsetzung was ja plausibel klingt) die Möglichkeit Deine Freundin zu "erreichen" nicht gegeben ist, wenn Du sie nicht als sie selbst ansprichst, sondern als EKA. Ich weiß nicht, ob es so ist. Ob sie es so empfindet. Aber wenn ich mich versuche in die Situation hineinzuversetzen, dann würde ich sofort blocken, wenn ich das Gefühl bekomme in eine Schublade gesteckt zu werden. Denn klar, ich bin EKA, aber abgesehen davon bin ich noch viel, viel mehr. Das was meine Person ausmacht, hat genausoviele verschiedene Ursachen, wie bei jeden anderen Menschen auch.
Hm - ich zweifel grad schwer, ob ich ausdrücken kann, was ich sagen will
Jedenfalls ist die Kernfrage des Problems ja offenbar: wie kannst Du sie erreichen, wie kannst Du sie "knacken", so dass sie es zulassen kann, Deine Bedenken und Sorgen und Wünsche zu akzeptieren und anzunehmen ohne sich davon bedroht zu sehen. Ist es der Tonfall? Ist es etwas anderes? Bildlich dargestellt: Du stehst da wie der Prinz vor den hohen Mauern des Rapunzelturms, die ihre Schutzmauern darstellen. Wie stellst Dus an, dass Rapunzel ihr Haar herunter lässt? (vor demselben Problem steht man übrigens auch als Elternteil mit pubertierenden Kindern oft - wie erreicht man sie?)
Gibt es vielleicht Menschen in ihrem Umfeld, denen sie nahe steht und vertraut? Jemand, der (möglicherweise nur aufgrund einer anderen Beziehungskonstellation zu ihr) den Schlüssel zum knacken hat? Eine gute Freundin vielleicht? Wäre so eine Person als eine Art "Mediator" möglich, wenn sie eine Familientherapie schon ablehnt? Jemand der ihr Deine Standpunkte "übersetzen" kann bzw. Dir verständlich machen kann, wie sie denkt und fühlt?
Alles Gute!
EuV |
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| EineUnterVielen hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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Perri neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.11.2009 Beiträge: 4 Alter: 53
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Verfasst am: 18.12.2009, 20:23 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Hallo EuV,
danke für Deine Bemühung einen Weg zu finden. Ich habe glaube ich verstanden was Du zu Anfang sagen wolltest: Wenn ich bei meinen Versuchen mit meiner LG zu reden von dem Gedanken ausgehe "Sie ist Schuld", dann wird sie "Dicht machen". Vermutlich wird das jeder mehr oder weniger tun; denn wer möchte schon "Schuld" sein?. Ich finde es gut, dass Du direkt zum Kern gekommen bist - es geht ja nicht um die "richtige" Erziehung, sondern wie "erreiche" ich meine LG und kann eine Kommunikation aufbauen. Genau dieses konnte der Familientherapeut auch nicht ganz schlüssig beantworten. Er sagte nur, dass EKA oft ein geringes Selbstwertgefühl haben (ist bei meiner LG so), und deshalb es schwer ist solche Diskussionen zu führen. Wenn nämlich der Inhalt des Gesprächs zur Folge haben soll, das eigene Handeln in Frage zu stellen, dann hätte Sie ja "etwas falsch" gemacht. Das hätte wieder ein geringeres Selbstwertgefühl zur Folge. Darum werden solche Gespräche geblockt. Er sagte weiter, dass das bei vielen Menschen so ist, aber bei EKA besonders schlimm, weil sie gelernt hätten Probleme zu verdrängen und nicht zu lösen.
Er hat mir dann geraten, mich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden, was ich ja auch im Prinzip getan habe. Vielleicht hast Du doch noch eine Idee? Wie müsste man denn bei Dir vorgehen, wenn Du in so einer Lage wärst? Was würde Dich bewegen, Deine als richtig empfundene Erziehungsmethoden in Frage zu stellen?
Gruß Perri |
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| Perri hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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EineUnterVielen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2009 Beiträge: 46
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Verfasst am: 18.12.2009, 20:51 Titel: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) |
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Guter Ansatz! Obgleich - wie gesagt - wir glaub ich ziemlich verschieden sind.
Trotzdem, ich versuche mal in mich zu gehen ...
Ich mache sofort dicht, wenn man versucht mir etwas aufzudrängen - ein bewertendes "Du bist", "Du machst", "Du tust" oder am schlimmsten "Du musst" geht garnicht.
Was gut funktioniert sind Gespräche ohne Bewertung. Jede Meinung ist akzeptabel und nachvollziehbar, solange sie als eigene Sicht der Dinge vertreten wird. Wenn mein Gesprächspartner jedoch ein "ich meine" als "es ist so" vermittelt, dann reagiere ich ganz schlecht drauf.
Wenn ich mich also in Eure Situation hineinversetze und von Dir käme "Du musst" oder "Du darfst nicht" an mich oder mein Kind (Achtung: sprichst du mein Kind an, sprichst du mich an), geh ich in Kampfposition. Kommt hingegen ein verständnisvolles "schau, es geht mir mit dieser Situation so und so. Ich befürchte dabei dieses, ich habe dabei Angst um jenes. Ich würde mir wünschen, dass ... wie können wir damit umgehen? Wäre das oder das für Dich denkbar. Überleg mal in Ruhe, vielleicht fällt Dir eine Lösung dazu ein." dann ist das ein ganz anderer Ansatz. Einer der mich erreicht, da ich mich nicht angegriffen fühle, mir nichts aufgedrängt wird, aber versucht wird mich in die Lösungssuche zu integrieren.
Aber ... so funktioniere ich. Ob das der richtige Weg ist, Deine LG zu erreichen, weiß ich natürlich nicht. |
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| EineUnterVielen hat zum Thema: Re: Erziehungsprobleme seitens Mutter (Sie ist EKA und Co) geschrieben
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