| Wie soll es weiter gehen? • Wie schaffe ich es nur meine Gefühle zu zeigen |
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Suleika neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.12.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 08.12.2009, 18:43 Titel: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo,
ich bin gestern auf euer Forum gestoßen und konnte dann stundenlang nicht aufhören darin zu lesen. Mir ist viel bewusster geworden wie tiefgreifend diese Krankheit ist und dass ich das Ganze nicht mehr auf sich beruhen lassen möchte sondern mich damit auseinandersetzen muss.
Es geht um meinen Vater, Ende 50, der, so glaube ich (und auch meine Mutter) geradewegs darauf zusteuert abhängig zu werden oder es vielleicht schon längst ist. (Meine Meinung ist letzteres, meine Mutter verharmlost das Ganze noch, vielleicht zum Selbstschutz)
Ich wohne nicht mehr zu Hause, da ich zum studieren ausgezogen bin und komme zunehmend seltener nach Hause...weil ich mich nicht immer nur mit diesem Konflikt auseinandersetzen will. Aber auf der anderen Seite habe ich das Gefühl so meine Mutter "im Stich" zu lassen. Ich bin die einzige Person der sie sich anvertraut hat, mit meinem jüngeren Bruder (schreibt bald Abitur) will sie nicht darüber sprechen.
Wie viel Bier mein Vater täglich abends trinkt wissen wir beide nicht so genau, sie "kontrolliert" das heimlich indem sie die Bierflaschen zählt, aber wie ich mittlerweile in den andren Threads gelesen habe wissen Alkoholiker sehr gut ihre Sucht zu verstecken und dementsprechend neue Verstecke zu finden.
Es hat lange gedauert bis meine Mutter verstanden hat wieso sich mein Vater so verändert hat. Es war zwar schon immer ein stehr strenger Vater, der sich in Sachen Emotionsäußerungen v.a. uns Kindern gegenüber immer sehr schwer getan hat (v.a. meinem Brudern gegenüber)...doch haben wir das immer so hingenommen.."der Papa ist halt so"
Ich denke auch nicht, dass das mit der Alkoholsucht jetzt erst "plötzlich" kam...dass die Väter abends 1-2 Bierchen trinken ist ja in fast jeder Familie so..aber eben nicht jeden Abend 5, 6 oder mehr.
Man kann mit ihm am späten Abend keine normalen Gespräche mehr führen, er wird sofort aggressiv und laut und schiebt alle ihm zugesprochene Schuld (wenns auch nur darum geht wer den Müll morgen runterbringt) auf uns. Ich habe deswegen seit langem keine ernsten Gespräche mehr mit ihm geführt.
Er hat sich in unserer Familie total isoliert, keine Freunde und sitzt nach dem Abendessen nur am PC oder vor dem TV. Aber natürlich am besten in einem anderen Raum als meine Mutter, damit sie nicht mitbekommt wie viele es denn wieder waren.
Ich habe ein einziges mal versucht ihn darauf anzusprechen, habe ihm eine E-Mail geschrieben, von meinen Sorgen berichtet und ihm Zahlen genannt, die ihn zum nachdenken bringen sollten. Dass er sonst noch "bei Sinnen" ist merkt man daran, dass er seine Arbeit noch ohne Fehler meistert..das mit dem Trinken geht eben erst nach Arbeitsschluss los, wahrscheinlich schon auf dem Heimweg und dann eben daheim zum Leid der Familie.
Ich habe ihn zur Einsicht bringen wollen..,die er eigentlich haben sollte, da er diese Krankheit schon 2 mal hautnah mitbekommen hat. Seine beiden Brüder sind/waren ebenfalls alkoholkrank. Der eine ist seit 20 Jahren trockener Alkoholiker und der andere hat wohl auch immer mal wieder Abstürze. Einsicht ist hier vielleicht nicht das richtige Wort, aber ich meine doch, dass man durch solchen Erfahrungen gewarnt sein sollte. -Scheinbar nicht.
Ich weiß nicht wie das weitergehen soll. Was ich noch tun kann oder ob ich überhaupt was tun kann. Irgendwie denke ich..es ist noch nicht alles zu spät und vielleicht hat er dennoch irgendwann eine Einsicht. Aber auf der anderen Seite weiß ich dass es nur Schönrederei ist.
Es enttäuscht mich einfach wenn ich einmal nach Hause komme und mein Vater ohne kurzes Gespräch ins Bett verschwinden will nur damit ich nicht bemerke dass er schon wieder "einen Sitzen hat".
Ich weiß nicht ob wir die richtige "Strategie" verwenden..oder ob wir das überhaupt tun sollten..meine Mutter hat ihn schon ein paar mal auf den Konsum angsprochen (natürlich nur morgens, abends kann man nicht mit ihm reden)..da gibt er dann auch zu dass es "etwas" zu viel ist. Sie hat ihm vorgeschlagen, ihr zu beweisen, dass er kein Alkoholiker ist indem er einfach mal einen Abend nichts trinkt. Seine Antwort war "dann bin ich eben einer"...
Ich denke das sagt schon sehr viel. Ich versuche ihn ständig zu überreden doch mal zum Arzt zu gehen..ich spreche immer nur von einem "Generalcheck"..bei dem sicherlich seine Leberwerte erhöht wären um ihm die Augen zu öffnen. Aber das lehnt er ständig (wohlwissend) ab..
Ich weiß, das war jetzt sehr viel auf einmal..aber es tat gerade gut mir das alles mal von der Seele zu schreiben. Gerade weil meine Mutter und ich überfordert sind. Ich habe ihr auch schon geraten sich mal Hilfe bei einer Suchtberatung zu holen. Das hat sie bisher noch abgeleht..deswegen suche ich erstmal Hilfe hier in diesem Forum.
Ich bin wirklich dankbar über Antworten / Gedanken.
Suleika (bin ein Goethe-Fan ) |
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| Suleika hat zum Thema: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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marinajako sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 1404 Alter: 37 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 08.12.2009, 22:04 Titel: Re: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo Suleika,
herzlich Willkommen hier im Forum, schön das du uns gefunden hast.
Du schreibst ja selber das du dich schon viel umgeschaut hast hier im Forum das wäre auch das was ich dir geschrieben und geraten hätte es tut einfach gut Bescheid zu wissen, einfach informiert sein, zu wissen was Sache ist.
Und schreib was das Zeug hält das Forum ist gut um sich rat zu holen aber auch gut dafür Sachen hier zu lassen und sie einfach mal loszuwerden schreib dir von der Seele was dich bedrückt meist sieht man hinterher klarer geht mir zumindest so.
Lieben Gruß
Marina |
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| marinajako hat zum Thema: Re: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 08.12.2009, 22:51 Titel: Re: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo Suleika,
schön das Du da bist, sei willkommen!
Ich kann es sehr gut verstehen, dass Du Dir Sorgen um Deinen Vater und auch um Deine Mutter machst, berechtigte Sorgen. Und Du möchtest bestimmt, dass es Deinen Eltern gut geht, sie kraftvoll und gesund sind, oder?
Ja, sie haben ein Problem, ein gemeinsames Problem - DEREN Problem.
Du bist deren Tochter, Du bist weder verantwortlich für Deinen Vater, noch für Deine Mutter - sie sind groß, erwachsen und können für sich selber sorgen, oder auch nicht. Du bist auch nicht die Zuhörfreundin Deiner Mutter, Du bist ihre Tochter - SIE ist die Große und Du bist die Kleine.
Zumindest ist es nicht DEINE Aufgabe, Ihnen zu helfen. Ja, es ist wichtig sie auf das Alkoholthema anzusprechen- es nicht zu verharmlosen. Doch etwas tun und ändern können nur Deine Eltern.
Mein Vater hat auch getrunken, nie schlimm für mich, da ich nicht bei ihm lebte und es kontrolliert war. Später wurde er Herzkrank - auf seinen Rotwein wollte er trotzdem nicht verzichten, auch wenn er dafür kürzer lebte. Ich konnte das akzeptiere, er ist ein erwachsener Mann, für sich verantwortlich. Es steht mir nicht zu, ihm Ratschläge zu erteilen.
Ich hoffe ich trete Dir nicht zu nahe mit meiner Antwort.
Liebe Grüße Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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Vivian1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.12.2009 Beiträge: 32 Alter: 33
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Verfasst am: 08.12.2009, 23:25 Titel: Re: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo Suleika,
ich finde es toll, dass du deinen Vater so offen auf sein Problem angesprochen hast und es somit nicht in dich rein frisst oder verdrängst.
Die anderen haben alerdings recht, wenn er nicht will, wirst du ihn nicht aufhalten können. Ich würde auch versuchen, dass deiner Mutter klar zu machen. Danach muss Sie für sich entscheiden, was Sie für Konsequenzen aus seinem Alkoholkonsum und der damit eingehenden Veränderung zieht.
Du kannst keinen von Beiden dazu zwingen. Aber du kannst DICH schützen. Jeder hier weiss, wie schwer es ist seine Familie "im Stich zu lassen". Aber du lässt niemandem im Stich, Sie sind Erwachsen und für ihre Handlungen selber verantwortlich - NCHT DU !
Vergesse unter deinem angeborenen Pflichtgefühl für deine Familie nicht dich selbst. Ich wüsche dir von Herzen viel Kraft. |
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| Vivian1 hat zum Thema: Re: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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Suleika neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.12.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 10.12.2009, 22:49 Titel: Re: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Es tut gut zu wissen dass man mit diesem Problem nicht allein ist. Ich bin am Wochenende wieder zu Hause und werde mir selbst noch einmal ein Bild machen. Und eure Ratschläge befolgen. Und eventuell noch mal mit meiner Mutter sprechen sich mal bei einer Suchtberatung zu informieren. Sie muss das einfach ernster nehmen.
Danke
Suleika |
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| Suleika hat zum Thema: Re: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
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Verfasst am: 22.12.2009, 22:25 Titel: Re: Den Absturz noch stoppen? |
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Hallo Suleika,
wie geht's dir inzwischen?
Einer der Ratschläge war ja sinngemäß, daß du dich selbst ernster nehmen solltest, dich und DEINE Bedürfnisse.
Lg, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Den Absturz noch stoppen? geschrieben
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