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schwester eines jungen alkoholikers

 
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dan79
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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18.11.2009, 18:26    Titel: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

gibt es geschwister hier drin von Alkohlkranken??
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dan79 hat zum Thema: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
Linde66
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BeitragVerfasst am: 18.11.2009, 18:46    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo dan,

ja, mein jüngerer Bruder ist trockener Alkoholiker.


Lg, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
dan79
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 19.11.2009, 18:17    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo Linde

und wie hast du die zeit, in der er noch getrunken hat erlebt??

wie wurde er trocken?

liebe grüsse
daniela

Linde66 hat Folgendes geschrieben:
Hallo dan,

ja, mein jüngerer Bruder ist trockener Alkoholiker.


Lg, Linde
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dan79 hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
Linde66
Moderatorin
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Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 19.11.2009, 23:52    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Daniela,

ich war damals schon ausgezogen. Da ich trotzdem oft daheim war, fiel mir immer die angespannte Situation auf. Entweder schwiegen alle oder es wurde über ihn geredet, aber nicht mit ihm. Seltsame gedrückte Stimmung im Haus. Meine Mutter ist Alkoholikerin, trinkt "heimlich".

Mein Bruder trank immer mit Freunden am Wochenende, wenn sie unterwegs waren. Irgendwie fand ich das damals normal, aber irgendwie auch nicht. Schwer zu beschreiben. Damals war ich nicht wirklich "wach", wie neben mir. Alles was mit Alkoholismus zu tun hatte blendete ich aus. Ich konnte ja auch das mit meiner Mutter nicht wirklich begreifen. Ich war damals völlig überfordert, auch unfähig für mich selber jemandem von "außen" um Hilfe zu bitten.

Wegschauen, nichts sehen wollen oder können, Unbehagen, Scham, Überforderung, wenn ich nix sehe dann ist auch nix... Hm. So ungefähr war das für mich. Mit ihm geredet habe ich darüber nie, wir hatten eh nie wirklich guten Kontakt.

Trocken wurde er nach einem Krankenhausaufenthalt. Er redet nicht über diese Zeit, alles wird totgeschwiegen, ausgeblendet, ignoriert. Wir haben so gut wie keinen Kontakt mehr.

Beklemmend fand ich die Zeit und niederdrückend. Meiner Mutter versuchte ich eine zeitlang zu "helfen" ohne daß sie das wollte. Da sie daraufhin noch mehr trank, habe ich das gelassen...


Ich bin die einzige aus der Familie, die aus diesem alkoholkranken System ausgestiegen ist. Die einen trinken, die anderen sind Co-abhängig oder haben Suchtverlagerungen entwickelt. Ich war jahrelang in Therapie.


Wie geht es dir? Magst du ein wenig erzählen?

Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
kürbis
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 23
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 20.11.2009, 08:23    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Meiner Mutter versuchte ich eine zeitlang zu "helfen" ohne daß sie das wollte. Da sie daraufhin noch mehr trank, habe ich das gelassen...

Guten Morgen,
ist das allgemein so, das bei unerwünschter " Hilfe" der Alk Konsum gesteigert wird? Ist auch meine Beobachtung, bin mir aber nicht sicher ob ich das richtig sehe.

Liebe grüße
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kürbis hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
Selbsttreu-Fisch
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.12.2008
Beiträge: 951
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 21.11.2009, 17:04    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dan,

mein älterer Bruder ist nasser Alkoholiker. Ich bin inzwischen trocken. Mein Bruder und ich sind früher viel "auf die Rolle" gegangen. Ist heute natürlich eine andere Situation. Ich kann ihn ab einem bestimmten Zustand nicht mehr ertragen, albern, blöd kommt er mir dann vor. Irgendwie macht mich das auch traurig, aber ich habe gelernt, ihn mit seinen Problemen loszulassen. Er muss selber den Willen haben, nicht mehr trinken zu wollen. Habe versucht, ihm die Vorteile des Nicht-mehr-Trinkens aufzuzählen, er hat dazu geschwiegen.

Ich selber musste erst auf meine ganz persönliche (ist bei jedem anders) Schamgrenze runterfallen und habe mich dann aus eigenen Stücken dazu entschieden, mein Leben wieder lebenswert zu machen und damals mit Hilfe des Blauen Kreuzes Stabilität gefunden.

In meiner Familie wird das Thema runtergespielt. Als ich vor einigen Monaten mit meiner Mutter über meinen Bruder gesprochen habe und ihr gesagt habe, dass er ja auch alkoholkrank ist, war sie ganz verwundert, er würde manchmal viel trinken, aber abhängig? Das hat mich echt wütend gemacht. Blindheit siegt? Sie selber kann viel vertragen, trinkt aber bei sich zu Hause nichts, nur bei Feiern.

Alkohol verändert eine ganze Familie. Mir wurde gesagt, so viel hast du ja auch nicht getrunken, eigentlich bist du ja kein richtiger Alkoholiker, hä? Theoretisch hätte ich in meiner Familie einen Freibrief, wieder zu trinken. Inzwischen beginnt es aber so hie und da Klick zu machen. Insbesondere mit meinem Neffen, mit dem ich mich sehr gut verstehe, habe ich über meine Alkoholsucht offen gesprochen. Er selber war früher jedes Wochenende "zu", hat mir aber letztlich mal gesagt, dass er das kaum noch machen würde. Vielleicht hat da ja doch ein Umdenken eingesetzt.

Ich glaube manchmal, dass die Blindheit gegenüber Alkoholkranken als Begründung dafür genommen wird, sich selber ohne schlechtes Gewissen die Birne zuknallen zu können.

Mit Hilfe im Sinne von Ratschlägen oder gut zureden erreicht man glaube ich gar nichts. Ich habe, was meinen Neffen betrifft, einfach über meinen eigenen Werdegang und meinen Weg, wie ich immer tiefer gerutscht bin, gesprochen, insbesondere auch darüber, wie ich mich aus Scham, weil es mir peinlich war, nach 2 Bier schon zu stottern anzufangen und nicht mehr zusammenhängen sprechen zu können, nur noch alleine zu Hause mit meinen Bier- und Weinflaschen saß und keine persönlichen Kontakte mehr nach außen hatte.

Glaube, dass wenn jemand schon zu tief in der Spirale drin steckt, dass man gar nichts machen kann, weil man nicht mehr auf klaren Verstand trifft.
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Selbsttreu-Fisch hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
dan79
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 22.11.2009, 15:42    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Linde

bei meiner familie ist es leider ein ewiges thema..der alkohol...mein vater war und ist alkoholiker (obwohl dieser heute sein leben einigermassen im griff hat und nicht mehr diese exzesse hat wie früher, daher ist mein vater auch nicht mein problem)...und wir (ich und meine mutter) sind der festen überzeugung, dass alkoholismus vererbt wird und mein bruder bereits ein beachtliches erbgut mitbekommen hat.

seine probleme haben, soweit ich mich zurückerinnern kann, vor ca. 12 jahren begonnen...er wurde in einen beruf gezwängt, der ihm als notlösung diente, aber nicht wirklich spass machte: Metzger!
und dies zog dann immer mehr die probleme mit sich. Drogen und Alkohol halfen ihm, aus dem öden alltag zu fliehen....meine mutter war immer für ihn da, er wohnte auch zimlich lange bei ihr. ich war schon länger ausgezogen.

heute ist es so, dass er bereits ein paar mal fast sein leben verlor, weil er absolut kein mass mehr hat...vorletzte woche musste man ihn wiederbeleben, mit alkohol und drogen im blut. 24 stunden später wurde er aus dem spital entlassen... von zu hause aus haben ihn dann meine mutter und mein vater ini die psychiatrie gebracht....zu x.ten mal... dann blieb er bis er einigermassen wieder bei sinnen war...die ärzte gaben ihm eine schachtel beruhigungsmittel mit und der nächste absturz war vorprogrammiert!

dieses mal war es anders: die ärzte reagieren und auch das sozialamt macht druck: es wurde ein fürsorglicher freiheitsentzug verfügt! ENDLICH, war mein erster Gedanke, ES WIRD ETWAS UNTERNOMMEN!!

tja, falsch gedacht, meine mutter hat angst um ihn, da er nur noch weinte und mit selbstmord droht, so, dass sie ihn unterstützt, wenn er mit einer einsprache durchkommt und ihn bei sich aufnimmt und unterstützt, ganz klar mit der auflage: ein tropfen und sie meldet ihn und er muss zurück in die klinik!

ich bekam den grössten krach mit meiner mutter: mache ich mir doch sorgen um sie...sie hat schon soooo lange und sooo viel für ihn getan, ging selber fast kaputt daran..und jetzt macht sie es bereits wieder!! ich kann es einfach nicht verstehen... ich glaube einfach nicht, dass dies ihm hilft!! Traurig


Linde66 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Daniela,

ich war damals schon ausgezogen. Da ich trotzdem oft daheim war, fiel mir immer die angespannte Situation auf. Entweder schwiegen alle oder es wurde über ihn geredet, aber nicht mit ihm. Seltsame gedrückte Stimmung im Haus. Meine Mutter ist Alkoholikerin, trinkt "heimlich".

Mein Bruder trank immer mit Freunden am Wochenende, wenn sie unterwegs waren. Irgendwie fand ich das damals normal, aber irgendwie auch nicht. Schwer zu beschreiben. Damals war ich nicht wirklich "wach", wie neben mir. Alles was mit Alkoholismus zu tun hatte blendete ich aus. Ich konnte ja auch das mit meiner Mutter nicht wirklich begreifen. Ich war damals völlig überfordert, auch unfähig für mich selber jemandem von "außen" um Hilfe zu bitten.

Wegschauen, nichts sehen wollen oder können, Unbehagen, Scham, Überforderung, wenn ich nix sehe dann ist auch nix... Hm. So ungefähr war das für mich. Mit ihm geredet habe ich darüber nie, wir hatten eh nie wirklich guten Kontakt.

Trocken wurde er nach einem Krankenhausaufenthalt. Er redet nicht über diese Zeit, alles wird totgeschwiegen, ausgeblendet, ignoriert. Wir haben so gut wie keinen Kontakt mehr.

Beklemmend fand ich die Zeit und niederdrückend. Meiner Mutter versuchte ich eine zeitlang zu "helfen" ohne daß sie das wollte. Da sie daraufhin noch mehr trank, habe ich das gelassen...


Ich bin die einzige aus der Familie, die aus diesem alkoholkranken System ausgestiegen ist. Die einen trinken, die anderen sind Co-abhängig oder haben Suchtverlagerungen entwickelt. Ich war jahrelang in Therapie.


Wie geht es dir? Magst du ein wenig erzählen?

Lieber Gruß, Linde
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dan79 hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 23.11.2009, 21:06    Titel: Re: schwester eines jungen alkoholikers Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dan,

wenn du magst, dann schau mal hier: http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-coabhaenigkeit.php Vielleicht erkennst du ja ein paar der Muster, die in alkoholkranken Familien vorkommen.

Dan, du kannst nur für DICH hier sein. Du kannst deinem Bruder oder deinem Vater nicht helfen, wenn sie keine Einsicht in ihre Sucht zeigen und Hilfe gar nicht annehmen möchten. Auch deine Mutter, die immer wieder den Beteuerungen ihres Sohnes glaubt, kannst du nicht helfen. Du würdest gegen Windmühlenflügel ankämpfen... Jeder ist für sich selber verantwortlich, also auch sie.

Von Außen kann man keinen Alkoholiker trocken bekommen, jeglicher Zwang ist sinnlos gegen die Sucht, der Rückfall vorprogrammiert. Erst am Tiefpunkt angekommen und mit der Einsicht etwas für sich selber verändern zu wollen, kann dein Bruder die Suchterkrankung zum Stoppen bringen.


Du kannst für DICH etwas tun: dich hier mit anderen Erwachsenen Kindern austauschen zum Beispiel um besser zu verstehen, was der Alkoholismus in deiner Familie mit DIR macht. Und wie du davon inneren Abstand bekommst, Schritt für Schritt.

Lieber Gruß, Linde


P.S. wenn du unten auf ANTWORT ERSTELLEN klickst, dann wird nicht immer der vorangegangene Beitrag nochmal mitabgedruckt.
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Linde66 hat zum Thema: Re: schwester eines jungen alkoholikers geschrieben

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