| Bin neu und möchte mich vorstellen • Meine Geschichte |
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questor neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.11.2009 Beiträge: 14 Alter: 42 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 14.11.2009, 03:09 Titel: Aufwachphase ?!? |
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Hallo zusammen,
immer noch etwas ungläubig bin ich dabei, meine eigene Situation als Angehöriger zu realisieren. Als "Co" möchte ich mich (noch?) nicht bezeichnen, obwohl ich ansatzweise erkenne, dass das eine oder andere Symptom auch bei mir vorhanden ist.
Ich stehe wirklich noch ganz am Anfang und bin mir unsicher, neben der Rolle des Helfenden auch die Rolle als "Co" als für mich relevantes Thema anzunehmen.
Ich bin auf das Forum aufmerksam geworden, weil ich Rat suchte, wie ich meine Frau dazu bringen kann, ihre Sucht sich selbst einzugestehen und externe Hilfe anzunehmen. Das Lesen im Forum vor dem Anmelden hat mir natürlich schnell gezeigt, dass ich da eine falsche Vorstellung habe.
Ich bitte Euch also, mir zu helfen, die Situation zu ordnen und vielleicht hartnäckige Misdeutungen und Schutzvorstellungen zu erkennen und richtigzustellen. Denn das einzige was ich wirklich weiß ist, dass ich eben nichts (sicher) weiß.
Es ist nämlich so, dass ich die Alkoholabhängigkeit meiner Frau nur durch Zufall erkannt habe indem ich nämlich zufällig verstecktes Leergut fand. Das habe ich beim ersten Mal gar nicht weiter beachtet, mich nur geärgert, dass es wohl vergessen wurde weggebracht zu werden. Nachdem ich viel später aber wieder ein solches Depot an einer anderen, ebenfalls untypischen Stelle gefunden hatte, habe ich die Möglichkeit, so absurd sie mir erschien, in Erwägung gezogen. Durch eine danach von mir intensive Beobachtung hatte es sich dann bestätigt.
Ich habe zuvor niemals wirklich bemerkt, dass sie getrunken hat. Auch nachdem ich es wusste, habe ich nie sagen können, "jetzt ist es aber ganz klar". Jeden Abend hat sie eine Flasche Wein heimlich getrunken, ohne dass sich Zeichen davon erkennen ließen, gelegentlich rote Augen, die aber als Allergie abgetan wurden.
Nachdem mir die Situation klar geworden war, bin ich zum Hausarzt, um ihn zu Rate zu ziehen und er hat mir geraten, zu den AlAnon zu gehen, da würde Co.-Abhängigen geholfen. Ganz ehrlich, ich war (und bin vermutlich) immer noch verblüfft, dass er mich (!) nicht sie wohin schicken wollte. Ich bin dann mal hingefahren ..... aber nicht reingegangen. Weil, nicht ich habe das Problem, sondern sie. Dadurch habe ich dann natürlich auch ein Problem, ganz klar, aber in meiner Vorstellung macht es mehr Sinn, die Ursache anzugehen, als nur die Auswirkungen zu beheben.
Ich habe in den Threads natürlich gelesen, dass es anders ist, aber ich bekomme es nicht in meinen Kopf hinein, dass es die Lösung ist, dem Abhängigen nicht helfen zu können und sich ausschließlich um sein Wohl zu kümmern. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst seit kurzem die Problematik erkannt habe. Ich habe bisher keine peinlichen Auftritte einer betrunkenen Frau in der Öffentlichkeit ertragen müssen, ich habe keine Gewalt erfahren, weder körperlich noch verbal, eigentlich könnte es so wie es ist weitergehen... Nein, natürlich nicht. Das war jetzt bewusst überspitzt geschrieben. Ganz klar erkenne ich jetzt, nachdem ich die Sucht erkannt habe viele Dinge, die ich vorher zwar bemerkt aber nicht wirklich realisiert habe. Ich sehe eine schleichende Wesensveränderung, einige Verhaltensweisen, die vermutlich als Selbstbestrafung aufzufassen sind und verschiedene andere Verhaltensweisen, die mich zwar störten, die ich aber in den Gründen nicht verstanden hatte. Es kann natürlich nicht so weitergehen. Mittlerweile habe ich ihr übrigens mitgeteilt, dass ich von der heimlichen Trinkerei weiß und sie darum bitte entweder zu einer speziellen Beratung oder aber zumindest zum Hausarzt zu gehen. Sie hat dazu nur gesagt "Jaja, ich werde da was machen".
Ich habe mich selbst schon beraten lassen, erfolgreichen in einer allgemeinen Beratungsstelle, eine Suchtberatungsstelle, die ich auch besucht habe, hat mir leider gar nicht helfen können, die haben mich tatsächlich weggeschickt im Sinne von "so schlimm scheint es ja noch nicht zu sein."
Für den Anfang würde mir daher schon helfen wenn mir die Unsicherheit genommen würde, dass ich hier grundlos einen riesen Alarm mache. Denn die Konsequenzen sind ja schon sehr mächtig.
Also, kann es tatsächlich sein, dass ein Abhängiger über Jahre hinweg (nach reiflicher Überlegung schließe ich aus verschiedenen Gründen, dass das tatsächlich schon Jahre so geht) so gezielt den Konsum ausreizt, das die Umgebung nichts merkt? Geht es tatsächlich ohne den sonst so bekannten regelmäßigen Vollrausch oder zumindest deutlichen Trunkenheit? Liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass das heimliche und so dermaßen geregelte Trinken (jeden abend eine Flasche Wein) schon eine Sucht ist und dass man eben nicht sagen kann, "das ist ja nur Wein und nix Hartes"
Mit den besten Grüßen,
Questor |
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| questor hat zum Thema: Aufwachphase ?!? geschrieben
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prof_schroeder aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2008 Beiträge: 869 Alter: 46
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Verfasst am: 14.11.2009, 11:42 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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| Guten Morgen Questor, herzlich willkommen im Forum. Es stimmt, ganz am Anfang bist Du und ich kann Deine Gedanken zu gut nachvollziehen, als sie allesamt einmal meine in Bezug auf meinen Mann waren. Lies Dich durch die Geschichten hier, dann wirst Du Antworten finden und vergiss niemals, an DICH zu denken. Denn , wenn es so sein sollte, dass Deine Frau en Problem hat mit dem Dämon naes Alk, dann kann nur sie es Dir beatworten ob es so ist. Dann kannst DU ihr nicht wirklich helfen, das kann nur sie. Ganz liebe Grüße und viel Kraft wünscht Dir Uschi |
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
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Verfasst am: 15.11.2009, 01:24 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Hallo Questor,
ob deine Frau Alkoholikerin ist, das kann sie nur selber beurteilen. Und grundlos bist du sicherlich nicht hier gelandet, dein Bauch fühlt sich nicht wohl mit dem Ganzen. Bei sowas hör ich immer auf meinen Bauch...
Ich bin EK, meine Mutter trinkt "heimlich", seit Jahrzehnten, sie managed den Haushalt, früher arbeitete sie sogar Vollzeit, sie hat ihren Pegel und keiner merkt etwas. Klar, inzwischen schon, der körperliche Verfall ist weit fortgeschritten.
Nachdem ich als Kind zufällig in den Waschmittelkartons die vollen Flaschen fand war für mich nichts mehr so wie es vorher war. Mein Mißtrauen wuchs, ich suchte und fand Unglaubliches, Alk in leeren Putzmittelflaschen z. B., dann hörte ich auf zu suchen. Ich sprach sie irgendwann an, wurde mit irgendwelchen Sprüchen abgespeist. Dann begann ich ihr zu "helfen", legte ihr Zettel hin mit guten Adressen, sie fühlte sich entdeckt und in die Ecke gedrängt und soff noch mehr... Da hört ich auf zu helfen.
In Liebe loslassen... Die beste Hilfe für einen Alkoholiker ist die Nicht-Hilfe. Erst wenn er auf dem Boden der Tatsachen liegt, kann - muß nicht - die Einsicht kommen sich selber Hilfe zu holen und etwas an dem Zustand zu verändern. Meine Mutter hat noch ihren co-abhängigen Mann, der ihre Sucht unterstützt, deckt, verheimlicht, der ihr ihren Dreck wegmacht, sie nachts ins Bett zurückträgt und uns Kindern erklärt, daß "es" doch gar nicht sooo schlimm ist.
Alles kann sein, Questor, die Antworten siehst du ja mit deinen Augen. Ich weiß noch gut wie es bei mir war vom ersten sehen zum bewußtwerden... Ein schmerzhafter Prozeß. Aber daraus konnte dann Handlung entstehen, für mich.
Ich wünsche dir einen guten Austausch.
Lieber Gruß, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 15.11.2009, 10:06 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Guten Morgen Questor!
Dein Nick sagt mir, dass du rechnen kannst , und daher genau weisst, wieviel deine Frau täglich trinkt.
Eine Flasche am Tag - für mich schon genug. Für meinen Mann war das auch genug. Am Anfang der richtigen Sucht.
Danach kam dann noch immer was "anderes" dazu. Der Spiegel erhöhte sich.
Aber alles Rechnen nutzte MIR nichts. Ich habe mich dabei - verloren - gedemütigt - erniedrigt - kaputt machen lassen.
Erst die Hilfe und Ansprache in meiner Shg, durch langjährige Angehörige, durch das Forum hier hat mich aus MEINEM Tief geholt.
MEINE Veränderung an mir, hat nicht nur mir zu Gelassenheit und Zufriedenheit geholfen, sondern meine ganze Umgebung zumindest aufwachen lassen.
Ich habe aber auch schon ganz kleine Veränderungen an meinen Mitmenschen beobachtet.
Dass das nicht von heute auf morgen geschieht, sollte dir aber im Klaren sein, denn die Veränderungen, die ihr bis jetzt GEMEINSAM durchlebt habt, brauchen eben auch Zeit und viel GEDULD um wieder abgebaut zu werden.
Anfangs dachte ich auch nicht, dass bei MIR viel krank ist. Aber nach und nacht entdeckte ich meine Baustellen, die allesamt mit der Trinkerei meines Mannes zusammenhängten, teilweise aber schon in der Kindheit gelegt wurden.
Es gehört eine große Portion Mut dazu, sich das alles einzugestehen und selbst in die Hand zu nehmen.
Diese Portion möchte ich dir hiermit schicken und dir alles Gute dabei wünschen!
Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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questor neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.11.2009 Beiträge: 14 Alter: 42 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 16.11.2009, 02:15 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Hallo zusammen,
ich habe ein wenig nachgedacht. Und nach diversen gelesenen Geschichten hier im Forum ernsthaft versucht über die ganze Situation zu reflektieren.
Aber zunächst zu den Antworten, die bisher kamen
@prof schröder (Uschi): Deine Einschätzung ist völlig richtig, wenn Du schreibst ich sei ganz am Anfang. Mein Threadtitel „Aufwachphase“ ist offensichtlich viel zu weitgedacht. Es scheint als würde ich gerade erst im Unterbewusstsein den Wecker hören. Ich habe mich sogar schon kurz geärgert so vorschnell hier gepostet zu haben, bis ich gemerkt habe, dass ich durch eben dieses erste Posting mich gezwungen habe, nicht nur sporadisch mal reinzuschauen, sondern mich selbst in den Geschichten der anderen Forenteilnehmer zu finden.
@Linde66: Stimmt, grundlos bin ich sicher nicht hier, und ob es mein Bauch oder mein Verstand war, der mich hierhergeführt hat, vermag ich derzeit nicht endgültig zu entscheiden. Ich denke, mein Verstand hat hier Antworten und mein Bauch Hilfe gesucht, insofern war es vermutlich eine gemeinsame Aktion. Die Zusammenarbeit beider Komponenten hat lange Zeit augenscheinlich nicht funktioniert, denn dem Bauch nach zu urteilen hätte ich schon früher hier sein sollen.
Deine Beschreibung, dass es tatsächlich jahrzehntelanges „heimliches“ Trinken gibt, bestätigt mich in einer meiner wichtigsten Fragen. Denn da ich es erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit weiß, war ich darüber trotz aller deutlichen Zeichen im Zweifel. Ich selbst bin Deiner Schilderung nach gerade an der Stelle, wo ich ihr eröffnet habe, dass ich es weiß und sie darum bitte, Hilfe zu suchen. Die Zettel wären dann der nächste Schritt. Das mit dem „Liegenlassen“, der Nicht-Hilfe, das habe ich zwar überall gelesen und komme schon aufgrund der Regelmäßigkeit der Nennung nicht darum herum, es als richtig anzuerkennen. Aber hier ist die Kommunikation Bauch – Hirn / Hirn-Bauch derzeit noch unterbrochen.
@Gotti: Ich würde nach einer Flasche Wein sehr deutlich merken, dass ich was getrunken habe und ich gehe davon aus, dass man es auch mir nach außen hin anmerken würde. Und anderntags wäre ich vermutlich gerädert, denn von Wein insbesondere Rotwein schlafe ich schlecht. Die Vorstellung, jeden Tag eine Flasche zu trinken und zu „verarbeiten“ ist für mich undenkbar. Ich wäre durchgehend fertig. Insofern weiß ich natürlich schon, dass das sicher nicht normal ist. Warum ich dennoch von außen eine Bestätigung dafür brauche, kann ich mit logischem Menschenverstand nicht begründen. Aber ich bin auch Dir dankbar, dass Du mir Deine Ansicht dazu geschrieben hast.
Den von Dir gesendeten Mut kann ich sicher brauchen, denn ich beginne auch bei mir Baustellen zu erkennen und was ich da sehe gefällt mir eher nicht. Ich bin aber dabei, mich selbst und mein Selbst der letzten Jahre zu beleuchten. Ich werde mich mit meinen Erkenntnissen dann wieder melden.
Das, was mich derzeit so erschüttert ist die die unerwartete Ohnmacht, die ich fühle und die, so scheint es, auch die Situation an sich beschreibt. Dass es irgendwas gab, was nicht richtig war, das habe ich schon länger bemerkt. Ich habe Vermutungen angestellt Richtung Depressionen, Beziehungsproblemen allgemein, Überforderungen, Unzufriedenheiten mit der Welt, mir, wem auch immer, konnte aber nie was aus ihr herausholen, konnte mir keinen Grund erklären. Und dann finde ich das mit dem Trinken heraus und denke noch OK, jetzt ist es endlich raus, jetzt habe ich endlich einen Anhaltspunkt, jetzt wollen wir mal sehen, wie wir das in den Griff kriegen. Dann lande ich u.a. hier und das erste was ich lese ist: „Du kannst nichts tun, vergiss es. Schau in den Spiegel und kümmere Dich um Dich selbst.“
Ich sehe mich also in den Startlöchern sitzen, bereit loszulaufen und lande als allererstes vorm Laternenpfahl (beliebig ersetzbar durch „Zaunpfahl“). Ich hätte nie gedacht, dass ich zwar in den Startlöchern sitze, aber offensichtlich erst noch die Laufrichtung korrigieren muss und dazu das Ziel ein völlig anderes sein kann.
Das muss ich erst einmal verarbeiten, zusätzlich zu der anderen Aufgabe der Selbstreflektion.
Bis dahin Danke für die Antworten und Mut machenden Wünsche,
Gruß, Questor |
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| questor hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
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Verfasst am: 16.11.2009, 10:16 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Hallo Questor, guten Morgen.
| Zitat: | | Das, was mich derzeit so erschüttert ist die die unerwartete Ohnmacht.. | Die unerwartete Ohnmacht, vielleicht für einen Mann noch schwerer annehmen zu können als für eine Frau? Ich weiß es nicht. Ich habe mich in meinem Leben mehr als einmal in Situationen wiedergefunden, in denen ich ohnmächtig und fassungslos einfach nur weiteratmen konnte.
Man meint ja immer, man könne der Ohnmacht mit vermehrtem Tun begegnen. Aber es gibt Grenzen, da ist man handlungsunfähig. Ich kann nicht das Problem meiner Mutter lösen. Unmöglich. Und wenn ich mir noch so Mühe gebe, wenn ich mir noch so viel Kompetenz anlese, wenn ich mich bis zur Erschöpfung und Selbstaufgabe kompatibel mache für den alkoholgeschwängerten Familienkosmos... Illusion zu glauben, ich könne etwas verändern, was gar nicht verändert werden will.
Was ich kann ist auseinanderdröseln: wo ist ihrs? wo ist meins? Und dann meins schnappen und da ansetzen. So komme ich auch aus dem Ohnmachtsgefühl heraus, gesünder sogar. Was habe ich immer darunter gelitten, daß im Haus meiner Herkunftsfamilie keine Kommunikation stattfand. An MEINEN Verbindungen kann ich arbeiten, Körper, Herz, Verstand, damit es MIR gut geht. Mir darf es nämlich gut gehen!
Lieber Gruß, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14428 Alter: 46
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Verfasst am: 24.11.2009, 02:27 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Hallo Questor,
wie geht's dir inzwischen?
Lg, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 24.11.2009, 08:39 Titel: Re: Aufwachphase ?!? |
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Ach Quester,
ich finde Deinen Titel, gut, wichtig, richtig und schön
Aufwachen : Du machst die Augen auf! Deine Augen, Du beginnst - hoffentlich - darauf zu achten was Dich stört, Dir Probleme bereitet und was im Umfeld stimmt oder nicht.
Jeder fängt an - jeder geht den ersten Schritt - ob Du wirklich in den Anfängen stehst, dass möchte ich so gar nicht sagen. Vielleicht bist Du viel weiter als andere ....
Ja Quester, wenn der Wecker klingelt und uns aus unseren "Träumen" reißt, dann meinen wir, wir sind in einem Alptraum. Aber wir können langsam erkennen was um uns herum passiert, uns selber beleuchten - vielleicht erstmalig unsere wirklichen Wünsche artikulieren und auf dieser Basis unser Leben ordnen.
Meine Beziehung und das Gehen war die Hölle! Nunmehr bin ich zufriedener als jemals in meinem Leben zu vor. Finanziell sehr viel ärmer, gerade sogar unter dem Sozialsatz, dennoch: viel, viel reicher an Leben, liebenden Menschen um mich herum und einer inneren Selbstfindungskraft, die ich mir nie zugetraut hätte.
Aber der Wecker, der hat mich zu Boden gerissen und lange da unten am Boden - unter dem Wecker - liegen lassen.
Viel Kraft wünscht Dir Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Aufwachphase ?!? geschrieben
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