| Hilfe • Meine "Geschichte" |
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Nici1710 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 8 Alter: 25
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Verfasst am: 04.11.2009, 21:58 Titel: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hallo zusammen,
(ich stelle den Text der Vorstellungsrunde einfach mal hier rein).
ich habe heute das Forum entdeckt und habe mich vor allem in dem Thread von "Steffi1301" wieder gefunden.
Ich bin 23 Jahre alt und haben einen Bruder (24). Wir wohnen noch beide zu Hause. Meine Eltern sind noch zusammen, wir haben ein Haus.
Mein Vater hat schon immer gerne getrunken, auch schon damals, als wir noch garnicht auf der Welt waren. Naja, wann genau das Ganze anfing, kann ich nicht sagen...aber so mit 12, 13 Jahren blickt man das so ganz langsam. Irgendwann habe ich meine Mum ganz bewusst darauf angesprochen, anfangs wollte sie es sich nicht eingestehen, doch dann wurde es ja immer offensichtlicher. Irgendwann war ich der Seelsorger für sie. Mir tat sie einfach nur noch leid. Bis der Tag kam, andem meine Mum ein Ultimatum gestellt hat. Er hat von heute auf morgen aufgehört und hatte bei der Arbeit nach 3 Tagen einen Krampfanfall bekommen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Es sah sehr schlecht für ihn aus. Damals war ich 17. Ich schäme mich dass ich sagen kann, dass es mir damals egal war. Meine Mum hat geweint und ich konnte nur teilnahmslos daneben sitzen und mich fragen woher die Gefühlskälte kommt. Mein Bruder war schon immer der Mensch, der sich aus allem rausgehalten hat. So auch da, er war oft weg und hat nur noch das Weite gesucht. Im Gegensatz zu mir, die die sich immer mit meinem Vater auseinander gesetzt hat...
Nun, er hat dann vor 5-6 Jahren einen Entzug gemacht, als klar stand, dass er überleben wird. Er stand wirklich mit dem Rücken zur Wand. Er hat den Entzug gemacht, war 6 Wochen lang in stationärer Behandlung, ist auch seither weitgehenst trocken.
Außer dem Vorfall, als er einen Rückfall hatte oder mehrere. Dabei hat er "Gott sei Dank" den Führerschein verloren (komisch 10 Jahre lang oder länger wird er nicht einmal kontrolliert, aber da wird er einmal rückfällig...naja zurecht). Er hatte 3 Promille!!!
Er hat 2 Jahre lang um seinen Führerschein gekämpft, komisch da geht es nicht mehr zu trinken. Hatte ihn dann auch wieder bekommen.
Seit ein paar Tagen trinkt er wieder...ich hab so die Schnauze voll.
Mal von dem emotionalen abgesehen könnte ich k**** wenn ich lese, ein Rückfall sei normal und kommt vor. Hallo? Wenn man das schon bei den AA's zu hören bekommt, dann wird das alles so verharmlost, dass die sich doch gegenseitig anstacheln. Die ganzen Psychologen und Quatsch, da frag ich mich manchmal, wie die sich verhalten würden.
Ich bin seit einem Jahr in psychiatischer Behandlung. Anfangs wegen meiner Eifersucht (bin seit 3 Jahren in der Beziehung). Aber solangsam glaube ich echt, dass die ganzen Jahre hier mit meinem Dad mit den Verstand geraubt haben. Hab ich deshalb kein Selbstwertgefühl? Ich weiß schon garnicht mehr, warum ich überhaupt zur Therapie gehe, so durcheinander bin ich. Ich glaube mein Therapeut ist so langsam mit seinem Latein am Ende...
LG Nici |
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| Nici1710 hat zum Thema: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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.rhiNa. neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 4 Alter: 21
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Verfasst am: 04.11.2009, 23:04 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hallo Nici,
bin auch neu hier und habe grad deinen Beitrag gelesen ((:
natürlich bin ich nicht die jenige die dir helfen kann, aber vll kann ich dir helfen zu reden, und dich zu verstehen was Therapeuten ( denke ich ) auf eine ganz andere Weise tun.
Deine Geschichte ist hart und bringt einen wirklich an die Grenzen, jedoch finde ich mich auch irgendwo in deiner Story wieder.
Das AA's sagen, ein Rückfall sei normal, dann ist es wohl bei ihnen so, jedoch wissen sie nicht wie sich Kinder in so einer Situation fühlen.
Man denkt alles ist in Ordnung und dann kommt sowas und das ganze fängt wieder von vorne an .
Wie wir uns in solchen Situationen fühlen kann sich niemand vorstellen, wir sind ja eben nur Kinder.
Ich glaube, dass das fehlende Selbstwertgefühl von der ganzen Geschichte kommt. Das ist der Schaden den man davon trägt.. Ich denke du hast genauso mal gute mal schlechte Tage wo du dich mehr oder weniger gut fühlst.
Ich versuche schon solange rauszufinden, wann das alles aufhört, jedoch sehe ich kein ende in sicht ://
Lg , rhina |
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| .rhiNa. hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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Nici1710 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 8 Alter: 25
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Verfasst am: 04.11.2009, 23:51 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Nach dem Entzug hat er angefangen, alkoholfreies Bier zu trinken. Hat sich das dann auch noch von unserem Hausarzt absegnen lassen (super Arzt).
Darauf kann er sich dann immer schön berufen. Dass er dann das Bier schon zum Frühstück getrunken hat, ist ja nicht schlimm. Ist ja kein Alkohol drinne....!!!!
Wenn der ganze scheiß wieder von Vorne los geht, zieh ich aus, das ist eins was sicher ist.
Meine Mum ist auch ganz gefasst. Wenn man das jahrelang schon mitgemacht hat, härtet man ab. Wie ich bis jetzt zählen konnte, ist er seit den 5 Jahren mindestens schon 5-6 Mal rückfällig geworden. Dann kommt er immer mit seiner "Mitleidstour", er zieht aus, nimmt sich eine eigene Wohnung, damit wir nicht sehen, wie er zugunde geht.
Wieso versinken die immer in Selbstmitleid, anstatt mal das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Immer dieser Kindergarten...oh die Krankheit...wie schlimm...der soll verdammt noch mal einfach seine Pfoten vom Alkohol lassen, dann könnte er so ein schönes Leben haben.
Ich geh jetzt mal ins Bett...
Gute Nacht!
LG Nici |
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| Nici1710 hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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marinajako sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 1404 Alter: 37 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 05.11.2009, 14:12 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hallo Nici,
das Spiel mit dem Alkfreien Bier kenne ich auch
war bei meinem Vater der erneute Einstieg in die Sucht !
Lg
Marina |
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| marinajako hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 224 Alter: 41 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 05.11.2009, 15:37 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hey Nici,
Erstmal auch von mir herzlich willkommen bei uns "Kindern".
Komm erstmal ein bißchen runter, es hilft nicht, sich so aufzuspulen.
1. Alkoholismus ist eine Krankheit, eine Suchtkrankheit, um genau zu sein. Keine Willensschwäche.
2. Dass die AA's oder besser die SHG'ler (dies hier ist übrigens auch eine SHG) sagen, dass Rückfälle normal sind, hat nichts mit verharmlosen zu tun. Man braucht nur mal einen kurzen Blick auf Rückfallquoten nach Langzeittherapien zu werfen, um zu dieser Aussage zu kommen. Ausserdem hilft es insbesondere Dir als Angehörigem, denn wenn Du weisst, dass der Rückfall mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50% kommt, dann gehst Du damit ganz anders um. Warst Du schonmal bei einer SHG Sitzung, oder woher beziehst Du die Erkenntnis, was dort abgeht??
3. Ein Hausarzt ist nunmal kein Suchtspezialist, sondern meistens Internist oder Chirurg. Mal davon abgesehen, dass Suchtpatienten (Ja, Alkis sind auch Suchtpatienten!!) bei den meisten Ärzten nicht besonders beliebt sind, weil sich die Ärzte an ihnen genauso die Zähne ausbeissen wie die Angehörigen. Zudem ist auch unter Ärzten die Meinung, dass Alkoholismus eine Willensschwäche ist, weit verbreitet (O-Ton eines der vielen Ärzte, die meine Mutter in den Fingern hatten: " Na ja, dann trinken Sie halt einfach nix..!"). Btw: Was macht Dich so sicher, dass der Arzt das wirklich abgesegnet hat? Unsere Pappenheimer legen sich meistens die Wahrheit so zurecht, wie es ihnen passt. Wahrscheinlich hat der Arzt eher etwas gesagt wie "Ab und zu mal ein Alkfreies Bier...!" oder Dein Vater hat sich mit einer geschickt gestellten Frage die Absolution geholt.
Die "Mitleidstour" ist übrigens typisch für Alkis, und bei Euch scheint sie ja auch noch zu greifen, denn wenn die Mitleidstour nicht mehr greift geht's oft ins agressive, da wird dann auch mitunter vor Gewalt gegen Sachen oder Personen nicht Halt gemacht bzw es geht ins Beleidigende, Selbtsmorddrohungen sind auch immer wieder gern genommen. Wichtig ist für den Alki, dass er es schafft, Euch im System zu halten. Das System heisst "Alki und Wasserträger". Wasserträger sind die, die dafür sorgen, dass nach aussen alles heile Welt ist, also meistens die Familie. Hat denn schonmal jemand auf die | Zitat: | | "Mitleidstour", er zieht aus, nimmt sich eine eigene Wohnung, damit wir nicht sehen, wie er zugunde geht. | mit "Oh ja, gerne, dann muss ich nicht ausziehen!" geantwortet? Ich tippe mal Nein!!
Am besten liest Du Dich hier mal ein bisschen ein, auch ein Seitenblick in die anderen Bereiche schadet nicht. Und wenn Du Fragen hast, frag einfach, wenn Du etwas loswerden willst, schreib's einfach, hier ist immer jemand, der Dir "zuhört".
Alles Gute und bis bald,
Der Insulaner |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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Nici1710 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 8 Alter: 25
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Verfasst am: 05.11.2009, 18:26 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hallo Insulaner,
ja, da habe ich gestern wohl sehr überreagiert.
Aber das ist oft so nach einem Rückfall, weil man es einfach nicht glauben will.
Habe jetzt im Nachhinein auch rausbekommen, dass der Arzt das nicht so einfach abgesegnet hat. Sondert gesagt hat, dass es eher nicht zu empfehlen sei, aber das jeder selber wissen solle
Ich weiß, sie lügen oft und spinnen sich was zusammen, aber manchmal weiß man dann einfach nicht, was jetzt nun der Wahrheit entspricht und was nicht.
Das mit den AA's sagt er selber. Die sind so christlich und kommen manchmal sogar betrunken usw. Aber vielleicht stimmt das ja auch nicht, wer weiß ich war ja selbst noch nie dabei.
Bis auf heute morgen hat meine Vater noch nie über sein Suchproblem gesprochen. Deshalb ist das auch alles Neuland für mich. Ich weiß nun auch, dass ich selbst ein Leidtragender bin, da ich so bin wie ich bin, weil das alles so gekommen ist. Ich bin grad selbst mit mir im Unreinen und muss das versuchen klar zu kriegen. Gleichzeitig versuch ich auch, meinen Vater zu verstehen, mit ihm hinzusitzen und mit ihm zu reden, ohne Vorwürfe. Ich hab früher nie mit ihm geredet.
Danke für deine aufschlussreiche E-Mail.
Zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich jetzt was los ist.
Ich gehe schon seit einem Jahr in Therapie und weiß nicht was los ist. Und seit gestern lese ich hier und es hat Klick gemacht.
LG Nici |
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| Nici1710 hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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Krabbe sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.10.2009 Beiträge: 4145 Alter: 49 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 05.11.2009, 18:50 Titel: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall |
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Hallo Nici,
siehst Du , es hat Klick gemacht.
Und das freut mich für dich.
Es ist nicht einfach für dich, und die ganze Wut auf Therapeuten, die blöden Rückfälle und und und, es spiegelt deine innere Hilflosigkeit und Ohnmacht der Suchterkrankung wieder.
Mir haben Psychologen sehr geholfen und es hat schon seine Berechtigung, warum es sie gibt.
Schau, vielleicht bist Du so wütend, weil du immer wieder miterlebst, wie dein Vater Versprechungen nicht einhalten kann. Aber genau das ist doch der Punkt. Er ist krank. Alkoholismus ist eine ganz klare Erkrankung.
Wenn er es schafft, sich einzugestehen das er sehr intensive stationäre Betreuung braucht , dann wäre es doch ein Schritt in die richtige Richtung.
So ist jedenfalls mein Empfinden, denn es gibt auch hier im Forum Menschen die es schaffen / geschafft haben.
Alles Liebe Dir,
Tina |
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| Krabbe hat zum Thema: Re: Vater "trockener" Alkoholiker - Rückfall geschrieben
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