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Billys Geschichte

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Billy170
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.10.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 27.10.2009, 15:39    Titel: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, liebes Forum!

Jetzt habe ich es geschafft, mich anzumelden und nicht immer nur mitzulesen...!

Ich versuche mal, meine Geschichte so kurz wie möglich zusammenzufassen...:

Vor ein paar Monaten habe ich mich von meinem Lebensgefährten nach mehr als 15 Jahren getrennt. Ich bin w, 40 Jahre alt und hatte in den letzten, na ja 5 Jahren das Gefühl, dass sein Alkohol (Bier-) konsum das Maß überschreitet, dass man so lapidar "normal" nennen kann.
Wir hatten immer und immer wieder Diskussionen über das Thema Alkohol, aber er hat mich nie ernst genommen bzw. hat nicht eingesehen, dass regelmässiges trinken vlt. einmal zu einem Problem werden könnte.
In diesem Jahr habe ich schließlich die schwere Entscheidung getroffen, die Beziehung zu beenden und auszuziehen.
Das traf ihn natürlich aus "heiterem Himmel", er war total überrascht und versteht nicht, dass ich das Thema Alkohol zu "aufbausche".

Jetzt bin ich gerade dabei, mir meine eigenen vier Wände zu renovieren und einzurichten und bin auch der festen Überzeugung, dass mein Schritt der Trennung richtig war.

Nichts desto Trotz ist er da, dieser kleine Teufel im Gehirn, der mir immer wieder zuflüstern: "Du tust ihm unrecht...bei den letzten Telefonaten oder Treffen war er nie betrunken...er kommt ohne Dich nicht klar...erst rechnt nicht finanziell...".

Das klassische Symtom des Co-Abhängigen....! Ich weiß...!

Ich weiß auch, dass ich an mich denken muss, dass er seine Drohungen (Selbstmord) nur loslässt, um mein Mitleid zu bekommen.
Das ich hart bleiben muss, um mir und auch ihm zu helfen...!

Ich weiß das alles, aber es ist so verdammt schwer!!!

Soll ich mich völlig von ihm zurückziehen und jeden Kontakt abbrechen? Oder sollte ich ihn (in Maßen) versuchen aufzubauen. Aber ich weiß jetzt schon, dass er den Gang zu einer Beratunsstelle oder zu seinem Hausarzt niemals gehen würde...das hat er oft genug gesagt.
Bleibt mir wirklich nur, abzuwarten, bis er ganz unten ist??? das ist so hart!

Danke für's lesen...und für die Ratschläge!

Eure Billy
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Billy170 hat zum Thema: Billys Geschichte geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 27.10.2009, 20:41    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo billy

als mal in meiner therapiesitzung der lebensgefährte einer anderen frau aus der gruppe per sms mit suizid gedroht hat um sie dazu zu bewegen die gruppe zu verlassen und wieder seine brave co zu sein hat unsere therapeutin ihm die polizei geschickt und er ist einige zeit in der geschlossenen gewesen.... die drohung spricht er niiiiie wieder aus.....

billy du weißt was gut ist, das sagt dir dein kopf, dein bauch will was anderes. du mußt es jetzt lernen deinen kopf und deinen bauch auf den selben nenner zu bringen. du bist nicht sein kindermädchen, du hast ein recht glücklich und entspannt zu sein. wenn er aus dem sumpf raus will dann findet er den weg schon, wenn nicht dann will er sich weiterhin bequem von anderen den hintern nachtragen lassen. man kann sich auch doof stellen. ich bin mir dazu zu schade. bin nicht der sklave von meinem mann.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.10.2009
Beiträge: 82
Alter: 48
Wohnort: Nordwesten

BeitragVerfasst am: 27.10.2009, 21:05    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Billy,

herzlich Willkommen hier!

Ich denke, du hast den richtigen Weg gewählt, für dich und für ihn. Dein Verstand sagt dir (wie es ja auch Dorothea dir schon bestätigt hat), dass du ihm nicht helfen kannst. Aber er hat noch seinen Platz in deinem Herzen, das kann ich gut verstehen, 15 gemeinsame Jahre hinterlassen ihre Spuren...
Aber:
Du tust ihm kein Unrecht!
Du tust das einzig Richtige für dich!!!
Du musst nicht hart sein... aber konsequent, sonst wirst du und deine Entscheidung nicht ernst genommen.
Du musst dich schützen, um dich von diesem immer stärker werdenden Sog in die Sucht (inkl. Co-Abhängigkeit) zu befreien.

Ich mag im Moment, bin gerade dabei mich von meinem Mann zu trennen, nicht mit ihm reden, mag ihm noch nicht mal in die Augen schauen. Damit er es nicht schafft, mein Mitleid oder sogar mein schlechtes Gewissen zu wecken.

Zu seinen Selbstmorddrohungen möchte ich dir sagen, ich glaube nicht, dass du ihn aufhalten kannst, wenn er sich wirklich was antuen möchte. Bitte glaube du das auch nicht!!!
Und lass dir diese Last der Verantwortung dafür nicht von ihm aufbürden!

Liebe Grüße!
ossi2
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ossi2 hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
Billy170
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.10.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 27.10.2009, 23:49    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, Ihr beiden!

Danke für Eure Meinungen!
Es tut gut zu wissen, dass ich nicht völlig überreagiere.
Ich habe auch mit ein paar guten Freunden gesprochen, die mich alle in meiner Entscheidung bestärkt haben und auch zu mir stehen. Und ich weiss ja auch, dass nur er selbst sich helfen kann!

Es würde mich interessieren, wie ein alkoholkranker Mensch die Schuldzuweisungen und das schlechte Gewissen, welches er seinem Partner aufdrücken will, selbst wahr nimmt.
Ob er denkt: "Ich will Sie nicht verlieren, also muss ich ihre Gutmutigkeit ausnutzen und an das schlechte Gewissen appellieren" oder ob er wirklich der Meinung ist, ich bin Schuld an seiner Situation und die Vorwürfe wirklich ernst meint.

@Doro
Das mit der Polizei habe ich mir auch schon überlegt.
Wenn ich wieder eine Mail mit diesen "...ich tue mir was an...-Gedanken bekomme, wäre das vlt. ein richtiger Schritt.
Dann wir er auch mal mit den Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert.


Viele Grüße an Euch und eine gute Nacht an alle!

Billy
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Billy170 hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.10.2009, 08:33    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Billy!

Mein Mann hat während seiner nassen Zeit ganz sicher meine Gutmütigkeit, meine Feigheit, etwas zu unternehmen, ausgenutzt, und immer wieder an mein schlechtes Gewissen appelliert. Es gab ja sicher immer einen Grund, was ich falsch machte, falsch reagierte, nicht so überlegen war.
Weil ich eben auch "krank" war.
Es hat für mich genauso lang gedauert, das zu verlernen, wenigstens in groben Ansätzen, wie für ihn während seiner Trockenheit.
Jetzt bin ich nicht mehr schuld, weil z.B. die Glühbirne schon wieder kaputt ist. - Blödes, simples Beispiel, aber war so! -
Vielleicht habe ich mir vieles auch nur eingeredet, eben nur so "empfunden", aber das ist auch Teil der Co- Krankheit.

Ich kämpfe täglich (auch beruflich) für meine Gelassenheit. Ich arbeite daran, denn es ist nicht leicht, sich aus dem Sumpf herauszuholen, wenn man so lange darin gesteckt hat.

Halte so viel Abstand wie möglich, damit es dir weiterhin gutgehen kann! Lass dich nicht von Lügen, Versprechungen hinhalten und gehe deinen neuen Weg weiter!
Such dir so viel Hilfe wie du finden kannst und lass es dir jeden Tag ein bisschen mehr gutgehen!

Liebe Grüße, Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 28.10.2009, 08:45    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo billy

das mit der polizei klappt immer. zumal einen suizid anzukündigen eh nur der erpressung dient. wer diesen schritt tatsächlich erwägt wird einen teufel tun es groß zu erwähnen. denn dann wird es ja verhindert. wäre bischen unlogisch.

ja was fühlt ein alki wenn er sein umfeld erpresst. ich weiß nicht ob ich das damals tatsächlich in vollem bewußtsein der konsequenzen gemacht habe, auch alle die beleidigungen und demütigungen. ich denke das ist so ein lernprozess der nebenbei läuft, wie laufen lernen. man benimmt sich so blöde und das gegenüber is dann gaaaanz lieb und ich kriege was ich will, das ist ein wechselspiel. das prägt sich ein und wird zum selbstläufer, selbstzweck. der süchtige muß so handeln den ohne co kann er seine sucht nicht leben. das soll nu keine schuldzuweisung sein, das ist einfach normales menschliches verhalten. menschen denen es schlecht geht hilft man. wenn ein süchtiger sofort von allen seiten die rote krate bekäme, würde sich so ein verhalten nicht ausprägen. nur ist niemand sofort süchtig jedenfalls bei alk und niemand sofort co. das schleicht sich einfach ein, völlig unbemerkt. bis es dann einem zuviel wird und er aussteigt aus diesem spiel. wie schwer das ist und welch schelchtes gewissen man hat, das spürst du ja grade selbst.

für deinen partner ist dein neues verhalten völlig unverständlich und er macht natürlich so weiter wie er gelernt hat durchzukommen. wenn sich aber keiner mehr darauf einläßt ist für ihn die möglichkeit zu begreifen das bei ihm was mächtig schief läuft erst gegeben. manche kapieren es nach ner weile und andere saufen fröhlich weiter, sie versinken in selbstmittleid auf die ach so böse welt oder suchen sich schnell ne/n neue/n co. was auch immer er tut, es ist seine entscheidung. du hast für dich eine getroffen und die ist richtig. auch wenns weh tut.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
Billy170
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.10.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 28.10.2009, 15:07    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr alle!

Wenn ich hier so lese, wie Alkoholkranke reagieren, dann fällt es mir fast wie Schuppen vor die Augen:

Selbstmitleid, Schuld sind immer die anderen, "...ich kann jederzeit aufhören!", Demütigungen des Partners, jeder der eine andere Meinung hat, ist blöd, usw. usw...!

Ich neige aber immer dazu zu denken, ich habe vielleicht überreagiert.
In solchen Augenblicken hilft mir die Vorstellung, wie er war, wenn er etwas getrunken hat.
Wie oft ich für ihn lügen musste und sogar Menschen angelogen habe, an denen mir viel liegt!

Dann gehts wieder...!

Ich bin nur froh, dass ich meinen Job habe! Dort gehe ich völlig auf und fühle mich wohl. Ich muss nur darauf achten, dass ich mich auch wirklich auf die Arbeit konzentriere und nicht zuviel über unsere "schönen Zeiten" nachdenke, die wir zweifelsohne auch hatten!!

Viele Grüße

Billy (heute traurig, kann aber respektvoll in den Spiegel schauen!)
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Billy170 hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben
Weißbär
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 21.04.2009
Beiträge: 297
Alter: 60
Wohnort: Region Hannover

BeitragVerfasst am: 28.10.2009, 15:24    Titel: Re: Billys Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Billy,

dieses, sich auf die schönen Zeiten besinnen und die weniger schönen oder greußlichen wegdrücken, finde ich gefährlich. Man belügt sich selbst. Ich weiß der Mensch neigt dazu.

Erinnert mich immer an die Urlaube meiner Eltern. Nach der Rückkehr würde lang und breit geklagt, wie bescheiden das Hotel war. Zimmer dreckig, Personal unfreundlich und erst das Essen. Je länger der Urlaub zurück lag, umso besser wurde das Hotel und die miesen Erinnerungen wurden immer blasser.

Vielleicht wäre ein Tagebuch ganz gut, um ab und an nachzulesen wie es war und wie man sich gefühlt hat.

Liebe Grüße Weißbär
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Weißbär hat zum Thema: Re: Billys Geschichte geschrieben

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