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Von einem Tag auf den anderen war alles anders...

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ossi2
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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 16:36    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nun, ich komme jetzt ins Grübeln darüber, wie´s denn aussieht bei mir. Mit den Augen rollen Bin ich eine Co.? Bin ich suchtkrank?

Wenn ich diese Fragen mit >Ja< beantworten muss, dann ist es vielleicht gefährlich, mich auf meine Intuition zu verlassen. Da dann mein Bauchgefühl sicherlich stark beeinflußt wird von der Sucht.

Aber ich glaube, es gibt ein breit gefächertes und unterschiedlich intensives Ausmaß einer Co-Abhängigkeit.

Und ich glaube eigentlich nur in ganz geringem Umfang co. zu sein. Ich weiß, Kelau würde jetzt wieder sagen, ich verdränge oder suche Ausreden. Winken
Noch bin ich jedenfalls der Auffassung nur in dem Maße Co. zu sein, wie ich mit einem Alkoholiker verheiratet bin.

Wie gesagt noch.... Ich bin ja auf dem Weg.... Wer weiß, was ich noch über mich herausfinde.

Momentan fühle ich mich von meiner "inneren Stimme" gut beraten. Idee

LG ossi
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.10.2009
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Wohnort: Nordwesten

BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 16:50    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Gotti!

Ich werde an mir arbeiten...
Momentan fühle ich mich gut. So, wie es jetzt ist, ist es das Richtige für mich - für heute und vielleicht nächste Woche....

Ich fühle aber auch immer wieder, dass da noch mehr kommen muss.
Der Ausstausch hier im Forum geht mir oft sehr, sehr nahe, so wie beim Lesen deiner Zeilen. Ich fange an zu heulen und bin dann wiederum erschrocken darüber. Vielleicht grummelt es schon ganz tief in mir. Vielleicht schaffe ich es im Moment auch einfach nicht zuzulassen.

Wie schon gesagt, ich will meinen eigenen Weg finden und diesen in meinem Tempo gehen können.

Und dieses Forum wird mir helfen, die richtige Richtung zu finden.

Wünsche ein schönes Wochenende!

Es ist mein letztes mit meinem Mann für ganz lange Zeit... Weinen

ossi
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 08.02.2010
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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 16:53    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ossi,

ossi2 hat Folgendes geschrieben:

Und ich glaube eigentlich nur in ganz geringem Umfang co. zu sein. Ich weiß, Kelau würde jetzt wieder sagen, ich verdränge oder suche Ausreden. Winken


*lach*

Vor ca. einem Jahr hab ich meine damalige Partnerin zu einer Paartherapie überredet. Weil diese Beziehung irgendwie total für den Eimer war und ich konnte mir nicht erklären warum. Nichtmal im Ansatz.

Nach der zweiten Sitzung hat meine damalige Partnerin geschmissen, weil es an's eingemachte ging und sie noch weit davon entfernt war ihre tatsächlichen Probleme mit irgendwem zu besprechen.

Ich hab damals noch eine weitere Sitzung gemacht und in der musste ich feststellen - *** - nicht nur sie hat ein gewaltiges Problem, ich auch!

Es hat mich total vom Hocker gerissen damals, weil ich immer das Gefühl hatte - hä? - mit mir stimmt doch alles! Bei ihr stimmt doch was nicht!

Ich hab dann angefangen die Therapiesitzungen herbeizusehnen! Manchmal machte ich 2 Sitzungen die Woche, jeweils 90 Minuten und es reichte mir nicht. Ich war wie ein leerer Schwamm der zum ersten Mal in seinem leben mit Wasser in Berührung kam. Und ich fing an aufzusaugen!

Bis ich wirklich begriff dass ich 35 Jahre lang blind war, verging dennoch einige Zeit!

Liebe Grüße

Kaleu
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Kaleu hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 17:02    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Weine ruhig! Ossi!
Als ich in der Kur war - 1 1/2 jahre nachdem mein Mann trocken wurde - habe ich geheult wie ein Schlosshund. Es gab so viel, worüber ich anfing zu Weinen.
Worte, Lieder, Geschichten, ..... Es war eine wunderbare, heilsame Zeit.
Da wurde der letzte Rest meiner "Krankheit" herausgeschwemmt.
Einen großen Teil habe ich allerdings schon während der ThP. rausgeheult.
Ganz natürlich, wenn man anfängt, mit sich ins Reine kommen zu wollen.

Also, rauslassen was geht.
Trotzdem wünsche ich dir ein schönes Wochenende.
Geniesse es soweit wie möglich mit deinem Mann.

LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
Hartmut
Moderator
Moderator


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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 17:52    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ossi,

entweder du bist abhängig oder du bist es nicht. Ein bisschen gibt es bei der Sucht nicht. Kein CO-Light , kein Alkoholiker Light oder nur ein bisschen schwanger.

Du kannst auch nur was dagegen tun , wenn du zu der Erkenntnis kommst krank /abhängig zu sein. Ich wusste es schon lange jedoch machte ich mir selbst was vor .

Nimm dir mal einige Threads von den Langzeit-CO-Abhängige vor, die Ihren Weg schon gegangen sind. Von denen kannst du am meisten erfahren, was es heißt krank zu sein und wie der Weg daraus ist.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 20:08    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ossi,

ich meld mich hier mal zu Wort, auch wenn ich nicht ganz im Mainstream hier mitschwimme.
Ich bin co-abhängig, aber ich bin auch ganz oft an dem Punkt, dass ich das Gefühl hab: nur ein bisschen, kein so ganz harter Fall.

Ich für mich kann das mit der Persönlichkeitsstruktur für mich sehr gut annehmen. Ich habe eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, die es mir sozusagen erleichtert hat, mich in diese Beziehung zu einem Alkoholiker zu begeben und zu lange drin zu bleiben.
Innerhalb dieser Beziehung war ich im engeren Sinne co-abhängig (sozusagen "nass co-abhängig", da war ich sozusagen ver-rückt).
Mit der Trennung hab ich das Gefühl, wieder trocken zu sein.
Meine Co-Persönlichkeitsstruktur bleibt, daran versuche ich jetzt zu arbeiten. Zu verstehen, wie ich bin, und bestimmte Dinge anders zu machen, z.B. abgrenzen können, gut für mich sorgen.

Mit dem Begriff der Sucht kann ich für mich nicht so viel anfangen.
Wonach bin ich denn süchtig?
Nach kranken Partnern? Glaub ich nicht.
Nach Mich-selbst-Verlieren? Auch nicht.
Nach Beziehungen? Passt bei mir auch nicht.
Nach Anerkennung von außen? Ich glaub, nicht mehr als jeder Durchschnittsmensch.

Ich schreibe jetzt seit bald einem Jahr hier im Forum.
Ich bin schon ne ganze Weile am Reflektieren, Bücherlesen, Schreiben.
Trotzdem würd ich sagen: Sucht passt für mich nicht.
Jedenfalls nicht Co-Sucht.
(Andere Süchte durchaus).

Liebe Grüße
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 16.10.2009
Beiträge: 82
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Wohnort: Nordwesten

BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 21:15    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Leute...

ihr gebt euch solche Mühe, mich auf den richtigen Weg zu bringen.

Gotti, Doro, Hartmut und Kaleu - ich danke euch!

In euren Beiträgen habe ich so viele Denkanstöße gefunden. Und ich möchte unbedingt auf dieses und jenes Geschriebene antworten...

... aber das geht jetzt nicht!
Gleich kommt Männe nach Hause. Wie gesagt, unser letztes Wochenende zusammen vor seinem Therapieantritt. Montag hat er noch Urlaub und Dienstag gehts in die Klinik.
Die Stunden bis Dienstag möchte ich noch intensiv für Gemeinsamkeiten nutzen. Das heißt, ich klappe jetzt den Deckel runter und mache ihn erst Dienstag wieder auf.
Seid mir nicht böse - ich klinke mich jetzt hier erst einmal aus.
Ab Dienstag werde ich reinhauen, meine grauen Zellen qualmen lassen, mir Gedanken machen zu all dem, was ihr mir geschrieben habt.

Schönes Wochenende allen!

ossi
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 82
Alter: 48
Wohnort: Nordwesten

BeitragVerfasst am: 16.02.2010, 23:01    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

heute Morgen war es nun so weit... Ich habe meinen Mann zum Bahnhof gebracht, er trat seine Reise zur Therapie in einer Suchtklinik an.

Ich hoffe innigst, dass er dort Hilfe und Unterstützung findet, seiner Krankheit die Stirn zu bieten, die Sucht zu bekampfen und er lernt, besser auf sich zu achten.

Die Zeit, die er nun weg ist, möchte ich nutzen, intensiv über mich, meine Bedürfnisse und die Dinge, die mich ausmachen, nachzudenken.


Ich habe mir noch einmal die "Grundbausteine Co." durchgelesen.
Vieles, was ich las, ist mir völlig fremd. In einigen wenigen Punkten finde ich mich aber doch wieder.
Aber sämtliche Verhaltensweisen, die ich an mir beobachten kann, die einer Co-Abhängigkeit zugeordnet werden, hatte ich schon lange, bevor ich meinen alkoholkranken Mann kennengelernt habe.
Ich denke, ich habe mich in der Beziehung zu meinem Mann kaum verändert. Wir kennen uns ja auch erst 5 Jahre. Ich habe meine Macken, ganz bestimmt, aber die schon sehr lange. Meine Sucht nach Anerkennung, mein Hang zum Perfektionismus treiben mich schon so lange, ich mich erinnern kann.
Deshalb glaube ich, nicht coabhängig zu sein. Idee
Mir geht es momentan nicht so gut, ok... Ich hoffe aber, wenn mein Leben wieder etwas ruhiger läuft, die Sonne häufiger scheint und ich mich besonders gut in nächster Zeit um mich kümmere, gehts mir schnell wieder besser.

@Hartmut:
Ich denke schon, dass es Abstufungen bei der Co-Abhängigkeit gibt. Genauso, wie auch andere psych. Krankheiten, wie z.B. Depressionen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

@Gotti:
Vielen Dank für deinen Rat! Ja, ich werde genau aufpassen und ich mache mir ernsthaft Gedanken über alles, was mir hier geschrieben wird oder was ich bei anderen so lesen kann.
Und ich werde mir professionelle Hilfe suchen, so wie ich das Gefühl habe, allein nicht mehr weiter zu kommen. Ganz bestimmt! Aber soweit bin ich jetzt noch nicht. Vielleicht komme ich noch dahinter... Zunächst werde ich die angebotenen Angehörigen-Seminare in der Klinik nutzen. Mal sehen, was dabei raus kommt.

@Kaleu:
Schön, dich zum Lachen gebracht zu haben... Sehr glücklich

Dieses Sehnen nach dem nächsten Gesprächstermin kenne ich auch. Und auch dieses Einbrechen, wenn man erkennt, dass bei einem selbst so viel im Argen ist.

Nachdem ich in zwei Jahren Familientherapie (mein ältester Sohn hatte sehr große Probleme mit sich und seinem Umfeld) endlich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass die Ursache für seine Schwierigkeiten auf meine eigene Kindheit zurückzuführen ist, fiel ich erst einmal in ein tiefes Loch. Ich brauchte ganz schnell meine eigene Therapie, um damit fertig zu werden. Das war sehr hart, und so richtig ertragen kann ich das immer noch nicht.

Dies ist schon über 15 Jahre her. Und heute, wo ich wiedermal mich so angeknackst fühle, kommen auch diese alten Geschichten wieder hoch...

Naja, noch habe ich das im Griff...

Gute Nacht an alle!
ossi
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben

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