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Von einem Tag auf den anderen war alles anders...

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ossi2
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BeitragVerfasst am: 21.10.2009, 22:38    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ach liebe Malinca, vielen Dank für deine lieben Worte!

Die Lohnsteuerkarten für 2010 liegen hier auch gerade zum Abgeben bereit. Dann bringe ich die erstmal zu unserem Meldeamt und bitte um eine Getrennt-Lebend-Erklärung. Das ist im Rathaus unseres kleinen Dörfchens. Dort sitzt auch mein Arbeitgeber, so wird unsere Trennung offiziell. Danke dir für den Rat!
Ja, das ist auch einer meiner Gründe, (noch) nicht zum Anwalt gehen zu wollen. Ich würde mit meinem Gehalt gerade so zurecht kommen, zusätzliche Ausgaben (wie für einen Anwalt) muss ich irgendwo anders abzwacken. Geschockt Aber mein Bauch sagt mir auch, dass das meine Situation hier nur verschlimmern würde, wenn ich einen Anwalt einschalten würde. Ich möchte es erst einmal im Ruhigen versuchen.

Ja Malinca, ich versuche stark zu sein! Ich glaube auch zu wissen, was mir gut tut und was mir schadet. Ich habe in meinem Leben schon einige Nackenschläge einstecken müsse. Habe lernen müssen, für mich selbst zu sorgen und für mich selbst sorgen zu können. Und ich weiß, dass ich nicht in einer Ehe leben kann, die auf ein Lügengerüst aufgebaut ist. Mit diesem (für mich irreparablen) Vertrauensbruch kann ich nicht leben, da bin ich mir 100%ig sicher. Dafür bin ich mir selber viel zu wichtig, als das ich mir das antue. Ich weiß, klingt ganz schön egoistisch. Aber ein wenig Egoismus ist überlebensnotwendig. Bevor sein Lügengerüst zusammenbrach, war ich felsenfest davon überzeugt, dass ich ihn bedingungslos liebe. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder solch eine bedingungslos vertrauende Beziehung zu einem Menschen aufbauen kann.

Ich wünsche dir und allen anderen hier eine erholsame Nacht!
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
prof_schroeder
aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 22.10.2009, 16:39    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo ossi, also wenn du zur anwältin gehst, verschlimmert das die situation gar nicht unbedingt, denn die wird -wenn du das nicht wünscht- doch nicht direkt ein schreiben an deinen mann rausjagen, aber du kannst dich dort beraten lassen und vorher mit ihr abklären, ob du vielleicht für ein solches gespräch beratungshilfe bekommst (dann nur 10,00 € zahlen mußt) oder aber sie fragen wie teuer eine beratung ist. in jedem fall muss dein mann davon nichts erfahren, so. und ich würde mir eine fachanwältin für familienrecht nehmen. die kann dir dann auch gleich die sache mit dem haus erklären (was ich mal weiter oben geschrieben habe)....das mit den steuerkarten, da fragst du sicherheitshalber beim finanzamt oder einem steuerberater nach; denn in dem Jahr, wo du dich getrennt hast (also 2009) kann dein mann bei der steuererklärung auf gemeinsamer veranlagung bestehen, aber das jetzt hier alles zu erklären, würde vermutlich den rahmen sprengen lach...he ich wünsch dir kraft und davon ganz viel liebe grüße uschi
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prof_schroeder hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 22.10.2009, 22:13    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Uschi, bisher habe ich mit Anwälten eigentlich nicht so gute Erfahrungen gemacht. Die waren meist schneller dabei, Briefe zu verfassen, als es mir Recht war. Und eine saftige Rechnung kam dann noch schneller. Aber gut, wenn du andere Erfahrungen hast, werde ich das mal so probieren, wie du beschrieben hast. Dankeschön dafür! Wahrscheinlich muss ich sicherer diesen Anwälten gegenüber treten. Ich kann ja nachfragen und klar sagen, was ich möchte, oder? Wenn das nicht so klappt, gehe ich eben zu einem anderen.

Also ich denke, ich stimme einer gemeinsamen Veranlagung für 2009 auf jeden Fall zu. Wenn wir getrennt veranlagt werden würden, müsste er vermutlich ´ne große Summe Steuern nachzahlen, da er die doppelte Haushaltsführung und weite Heimfahrten bisher geltend macht. Außerdem hat er bisher Steuerklasse III, das wäre sicher teuer für ihn. Aber für nächstes Jahr werden die Steuerklassen geändert und dann getrennt berechnet. Ich hoffe, dass er mir da nicht auch noch einen Strich durch die Rechnung macht, aber Malinca hat mir ja schon geschrieben, dass er nichts dagegen machen kann.
Dann schaue ich morgen mal ins Branchenbuch, suche mir die Anwälte für Familienrecht raus und werde erstmal telefonisch meine Möglichkeiten abfragen.

Seit mein Mann dienstag Morgen das Haus verlassen hat, genieße ich in vollen Zügen diese entspannte Ruhe in meinem Zuhause. Die Dinge, die er hier schon verändert hat (Bilder abgehangen, einige Dinge entwendet) kann ich nur müde belächeln. Will sagen, es macht mir nichts aus. Ja, ich denke auch viel über die vergangenen Jahre nach. Es fallen mir ständig irgenwelche Situationen aus unserer Ehe ein, die ich nun in einem ganz anderen Licht sehe, frage mich immer wieder, an welcher Stelle er mich noch belogen und betrogen hat. Vieles nehme ich so im Nachhinein ganz anders wahr. Meine Arbeitskollegin sagte heute zu mir, sie kann das gar nicht begreifen, vor drei Wochen sah sie uns noch als das "Traumpaar", so harmonisch und liebevoll. Ich habe ihr erklärt, wie ich das empfinde. Den Mann vor drei Wochen habe ich unendlich geliebt, dem habe ich vertraut, ich fühlte mich sicher. Der Mann mit dem ich noch verheiratet bin, ist ein völlig fremder Mensch für mich! Den Mann, den ich geheiratet habe, habe ich verloren. Ich hätte ihn gern wieder. Aber ich weiß, dass das nicht möglich ist. Vor diesem Mann, mit dem ich noch in einem Haus lebe, habe ich Angst, weil ich ihn überhaupt nicht kenne.
Das hat sie gut verstanden, hat mich in den Arm genommen und mir angeboten, dass ich immer zu ihr kommen kann, zum Quatschen und wenn ich Hilfe brauche. Ist eine liebe Freundin!
Ich bin gespannt, wann er wieder aus der Klinik kommt, mir wird ganz schön mulmig bei dem Gedanken. Aber ich sage mir immer wieder, da musst du durch! Das schaffst du!
Und dann werde ich versuchen, mit ihm zu reden, wie es nun mit uns weitergehen kann und aus meiner Sicht soll. Mit den Augen rollen

Liebe Uschi und alle anderen hier, ich wüsche euch eine erholsame Nacht!
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
prof_schroeder
aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 23.10.2009, 09:46    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lachen guten morgen liebe ossi, hoffe du hast schlafen können Winken
ja die ruhe tut gut und gibt dir kraft zurück, die du für dich allein nutzen mußt....mit den anwälten, das mußt du genauso tun Winken glaub mir ich weiß das von berufs wegen; der anwalt schreibt nur, wenn du willst, dass er schreibt und wenn du von vorneherein sagst, du möchtest lediglich eine beratung und dich im vorwege nach den kosten erkundigst, dann läuft das so Smilie
wann kommt dein mann denn aus der klinik zurück?
lg uschi
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prof_schroeder hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 23.10.2009, 15:43    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Uschi, dein und mein Hoffen auf eine ruhige Nacht hat sich für mich leider kurz vor Zwei (!) zerschlagen... Ich bekam eine SMS von meinem Mann. Mein erster Gedanke war: Was egoistisch! Ich muss früh aufstehen und arbeiten gehen! Er schrieb, dass er eben (!!!) ein Gespräch gehabt hätte, wobei man ihm gesagt haben soll, dass wir gemeinsam dort in der Klinik beraten werden könnten, wegen unseres Eheproblems! Geschockt Was? Eheproblem? Wo holt er das nur wieder her? Und er hat gefragt, ob ich bereit bin, einen gemeinsamen Weg mit ihm weiter zu gehen. Erst wollte ich auf diese SMS eine saftige Antwort schreiben. Diese Idee habe ich aber ganz schnell verworfen. Habe gedacht: Nein! Keine Antwort, schon gar nicht per SMS! Nach dem Handybimmeln konnte ich nicht mehr einschlafen. Hatte auch ein wenig Angst, dass er nun, wo ich ja nicht geantwortet habe, schnell nach Hause kommt. (10 min Autofahrt, sein Auto steht vor der Klinik) Gottseidank kam er nicht. Ich hatte mir dann aber später noch überlegt, morgens in der Klinik anzurufen, von dem Vorfall zu erzählen und anzubieten, dass ich zum klärenden Gespräch in die Klinik komme. Ich dachte, unter therapeutischer Aufsicht wäre vielleicht eine gute Möglichkeit, ihm zu sagen, dass er keine weitere Chance von mir bekommt und meine Entscheidung unwiederruflich ist. Dann merkte ich aber, wie sehr mich nur die Gedanken an diese SMS und meine mögliche Reaktion darauf, aufregten, mir immer unwohler wurde mit diesem Gedanken, dass ich mich dann nach längerem Grübeln dazu entschließen konnte, gar nichts zu tun. Ich habe bisher nicht auf die SMS reagiert, werde es auch nicht tun.
Ich habe dabei auch an euch hier gedacht. Habe mich gefragt, was würdet ihr zu meiner Reaktion sagen. Und ich war mir sicher, ihr würdet mich darin bestätigen, ihn "hängen" zu lassen, stimmts?
Bisher habe ich auch noch keine bisschen Reue in seinen Worten oder Taten erkennen können. Und überhaupt keine Einsicht, dass sein Trinken der Auslöser für den ganzen Schlamassel ist. Nun haben wir auch schon Eheprobleme, höre ich zum ersten Mal. Seine Uneinsicht bestätigt mich nur immer wieder darin, dass es mein einzig richtiger Weg ist, mich von ihm zu trennen. Ich habe keine Hoffnung, dass er es schafft und wir eine ?te Chance bekommen.

Uschi, du fragst wann er aus der Klinik kommt. Also, wenn er durchhält, ist er nach 14 Tagen dort wieder raus, wenn er nicht durchhält wohl eher. Ich denke, dieser Aufenthalt ist nur zum Entgiften, mit therapeutischer Begleitung. Das kann ja noch nicht alles sein. Aber ich denke für ihn schon. Länger wird er nicht seiner Arbeit fern bleiben wollen. Ich werde abwarten...

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
ossi2
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.10.2009
Beiträge: 82
Alter: 48
Wohnort: Nordwesten

BeitragVerfasst am: 23.10.2009, 23:51    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr Lieben,
nun steht wieder ein Wochenende an, wovor ich mich schon ein wenig graule. Nee, nicht weil ich die Einsamkeit fürchte... Ich bin sehr gern allein. Aber am Wochenende ist die Familie so präsent, die Familie, die allesamt kein Verständnis für mich und meine Entscheidungen haben, die immer wieder versuchen mich umzustimmen. Nur mit Vorwürfen argumentieren, das größte Mitleid für ihn bekunden und denen (so ist mein Gefühl) völlig egal ist, wie es mir dabei geht. Nur zum Verständnis, ich rede von seiner Familie (die können nicht anders, weiß ich) sondern auch von meiner! Heute hat mir mein Sohn erzählt, dass eigentlich alle wussten, dass mein Mann erst Dienstag in die Klinik geht. Mein Vater hat mich bewusst nach Hause fahren lassen, obwohl er wusste, dass mein Mann da sein würde. Ich bin doch extra übers Wochenende zu meinen Eltern gegangen, weil er zu Hause war. Mein Vater hat es wohl damit begründet, dass wir ja noch gar nicht miteinander geredet hätten, mein Mann mir ja noch gar nicht erklären konnte, warum er getrunken hat! ??? Deshalb hat er mich zu ihm nach Hause fahren lassen! Ich habe das Gefühl, die haben mich bewusst ins offene Messer laufen lassen. Zu meinem Sohn habe ich gesagt, er solle erst einmal darauf vertrauen, dass seine Mutter die bestmögliche Entscheidung für sich selbst fällen wird. Das hat er verstanden. Am Sonntag bin ich bei meinen Eltern zum Essen eingeladen. Dort werde ich versuchen, das so ähnlich mit meinen Eltern zu klären. Ich habe ja nun schon mehrmals versucht ihnen zu erklären, dass ich meinem Mann nicht helfen kann und warum nicht, und warum ich nicht mehr mit ihm leben kann. Sie meinten im Nachhinein ich lasse nicht mit mir reden. Ich bin bitter enttäuscht, dass sie mir nicht vertrauen, dass ich den richtigen Weg für mich, ihre Tochter (!) finde. Jedenfalls werde ich sie bitten, nicht mehr über dieses Thema zu sprechen, nicht mehr auf mich einzureden. Ich denke, es macht keinen Sinn, es regt nur die Gemüter auf, vermittelt Enttäuschung und Schmerz.
Wenn sie das nicht schaffen, brauche ich wohl auch eine zeitl. begrenzte Trennung von ihnen. Ich kann das nicht mehr aushalten. Es regt mich innerlich dermaßen auf und zieht mich total runter.
Na- dann kam auch noch ein Anruf von seiner Schwester: bin ja so enttäuscht - das hätte ich nie von dir gedacht - du musst ihm doch noch eine Chance geben - ich dachte du liebst ihn - jetzt wo er doch was macht! Dann hat sie mich noch ausgelacht, wie ich ihr sagte, dass ich das Haus allein halten wollte. Und dann hat sie auch noch gedroht, wenn ich mich trennen möchte (Alle reden immer davon, ich wolle mich scheiden lassen, ich sage immer wieder, dass ich so weit noch gar nicht denke, dass mir im Moment eine Trennung wichtig ist), dann gibt’s sowieso gleich die Scheidung (seinerseits)!
Jedenfalls habe ich mir jetzt vorgenommen, mich auf diese Gespräche nicht mehr einzulassen. Es tut mir unsagbar weh, so viel Unverständnis meiner Familie zu erfahren.

Wünsche euch eine gute Nacht!

Was ich nochmal schreiben wollte: Ich bin so froh, dass ihr da seid! Jeden Tag lese ich mich durch die verschiedenen Einträge. Es hilft sehr viel, zu merken, dass ich nicht allein bin. Danke euch!
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ossi2 hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
malinca
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2008
Beiträge: 132
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 24.10.2009, 08:41    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ossi, ich wollte Dir zum Wochenende mal ein Paket Kraft schicken. Es tut mir sehr leid, dass Deine Familie kein Verständnis hat. Bedenke bitte dabei, dass was Du mit ihm erlebt hast, die
Vertrauensbrüche, Lügen ect. die Dir jetzt im Nachhinein bewußt werden, haben Deine Angehörigen in diesem Ausmaß nicht erlebt. Sie sehen Euch wahrscheinlich als ganz normales Paar mit "ein paar Schwierigkeiten" und können somit Deinen Trennungswillen nicht verstehen. Und nun macht er ja auch die stationäre Entgiftung!!! Das das nicht reicht, verstehen sie nicht. Und Dein Mann ist natürlich in einer "tollen" Position. Anscheinend hat er Deine Eltern schön "eingewickelt". Ich kann mir vorstellen, wie schwer das für Dich ist. Denn von seiner Familie erhofft man sich doch Rückenstärkung. Also wenn Du sie nicht von ihnen bekommst. Hier bekommst Du sie. Ich lese ja schon länger in diesem Forum und so konsequent wie durch das angehst ist bewundernswsert und kommt nicht so häufig vor. Wie anderen "eiern" doch immer ziemlich lange rum. Was seine Familie betrifft - wenn seine Schwester sagt "eine Trennung gibt es nicht - dann gibts gleich die Scheidung" - das ist auch wieder so ein Co-Knopf der gedrückt wird. M.E. haben sie Angst, dass sie sich dann mit ihm auseinandersetzen müssen. Und wenn Dein Mann auf eine Trennung gleich seinen Scheidungswillen bekundet, dann ist das halt so. Lass Dich davon nicht verängstigen und klein machen. (Obwohl ich glaube, da besteht gar keine Gefahr bei Dir.).
Vielleicht druckst Du mal ein paar Infos zum Thema Alkoholismus aus I-Net aus und nimmst das am Sonntag mit zu Deiner Familie. Manchmal könnte das ja etwas bewirken.

Mit meiner Familie habe ich sehr viel Glück. Sie verstehen, dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Auch wenn ihnen vielleicht einige Entscheidungen meinerseits nicht gefallen, sie unterstützen mich in allem. Unser Familienprinzip wird so gelebt - jeder trifft seine Entscheidungen für sich und für sein Leben und das wird so aktzeptiert und da gibt es dann kein Druck o.ä. sondern zum Glück ganz viel Verständnis und Liebe.

Übrigens meine Trennung von meinem Mann (inclusive räumliche Trennung) ist jetzt auch 1 Jahr her.

Und besonders nachdem die räumliche Trennung vollzogen war, konnte ich wieder etwas durchatmen. Und jetzt geht es mir eigentlich schon ganz gut und ich lebe mein Leben für mich. Nachdem ich meinem Mann die entgültige Verantwortung für seines zurückgegeben habe, hatte er noch diverse Rückfälle. Die mich aber kaum belastet haben, weil ich meinen eigenen Wohnraum habe und mein Mann mich auch nie telef. oder ähnlich kontaktiert wenn ich das nicht möchte.
Jetzt ist er in einer Therapie die mindestens 6 Monate dauert. Aber was er daraus macht, macht er für sich, nicht für uns.

Scheidung ist für mich auch noch kein Thema, das ist aber nichts womit ich mich beschäftigen muß. Getrennt lebend läuft bei uns gut und wir haben eine Phase erreicht in der wir uns beide wieder respektieren können. Was ich noch nicht kann - Vertrauen. Da geht es mir so wie Dir. Da ist in mir etwas kaputt gegangen. Ich vertraue meiner Familie und einigen wenigen sehr guten langjährigen Freunden. Das war es dann aber schon.

Ossi, Kopf hoch, Du bist eine taffe Frau.
edit keine Zitate einfügen danke hartmut
Ganz liebe Grüße Malinca.
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malinca hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben
Ellii
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.05.2009
Beiträge: 18
Alter: 21

BeitragVerfasst am: 24.10.2009, 14:20    Titel: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ossi,

ich kann mich Malinca nur anschließen und sagen, dass ich es auch extrem bewundernswert finde, wie konsequent Du eure Trennung angehst!!!
Du machst auf mich den Eindruck als hättest du ein gesundes Selbstbewusstsein!
Da es trotz deiner Überzeugtheit eine schmerzliche Situation ist, wünsche ich Dir viel Kraft.

Habe mich selber vor einem Monat von meinem Partner getrennt, heute zieht er aus, aber an Dinge wie ,,endgültig" will ich noch gar nicht denken. Ich habe das Glück von einigen lieben Menschen sehr viel Verständnis zu bekommen und will mir gar nicht vorstellen, wie kraftraubend Rechtfertigungen gegenüber der eigenen Familie und Schwiegerfamilie seien müssen.

Die Idee mit den Informationen über Alkoholismus (und über Co-Abhänigkeit!) finde ich gar nicht so schlecht. Ich glaube, Sucht ist nicht verständlich, wenn man nicht selber irgendwie mit drin steckt, aber die meisten Infobroschüren sprechen ja eine eindeutige Sprache.

Die Eltern meines Freundes verstehen unsere Trennung, glaub ich, auch noch nicht so ganz, vielleicht sehen sie mich als die ,,Schuldige", denn sie haben ja auch nur mitgekriegt, wie drastisch er seinen Konsum beschränkt hat und dann trenn ich mich, aber andere Dinge wie z.B. völlig abhandengekommenes Vertrauen und damit verbundenes Kopfkino können sie sicher nicht nachvollziehen.
Ein krasses Gegenbeispiel für Unverständnis ist meine Mutter, sie hat sich so massiv mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt, dass sie irgendwie schon fast co-co-abhänig ist, was für mich auch immer sehr belastent war. Ich habe eigentlich nie für meinen Freund gelogen, nur vor meiner Mutter habe ich oft beschönigt, aber auch nur damit sie sich nicht alzu große Sorgen macht.

Es freut mich zu hören, dass auch Du liebe Menschen kennst die Dich verstehen und wünsch Dir noch ein erholsames Restwochenende!!!

Liebe Grüße
Elli
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Ellii hat zum Thema: Re: Von einem Tag auf den anderen war alles anders... geschrieben

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