| Therapie für EKAs unbedingt notwendig? • warum werde ich nur immer wieder so wütend |
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lavandula Gast
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Verfasst am: 08.10.2009, 08:42 Titel: stark sein |
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Hallo an alle,
seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema 'stark sein (müssen)' sehr. Kennt Ihr das auch? Als Ältere von zwei Schwestern sollte ich immer 'die Vernünftige', 'die Große', 'die Starke' sowieso und 'die Problemlose' sein. Auch gern gesehen war 'die Selbständige' und 'die Erwachsene' - mit 5 - hallo?! Geht's noch?? Es ist kein Problem für ein hilfsbereites Kind, das gerne Gefallen tut, etwas zu erledigen, z.B. Haushalt. Aber es macht mich sowas von Wütend, dass das immer ausgenutzt wurde. Klar kann ich heute alles mögliche - Ironie des Schicksals. Aber die Wut über das Sich-ausgenutzt-fühlen ist doch noch sehrsehr lebendig!!
Und die Wut darüber muss fliessen, sonst verstopft und lähmt sie mich!!!
LG,
Lavandula |
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| lavandula hat zum Thema: stark sein geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14427 Alter: 46
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Verfasst am: 08.10.2009, 20:04 Titel: Re: stark sein |
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Hallo Lavandula,
herzlich Willkommen hier bei uns EK's.
Die Wut ist eine prima Angelegenheit, schön, daß du sie spüren kannst!
Da ist so viel Kraft, wenn man sie nicht gegen jemand oder etwas, sonder FÜR sich nutzt... woah!
Danke für deine klaren Beiträge in unserem gemeinsamen Thread 'Merkmale für ein EK'. Da habe ich mich in sehr, sehr vielem wiedergefunden...
Lieber Gruß und einen guten Austausch,
Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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jessy21 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2009 Beiträge: 59 Alter: 24 Wohnort: berlin
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Verfasst am: 09.10.2009, 13:27 Titel: Re: stark sein |
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hi lavandula
die rolle hatte meine grosse sis genau wie du
aber ich erzähle dir mal aus meiner sicht
ich bin soo dankbar das ich meine schwester hatte das war für mich mein mutter ersatz sie hat alles gemacht und selbst heute ist sie für mich wie eine mutter klar fühlte sie sich auch ausgenutzt aber nachdem ich ihr mal gesagt habe das ich ihr dankbar bin hat sie es irgendwann mit anderen augen gesehen wenn sie nicht gewesen wäre wo wären wir dann heute mal ehrlich vielleicht sollteltest du es mal von der sicht betrachen
lg jessy |
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| jessy21 hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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lavandula Gast
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Verfasst am: 12.10.2009, 13:36 Titel: Re: stark sein |
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Hola Jessy,
na klar, das ist natürlich ein wichtiger Aspekt - und hab ich ja auch gern gemacht für meine sister
Über diesen Punkt sind wir uns sehr einig.
Bin heute sowas von unabhängig - ist schon manchmal unheimlich
Aber völlig o.k. - manchmal hängen halt die Gefühle etwas hinterher oder sind in manchen Situationen an die alten Geschichten bzw. alten Schmerzen erinnert.
LG,
Lavandula |
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| lavandula hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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lavandula Gast
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Verfasst am: 12.10.2009, 16:24 Titel: Re: stark sein |
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Hallo Linde,
dank Dir nochmal sehr für Deine Begrüßung, habe mich sehr gefreut
Ja das mit der Wut ist echt so - man muss sie nur in die richtigen Bahnen leiten... Manchmal glaub ich, soso viel alte Wut in den Tiefen zu spüren, das ist unglaublich...
Lieben Gruß - und bis bald.
Lavandula |
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| lavandula hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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lavandula Gast
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Verfasst am: 13.10.2009, 13:12 Titel: Re: stark sein |
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Das alte Chaos hat mich gezwungen zu schweigen - heute rede ich.
Früher war ich nichts wert - früher.
Alk ist normal. Täglich. IST ER NICHT!!
Depressionen kommen nun mal - NEIN, sie kommen, gerade bei Frauen, durch den Alk!!!
Ein Kind fühlt sich unter einer unglaublichen Last begraben, wenn sich die alkoholkranke Mutter auf es fallen lässt. Mit einer Selbstverständlichkeit als hätte es keine andre Daseinsberechtigung als zur Hilfe der Mutter.
Seele ist Wüste. Asche. Gestein. Kalt. Viel zu heiss. Öde. Durch den Alk. Durch seelische Gewalt und der Selbstmisshandlung des Alkis.
Das muss sich kein Kind anschauen!!
Alk ist wie ein großer runder Stein angeketten am Hals, der auf jeden Fall irgendwann in Rollen kommt und den Alki in den Abgrund reisst. Auch wenn der immer noch seelg vor sich hin säuselt, dass er doch auf einer Ebene sitzt, wo es nur gerade aus geht. Die Landschaft ist aber hügelig, es gibt Berge, die man hochgehen kann zum Runterschauen und Abgründe, in die man fallen kann, wenn man zu unvorsichtig ist. |
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| lavandula hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14427 Alter: 46
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Verfasst am: 13.10.2009, 15:14 Titel: Re: stark sein |
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Hallo Lavandula,
im Kontakt mit meiner Wut zu sein hat mich anfangs sehr verängstigt. Ich kleines EK darf doch nicht wütend sein! Ich habe zu funktionieren und meine Gefühle und Gedanken zum familiären Umfeld zu verschweigen bzw. zu unterdrücken. Nach paar Jahren ist das weitgehend geschafft, ich fühlte irgendwann gar nichts mehr, war nur noch müde. Immer.
Irgendwann im Laufe der Zeit lernte ich gaaaanz langsam die ganze riesige Gefühlspalette zu leben, auch die "bösen" Gefühle wie die Wut. Inzwischen habe ich sie wie eine Brücke genommen, hin zu meiner Kraft.
Über die Wut zu der eigenen Lebenskraft kommen... und die dann für sich selber nutzen und das eigene Leben leben.
| Zitat: | | Das muss sich kein Kind anschauen!! | Jetzt nicht mehr, liebe Lavandula, wir sind ERWACHSENE Kinder. Damals mußten wir es uns tatsächlich anschauen, wir waren mittendrin und hatten keine andere Wahl. Wir haben mehr über-lebt als ge-lebt. Aber das ist vorbei, heute haben wir die Wahl. Die Selbstverständlichkeit, mit der über uns im 'Familienkosmos Suchtstrukturfamilie' verfügt wurde, heute können wir ihr Grenzen setzen.
Du liest dich klasse, da ist viel Kraft zu spüren, ich mag deine bildreiche Sprache.
Viele Grüße, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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lavandula Gast
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Verfasst am: 14.10.2009, 08:39 Titel: Re: stark sein |
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Hallo Linde,
Du schreibst mir aus der Seele... Klar, dieser Mikrokosmos einer nach aussen hin unauffälligen - vermeintlich normalen - Alk.familie ist eine Welt für sich. Ohne klare Regeln, es geht nur um's Durchkommen. Manchmal egal wie. Feine Töne der Seele haben da überhaupt keinen Platz. Zum Wachsen. Geschweigedenn zum Keimen.
Kind bleibt man jedoch immer - wenn auch erwachsen, weitaus umsichtiger und wie schon so lange geübt in der eigenen Verantwortung. Nur dass die, die alles forderten und mitgetragen werden wollten, nein sollten, nicht mehr da sind Das setzt riesige Kräfte frei. Endlich niemand mehr da auf dem Rücken, den man mittragen soll. Soll.Soll.Soll. NEIN!
Ein verkümmerter Mensch hat sich übrig gelassen vom Alk. Wie schade. Aber es war ihre Entscheidung. Jeden Tag. "Bei mir ist es ja zum Glück nicht so schlimm (wie bei andern)" sagte sie noch und soff einfach weiter. Log weiter. O.k., ihre Entscheidung. Ohne mich. Soviel ist klar. Weiss der Geier, woher sie den Satz hatte, frisch aus der Klinik kommend. Vielleicht hat den jemand gesagt - oder sie hat es sich selbst eingeredet. Einer der vielen Fantasiestrohhalme, die sie sich immer herbeiredete.
Ich weiss nicht, wie es ihr geht heute und genaugenommen noch nichtmal, wo sie ist. Und das ist gut so.
Vor ein paar Monaten hat der Vater mal versucht, Kontakt aufzunehmen, quasi ein einmaliger Vorgang. Ein Nebelvater, der sich verkrümelt hat. Jetzt, wo alles schlimme vorbei ist, traut er sich aus seinem Versteck. Er hat mir nicht beigestanden bisher, mir eher noch Vorwürfe gemacht, z.B. wie teuer ich doch wäre. Mich nicht ernst genommen, als es mir total dreckig ging - bis vor kurzem. Nicht hingeschaut als ich klein war, ja, das war so, lässt sich nicht wegwischen. Jetzt ist es einfach, so zu tun als hätte man eine Tochter (zwei). Aha. Was soll das? Er hat sich im Familienlabyrinth stets entfernt, kam nur zu Arbeitsanweisungen und zum Schimpfen, Brüllen, Meckern, beleidigt schweigen und Jammern vorbei.
Und suchte sich als bei uns alles kaputt war, einfach eine neue Familie mit drei Frauen, die um ihn rumhüpften und ihn versorgten. Aber selbst? Selbst? Selbst musste immer ich sein. Schon viel zu früh. Dasselbe hat er mal von sich erzählt. Dass er mit mir das Gleiche veranstaltet wie sein Vater, ist ihm nicht gedämmert bisher. Handeln musste ich als Kind - Rollenverwechslung, er verhielt sich nicht erwachsen. Und noch helfen obendrein. Was eine Hiflosigkeit. Zum Helfen zwang er mich immer - ich hätte das auch freiwillig gemacht. Aber es galt ja, mich zur Schnecke zu machen, sich an mir großzufühlen. Wie arm!!
Sein Vater war ebenso Alki wie seine Frau. Und auch er spricht, wie die andern in der Familie, nicht darüber. Jedenfalls nicht mit mir. Aus Angst vor Vorwürfen? Wie auch immer. Ich bin lang schon nicht mehr bereit, alles, was ich habe, zur Verfügung zu stellen, auch noch ihm die Eltern zu ersetzen, automatisch immer da zu sein. Ein langsamer Mensch mit vielen Krankheiten. Ich habe meine Grenze schon lang gefunden. Jetzt ist nur noch Aufräumen angesagt. Innen.
Und natürlich weiterweiterweiterleben habe es mir so schön gemacht in meinem Leben
LG,
Lavandula |
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| lavandula hat zum Thema: Re: stark sein geschrieben
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