Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung

Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Sonstiges zu Alkoholsucht und Selbsthilfe im Alkoholiker Forum -> Seite 4
Verfluchter Alkohol!   •    Hilfe ist meine Freundin abhängig?  
Autor Nachricht
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2522
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 30.09.2009, 23:51    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nochmal hallo,

ich hab emotional wirklich kein großes Problem mit der Schuldfrage. Ich zermarter mich damit nicht. Allerdings wohl auch deshalb nicht, weil ich meine Biographie noch nicht als total verpfuscht ansehe. Wenn sich allerdings rausstellen sollte, dass die ganze Sache noch viel schlimmere Folgen hat als ich bis jetzt denke, dann könnte es dazu führen, dass ich dann doch wieder mit dem Hadern anfange.

Aber intellektuell hab ich jetzt wieder mal nen Knoten im Hirn und kann mir die Frage nicht verkneifen:

Ist das nicht doch ein Widerspruch?:

Aussage 1: Es gibt keine Schuld, es ist ein Schicksalsschlag usw.

Aussage 2:
Zitat:
Mein respektvoller Umgang mit meiner EX-Frau basiert auch darauf, daß sie darauf vertraut, daß ich nicht rückfällig werde.
Einen Rückfall würde sie mir unter keinen Umständen "gestatten" obwohl wir uns beide darüber im klaren sind, daß das niemals ausgeschlossen sein wird.

Es liegt nun letztlich an mir, was ich aus meinem Leben mache -
es liegt an Deinem Ex-Partner was er aus seinem Leben macht
- und last not least - an Deinem Leben -


Wenn es der Suchtkranke in der Hand hat, dann hat er doch auch Schuld, wenn er rückfällig wird und nichts dagegen tut??????

Zweite Frage:
Warum ist diese Schuldfrage überhaupt so ein Tabu?
Ich erlebe das hier im Forum regelmäßig, dass viele da sofort die Rolläden runterlassen, wenn das angeschnitten wird. Warum eigentlich?
Man kann ja zu dem Schluss kommen, dass niemand Schuld hat.
Aber kann man das wirklich bist zur letzten Konsequenz so sehen?

Nicht Schuld sein am Trinken - schön.
Nicht Schuld sein an Beleidigungen im Suff - okay.
...
Nicht Schuld an einer Straftat im Suff?????

Auf mich als Co bezogen:
Ich bin nicht Schuld daran, dass er trinkt - klar!
Ich bin nicht Schuld daran, dass ich mich nicht getrennt habe - okay.
...
Ich bin nicht Schuld daran, dass ich zugelassen habe, dass er eine Straftat im Suff begeht????
(An dieser Stelle erlaube ich mir, an eine kürzlich hier geführte Debatte zur Schuld des co-abhängigen Beifahrers eines betrunkenen Fahrers zu erinnern. Da war aber plötzlich ganz viel Schuld im Spiel!)


Schöne Grüße
Doro
Nach oben
Doro hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2522
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 01.10.2009, 00:07    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
und grüble schon lange nicht mehr über Schuld.


Okay, das war Schwachsinn. Seit vorhin grüble ich doch wieder drüber. ABer mehr so auf der Intellektebene.

Nun aber wirklich: gute Nacht
Doro
Nach oben
Doro hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 01.10.2009, 09:19    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kwiep,

zum Thema Schuld wollt ich zwar nichts mehr schreiben weil für mich das Thema durch ist.

Aber dein letzter Satz ließ mich aufhorchen. Tja warum? Weil mein Ex wegen Körperverletzung mir und meinem jüngsten Kind gegenüber verurteilt wurde eine Zwangstherapie zu machen. Als Bewährungsauflage....er sich dieser aber wohl immer noch entzieht und Justiz und Rentenversicherung zum Narren hält. Auch wenn er hingehen sollte sehe ich es nicht mehr als sinnvoll an...da er nicht die nötige Einsicht hat. Er nimmt in meinen Augen nur jemanden der sich wirklich helfen lassen will den Platz weg.
Arbeitsstunden in einer Pflegestation wo sich alkoholkranke im letzten Stadium befinden wäre vielleicht sinnvoller....oder um sich ein eigenes Bett zu organisieren Mit den Augen rollen

Lieben Gruß
Nicole
Nach oben
Nicole hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 01.10.2009, 12:59    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Doro und Kwiep,

ich habe dieses Thema mal abgetrennt, denn das Thema *Gemeinsames Aufarbeiten* würde damit in den Hintergrund geraten Winken

So können beide parallel laufen

Lieben Gruß
Susanne
Nach oben
Susanne hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2522
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 01.10.2009, 18:46    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kwiep,

es war wohl ein bisschen übereilt von mir, die Sache mit der Gewalttatandrohung hier zu erwähnen, wo dir die Hintergründe nicht bekannt sind.

Wir sind bereits getrennt, er hat bereits keine Erlaubnis mehr, das Haus oder das Grundstück zu betreten, die Polizei ist informiert, meine Anwältin ebenfalls. (Die erste Reaktion der Polizei war auch nicht: Sie müssen das zur Anzeige bringen. Sondern eher: Na ja, wie ernst kann man sowas denn nehmen?) Die Vehemenz, mit der du mir eine MItschuld nahelegst, verärgert mich ein bisschen, aber ich bin selbst schuld, denn du kennst ja die genaue Situation nicht. Faktisch kann man eine solche Tat nicht verhindern, nur bestimmte Risiken minimieren. ("wir" sind meine Kinder und eventuell meine Eltern, so genau ist das nicht klar, was er eigentlich meinte).

Ich denke, mich würde keine Mitschuld treffen.

Die Widersprüche in der Schuldfrage bleiben für mich bestehen.

Liebe Grüße
Doro
Nach oben
Doro hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 02.10.2009, 09:34    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

was sind denn diese uns so belastende Widersprüche, die machen sogar heldenhaft in den Suizid treiben läßt?

Für mich ist Schuld ein von außen gezimmertes Werk, dass ich teils ohne Prüfung übernommen habe, das mir eingehämmert wurde und mich beschränkt hat. Maßstäbe anderer.

Es gibt Gesetze, die bestimmen und sorgen für Recht und Ordnung einer Gesellschaft. Was für eine Ordnung haben die Menschen, die in einem anderen Gesetz lebten oder eine neue Regierung bekamen, neue Werte, neue Gesetze und neue Schuld?

Schuld ist demnach immer etwas von außen. Als ich pleite ging, verloren einige Geld, das sie investierten, um noch mehr zu machen. Bin ich schuld, wenn andere Fehlentscheidungen treffen, es hatte sie niemand gezwungen mit mir zu arbeiten, so wie mich niemand gezwungen hatte die Geschäfte auszuweiten.

Bin ich schuld, dass meine Frau gesoffen hat und ich so lange dachte etwas tun zu können? Bin ich schuld, weil ich etwas nicht besser wußte? Bin ich schuld an ihrer Entwicklung, an meinen Entwicklungen? Das ist jetzt schwierig, denn meine Entwicklung ist in meinen Augen der direkte Weg in die Unschuld, denn ich fühle mich wie neu und super gut.


Wenn ich mich um meine Mutter kümmern müßte, um einen Lebenspartner, um meine Kinder, dann würde ich immer wieder vor der Frage stehen, wie viel Kümmern für wen. Im Extremfall würde ich hin- und her gerissen wie zwischen Pferde gespannt und käme aus der Situation nicht gesund heraus. Hätte ich Schuld, wenn ich jemanden vernachlässigen würde, mich z. B. und dabei krank würde? Wer gibt mir die Schuld? Die, die sich vernachlässigt fühlen? Ich? Das Gesetzt, die Gemeinschaft, die, die anders sind als ich? Wenn ich mir Schuld gebe, kann ich sie mir auch nehmen, also kann ich sie verschwinden klassen, bis es sie nicht mehr gibt, Deckel auf, rein damit, abziehen, weg damit.

LG Karl
Nach oben
kaltblut hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 02.10.2009, 09:53    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kaltblut,


Zitat:
Schuld ist demnach immer etwas von außen.


Da möchte ich mal ein kleines Veto einlegen.
In der Aufarbeitung bedeutet Schuldgefühl auch oft, daß ich ohmächtig, hilflos vor einem Gefühl, einer gemachten Erfahrung stehe, die ich nur leichter ertragen kann, indem ich entweder selbst mir die Schuld für etwas auferlege oder aber dem anderen Schuld zuspreche.
Schuld-*gefühl* ist ein Gefühl, das von innen kommt, das mir so oft auch hilft, traumatische Dinge ertragen zu können, weil dieses Gefühl *leichter*ist, als zu erkennen, daß ich einen Mangel hatte, schlimme Dinge meinem Ich geschadet haben. Insbesondere in Bezug auf Gewalterfahrung (verbal oder körperlich)
Und dies kann eben dazu führen, daß mich dieses Gefühl daran hindert, zu vergeben, zu verzeihen, anzunehmen oder weiter zu wachsen.

Dies nur mal in der Kürze. Winken

Lieben Gruß

Susanne
Nach oben
Susanne hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 05.10.2009, 18:54    Titel: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, ich habe inzwischen echt einen totalen Widerstand gegen dieses Wort "Schuld". Es gibt für mich Täter und es gibt für mich Opfer. Leider können sich Kinder aus einer Opferrolle meist nicht befreien. Wir Erwachsenen meistens schon. Doch auch Täter haben Ihren Rucksack und Gründe, auch wenn das hart klingt. (Vorallem wenn es da um Misshandlung geht). Doch am Ende kann natürlich jeder für sich selber entscheiden was er damit möchte und wie er mit etwas umgehen will. Vergebung sehe ich zum Beispiel nicht unbedingt als Endlösung an. Manches kann man nicht vergeben. Das verstehe ich. Und muß man ja auch nicht. Auch ein Grund warum ich ein Problem mit der katholischen Kirche und dem Beichtfirlefanz habe.

Karotte
Nach oben
Karotte hat zum Thema: Re: Schuldgefühle als Hindernis der Aufarbeitung geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Sonstiges zu Alkoholsucht und Selbsthilfe im Alkoholiker Forum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Immer wieder Schuldgefühle - alter tr... Erwachsene Kinder von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Mutter gestorben - Schuldgefühle-Chao... Erwachsene Kinder von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Schuldgefühle - Binde- und Druckmittel Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Frei von Angst
Frei von Angst
Alkoholkonsum - Jugend
Alkoholkonsum - Jugend
Zwangsstörungen
Zwangsstörungen
Alkoholdiagnostik
Alkoholdiagnostik
Risikoverhalten
Risikoverhalten


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de