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Ich bin bei Euch gelandet

 
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Ramona78
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 17.09.2009
Beiträge: 3
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 17.09.2009, 14:16    Titel: Ich bin bei Euch gelandet Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lange habe ich überlegt und mich durch das Internet gewuselt, um mich über Alkoholismus zu informieren. Erst einmal möchte ich allen herzlich HALLO sagen und mich jetzt schon bei Euch für Eure offenen Ohren bedanken, die ich ab sofort volljammern werde. Denn ich weiss nicht mehr weiter - ich bin vollkommen verzweielt, kraftlos und am Ende.....

Ich weiss auch nicht so recht, wie ich mich hier zurecht finde, aber ich denke, die Zeit wird es sicherlich zeigen. Also entschuldigt bitte schon jetzt einige Fehler, die ich hier vermutlich machen werde (an falscher Stelle gepostete Beiträge,.... )

Es hat auch sehr lange gedauert, mich in solch' einem Forum anzumelden, da ich es selbst nicht wahrhaben wollte, dass ich betroffen bin. Ja, ich bin es - ich bin co-abhängig und bin mit einem Alkohiker verheiratet.

Ich muss bei meiner Geschichte ein wenig ausholen und hoffe nicht, dass ich Eure Nerven allzu sehr strapaziere.
Mein Mann war, als wir uns damals kennen lernten, gerade clean. Er war drogenbhängig (Heroin,Kokain,...) und auf dem Wege, ein drogenfreies Leben zu führen, was auch für mich VOraussetzung für ein Zusammensein mit ihm bedeutete. Ich hatte nie etwas mit irgendwelchen Drogen zu tun, bis heute habe ich vielleicht zweimal eine Zigarette geraucht, aber das war's auch schon.

Wir hatten zielmich lange eine Fernbeziehung und verstanden uns super, so dass wir beschlossen, nach drei Jahren zusammenzuziehen und zu heiraten. Wir wollten eine richtige Familie werden und planten Nachwuchs.

Bis zu diesem Zeitpunkt machte ich mir auch keine sonderlichen Gedanken darüber, dass mein Mann ab und an mal ein Bierchen trank. Er fand schnell neue "Begründungen", etwas zu trinken: Mal war es der Grund, zu "feiern", weil er einen neuen Halbtagsjob hatte, ich endlich schwanger wurde, wir eine neue, traumhafte Wohnung gefunden hatte, und und und.
Aus diesem Bierchen wurden dann irgendwie immer mehr - ich habe den Überblick verloren. Anfangs war es "nur" am Wochenende, dass er auch schon tagsüber anfing, Bier zu trinken. Nun sind es - lasst mich nicht lügen - im Durchschnitt 12-15 Flaschen am Tag. Es fängt schon morgens an und dann über den Tag verteilt.

Ich weiss nicht mehr ein noch aus - ich liebe meinen Mann über alles, wir erwarten unser erstes Kind und selbst das ist kein Grund für ihn, mit dem Trinken aufzuhören. Wir haben endlose Diskussionen darüber geführt - aber er blockt immer wieder ab, stellt sich stur und kriecht in seine Welt. Er ist vollkommen verschlossen, grübelt viel nach (ich weiss auch, dass er sich Vorwürfe macht und gerade das zieht ihn immer noch weiter 'runter) und beachtet mich kaum. Er sagt zwar immer, dass er mich über alles lieben würde (das glaube ich ihm auch, aber scheinbar liebt er sich dann doch eben mehr), aber dennoch ändert er nichts an der Situation.

Ich habe mich in der Zeit auch sehr verändert. Ich war immer sehr lebenslustig, habe aber nun mei Lachen verloren. Und nicht nur das: Alles habe ich stets für ihn getan, habe meine Freunde und Familie vernachlässigt und nicht zu vergessen: MICH. Ich fühle mich gehetzt und nicht mehr, dass ich ICH bin.

Ich weiss, alle würden mir jetzt sofort raten, ihn zu verlassen. Ihr fragt Euch sicherlich, was mich immer noch an ihm hält? So viel kann ich sagen: Ich liebe diesen Menschen einfach über alles. Ich wünsche mir, dass wir eine ganz normale Familie werden, aber ER muss es auch wollen. Er sagt, dass er das will, aber im Moment nicht mit dem Alkohol aufhören könne.

Vorgestern gab es einen kleinen, großen Hoffnungsschimmer: Er sagte, dass er in einer Klinik einen Entzug machen wollte. Ich sollte da doch bitte anrufen. Ich griff überglücklich zum Hörer und kam stahlend mit einem Aufnahmegespräch "um die Ecke". Der Blick meines Mannes verfinsterte sich und er meinte: "Ich brauch' das micht Du willst doch nur drei Wochen Zeit haben, um Dich mit Deinem Liebhaber zu treffen!"
Ich war wie erschlagen. Eifersüchtig war er schon immer, aber das ist echt die Höhe!!!

Seitdem ist er wie verändert. Noch sturer, er schimpft mich grundlos aus, beleidigt mich und sitzt den ganzen Tag nur da - trinkt, schaut fern oder beschäftigt sich mit der Spielkonsole. Er meinte gerade zu mir: "Leb' damit oder nicht. Lass' Dich doch scheiden." Ich bin auf der Arbeit und fertig mit der Welt. Ich weiss nicht mehr weiter. Ich will ihn nicht verlieren - gleichzeitig sagt er mir dasselbe: Er will mich niemals verlieren, er freue sich so sehr auf alles mit mir,.... Ihc weiss nur, dass es mir schlecht geht. Irgendwie kann ich meine Schwangerschaft nicht genießem und habe unserem Kind gegenüber ein schlechtes Gewissen.

Entschuldigt bitte, dass es so ein langer Roman wurde - ich musste es mir einfach mal von der Seele schreiben, obwohl das nur ein Bruchteil dessen war, was ich noch zu sagen hätte....

Ich danke Euch so sehr fürs Zuhören!

Ramona
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Ramona78 hat zum Thema: Ich bin bei Euch gelandet geschrieben
kikita
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.09.2009
Beiträge: 2
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 17.09.2009, 15:00    Titel: Re: Ich bin bei Euch gelandet Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ramona,

mir ging es ähnlich wie Dir. Fühlen tun glaube ich viele wie wir. Herzlichst willkommen.
Die Verantwortung für Dein Kleines zeigst Du ja. Was Du nicht willst weißt Du auch. Warum handelst Du nicht nicht? Ich kann Dich verstehen, Du liebst ihn. Bis zur Selbstaufopferung?

Ich habe drei Kinder, ich zog vor drei Jahren zu ihm und vor fünf Monaten aus. Wir konnten niemanden mehr einladen, ständig war er betrunken, mal gut-oder schlecht gelaunt. Er war ein Pulverfass.
Die Noten meiner Kinder wurden schlechter, bis ich endlich nach langem geschafft habe auszuziehen. Das dauerte zwei Jahre, weil ich diesen Mann liebte.

Ich liebe ihn heute noch, wenn er nüchtern ist. Diesen Zustand gibt es leider nur sehr selten.

Es hat bei mir auch sehr lange gedauert bis ich mich traute hier anzumelden. Ich schämte mich. Ratschläge will ich Dir nicht geben. Die bekam ich genug verbunden mit Vorwürfen. Sie sind Schläge ins Gesicht.

Vielleicht eines, er trinkt nicht wegen Dir, versuche wieder zu lachen, schaue Dir die Natur an und freue Dich wenn ein Vogel zwitschert, denn das hört Dein Baby.

Versuche ihn nicht zu decken und treffe Dich viel mit den Mami´s. Lerne das lachen wieder. Das macht Dich wieder sensibel für andere Dinge. Bei mir geht es sehr langsam voran. Es gibt Rückfälle. Heute akzeptiere ich sie und ich versuche mich nicht dafür zu verurteilen.

Ich glaube wir sind alle hier stärker als wir denken.

Versuche es damit
edit Nicole,bitte keine externen Links,danke

Ich schaute es mir an, als ich mich schrecklich fühlte.

Helfen kann ich Dir nicht aber verstehen und was ich hier sehr wichtig finde, man wird nicht verurteilt.

Liebe Grüße
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kikita hat zum Thema: Re: Ich bin bei Euch gelandet geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 17.09.2009, 15:40    Titel: Re: Ich bin bei Euch gelandet Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Ramona,

herzlich willkommen und klasse, dass Du einen Weg gefunden hast zu schreiben.

Ich wünsche Dir einen guten Austausch und schreib, es hilft Dir jeden Tag, bis Du Dein Lächeln, Deine Lebensfreude und den Mut zur Veränderung scheinbar unmöglicher Dinge gefunden hast.

LG kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: Ich bin bei Euch gelandet geschrieben
vergissmeinnicht
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2007
Beiträge: 306

BeitragVerfasst am: 17.09.2009, 18:50    Titel: Re: Ich bin bei Euch gelandet Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ramona,

Schön, das du zu und gefunden hast.

Ich fühle so mit dir.................
Ich fühlte mich bei unserem zweiten Kind auch in so einer ausweglosen Lage.
Ich hätte nicht gewusst wie ich mich daraus hätte befreien können.
Sicher, man kann ausziehen und so.
Aber irgendwie ist man gefangen, gelähmt, unfähig etwas zu unternehmen.

Ich denke, das liegt daran das wir immer nur an unsere Partner denken, was die tun oder lassen könnten.
Denk doch mal an dich, was ist den mit dir und deinem Kind???
Wie soll deine Zukunft aussehen. Mit ALK gibt es keine Zukunft für euch.

Aus der Sucht muss dein Mann sich selber befreien, ganz alleine.

Wie hoch "deine" Schmerzgrenze liegt bestimmst alleine du, erst wenn die erreicht ist wirst du bereit sein etwas zu nunternehmen, wirst du versuchen dich aus deiner CO-Abhängikeit zu befreien.
Den ersten Schritt hast du bereits getan indem du hier liest und schreibst.
Das ist vielleicht der Weg zur Selbsterkenntniss.
Du bestimmst dein Leben und das deines Kindes. Denk immer daran, du hast jeden Tag die Wahl.

Viele liebe Grüsse

vergissmeinnicht Winken
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vergissmeinnicht hat zum Thema: Re: Ich bin bei Euch gelandet geschrieben

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