| Melde mich alkfrei zurueck vom Amiland • Leben ohne Alk! |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4497 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 15.11.2011, 09:26 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
glück auf peter
du machst zeug, von nord nach süd und wieder zurück, und dann auch noch ne leukämie.
ich freu mich, dass du das alles trocken überstanden hast und das du wieder gesund bist.
die zukunft kann eigentlich nur besser werden?
schöne zeit
matthias |
|
| Nach oben |
|
| silberkralle hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
Petter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.07.2006 Beiträge: 329 Alter: 49 Wohnort: Zwischen Hamburg und Hannover
|
Verfasst am: 15.11.2011, 18:12 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
Hallo Matthias,
danke Dir
die Leukämie "schlummert" ja schon seit Jahren in mir, nur ist sie diesen Sommer "aktiv" geworden. Ein Gutes hat das aber auch: aller Wahrscheinlichkeit nach habe ich "es hinter mir" und brauche nicht mehr mit dieser Gedankenschranke im Kopf herumlaufen, wann diese Krankheit wohl zuschlägt. Nun ist es passiert, die Ärzte konnten handeln und ich habe es geschafft.
Die Zukunft wird immer besser, Matthias!
Vor allem, weil wir klar im Kopf sind, nüchtern und ohne das Gift Alkohol!
Dir auch eine schöne Zeit!
Peter |
|
| Nach oben |
|
| Petter hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
Petter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.07.2006 Beiträge: 329 Alter: 49 Wohnort: Zwischen Hamburg und Hannover
|
Verfasst am: 20.11.2011, 07:10 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
Gute Morgen zusammen,
es ist mal wieder so weit: Ein letzter Tag bricht an, für mich nun der letzte Tag in Bayern. Morgen früh kommt die Spedition und der Umzug in seine letzte Phase.
Ich habe gern hier gelebt.
Ich bin mit einigen Hoffnungen und Erwartungen hierher gekommen, von denen sich leider nicht viele erfüllt haben.
Dennoch lief es im Grunde gut für mich: ich bin wieder gesund, ich habe eine neue Stelle und ich ziehe zurück in die Heimat.
Noch bin ich in Regensburg gar nicht heimisch geworden, da bin ich auch schon wieder fort.
Daß ich dieses Jahr trocken und nüchtern so gut bewältigt habe, macht mich ganz schön stolz.
Es war anstrengend, es war in einigen Dingen sehr enttäuschend und ich habe ein paar Erfahrungen mehr auf dem Konto.
Das Wichtigste an jedem Tag war: "Gesoffen wird nicht!" und dadurch frei zu sein in meinen Entscheidungen.
Peter |
|
| Nach oben |
|
| Petter hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5582
|
Verfasst am: 20.11.2011, 14:38 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
Hallo Petter,
danke für's Schreiben und somit teilhaben lassen .
Dir wünsche ich weiterhin gute Bewegung(en). Einen guten und möglichst reibungslosen Umzug und dann einen Start, wie du ihn dir wünscht.
Liebe Grüße
Maria |
|
| Nach oben |
|
| Maria hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4497 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 21.11.2011, 09:20 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
glück auf peter
ein lachendes und ein weinendes auge.
| Petter hat Folgendes geschrieben: | | "Gesoffen wird nicht!" | genau!
schöne zeit
matthias |
|
| Nach oben |
|
| silberkralle hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
Petter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.07.2006 Beiträge: 329 Alter: 49 Wohnort: Zwischen Hamburg und Hannover
|
Verfasst am: 10.12.2011, 08:09 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
Hallo zusammen,
Peter hier. Ich bin ein Alkoholiker und heute trocken.
Seit einer Stunde bin ich hellwach, weil betrunkene und gröhlende Jugendliche vor dem Haus herumstehen und trinken. Die geschlossene Dorfdisco- und kneipe macht sie anscheinend sauer: sie treten gegen Mülleimer und Autos, schmeissen ihre Flaschen einfach auf den Gehweg und so weiter... Es ist hier fast schlimmer, als in meiner letzten Berliner Wohnung in Neukölln - da soll noch mal jemand auf der Elend der großen Stadt schimpfen Ich halte hier aus und durch, solange meine betriebliche Ausbildung läuft und suche mir dann etwas ruhigeres.
Ich bin erkältet, habe einen dicken Kopf und schniefe mich durch den Tag. Drei Wochen bin ich nun fort aus Regensburg, drei Wochen wieder in der niedersächsischen Heimat. Nachwievor habe ich nichts zu bekritteln an der neuen Firma, nachwievor läuft alles sehr ordentlich. Vielleicht "ernte" ich ja tatsächlich mal den Lohn für meine hartnäckige Suche nach dem richtigen Job in der richtigen Firma, und muss aufgrund dessen nicht schon wieder umziehen. "Der rollende Stein", wie mich ein Freund mal nannte, will auch irgendwo liegen bleiben! Als meine Schwester neulich bei einem gemeinsamen Kaffee einen Zettel nahm und meine Wohnorte seit meinem trocken werden aufschrieb, wurde mir erst ganz mulmig: ich kam mir unstet vor, etwas verrückt - nein, ich dachte zuerst: "Du bist ja völlig wahnsinnig, Peter!" .. Es wurden immer mehr Orte und Firmen, mit denen ich Bekanntschaft gemacht hatte und bei jedem Umzug und jeder neuen Arbeitsaufnahme meinte ich, das Richtige gefunden zu haben. Die emotionalen Abstürze nach den wiederkehrenden Enttäuschungen waren heftig, aber ich habe nie an Alkohol denken müssen - nur bei der ersten Enttäuschung: ich saß in Norwegen, nördlich von Bergen, in einem kleinen Nest und hatte gerade durch meine mit ausgewanderten Freunde erfahren, daß die Firma, in der wir anfangen sollten, Konkurs machte. Am selben Tag brachte die Spedition meinen gesamten Hausstand früher als vereinbart aus Berlin: ich hatte keine Arbeit mehr, und saß in einem keinen Dorf fest mit nur einem kleinen überteuerten Zimmer. Die Möbel wurden in einen alten, feuchten Stall gebracht. Abends saß ich in meinem 9-Quadratmeter-Zimmer (450 Euro ) und dachte: "Wein!" Es war MEIN Glück, daß es in Norwegen Wein nicht im Supermarkt gibt, sondern nur im "Vinmonopolet", und das war 90 Minuten weg und schon geschlossen. Bier gab es in der Zeit auch nicht im Supermarkt und an Tankstellen ist der Alkoholverkauf schon gar nicht gestattet. Es gab keine Chance, an Alkohol zu kommen. Dieser äußere Zwang war gut - aber woanders und unter leichteren Bedingungen hätte ich vermutlich etwas gekauft und getrunken.
Noch in der Nacht habe ich genau das erkannt und dachte: "Du bist noch lange nicht fest, Dein Denken ist längst noch nicht nüchtern." Ich packte meine Sachen und sagte meinen Freunden, die am nächsten Tag gemeinsam mit ihrem Säugling zum Sozialamt wollten, daß ich wieder nach Deutschland gehen würde. Am nächsten Morgen um vier Uhr fuhr ich in die Stadt und stellte mich mit dem Auto in die Schlange "Avgang" der Fähre und wartete. Um acht Uhr ging ich zur Bank und löschte mein Konto, dann schickte ich SMS an die für mich wichtigsten Menschen und fuhr aufs Schiff. Mein spontaner Gedanke an Alkohol hatte mich mehr erschüttert, als die ganzen Umstände meines Umzuges nach Norwegen. Ich war erschrocken und ängstlich und wollte nur noch eines: weg und nach Hause.
Ich habe nie wieder so einen Druck gehabt, wie damals in Norwegen. Weder bei der Leukämie-Diagnose, noch bei neuen Entäuschungen bezüglich eines Jobs, noch bei den größten emotionalen Abstürzen: meinem Liebeskummer. Alles ging gut; ich habe durch Norwegen viel gelernt und weiß: mein erstes Glas ist ganz nah. Meine Kapitulation vor dem Alkohol im Juni 2006 war für mich ein so brutales und einschneidendes Erlebnis, ein totaler Kollaps meines bisherigen Lebens und gleichzeitig eine Wiedergeburt des so ganz anderen, des liebenswerten Peter, daß ich nie wieder dorthin zurück möchte, wo ich als nasser Peter war.
Mit meiner kompromisslosen Art bei der Suche und vor allem dem BEHALTEN eines Jobs lege mir so einige große Steine in den Weg. Aber: ich brauche einfach eine Arbeit und eine Firma, in der ich mich weitgehend wohl fühle und auch aufgehe. Wenn etwas im Argen liegt, wenn gelogen wird bei Vorstellungsgesprächen und Arbeitsbedingungen (wie in Innsbruck), dann gehe ich wieder. Ich bin sowas von frei, das ahnen die Arbeitgeber gar nicht: schwul, ohne Partner, ohne Kinder. Ich kann mir erlauben, was viele gebundene Menschen kaum leisten könnten: ich kann einfach wieder gehen Das ist auf die Dauer zwar anstrengend, aber nun.. irgendwann finde auch ich ein Nest! Im Augenblick jedenfalls ist alles im Lot was die Firma und den Job angeht. Der Rest ist Gelassenheit und aus einer gewissen "Anfangszufriedenheit" (schönes Wort ... lach) heraus klappt auch der Rest. Denn: nur wenn ich mich mag, mögen mich auch andere so, wie ich gemocht werden will. Wie auch immer: Das erste Glas bleibt weiter stehen.
Allen einen schönen weiteren Advent.
Peter |
|
| Nach oben |
|
| Petter hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |
Old Flatterhand neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.08.2011 Beiträge: 272 Alter: 55
|
Verfasst am: 10.12.2011, 10:32 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
Hallo Petter
Beste Genesungswünsche.
Kräuter und Vitamine und einen erholsamen Schlaf
mit einem Erwachen zum Bäume ausreissen.
Liebe Grüsse
OF |
|
| Nach oben |
|
 |
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4497 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 12.12.2011, 09:20 Titel: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" |
|
|
glück auf peter
gute besserung
| Petter hat Folgendes geschrieben: | | ich brauche einfach eine Arbeit und eine Firma, in der ich mich weitgehend wohl fühle und auch aufgehe. | hoffentlich is es diesmal die richtige - daumen gedrückt.
schöne zeit
matthias |
|
| Nach oben |
|
| silberkralle hat zum Thema: Re: Der "Drei-Jahres-Faden" geschrieben
|
|
 |