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Baldrian   •    >Weinessig<  
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Gänger
Gast






BeitragVerfasst am: 13.09.2009, 20:35    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nat,

Zitat:
Das heißt wenn man ein Stück torte ißt in der Alkohol drin ist...ist das ein Rückfall. Was ist wenn man es gar nicht weiß?


Ich glaube es ist für uns Alkoholiker kaum möglich es nicht zu merken. Ich habe vorletztes Jahr zur Weihnachtszeit mal ein Stück Christstollen gegessen. Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt als ich ihn in den Mund schob nicht, dass die mit Alkohol gemacht werden. Doch in dem Moment als ich das erste mal draufbiss, war ich wie vom Blitz getroffen und das Ding wanderte ins Klo.

VG
Oliver
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Gänger hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
Doro
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BeitragVerfasst am: 13.09.2009, 21:02    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nat,

ich bin auch Angehörige und find das auch alles sehr komisch.
Man hat ja immer die Vorstellung: ein trockener Alkoholiker beißt auf die Weinbrandbohne und ne Woche später ist er wieder rund-um-die-Uhr-betrunken.
Bei meinem Mann wars aber sozusagen ein jahrelang schleichender Rückfall, wenn diese Definition Eis = Rückfall stimmt.
Ich weiß nicht genau, wann er das erste Mal was Alkoholhaltiges zu sich genommen hat, aber es ist wirklich schon ca. 4 Jahre her (z.B. Nippen am Abendmahlswein, alkoholfreies Bier und solche Dinge) und richtig zurück in der Sucht ist er erst seit ca. einem Jahr.
Und bevor er trocken wurde, war er schon der totale Härtefall, also hätte ich gedacht, dass er nach einem Fehltritt schneller wieder am Boden ist. War aber nicht so.
Und deshalb hab ich gedacht: Wird schon stimmen, was er sagt, dass ihm so ein bisschen Alkohol nichts ausmacht. Denn es lief ja jahrelang gut - so schien es jedenfalls.

Woher will man denn wissen, dass es wirklich die kleine Menge Alkohol war, die den Rückfall verursacht hat? Vielleicht ist es eher umgekehrt: Er hat sich nie konsequent für die Trockenheit entschieden?

Nur zur Klarstellung: Ich bin selbst keine Alkoholikerin und weiß deshalb nicht, wovon ich rede;) Aber bei meinem Mann wars so und ich verstehe es bis heute nicht.

Fragt sich
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
kommal
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BeitragVerfasst am: 13.09.2009, 21:28    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nat,

Zitat:
Das heißt wenn man ein Stück torte ißt in der Alkohol drin ist...ist das ein Rückfall. Was ist wenn man es gar nicht weiß?


Man?

Wenn ER es nicht weiß, hat ER nicht gefragt. Das ist dann ein Verhaltensrückfall. Er verhält sich wie zu seiner nassen Zeit.

LG kommal
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kommal hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
dorothea
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BeitragVerfasst am: 14.09.2009, 07:24    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo

ich werde mal versuchen das hier bischen auf zu dröseln.


bei den meisten ist es so, das sich langsam aber sicher ein falsches denken einschleicht. von nem bischen alkohol im eis ist auch ein alkoholiker nicht betrunken, es macht auch bei den meisten nichts weiter, und das ist ja das fatale, das kopfkino geht los. das hat mir nicht geschadet, vielleicht bin ich ja nicht abhängig, solche gedanken kommen. die vorsicht beim essen wird über bord geworfen. es wird dann sogar bewußt was mit alkohol gegessen, grenzen austesten. stück für stück wird alles gelernte über bord geworfen. noch ist es vielleicht möglich über den willen zu steuern das man nicht zum glas greift, aber der will bröckelt, weil das suchtgedächtnis dagegen arbeitet. unbemerkt ist nämlich im kopf wieder ein kampf gegen den alk daraus geworden, und diesen kampf kann keiner ewig führen, irgendwann gibt man auf und greift zum glas.

bei einigen ist es aber auch so das das suchtgedächtniss sofort von null auf hundert ist, und auch sofort ein enormer saufdruck entsteht.

ob nun so oder so, das ergebniss ist das gleiche. ich mache einen riesen bogen um alles was nur im entferntesten nach alkohol riecht. ich muß nichts austesten, keine experimente machen, ich bin alkoholikerin und das zeug bringt mich um, weil nicht ich den alkohol sondern der alkohol mich beherrscht, ergo geh ich ihm aus dem weg. ich kletter auch nicht in löwenkäfig, ich weiß wer gewinnt, da gibt es nichts zu testen.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
kaltblut
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BeitragVerfasst am: 14.09.2009, 09:25    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nat,

wenn er es nicht weiß? Es gibt viel, was ich nicht weiß, denn mein Bewusstsein nimmt ja nur so 4-5% meiner Körperfunktionen und Abläufe wahr, ich bekomme gar nicht mit, wer da in mir plötzlich aufschreit und meint: eh, für mich, mehr davon. Das „kann“ schon mal paar Tage dauern, bis eine mir geläufige Verhaltensform durchschlägt und erkannt wird. Damit meine ich nicht mal direktes Trinken, sondern "nur" eine Verhaltensveränderung in alte Muster und die kann Kettenreaktionen ausüben. „Kann“, muss ja nicht, sonst müsste ja jeder der vielleicht falsch von einem Arzt behandelt wird auf Entzug.

Beim einen ist das Ende der Kettenreaktion der Gang zur Tanke, beim anderen das Festhalten wollen vor dem Gang zur Tanke. Pass gut auf Dich auf.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
Doro
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BeitragVerfasst am: 14.09.2009, 11:09    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo doro,

du hast das super erklärt und ich fang zum ersten Mal an zu begreifen, was da mit meinem Mann passiert ist.
Er hat von Anfang an nie hundertprozentig den Weg in die Trockenheit gewagt und es ging erstaunlich lange gut. Genau wie du schreibst, hat er die Grenzen ausgetestet.
Einmal Abendmahlswein - ging gut.
Einmal akoholfreies Bier - ging auch gut.
Irgendwann...
...ein Bier in der Woche - ging auch noch gut.
...ein Saufgelage im Monat - ging schon nicht mehr sooo gut, aber er fing sich wieder, scheinbar.

Das ganze ein Prozess von Jahren!
Er war auch oft sehr angespannt - logisch, er musste ja die ganze Zeit gegen Saufdruck ankämpfen. Wie viel darf ich denn, was schaff ich noch?
Er hat dann offenbar angefangen, sich sozusagen Saufwochenenden einzuplanen, denn plötzlich ermutigte er mich ständig, mal ein Wochenende wegzufahren. Ja er fuhr sogar plötzlich alleine in den Urlaub, was ich schon komisch (aber mal ganz schön Winken ) fand.
Irgendwann brachen alle Dämme.

Jetzt: Trinken trinken trinken.
Alles kaputt. Wieder absolut auf dem Stand vor seiner Trockenheit!

Ich danke dir! Ich hoffe, ich kann das Rätsel damit für mich abschließen und meinen Frieden damit machen.

Und ich wünsche allen trockenen Alkoholikern, dass ihnen das nicht auch passiert.
Es ist einfach so schade.

Liebe Grüße
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
nat27
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 115

BeitragVerfasst am: 14.09.2009, 19:05    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo an alle,

ich danke euch für euer feedback.
Eigentlich war ich davor auch immer überzeugt. Ein Alkoholiker darf null Alk in welcher Form auch immer zu sich nehmen.
Anderseits denke ich er war zehn jahre trocken. Mhhhmn.
Vielleicht hate er irgendwann mal ein Eis zu viel... Smilie

Er meint das er kein Alkoholiker in dem sinne ist, sondern ein Problem mit anderen Drogen hat (hatte). Und Alkohol war immer Auslöser...bzw. der Einstieg dazu. Deswegen meidet er ihn bzw. ist nun schluß damit.
Höre ich da wieder eine Zwiespalt heraus??!!
Er geht auch nicht in die AA sondern NA. Ach weiß der Teufel...was ich glauben kann. Ich hoffe nur das es echt kein Schleichender Prozess ist...sondern wirklich die Grenze darstellt.

Abgesehen vom Eis...schlägt er sich gut durch und so wie er ist ist er einfach nur toll. Nüchtern! Mit den Augen rollen
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nat27 hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben
nat27
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beiträge: 115

BeitragVerfasst am: 14.09.2009, 19:12    Titel: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Spiegel,

er war zehn Jahre trocken. Dann kam die Trennung von seiner Frau und das hat dazu geführt das er wieder zur Flasche gegriffen hat und daraufhin noch jede Menge anderes zeug.
Ein Jahr hatte er damiz zu kämpfen bis er eine Klinik aufsuchte und seit April wider klar ist. Also auf dem Weg der trockenheit bzw. Keine Medikamente u.a.

Lieber Gruß Nat
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nat27 hat zum Thema: Re: Schwarzwälderkirschtorte und CO. geschrieben

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