EinNeuer neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2008 Beiträge: 67 Alter: 39
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Verfasst am: 18.06.2010, 12:52 Titel: Changes |
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Hallo Glenny, hallo alle zusammen,
nur nichts trinken reicht nicht. Für mich war und ist das fast der schwierigste Teil. Was tun? Wie ändern? Klar, man kann sich an die Grundbausteine halten. Man kann vorbeugend denken und handeln. Aber reicht das aus? Fürs Erste vielleicht. Und sie sind eine gute Orientierung. Aber dann?
Ich denke, die wenigsten von uns sind einfach so in die Sucht abgerutscht. Einfach, weil man schon in jungen Jahren – jetzt an die Männer hier – "Männlichkeit" beweisen wollte und mittrinken "musste". Das haben viele gemacht. Und sind nicht süchtig geworden.
Depressionen, Panikattaken, Unsicherheit, Angstgefühle, usw.? Bei jedem liegt ein tieferer Grund für seine Sucht. Oder, wie ich letzthin auf einem Vortrag von einem leitenden Arzt einer Suchtklinik hörte, liegt es, und er sprach von wieder neuen Erkenntnissen der Suchtmedizin, wirklich zu 70% an den Genen?
Bei diesen tieferen Gründen liegt, so denke ich, auch der Schlüssel zur Veränderung. Ein guter (und ich schreibe hier wirklich GUTER!) Psychotherapeut kann da sehr viel helfen. Auch eine verantwortungsbewusst und natürlich vom Arzt verschriebene Medikamentation kann helfen. Ich weiss, dass viele von Medikamenten nicht viel halten, weil die Einnahme auch die Gefahr einer Suchtverlagerung beinhaltet. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es besser ist, sich an Therapie und Medikamente zu halten, als zu saufen.
Davon abgesehen, und da werden mir wahrscheinlich alle Betroffenen Recht geben: Alkohol verstärkt die oben genannten Krankheitsbilder wie zb Depressionen oder Angstzustände nur. So kenne ich das zumindest von mir. Er hat kurzfristig, als "Medikament" eingesetzt, geholfen. Aber auf Dauer macht er alles nur schlimmer.
Was ich sagen will: Mit klarem und nüchternem Kopf kann man die Probleme angehen. Man kann wieder Kapitän seines eigenen Schiffes werden, das Steuer in die Hand nehmen. Betrunken geht das nicht. Unkritisch und praktisch willenlos treibt man durchs Leben. Schenkt seine ganze Energie und Kraft dem Alkohol.
Ich denke, dass Veränderung nicht von heute auf morgen passiert. Es ist ein Prozess. Denn auf einmal ist soviel Kraft da. Nicht nur Zeit. Sondern Energie und Kraft. Wieviel Kraft, Energie und Willen muss man aufbringen, um eine Entgiftung zu machen? Wieviel, um aufzustehen, der Kreislauf am Boden, die Hände zitternd, der erste Schluck Alkohol am Morgen trockenkotzend runterwürgend und dann noch in die Arbeit? Jemand, der soviel Kraft aufbrachte, hat sie auch im trockenen Leben. Und mit dieser Kraft lässt sich einiges machen ... Eben auch den Weg zu finden und zu gehen, der über das "Nichtstrinken" hinausgeht.
Liebe Grüße,
EinNeuer |
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FrankyFresh Gast
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Verfasst am: 18.06.2010, 13:29 Titel: Re: Nur nichts trinken reicht nicht??!!?? |
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Nur nichts trinken reicht natürlich nicht!!!
ich hab Wochen, Monate und sogar Jahre ''geschafft'' nichts zu trinken und bin immer wieder auf die Schnauze gefallen, weil's bei mir im
Kopp nicht Klick gemacht hat nur dann kann ich wirklich trocken werden, wenn ich meine Trockenheit nicht als selbstverständlich ansehe und womöglich noch denke, ich kann irgendwann einfach wieder zur Tagesordnung übergehen
Ich muss meine Trockenheit als ein Geschenk und eine Gnade ansehen, die absolut nicht selbstverständlich ist. Ich hab jeden Tag aufs Neue die Verantwortung und Verpflichtung für meine Trockenheit zu sorgen: das fängt mit den Gedanken an, ich muss anständig mit mir selbst umgehen, mir was wert sein, meine Frusttoleranz erhöhen(nicht mehr wegen jedem Schei.. saufen)und an mir arbeiten und ganz wichtig: dabei bescheiden bleiben und nicht überheblich werden!!!
Soweit meine Gedanken dazu
Liebe Grüsse
Frank |
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