| Heikles Thema - 3. Versuch • Ich bin zurück!! |
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Hildegard1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 12
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Verfasst am: 31.07.2009, 19:09 Titel: Gestatten: Hildegard! |
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Liebe Forenmitglieder,
ich nenne mich Hildegard, bin 52 Jahre alt und trank bis vor 6 Tagen seit 7 Jahren regelmäßig Alkohol. Meistens Wein, seltener Cognac, manchmal Bier. Das ich wirklich Alkoholikerin bin, habe ich schon vor drei Jahren begriffen. Seither versuchte ich immer wieder, davon wegzukommen.
Ich habe einmal irgendwo gelesen (vielleicht in Wikipedia?), das wohl auch nach dem Aufhören des ständigen Trinkens ein kontrollierter Alkoholkonsum möglich sein sollte. In meiner früheren Naivität erschien mir das als etwas ganz Einleuchtendes. Einfach wieder so Alkohol konsumieren wie früher... Mal in Gesellschaft, mal Abends zum Essen ein paar Glas Bier oder ein, zwei Gläser Wein. Hin und wieder eben. Ich dachte, das muss doch gehen. Kann doch nicht so schwer sein. Ich höre einfach auf, denke nicht mehr ans Trinken, und wenn dann mal eine Gelegenheit kommt... warum nicht? Ok, ich glaube, den Meisten von euch muss ich nicht erzählen, wie dämlich dieser Gedanke war. Ich glaube, wenn ich das nicht gelesen hätte, wäre ich heute schon weiter. Ich habe vor etwa zwei Wochen euer Forum gefunden. Und solange gelesen, bis mir die Augen brannten. Und ich habe endlich verstanden, das ich keinen Alkohol mehr zu mir nehmen kann, wenn ich nicht wieder anfangen will. Zudem bin ich auch noch Kind einer Alkoholikerin, womöglich macht es das noch schwieriger.
Letzten Sonntag habe ich dann aufgehört. Ich hatte noch eine Flasche Wein und als ich merkte, dass er anfängt zu wirken, bin ich aufgestanden, habe mein halb volles Glas in den Abfluß geschüttet und den Rest der Flasche genüsslich hinterher.
In der letzten Zeit habe ich öfter mal bis zu eineinhalb Flaschen Wein getrunken. Meistens erst ab Abends, tagsüber hatte ich zwar Kreislaufprobleme, fühlte mich aber nicht betrunken. Ich habe immer heimlich getrunken. Mir schien, als würde meine Umgebung davon nichts wissen (Man schrieb mir im Vorstellungsbereich schon, dass das wohl selten so ist) Aber mein Partner wusste sicherlich nichts davon. Er hätte mir etwas gesagt. Ich war einmal vor Jahren unvorsichtig, und er hatte gemerkt, das ich betrunken war. Damals sagte er, daß er nicht nicht mit einer Alkoholikerin leben wollte. Ich konnte ihn beruhigen, dass es nur ein stressbedingter Ausrutscher war.
Seitdem war ich übervorsichtig, das er nichts mehr merkte. Ich hatte ein gutes Versteck für meine Flaschen, habe sie immer entsorgt, auch die Korken und die Umhüllungen. Es ist pervers... was macht man, damit der Partner nicht eine mögliche Fahne riecht? Einatmen beim Küssen. Nicht ganz so einfach, aber ich wurde perfekt darin. Ich bin auch nicht sehr stolz darauf.
Heute nachmittag um 16 Uhr fing mein sechster Tag an, an dem ich nichts mehr getrunken habe. Ich bin auch erst gestern zum Arzt gegangen. Aber mir geht es super. Keinerlei Entzugsprobleme. Am ersten Tag war ich ein bisschen gereizt, aber das habe ich sonst auch schon einmal. Es ist so schön wenn es einem nicht so schwindelig ist. Man sich besser konzentrieren kann. Dabei war das Aufhören so einfach. Wirklich! Im Moment verstehe ich nicht, warum ich das nicht schon viel eher gemacht habe. Ich werde weiter berichten.
liebe Grüsse
Hildegard |
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| Hildegard1 hat zum Thema: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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Backmaus Gast
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Verfasst am: 31.07.2009, 19:49 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard
Herzlich Willkommen !
Ich bin auch Alkoholikerin und habe genau wie Du geglaubt,ich könnte meinen Alkoholkonsum steuern.
Okay,einige Male hat "es geklappt" und ich konnte nach 2 Gläsern aufhören-aber meistens ging's nicht.
Jahrelang war mir -wie Dir-klar,dass mein Trinkverhalten "nicht normal" war.
Egal,ob "es " nun jemand gemerkt hat oder nicht-die Hauptsache ist doch jetzt,dass DU aufhören willst.
Da Du davon ausgehst,niemand hätte etwas gemerkt,fehlt Dir jetzt ein Gesprächspartner ,mit dem Du Dich über "das neue Lebensgefühl" austauschen kannst.
Hier im Forum ist immer jemand da,der sich mit den Gefühlen und auftretenden Problemen in der ersten Zeit der Abstinenz auskennt.
Ich wünsche Dir einen festen Willen ,den eingeschlagenen Weg weiter zugehen und einen guten Austausch hier!
Der Anfang ist gemacht!
liebe Grüsse von
Backmaus |
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| Backmaus hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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zerfreila sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.01.2009 Beiträge: 10355 Wohnort: trocken seit: 07-06-2008
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Verfasst am: 31.07.2009, 20:08 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard,
sei herzlich willkommen im Forum. Ich wünsche Dir einen guten Austausch. LG zerfreila |
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| zerfreila hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5582
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Verfasst am: 31.07.2009, 20:18 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard,
herzlich willkommen im Forum.
Schön, dass du hierher gefunden hast.
Lg Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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kawi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2008 Beiträge: 3041 Alter: 41 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 31.07.2009, 21:22 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard,
toll das Du angefangen hast und schön das Du hier bist.
LG die kawi |
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| kawi hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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Scrooge neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.01.2007 Beiträge: 343
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Verfasst am: 01.08.2009, 13:32 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard,
sechs Tage ist natürlich enorm frisch, da heißt es jetzt am Ball bleiben und mit der neuen Einstellung in mehr als nur eine Trinkpause zu gelangen, nämlich in eine konstante, stabile Trockenheit.
Wichtig ist vor allem, dass du dich jetzt hier mehrfach und täglich austauscht. Sonst kann es passieren, dass deine Verhaltensmodifikationen ganz schnell wieder zugunsten alter Muster aufgegeben werden. Das bedeutet im Klartext, dass du dir sagst:" Hey, jetzt trinke ich schon 9 Tage nicht, und es macht mir ja auch gar keine Probleme, da bin ich wohl doch nicht alkoholkrank, da kann ich ja wieder mal hin und wieder..." Doch genau das ist eine Trinkpause. Wir Alkis beweisen uns, dass wir ja doch auch anders können, um danach umso heftiger zuzuschlagen.
Also, Hildegard, lass dir durch das Forum helfen dir selbst zu helfen!
Gruß
Scrooge |
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| Scrooge hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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Hildegard1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.07.2009 Beiträge: 12
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Verfasst am: 01.08.2009, 19:40 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo,
vielen Dank für eure Antworten und eure Willkommensgrüße. Das, was du da ansprichst, Scrooge, ist mir schon des Öfteren passiert. Wenn die Nachwirkungen mal wieder besonders unangenehm waren, habe ich mir einfach vorgenommen: jetzt gibt's erstmal nichts mehr. Eine Zeitlang... und dann einfach nur ab und zu mal. Ging ja früher auch.
Aber ich wusste eigentlich gar nichts über die Alkoholkrankheit. Ich habe natürlich gehört, dass man wieder abhängig wird beim kleinsten Tropfen... aber das habe ich nicht so richtig geglaubt. Ich dachte, das wäre ein Ammenmärchen. Hier im Forum, mit den vielen Geschichten, die ich gelesen habe, wurde ich vom Gegenteil überzeugt. .
Allerdings bekomme ich jetzt auch Angst. Ich weiss nämlich nicht, wie ich mir 'das trockene Umfeld' schaffen soll.
Wenn ich es meinem Partner sage, wird er gehen.
Wenn ich mich beruflich oute, werde ich nicht weiterbeschäftigt. Man muss mir gar nicht kündigen, denn ich habe immer nur befristete Stellen.
Wie soll ich meinen Freunden beibringen, dass sie zwar gerne kommen können, aber es dann kein Bier beim Grillen gibt?
Wie macht ihr das nur?
Gruß
Hildegard |
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| Hildegard1 hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5582
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Verfasst am: 01.08.2009, 22:01 Titel: Re: Gestatten: Hildegard! |
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Hallo Hildegard,
| Zitat: | | Wie macht ihr das nur? |
Ich habe nachdem ich bei meinem Arzt war, mit meinem Mann gesprochen. Ich wußte von mir, daß ich es - ohne daß ich ihm endlich die Wahrheit sage - nicht schaffen würde. So sind ja unzählige Trinkpausen von statten gegangen, wo ich dachte, dann trinkste halt nichts mehr... dann wird das schon.
Ich habe also meinen ganzen Mut zusammen genommen und ihm mitgeteilt, daß ich keinen Alkohol mehr trinken darf, weil ich Alkoholikerin bin. Das fiel auch mir unendlich schwer. Doch ich wollte den Heimlichkeiten ein für allemal ein Ende bereiten. Und ähnlich wie bei dem Gespräch beim Arzt, war ich als es gesagt war, einfach nur noch erleichtert.
Keine Heimlichtuerei mehr - kein Verstecken.
Somit hatten sich die Bedenken hinsichtlicher Besuche bei uns schnell gegeben.
Ich brauchte anfangs und auch jetzt noch sehr viel Zeit und Ruhe für mich, um einen Abstand zum Alkohol herzustellen. Ich halte mich daran, was die alten Hasen hier sagen.
Ansonsten habe ich mich anfangs nur bei Menschen 'geoutet', die es unbedingt zu meinem eigenen Schutz wissen mussten.
Was macht dich denn so sicher, dass dein Partner gehen wird und er kein Verständnis für dich aufbringen wird?
Wie stellst du dir vor, trocken zu werden, ohne jemandem davon zu sagen?
Lg Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Gestatten: Hildegard! geschrieben
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