dawn neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.07.2009 Beiträge: 5 Alter: 29
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Verfasst am: 25.07.2009, 21:17 Titel: Auf der Suche nach Liebe |
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Ich habe erst vor kurzem gemerkt, dass ich ein EKA bin. Also natürlich war ich das schon immer, aber bis vor kurzem wusste ich nicht, dass es diese Bezeichnung gibt und der Alkoholismus meines Vaters mein Leben doch so sehr beeinflusst. Durch das Forum hier habe ich gesehen, dass es durchaus Zusammenhänge zwischen meinen Gefühlen, Ängsten und Verhalten und dem Trinken meines Vaters gibt. Ich war total erstaunt, dass es noch mehr Menschen gibt, die dasselbe durchmachen wie ich.
Eins meiner größten Probleme (neben den vielen anderen) ist mein riesiges Bedürfnis nach Liebe und Nähe. Ich würde es schon fast als Sucht bezeichnen. Ich bin seit 2 Jahren hinter einem Mann (ich nenn ihn mal "X") her, der keine Gefühle für mich hat und mir das mehr als einmal klar gemacht hat. Und trotzdem schaffe ich es einfach nicht los zu lassen. Wir hatten letztes Jahr auch mal sowas wie ne Afffäre. Das hat wohl nicht gerade dazu beigetragen, dass ich besser mit der Situation klar komme. Eigentlich weiß ich, dass er mich nie lieben wird und trotzdem schaffe ich es einfach nicht, mich von ihm zu lösen. Es ist immer diese beschissene Hoffnung da, dass aus uns doch nochmal was wird. Ich weiß auch, dass ich mir selber im Weg stehe und nur die Chance auf eine Beziehung habe, wenn ich von ihm los komme. Aber ich will nur ihn!
Andererseits frage ich mich, ob ich wirklich eine Beziehung will. Vor ca. 3 Monaten habe ich einen Mann kennen gelernt, der sich wohl wirklich für mcih interessiert hat. Am ersten Abend fand ich ihn auch noch total nett und konnte mir vorstellen, ihn nochmal zu sehen und einfach alles auf mich zukommen zu lassen und zu gucken, ob vielleicht mehr daraus wir. Aber schon nach 2 Tagen war es wie immer. Ich hatte eigentlich kein Interesse mehr. Nach einigem hin und her, habe ich mich doch nochmal mit ihm getroffen. Aber danach war mir klar, dass ich nichts von ihm will. Naja, eigentlich war es mir schon vorher klar. Sobald sich jemand für mich interessiert, mache ich dicht. Ich weiß nichtmal genau warum. Es ist doch eigentlich genau dass, was ich will. Das ein Mann sich für mich interessiert und mir Nähe gibt.
Ich bin fast 27 und hatte noch nie eine richtige Beziehung. Ich glaube mittlerweile, dass ich gar nicht Beziehungsfähig bin. Obwohl ich mir nichts sehnlicher Wünsche, als endlich eine Beziehung zu haben.
Wahrscheinlich hänge ich so an "X", weil er sich so distanziert verhält. Ich wünsche mir zwar nichts mehr, als dass er mich liebt und sich für mich interessiert. Aber würde er das wirklich tun, würde ich wahrscheinlich wieder weg laufen.
Jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe, jemand interssiert sich für mich und es könnte mehr daraus werden, kriege ich diese innere Panik. Ich kann sie nicht mal genau beschreiben und ich weiß auch nicht, was sie auslöst. Aber ich kann eseinfach nicht ertragen. Ich habe immer das Gefühl, dass sich nur die Menschen für mich interessieren, bei denen ich es gar nicht will und um Anerkennung bei den Leuten kämpfe, die sich nicht fürm ich interessieren. Dieser Kampf scheint mir wichtiger zu sein, als Beziehungen (sowohl freundschaftlich als auch partnerschaftlich) zu den Meschen aufzubauen, die sich wirklich für mich interessieren.
Kennt ihr das auch?
LG
dawn |
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Ettena neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.01.2008 Beiträge: 77
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Verfasst am: 27.07.2009, 04:02 Titel: Liebessucht: Ich kenne das auch... |
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Ich kenne das auch. Und ich bin bereits 48.
Auch ich habe einen alkoholkranken Vater. Er war nie in der Lage, mir Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Schlimmer noch. Ich hatte das Gefühl, er liebt mich nicht und ich sei Schuld daran.
Und egal, was ich tat – es wurde nie anders. Ich habe kein Vertrauen erfahren. Weder in das meines Vaters – noch in mein Eigenes. Um das zu ertragen, redet man sich als Kind ein, das es so sein muss. Weil man da noch keine andere Wahl hat und abhängig ist und von ihm geliebt werden will.
Nur diese Erfahrung kannte ich – bezogen auf meinen “ersten” Mann, meinen Vater, bevor ich erwachsen wurde.
Wenn also nun ein Mann in mein Leben trat und einfach so meinte mich zu lieben, glaubte ich ihn das nicht wirklich. Ich konnte es auch nicht fühlen. Es schreckte mich eher ab. Es war mir fremd. Ich kannte schließlich nur die mit Liebesentzug verknüpfte Beziehung. Nur die, die mich NICHT wollte.
Es war auch einfacher für mich, mich in einen Mann zu verlieben, der wie mein Vater gefühlsarm war oder mich ablehnte. Indirekt habe ich somit nachträglich den Kampf um die Liebe meines Vaters immer wieder auf genommen und gehofft – das gerade dieser Mann (anstelle meines Vaters) mich doch noch irgendwann liebt. Darum ging es immer. Diese Männer standen für ihn.
Es ging soweit, das ich mich erniedrigen ließ, masochistische S** Wünsche verspürte. Und letztendlich ihn sogar noch mehr liebte, wenn er mich psychisch quälte.
Ich wollte das auch nicht. Doch wenn jemand einfach nur nett war, spürte ich gar nichts.
Ich bin auch liebessüchtig. Liebe möchte/braucht jeder. Aber eben nur eine respektvolle Liebe tut einem gut.
Die Sucht nach Erniedrigung aber nicht. Und wäre sie in einem gesunden Verhältnis – ohne sich zu vernachlässigen – würde man wohl kaum dabei von einer Sucht sprechen.
Was kann ich Dir raten? Eine Selbsthilfegruppe, wo sich viele Menschen mit ähnlichen Problemen helfen und stärken. Und im weitesten Sinne als co-abhängig findest du auch hier den einen oder anderen Spiegel wieder.
Aber als allererstes – auch wenn es noch so schwer ist: Sage NEIN zu jedem, der Dir nicht gut tut oder Dich will. Nur einmal – und Du wirst Dich schon stolzer und stärker fühlen.
Denn mit so einem bist Du wirklich einsamer als allein. Allein brauchen wir jedoch nicht sein. Du weißt doch, wie es funktioniert: Je mehr man klammert, um so mehr erdrückt man Gefühle.
Wenn Männe das bei Dir machen, ziehst Du Dich auch zurück.
Liebe Grüße
Ettena |
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