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ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt

 
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Janus
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Anmeldungsdatum: 25.07.2009
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BeitragVerfasst am: 25.07.2009, 18:56    Titel: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich bin ganz neu hier und habe ein dickes Problem, mit dem ich rein gefühlsmäßig nicht mehr alleine fertig werde. "nur" gelesen habe ich hier schon oft, jetzt traue ich mich auch, meine, unsere Story zu erzählen.

Vielen Dank an Karsten, der mich so schnell freigeschaltet hat. Smilie

Angefangen hat alles vor ca. 3 Jahren, als ich meine damals 15 Jährige Tochter mit Alkoholvergiftung auf der Intensivstation besuchen dufte. Ich war total geschockt, mein Kind, ein Häufchen Elend unter einer Wärmedecke, am Tropf und nicht ansprechbar. Sie hatte mit Klassenkameraden Schnaps gesoffen, sie haben den Notarzt verständigt...
Am nächsten Tag durfte ich sie abholen, mein Mädel voll schlechten Gewissen. Wieso sie getrunken hatte, konnte oder wollte sie mir nicht sagen. Die Polizei hat den Fall ans Jugendamt gemeldet, ich weiß nicht, ob sie das immer tun, oder nur weil ich geschieden bin, ist auch egal.
Ich hab dann dort einen Gesprächstermin erhalten. Die Aussage der Dame dort war, dass das öfters vorkommt, natürlich nicht vorkommen soll, dass man dem Ganzen aber keine all zu Grosse Bedeutung geben soll, wenn es nicht mehr vorkommt. Na, ja Mädchen hat hoch und heilig versprochen, nicht mehr zu trinken. Sie hatte mir jedoch das Versprechen abgenommen, ihrem Papa (haben gemeinsames Sorgerecht) nichts zu sagen...
Dann kam das Arme ritzen hinzu, ein Besuch beim Psychologen, welcher dann meinte, dass das Mädchen in dem Alter öfters tun und auch wieder sein lassen... Zu einem Anderen wollte sie nicht. Sie ritzt zwischenzeitlich nicht mehr, jetzt trinkt sie. Das Ganze vermutlich seit drei Jahren... Ab und an mal habe ich eine leere Flasche gefunden, die hat sie dann angeblich für Andere entsorgt. Mehrmals hat eine leere Getränkeflasche in der ursprünglich ein Anti-alkoholisches Getränk war, nach Alkohol gerochen. Nein, das hat sie dementiert. Ich und auch mein jetziger Mann, zu dem sie ein gutes Verhältnis hat, wollten glauben. Letztes Jahr kurz vor dem Urlaub mussten wir sie sternhagelvoll (sie stand wie eine 1) bei der Polizei abholen. Diese sagten dann, sie soll ihren Umgang ändern. Der Umgang, na ja ich will niemanden verurteilen oder angreifen... es waren die, die sich in jeder Stadt rumtreiben auf öffentlichen Plätzen sitzen und bereits morgens betrunken sind. Ich wusste das, sie wusste, dass ich das nicht für richtig halte und ablehne. Verbieten? Mit 17? Wie oft haben wir gesagt lass es sein, such Dir Andere Leute. Ja, sie hat uns immer recht gegeben, war eine Zeitlang ein ganz liebes Mädel, bis es wieder Ausreißer gab. Telefonat mit dem Jugendamt, wenn ich zur Drogenberatung gehe, muss ich nicht zum Amt. Termin und Besuch bei der Drogenberatung. Gemeinsam. Dann ein Einzeltermin, einmal, dann ist sie nicht mehr hingegangen, ich brauch das nicht, kann mit der nicht reden, bin nicht alkoholkrank. Erneutes Versprechen, dem leiblichen Vater nichts zu sagen.
Herbst letztes Jahr. Um 18 Uhr stand mein Kind vor der Tür, ohne Jacke, ohne Handtasche ohne Papiere, voll. Sie war bei einem Bekannten im schlimmsten Sozialviertel der Stadt, der hat sie dann wohl rausgeworfen. Erneute Beteuerungen, ja dem Papa nichts zu sagen. Wir haben gedeckt, immer und immer wieder, haben geglaubt, gehofft gedeckt. Die Schulischen Leistungen wurden immer schlechter, dies haben wir jedoch auch erst aus dem Zeugnis erfahren. Wenn ich nach Arbeiten der Schule gefragt habe, wurden derzeit keine geschrieben, ab und an habe ich gute Noten zu sehen bekommen. Ich hatte ja Vertrauen.
An Fasching dieses Jahres habe ich sie um 17 Uhr nachmittags mal wieder voll aufgesammelt, eine Freundin hatte mich informiert. Da habe ich ihr dann klipp und klar gesagt, dass es vorbei ist mit Hochschule (wäre noch ein Jahr gewesen) und dass sie sich zum Herbst eine Lehrstelle suchen muss. Kind war sehr geknickt wir waren hart. Sie hat eine Lehrstelle, die sie im Herbst antreten möchte. Ich trau mich gar nicht, es zu sagen, als Krankenschwester. Das erforderliche Gesundheitszeugnis welches sie vorlegen musste, war "clean". Sie hatte sich einen Nebenjob gesucht und war wieder normal... Eine Woche vor ihrem achtzehnten Geburtstag im Juli wurde sie von einer Freundin sturzbesoffen nach Hause gebracht.
Das war der Tag, an dem ich ihren Vater informiert habe. Der ist aus allen Wolken gefallen (klar). Ich, wir (mein 2. Mann und ich) hatten ihr so oft gedroht, dass wir es ihm sagen und auch, dass wir sie zu ihm bringen, wenn es wieder passiert und so lange nichts getan.
Ich habe es getan, ich habe ihren Vater informiert und ihm seine Tochter "aufgezwungen". Ich habe gesagt, dass wenn er sie nicht mitnimmt, ich sie in Inobhutname vom Jugendamt gebe, weil ich einfach nicht mehr kann, keine Kraft mehr habe. Zwischendurch war natürlich auch immer mal wieder etwas, dann hat es eine Gardinenpredigt von uns gehagelt, Versprechungen von ihr und erneute Hoffung und Glauben wollen, von uns.
Unser ganzes Leben hier im Haus mit ihr und zwei weiteren Geschwistern (großer Bruder 20 und kleine Schwester 15) hatte sich 3 Jahre lang fast nur um sie gedreht. Man war immer auf hab Acht Stellung, wenn sie weggegangen ist, hat sich Nächte voller Sorgen um die Ohren geschlagen, wenn sie nicht nach Hause gekommen ist, entweder gar nicht ans Handy gegangen ist oder im Suff nur noch lallen konnte und uns dann jemand ihrer Freunde hämisch sagte, dass sie schließlich fast achtzehn ist und selbst über ihr Leben entscheiden kann.
Die Beiden Geschwister (lernbehindert und sehr sensibel) sind in dieser ganzen Zeit viel zu kurz gekommen. Gerade die "Kleine" hatte sich mehr und mehr in ihr Schneckenhaus zurückgezogen. Der Grosse kann die Trinkerei nicht verstehen, der geht’s doch gut hier, ist seine Rede.
Ich konnte einfach nicht mehr, hatte das Gefühl, mich, meine Ehe und die Geschwister retten zu müssen. Ich hab’s getan, meine Tochter kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag vor die Tür gesetzt, ich habe sie dem Vater mitgegeben. Der macht mir natürlich Vorwürfe, wieso ich nie etwas gesagt habe und wenn es heimlich gewesen wäre. Ich habe nichts gesagt, weil ich es versprochen hatte, weil ich gehofft habe, dass alles wieder gut wird. Das Mädel hat ja immer gesagt, sie braucht den Alkohol nicht, hat immer und immer wieder versprochen, nicht mehr zu trinken, wir wollten glauben.
Mein Verstand sagt mir, es war richtig, was ich getan habe, mein Herz sagt, es war falsch. Es tut einfach nur weh. Das Herz sagt, hol sie wieder nach Hause, der Verstand verbietet mir dies jedoch, weil ich nicht mehr vertrauen kann, das Vertrauen ist auf der Strecke geblieben, auf diesem langen lügenreichen Weg einfach verloren gegangen...
Der Vater macht mir schwerste Vorwürfe, wieso das Kind kein vertauen zu uns hat und uns nicht sagt, wieso sie trinkt. Hat einen Termin beim Jugendamt gemacht, wo ich ebenfalls geladen bin um über unsere gemeinsamen Kinder (auch die Kleine, die sich zwischenzeitlich wieder fängt und sich nicht mehr so sehr verkriecht) zu reden.
Meine Tochter ist noch bei mir gemeldet, erhält noch Kindergeld. Ich habe ihr und dem Vater mitgeteilt, dass ich der Kindergeldstelle geschrieben habe, dass sie nicht mehr in meinem Haushalt lebt, dass die Zahlungen für sie an mich eingestellt werden sollen, dass der Vater den Antrag stellen soll. Ich habe ja nicht mehr den Kontakt zu ihr somit weiß ich auch nicht, ob sie ihre Lehre überhaupt antreten wird. Ich will die Verantwortung nicht mehr übernehmen.
Mein 2. großer Sohn (22Jahre alt) hat das Haus ebenfalls zu seiner Volljährigkeit verlassen und seit dem nie mehr betreten, er kam mit der neuen Familiensituation nach meiner Heirat nicht zurecht, hatte damals einen Betreuer vom Jugendamt der ihm bei seiner Verselbstständigung behilflich war.
Gestern hat mir mein Exmann vorgeworfen, dass ich dem Kind und ihm den Boden unter den Füssen wegziehe. Das letzte, was er gesagt (gebrüllt hat) bevor ich aufgelegt habe, war, dass ich alle meine Kinder ablehnen würde....Wo ist mein Boden? Wo ist der Boden der restlichen Familie, die das alles hautnah miterlebt, abgeblieben???
Ich liebe meine Kinder alle, jedoch bin auch ich nur Mensch mit Gefühlen und nicht Maschine!
Wir haben uns wiederentdeckt in der Co-Abhängigkeit und wollen doch nur den Rest der Familie erhalten, der sehr leiden musste, erhalten und schützen.
Bitte wie hättet Ihr in meiner Situation gehandelt, wie würdet Ihr weiter handeln?
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Janus hat zum Thema: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
Linde66
Moderatorin
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 25.07.2009, 19:17    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Janus,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Ich weiß erst mal gar nicht was sagen. Was für eine Geschichte...

Es gibt so Extremsituationen, ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte. Ich finde dein konsequentes Verhalten grundsätzlich gut. Du nimmst deine Grenzen wahr und schützt dich und deine Kleine.

Wie das alles nun weitergeht?, hm, vielleicht erst mal etwas zur Ruhe kommen...

Fühl dich mal gedrückt, wenn du magst.

Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
dorothea
Moderatorin
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7382
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 25.07.2009, 22:58    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo janus

ich denke das du im sinne deiner tochter gehandelt hast und dir absolut keine vorwürfe machen brauchst. du hast noch 2 kinder die auch nicht ganz gesund sind und die dich auch brauchen. ich kann nicht ganz nachvollziehen wo dein ex das problem sieht? kann er nu nicht mehr machen was er will und muß verantwortung übernehmen?? vor ihm scheint sie ja respekt zu haben, er hat nun nur sie und kann sich entsprechend um sie kümmern. was will er dir eigentlich vorwerfen, du hast doch alles getan was du konntest um sie aufzufangen, du bist mit der situation überfordert, und das darfst du auch ganz sicher sein. ich habe auch 4 kinder und weiß was das für einen dauerstress bedeutet auch ohne das die lernbehindert sind. das du ihm das nicht eher gesagt hast kann ich verstehen, meine betteln auch immer das ich nichts ihrem vater sage wenn sie mist gemacht haben. kommt mir alles seeeehr bekannt vor, ich petz dann auch nicht in der hoffnung sie reißen sich zusammen.

mach dir keine vorwürfe, du hast richtig gehandelt indem du eine verantwortung die dir zu schwer ist abgegeben hast. wieso müssen eigentlich immer die mütter auf alles verzichten und die väter machen sich nen lenz, hab ich bis heute nicht kapiert, mein ex ist genau so.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
Janus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.07.2009
Beiträge: 7
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 26.07.2009, 19:38    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
Wie das alles nun weitergeht?, hm, vielleicht erst mal etwas zur Ruhe kommen...

Fühl dich mal gedrückt, wenn du magst.

Lieber Gruß, Linde


Vielen lieben Dank

Ja, zur Ruhe kommen, da hast recht. Wir versuchen es.
Es fällt sehr schwer, weil der leibliche Vater uns natürlich bitterste Vorwürfe macht. Wir sind schuld, dass das Mädel nicht mit uns redet und kein Vetrauen hat.
Zwischenzeitlich frage ich mich jedoch, wieso sie dann nicht zu ihm gegangen ist...
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Janus hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
Janus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.07.2009
Beiträge: 7
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 26.07.2009, 19:42    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo doro,

auch Dir ein herzliches Dankeschön für Deine lieben Worte.

Es tut mir gut, hier lesen und auch schreiben zu können. Ebenso wühlt es mich immer wieder sehr auf.

Meine Tochter ist nicht mehr hier und ich bin es, die ihr die Tür gewiesen hat. Ja, es war vielleicht richtig, jedoch habe ich auch Angst, dass ich durch diese Aktion alles noch viel schlimmer mache.

Wenn sie zu Besuch kommt, reden wir nicht all zu viel, sie bleibt auch nie wirklich lange. Es tut gut und es tut auch weh, wenn sie da ist. Ich bin hin und her zwischen sagen, bleib hier und dem wieder in Vernunft gehen lassen.
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Janus hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
Hanabi
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 25.08.2009
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 29.08.2009, 22:26    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janus,

auch wenns schon ein bisschen her ist, dass hier in dem thread geschrieben wurde möchte ich dazu was schreiben.

Ich denke du hast genau das richtige gemacht. Vielleicht ein bisschen spät, aber immerhin hattest du endlich den Mut und hast den leiblichen Vater informiert und ihr klar gemacht, dass leere Drohungen nicht mehr angebracht sind und sie dafür nun die Konsequenzen tragen muss.

Hat sie die Lehre angetreten?
Vielleicht ist gerade so ein Job wie Krankenschwester das richtige für Sie. Man arbeitet viel, man lernt viel über den (und seinen eigenen) Körper und vorallem... je nachdem in welchem Krankenhaus/welcher Stadt man arbeitet sieht man sehr oft Leute, die sich durch alkohol und / oder Drogenmissbrauch total ruiniert haben.
Es könnte eine Möglichkeit sein, dass sie einsieht wo sie enden könnte, wenn sie so weiter macht.

Weißt du denn noch ob sie noch weiterhin solche Alkoholexzesse hat?

Gruß, Hanabi
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Hanabi hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben
Janus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.07.2009
Beiträge: 7
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 29.11.2009, 01:33    Titel: es geht mir/uns besser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,
Ihr seit mir beigestanden, als es schlimm war. Jetzt möchte ich Euch mitteilen, dass es für mich jetzt besser, gut ist.
Meine Tochter hat ein Zimmer angemietet und ihre Lehre angetreten.
Sie kommt regelmässig (nüchtern) zu Besuch. Wir verstehen uns im Moment besser als je zuvor. Reden, gehen bummeln, essen zusammen. Das Thema Alkohol ist für uns Beide tabu. Ich frage nicht, ob sie noch trinkt, es geht mich nichts an, denn sie wohnt nicht mehr hier. Ich hab sie immer und noch immer lieb, mein Mädel, für das ich mir wünsche, dass sie die Kurve noch gekriegt hat.
Meine "kleine" hat zwischenzeitlich ganz von alleine fast 10 kg abgenommen, auch ihr hat die räumliche Trennung gut getan. Ich habe Jahre in der Entwicklung meiner kleinen Tochter verpasst, ich frage mich, wo sie hin sind...
Heute weiss ich, dass der Rauswurf meiner Tochter für mich und den Rest der Familie der einzig richtige Weg war! Und was ganz wichtig ist, das Kind, welches ich vor die Tür gesetzt habe, ist mir nicht böse, das war meine allergrösste Angst! In meinem Fall war sie unbegründet.
liebe Grüsse an alle, die hier gelesen und mir Mut gemacht haben, Janus.
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Janus hat zum Thema: es geht mir/uns besser geschrieben
Schlafender Schutzengel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 18
Alter: 30

BeitragVerfasst am: 05.12.2009, 12:20    Titel: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janus,

ich kann dich verstehen, aber ich finde es gefährlich, das Thema Alkohol zu tabuisieren, es zu ignorieren. Du verschließt nur die Augen davor.
Ja, es ist ihr Leben und selbst wenn es so ist, dass sie noch trinkt, dann kann nur sie den Schritt gehen, damit aufzuhören.

Ich glaube aber, dass jetzt, wo die Sucht noch nicht so lange in ihr wütend, die Erfolgschancen einer Heilung am Größten sind und das man jetzt versuchen sollte, auf sie einzuwirken. Und wenn das heißt, dass man den Kontakt zu ihr abbricht, wenn sie sich dem Problem nicht stellt. Das habe ich so in einem Selbsthilfebuch für Alkoholiker (sich das Leben nehmen) gelesen und für mich macht das Sinn. Man deckt sie ja weiter, du bist weiter in der Co-Abhängikeit gefangen. Versteh mich nicht falsch, ich sage nicht damit, dass du sie am Trinken hindern kannst! Das musste ich bei meiner Mutter erst begreifen. Aber es ist auch nicht gut, es durch ein Tabu ihr einfacher zu machen. Wenn sie schon trinkt, dann soll sie es schwer haben!

Trinkt ihr auch mal bei Feierlichkeiten gepflegt ein Glas Wein zusammen?
Wenn ja, dann gibt es das jetzt nicht mehr. Als Beispiel.

Ich weiß nicht, was andere dazu sagen und sicher schreiben auch noch einige , ich hoffe es .. das ist ja auch nur mein Bauchgefühl dazu.

Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Kraft und alles Gute!
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Schlafender Schutzengel hat zum Thema: Re: ich habe meine trinkende Tochter vor die Tür gesetzt geschrieben

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