| Mein Sohn ist Alkoholiker • habe ich meinen sohn das trinken bei gebracht?????? |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
ratlosemutter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2009 Beiträge: 11 Alter: 45
|
Verfasst am: 19.07.2009, 20:18 Titel: Mein Sohn trinkt |
|
|
Ich bin Mutter eines 18-jährigen Sohnes, der ein Alkoholproblem hat.
Vor 1,5 Jahren wurde er mit 1,6 Promille straffällig, Feuermelder eingeschlagen. Ein halbes Jahr später wird er, wieder mit 1,6 Promille aufgegriffen, weil er aggressiv in einer Polizeikontrolle auffällt. Diesmal ohne Straftat. Wieder mal ein halbes Jahr später, mit 2,3 Promille, beschädigt er ein Auto, wird von der Polizei geschnappt u. in die Ausnüchterungszelle gesteckt, wobei hier noch Beamtenbeleidigung und Marihuanabesitz dazukommen und er das erste Mal auch vor Gericht erscheinen muss. Kaum dass man meint, er hat daraus gelernt, hat er jetzt mit 1,7 Promille seinen Führerschein weg. Eine weitere Beamtenbeleidigung kommt natürlich dazu und weil man ihm nur den Führerschein und nicht den Schlüssel weggenommen hat, ist er dann direkt wieder zum Auto und wurde (die Polizei ist ja nicht doof und gleich hinter ihm her) mit Fahren ohne Führerschein erwischt. Jetzt kommt ja wohl erstmal einiges auf ihn zu.
Ich habe jetzt geglaubt, dass er endlich aufhört so viel zu trinken. Wir haben ihm versucht klarzumachen, dass er, wenn er ja so viel trinkt, nicht mehr weiß was er tut. Zunächst (3 Wochen) war er auch einsichtig, ist auch zu einer Fachklinik für Suchtkranke gegangen, da er ja auch einen Nachweis benötigt, für das Gericht und um die MPU zu bestehen. Aber "die da" brauchen ja eher einen Psychiater. Ja, und dieses Wochenende war dann mal wieder volllaufen lassen angesagt.
Das zur Geschichte meines Kindes. Warum ich glaube,dass er ein Problem hat. Mein Problem ist, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß. Die Probleme zu schildern, die innerhalb der Familie durch seine aggressive u. rücksichtslose Art (Symptome von Alkoholentzug?) entstehen, würden jetzt den Rahmen sprengen.
Sehe ich alles zu eng und es wird schon?? Eine Mutter schrieb hier im Forum: Wie kann man als Mutter damit leben, ich liebe mein Kind über alles und habe Angst, daran zugrunde zu gehen, an meiner Ohnmächtig- und Hilflosigkeit.
Ich fühle nur noch eine riesige Traurigkeit in mir, die alle anderen Gedanken und Gefühle verdrängt und mich vollkommen beherrscht. Genauso fühle ich mich. Man wird nachts wach, hat Bauchschmerzen und fragt sich, was passiert heute wieder.
Ich würde mich freuen, wenn jemand der Ähnliches erlebt hat oder erlebt, Lust hat sich mit mir auszutauschen oder mir sagen kann wie es weitergehen soll. |
|
| Nach oben |
|
 |
caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
|
Verfasst am: 19.07.2009, 20:27 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
hallo ratlosemutter!
willkommen nun auch hier im offenen bereich!
rat kann ich dir nicht geben,mein sohn ist noch klein.doch wirst du bestimmt noch von anderen usern angeschrieben...
wollt dir einen für DICH hilfreichen erfahrungsaustausch wünschen...
liebe grüsse caro  |
|
| Nach oben |
|
| caro1969 hat zum Thema: Re: Mein Sohn trinkt geschrieben
|
|
 |
Susanne Gast
|
Verfasst am: 19.07.2009, 20:53 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
Hallo ratlosemutter,
na siehst Du, daß hat ja schnell geklappt
Der Lebenslauf Deines Sohnes ist als Mutter ganz gewiß sehr hart, diese auszuhalten.
Ich weiß ja nicht, was Du mit Deinem Sohn schon für Gespräche geführt hast, aber leider wird Dir nichts übrigbleiben, als Deinem Sohn die Eigenverantwortlichkeit für sein Handeln zu lassen.
Wir Angehörigen, ob nun Eltern oder Partner neigen ja oft dazu, denjenigen beschützen zu wollen, aber bei der Krankheit Alkoholismus bedarf es oftmals nur den eigenen Tiefpunkt und die Einsicht zu erlangen, daß ich mir als Süchtiger selbst Hilfe suchen muß und nur ich allein den Weg aus der Sucht finden muß.
Was tust Du denn für Dich? Hast Du Hilfestellung durch irgendwen oder einer Beratungsstelle oder eventuell einem Therapeuten? Denn die Wirkung der Sucht eiens Angehörigen kann für uns enorm schädliche Auswirkungen haben in körperlicher, seelischer Hinsicht.
Ich wünsche Dir ganz ehrlich, daß Du hier für Dich viel loslassen kannst .
Lieben Gruß
Susanne |
|
| Nach oben |
|
| Susanne hat zum Thema: Re: Mein Sohn trinkt geschrieben
|
|
 |
ratlosemutter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2009 Beiträge: 11 Alter: 45
|
Verfasst am: 19.07.2009, 21:04 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
Hallo Susanne,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
| Zitat: | | Was tust Du denn für Dich? Hast Du Hilfestellung durch irgendwen oder einer Beratungsstelle oder eventuell einem Therapeuten? Denn die Wirkung der Sucht eiens Angehörigen kann für uns enorm schädliche Auswirkungen haben in körperlicher, seelischer Hinsicht. |
Noch tue ich nichts, weil ich nicht weiß, ob ich Recht habe oder ob ich alles zu schlimm sehe. Aber Auswirkung auf Körper u. Seele merke ich schon und ich wüsste gerne, wer die bessere Hilfestellung gibt. Therapeut oder Beratungsstelle.
Ich habe hier geschrieben,weil es ja erst mal anonym ist und man sich hier vielleicht mit jemandem austauschen kann. Im Grunde bin ich im Moment einfach nur so weit,dass ich nicht weiß was ich tun soll.
 |
|
| Nach oben |
|
 |
Nicole Gast
|
Verfasst am: 19.07.2009, 21:36 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
Hallo Ratlosemutter,
dieses Machtlose, hilflose Gefühl kenne ich nur zu gut. Das Aushalten nicht wirklich aktiv etwas zu tun, tut endlos weh.
Leider ist es so das sie es selber spüren müssen das ihnen niemand aus diesem Mist heraus hilft. Das nur sie selber etwas dafür tun können.
Eigenverantwortung wie Susanne es geschriben hat ist dabei sehr sehr wichtig, denn es hilft ihm nicht wenn du als Mutter ihm die Kartoffeln aus dem Feuer holst.
Du kannst "nur" lernen dich von seinem Problemen abzugrenzen, welches sehr schmerzvoll ist. Sie aber nicht zu deinem machen, auch wenn die Sorgen immer da sein werden.
Als erstes würde ich zu einer Beratungsstelle gehen und die können dir gegeben falls einen Therapeuten empfehlen. Dort ist die Wartezeit auch nicht soo lang.
Lieben Gruß
Nicole |
|
| Nach oben |
|
| Nicole hat zum Thema: Re: Mein Sohn trinkt geschrieben
|
|
 |
Susanne Gast
|
Verfasst am: 19.07.2009, 21:54 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
Hallo,
mir hat es sehr geholfen, mir erstmal hier alles von der Seele zu schreiben(im geschützten Bereich schreibe ich mein Tagebuch).
Welche Hilfestellung Dir am Besten gut tut, kannst nur Du entscheiden.Warum probierst Du es nicht einfach aus.
Es ist bei Allem ganz wichtig, daß Du für Dich selbst entscheidest, denn nur Du kannst doch wissen, ob Dir der Alkoholkonsum Deines Kindes zuviel erscheint. Deine Bedürfnisse klar zu benennen, daß ist ganz maßgeblich, auch Deinem Sohn seine Grenzen bezüglich seines Handelns aufzuzeigen.
Ich wünsche Dir für heut erstmal eine gute Nacht
Lieben Gruß
Susanne |
|
| Nach oben |
|
| Susanne hat zum Thema: Re: Mein Sohn trinkt geschrieben
|
|
 |
ratlosemutter neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2009 Beiträge: 11 Alter: 45
|
Verfasst am: 20.07.2009, 19:22 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
Vielen Dank erstmal, für eure Antworten kommen. Das tut natürlich gut, zu wissen, dass auch andere dieses ohnmächtige Gefühl kennen und man nicht ganz so alleine ist.
Generell ist es wohl so, dass ich den Rat, den bis jetzt alle gegeben haben, beherzigen muss und für mich abgrenzen muss und ihn alleine machen lassen muss. Wobei ich sagen muss, dass er seine Strafen und auch das was noch kommt, alleine gezahlt hat und auch zahlen wird.
Wir haben immer nur gesagt, dass wir für ihn da sind und ihn nicht fallen lassen würden. Nur bezahlen muss er selber. Aber das ist doch normal, oder? Keiner wird gleich sein Kind fallen lassen. Nur als Mutter findet man wohl die Grenze nicht so, wann man aufhören sollte "da zu sein". |
|
| Nach oben |
|
 |
dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7383 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
|
Verfasst am: 21.07.2009, 19:11 Titel: Re: Mein Sohn trinkt |
|
|
hallo ratlosemutter
da ich selbst 4 kinder habe kann ich dich sehr gut verstehen, andererseits bin ich aber auch alkoholikerin und kann dir daher auch klar sagen, solange du für ihn die kohlen aus dem feuer holst wird er nichts ändern. ich habe auch nichts geändert solange es so ging. warum auch. erst als ich so unter druck stand das ich handeln mußte habe ich es auch getan. es hört sich jetzt hart an, aber hast du schon mal daran gedacht deinen sohn vor die tür zu setzen? ich weiß nicht welche last schlimmer ist, ihn rausschmeißen oder seine ausbrüche ertragen. ich denke das er sicher anfängt nachzudenken wenn er das als konsequenz im nacken hätte. fakt ist, er ist krank, ebenso fakt ist das ein kranker auch hilfe braucht, dazu gehört es aber auch das der kranke diese hilfe annimmt.
ich glaube fast das eine mutter die ist die am schlimmsten leidet wenn sie sieht was ihr kind im suff anrichtet, weil sie sich wohl am schwersten abgrenzen kann, egal wie alt der betroffene ist. eine klare abgrenzung ist aber für dich lebenswichtig, du gehst sonst an seiner sucht mit kaputt. ich hoffe sehr das du hier lernst den nötigen abstand zu bekommen und wieder mut zu schöpfen.
doro |
|
| Nach oben |
|
| dorothea hat zum Thema: Re: Mein Sohn trinkt geschrieben
|
|
 |