| @ karsten, chrissyta und henri • Co-Alk von Co-Alk sucht Hilfe (Vorsicht lang) |
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Hoffnungslos neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.08.2005 Beiträge: 18
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Verfasst am: 21.01.2006, 14:43 Titel: Re: Definition Coabhängigkeit Teil 2 |
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Hallo Sara,
erst gestern Nacht habe ich dein mich betreffendes Posting gesehen und möchte dir antworten.
| sara hat Folgendes geschrieben: | | Meiner Meinung, ist es entscheidend, welches Motiv man für diese Notlüge hat |
Sehe ich auch so. Bei mir ist es nicht das geringe oder fehlende Selbstwertgefühl und die Hoffnung, dass ich durch die Besserstellung meines Mannes automatisch auch besser da stehe. Mit der Lüge möchte ich das Mitleid und die Hintergedanken der Anderen verhindern. Machen wir uns nichts vor, die Krankheit Alkoholismus ist in den Köpfen der Leute KEINE Krankheit wie jede andere, die man einfach so bekommt und mit irgendwelchen Medikamenten einfach wieder los wird, sondern, sie ist eine Schwäche! Man ist schwach, dem Alkohol nicht NEIN sagen zu können. Oder? Ich weiß, WAS geht MICH das an, aber das ist ja das Problem
Ein Kollege von mir trinkt bei keinerlei feierlichen Anlässen in der Firma und wohl auch sonstwo Alkohol. Er stößt mit Wasser an und gut ist. Könnt ihr euch vorstellen, wie über ihn getratscht wird? Der hat doch sicherlich ein Alkoholproblem, Spaßbremse, der hat bestimmt Geld oder was-weiß-ich für Sorgen, die ihn dazu getrieben haben,...
Man soll nicht "vertuschen". WAS heißt das eigentlich? Heißt es, dass man immer und überall, wenn man es eigentlich lieber "vertuschen" würde, sagen soll, dass er ein Problem mit dem Alk hat?
| sara hat Folgendes geschrieben: | | Anders ist es wahrscheinlich, wenn ein Partner zu trinken anfängt nachdem, man sich kennengelernt hat. So kennt man wahrscheinlich, schon das wahre Ich des Partners, und hat dieses liebgewonnen. |
Richtig. Mein Mann hat auch schon zu Anfängen unserer Beziehung - in meinen Augen - viel zu viel getrunken, aber es war irgendwie anders. Wie soll ich es sagen... Der Alkohol beherrschte ihn nicht, schon gar nicht unser gemeinsames Leben. Er trank ab und an und es war gut. Irgendwann ist sein Konsum ausgeufert.
Na ja, durch dieses Forum beschäftige ich mich leider, ohne das es mir recht ist, viel zu viel mit SEINER Krankheit. Aber irgendwie tut es auch gut...
Sarah, dir und allen anderen Betroffenen wünsche ich alles Gute!
Gruß
Hoffnungslos |
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| Hoffnungslos hat zum Thema: Re: Definition Coabhängigkeit Teil 2 geschrieben
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Laurina5 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.06.2005 Beiträge: 303 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 05.02.2006, 15:52 Titel: Re: |
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Ich möchte gerne etwas zu meiner Co.-Abhängigkeit mitteilen.
Auch ich habe mich lange Zeit zu gerne mit den Problemen meines Mannes beschäftigt. Das brachte mich von mir und meinen eigenen
Problemen weg. Lange Zeit war ich wütend auf meinen Partner und habe
ihm immer wieder alles Mögliche vorgehalten. Doch der ausgesuchte Partner ist der Spiegel. Er hat mir vorgespiegelt, was man alles mit mir machen kann, was ich schlucke und aushalte, wie wenig ich von mir selbst halte. Ich wollte großzügig und tolerant sein und hatte große Angst, nicht angenommen und geliebt zu werden, er sollte mir Selbstbestätigung geben, die ich in mir selbst nicht fand. Er suchte das Gleiche. Fand das Leben mit ihm schon gar nicht mehr gut, war dennoch eifersüchtig auf andere Frauen, die ihm womöglich gefallen könnten, am liebsten hätte ich noch an Ort und Stelle seine ganzen negativen Seiten bekannt gegeben, um damit zu sagen, dass das Leben mit ihm sehr schwer sei. Da hätte man mich natürlich fragen können, wieso ich dann an seiner Seite bin.
Heute habe ich allen Groll hinter mir gelassen und bin sogar dankbar, dass er mir all das aufgezeigt hat, was ich zu lernen habe. Bin sogar überzeugt davon, dass man immer die Partner bekommt, die man gerade braucht. Wenn man das ganze Gedankengut einmal umkehrt, sich nicht mehr als Opfer sieht, sondern darin seine Lernaufgabe erkennt, so kann man der Co.-Abhängigkeit positive Seiten abgewinnen. Jeden Tag einen kleinen Schritt voran in das eigene selbstbestimmte Leben, ohne sich zu beklagen, was einem passierte, weil es einen Sinn hatte.
LG Laurina  |
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Tabaluga aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2005 Beiträge: 947
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Verfasst am: 05.02.2006, 17:14 Titel: Re: Definition Coabhängigkeit Teil 2 |
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Hallo Sara!
Ich brauche keine „Toleranz“, um Dich zu mögen, ich tue es einfach so!
Und Deine ernsthaften Überlegungen, Dich so anzunehmen, wie Du bist, ist eine sehr gute Überlegung, die Du in die Tat umsetzten solltest.
Dies ist aber nicht so einfach und es reicht nicht die bloße Entscheidung dazu.
Eine Willenserklärung sich selbst gegenüber macht noch nicht das Gefühl, sich selbst zu lieben!
Was ist schon „normal“ sein? Wer bestimmt, was „normal ist und was nicht?
Die Gesellschaft?
Du kannst auch selbst entscheiden, was bei Dir und für Dich normal ist.
Und was für Dich und mich normal ist, muss nicht zwangsläufig für andere normal sein!
Dafür brauchst Du keine „Pillen“!
Übrigens habe ich ADS und nehme R......! Aber ich nehme es nicht, um mich ertragen zu können, besser zu funktionieren oder für die anderen Menschen „normal“ zu wirken!
Ich nehme es, weil ich damit ein Defizit bei mir ausgleichen zu kann, damit ich für mich besser leben kann und meine Stärken entfalten kann.
Ich nehme es nicht, um anderen damit besser zu gefallen.
R...... ist für mich wie eine Brille, durch die ich besser schauen kann.
Wie ein Gehstock, mit dem ich besser laufen kann.
Warum sollte ich mir diese Hilfe verwehren?
Niemand käme auf die Idee, seine Brille weg zu werfen und halb blind durch die Gegend zu laufen!
Das nur am Rande....
Das „Lächeln“, obwohl mir zum weinen war, ist bei mir eine Maske.
Ich habe gelernt, das ich stark sein muss, keine Schwäche zeigen darf.
Es ist nicht so einfach, diese Maske ab zu nehmen, aber es geht.
Langsam lerne ich, meinen Gefühlen nach zu spüren, sie zu äußern und mich so zu geben, wie ich bin.
Ich darf hilflos und schwach sein, es ist okay!
Je mehr ich mir erlaube, „Ich“ zu sein, desto mehr mag ich mich und kann mich annehmen.
Desto weniger brauche ich die Anerkennung der anderen Menschen und um so mehr merke ich, dass mich Menschen auch mögen und annehmen, wie ich bin.
Und ich kann unterscheiden, wer mich mag um meinetwillen oder nur mag, wenn ich so bin, wie andere Menschen mich haben wollen!
Und Gott nimmt uns so an, wie wir sind! Ohne wenn und aber! Einfach so, weil wir „sind“!
Und darum dürfen wir uns so annehmen, wie wir sind. Weil Gott uns so gedacht hat.
Leider können das nicht alle Menschen für sich annehmen und glauben.
Wie stehts mit Dir?
Einen Versuch ist es jedenfalls wert, oder nicht?
Liebe Grüße
Tabaluga
Alkoholikerin
46 Tag trocken
mit Gottes Hilfe |
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| Tabaluga hat zum Thema: Re: Definition Coabhängigkeit Teil 2 geschrieben
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