| Mein Mann ist ein Alkoholiker?! • Co-Abhängigkeit erkannt - trotzdem mutlos wütend auf mich ? |
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zwetschke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 50 Alter: 42 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 11.07.2009, 11:55 Titel: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo!
Ich habe mich jetzt änger nicht gemeldet , da ich mit mir alleine zurecht kommen mußte.
Ich will mich noch einmal kurz vorstellen . Mein Mann trinkt schon lange viel . Vor ca .einem Jahr ist mir eigentlich erst bewußt geworden , daß er Alkoholiker ist. Wir haben zwei gemeinsame Kinder (1 und 3) und einen Sohn aus der ersten Ehe meines Mannes (14).
Eigentlich bin ich seit Monaten immer wieder dabei mich zu trennen und schaffe es aus eigener Schwäche nicht. Jetzt hat mein Mann wieder einmal zu trinken aufgehört (seit 1 Woche) und ist derzeit unerträglicher als mit Alkohol. Er nörgelt immer herum und ist nur schlecht aufgelegt. Hilfe von aussen verweigert er ,weil er sich geniert zuzugeben , daß er Alkoholiker ist. Eigentlich habe ich mich damit abgefunden ,daß er alkoholkrank ist und es alleine schaffen muß aufzuhören : Ich wollte jetzt nur wissen , falls er nun wirklich aufhört ober dann so depressiv und schlecht aufgelegt bleibt oder ob das zu den Entzugssymptomen gehört . Ihr werdet denken , daß das eine eigenartige Frage ist , da ich ja sowieso weiß daß erzu 99% wieder zu trinken anfängt aber irgendwie möchte ich seinen derzeitigen Zustand verstehen um besser damit umgehen zu können.
Viele Grüße
Zwetschke |
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| zwetschke hat zum Thema: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 11.07.2009, 13:34 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo Zwetschke
Für mich liest sich das fast so, als wäre es Dir lieber er würde
wieder trinken, damit er für Dich aushaltbarer ist
Die "schlechte" Laune ist ein Entzugssymptom und auch für
ihn schwer aushaltbar. Weiß er, daß er sich in Lebensgefahr
begibt, wenn kalt entzieht?
Es ist schwer sich einzugestehen, daß man alkoholiker ist,
aber es ist der einzige Weg, um die richtigen Schritte zu
gehen, trocken zu werden und trocken zu bleiben
Ich wünsche Dir alles Gute
Xen. |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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zwetschke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 50 Alter: 42 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 11.07.2009, 18:34 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo!
Ja du hast recht . Ich habe mir irgendwie gedacht, ich halte ihn so und so nicht aus. Ich war einfach enttäuscht , daß nichts besser wird wenn er aufhört zu trinken obwohl ich eigentlich weiß daß es so ist . Trotzdem habe ich gehofft mit ihm vernünftig reden zu können wenn er gerade nicht trinkt. Er hat sich gerade vor einer Stunde wieder ein Bier aufgemacht und Schnaps getrunken. Ich glaube er wollte mir mit der kurzen Trinkpause nur beweisen , daß er eigentlich kein Alkoholiker ist. Deswegen hat er glaube ich auch keine Angst vor einem kalten Entzug Ich habe jetzt eigentlich relativ lange keine Probleme gehabt und mich wirklich um mein Leben gekümmert . Deswegen habe ich auch solange nicht geschrieben. Jetzt habe auch ich einen Rückfall. Ich sehe jetzt immer mehr ein , daß auch ich ohne Hilfe von aussen nicht aus meinen Problemen rauskomme. Ich weiß nur nicht wo ich die Kraft hernehmen soll endlich etwas zu unternehmen.
Viele grüße
Zwetschke |
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Xenica Gast
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Verfasst am: 11.07.2009, 19:05 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo Zwetschke
Niedlicher Nick
Ich werde Dir wahrscheinlich keine große Hilfe sein, da ich nicht
viel von einem co habe. Ich habe die Sucht von meinem Mann
komplett ausgeblendet und habe selbst getrunken.
Anderseits kann ich nicht verstehen, wieso so viele Frauen,
bei einem Mann bleiben, den sie nicht mehr richtig lieben und
mit dem sie unglücklich sind..
Ich kann von der Alkoholikerseite schreiben. Es ist demütigend
trinken zu müssen, und machtlos gegen den Alkohol zu sein.
Trinkpausen kosten viel Kraft und wenn man es dann nicht schafft-
bei manchen macht es dann klick!
Das hoffe ich auch für Deinen Mann
Liebe Grüße
Xen. |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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klarerkopf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2007 Beiträge: 122 Alter: 47 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 12.07.2009, 05:40 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Guten Morgen aus Ö, Zwetschke
bin kein Co, bin (seit knapp 4 Jahren) trockener Alkoholiker.
Schreibe dir aus dem Grund, da die Beschreibung über den Zustand und dem Verhalten deines Mannes genau auf mich in meinen Trinkerjahren zugetroffen hätte.
Wie auch Xenica schrieb, ich hatte auch immer wieder Trinkpausen, um (dem Partner) zu beweisen, dass es auch ohne geht.
Dies ist, wenn ich es jetzt nach jahrelanger Klarheit im Kopf betrachte, eben die Einstellung eines Suchtkranken. Er kann, so unverständlich das auch klingt, nicht anders, und er hat sich und auch den Mitmenschen wieder mal bewiesen, "es geht ja auch ohne".
Mit welchen Auswirkungen?
- ständig schlecht aufgelegt zu sein
- immer nörgelnd
- bei kleinsten Unstimmigkeiten "gleich auf 100" zu sein
- eben sich ständig so zu benehmen, dass der Partner mit der Zeit die Ansicht hat, er ist besser auszuhalten, wenn er trinkt
Diese Beschreibung könnte, wie gesagt, haargenau auf mich und meine "aktive" Zeit zutreffen. Ich kann dir auch sagen, ich hatte sogar in den letzten Jahren meiner "Trinkerkarriere" einmal eine Zeit, in der ich ab Beginn der Fastenzeit 4 Monate nichts trank (zur Freude meiner Mitmenschen und meinerseits), habe mich dann schon in Sicherheit gewogen und mir gesagt, na, du kannst ja jetzt wieder mal probieren, aber in Zukunft weniger, ja, ja, das spielts aber eben nicht bei einem Suchtkranken. Damals habe ich noch nicht so viel über diese Sucht gewusst, und bin halt wieder rein in den Schlamassel, bis ich irgendwann einen Tiefpunkt hatte, wo ich mir sagte:
So, für mich gibt es jetzt 2 Wege
- der erste und leichtere wird mich ins Verderben führen
- der zweite wird ein sehr harter, dieser muss aber sein, sollte ich noch einen Funken Stolz in mir besitzen
Und in der Tat, er war ein sehr harter, er war aber auch nicht uninteressant, ich habe viel über mich dazugelernt und Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte.
Auf die Frage, wo, wie und warum ich meinen Tiefpunkt hatte, die du vielleicht stellen wirst, kann ich nur sagen, das ist weniger wichtig, der äussert sich bei jedem Suchtkranken anders.
Beim Einen reicht es schon, wenn das eigene Kind fragt, warum man denn soviel trinkt, beim Anderen reichts für einen Tiefpunkt nicht einmal dann, wenn er schon 3 mal in Folge zuvielen Trinkens im Spital oder in ärztlicher Behandlung war.
So geht hier die Schere auseinander.
Ich möchte mich entschuldigen, liebe Zwetschke, dass ich jetzt gedanklich so ausgeschweift bin, zu deiner Frage eingangs, ja, das sind eindeutig Entzugserscheinungen.
Wenn ich hier sehr oft das Leid lese, das Co`s mit ihren trinkenden Partnern haben, denke ich mir oft, was hat denn meine Frau (und die Kinder) damals gemacht, oder auch: Was kann dieser leidende Angehörige wirklich machen, um ein erträgliches Leben zu haben?
Oft ist hier zu lesen, man hat sich viel zusammen aufgebaut, eine Trennung würde den finanziellen Ruin bedeuten, etc.
Hier gibt es meiner Meinung nach keine Standartlösung, hier muss jeder für sich und seine Situation entscheiden, wie lange er mitmacht.
Ich finde es aus meiner Sicht total richtig, wie oft in diesem Forum geschrieben wird, das eigene Leben zu leben.
Den Schluss schreibe ich jetzt aus der Sicht eines Alkoholikers:
Wenn du beginnst, D E I N Leben zu leben (und er das mit der Zeit merkt), trägt das mit der Zeit vielleicht dazu bei, dass er (von sich aus) professionelle Hilfe annimmt, um von seiner Sucht loszukommen; versuch`s und versuch`s immer öfter, das ist es wert. Und noch etwas kann ich dir aus der Sicht eines Alkoholikers sagen, er hat es sicher schon gemerkt, dass er ein Problem hat. Aussenstehenden gegenüber zugeben wird er es erst, wenn er bereit ist, Hilfe anzunehmen.
In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Sonntag, der ja in Ö heute, wie´s aussieht, wettermässig traumhaft wird. Mach heut´ was für dich, das stärkt wieder.
klarerkopf |
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| klarerkopf hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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zwetschke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 50 Alter: 42 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 12.07.2009, 09:40 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo !
Vielen Dank für eure Antworten.
Liebe Xenica , ich glaube das kann man auch wirklich nicht verstehen warum mann bei so einem Mann bleibt . Bei mir sind die Kinder der Hauptgrund. Es sagen mir zwar hier im Forum eigentlich alle , daß ich gerade wegen der Kinder gehen sollte. Trotzdem möchte ic meinen Kindern ihren Vater nicht wegnehmen. Außerdem ist es organisatorisch viel schwieriger zu gehen. Der 3 jährige fragt mich schon am Wochenende ,wenn wir alleine wegfahren weil mein Mann arbeiten muß, wann wir endlich wieder zum Papa fahren.
Lieber klarerkopf, Du hast mir mit deiner Anttwort besonders geholfen. Ich tu mir immer leichter , wenn ich das Verhalten meines Mannes verstehe.
Ich habe am Anfang als ich hier geschrieben habe gehofft , ein Patentrezept zu finden. Jetzt weiß ich auch , daß ich meinen eigenen Weg finden muß. Dieses Forum hilft mir weiterzumachen , wenn es mir schlecht geht. Ich werde jedenfalls versuchen den heutigen Tag wirklich zu genießen . Die Sonne scheint schon und wir werden einen Radausflug machen. Ebenfalls viele Grüße aus Österreich!
Zwetschke |
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| zwetschke hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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Xenica Gast
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Verfasst am: 12.07.2009, 10:24 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo Zwetschke
Es ist normal, daß Kinder ihren Vater lieben, da kann er noch so ein
Rauhbein sein. Der Vater bleibt der Vater und etwas Besonders.
Wegen einer Trennung wird den Kindern ja nicht der Vater genommen,
sondern er bleibt der Vater, egal , ob er noch bei den Kindern lebt oder
nicht. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß es gut für die Entwicklung
der Kinder ist, wenn sie mitbekommen, daß die Eltern sich nicht
mehr liebhaben und der Vater oft betrunken ist
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft.
Und wünsche Dir einen schönen Sonntag
Xen. |
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| Xenica hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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zwetschke neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 50 Alter: 42 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 13.07.2009, 12:40 Titel: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit |
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Hallo Xenica!
Es ist nur so , daß die Kinder auch mit dem Vater beisammen sein wollen. Wenn ich mich trenne werden sie dann alleine bei ihm sein. Sie werden dann genauso mitbekommen wenn er betrunken ist , nur dann kann ich sie auch nicht mehr beschützen. Wenn er derzeit wieder so eine schlimme Phase hat , unternehmen wir oft etwas alleine. Meistens bemüht er sich aber doch mit den kleinen Kindern zu spielen. Wirklich schlimm ist es für meinen Stiefsohn . Seine Mamma hat ihn mit 1 Jahr bei der Großmutter gelassen und seither sieht er seine Mamma kaum . Er ist seinem Vater also voll ausgeliefert. Jedesmal wenn wir wieder einen Streit haben fleht er mich an zu bleiben. Vielleicht ist derzeit die Zeit noch nicht reif zu gehen. Ich denke , es wird irgendwann ein ganz plötzlicher Entschluss sein und dann werde ich alles durchziehen ohne mir viel dabei zu überlegen.
Irgendwie hoffe ich noch immer , daß mein Mann sich ändert.
Viele Grüße
Zwetschke |
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| zwetschke hat zum Thema: Re: Ohne Alkohol unerträglicher als mit geschrieben
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