| Belohnungssystem • Warum ärgere ich mich? |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2894
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Verfasst am: 20.06.2009, 06:48 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Weißt Du Mieken,
ich denke es ist gar nicht so wichtig, wie das passende Wort ist für den Zustand und die Beziehung zum Alk. Eher dürfte entscheidend sein, was durch den Alk mit dem Menschen geschieht. Oder durch das Suchtmittel mit dem Menschen. Denn ich denke Sucht ist Sucht, egal ob stoffgebunden oder nicht.
Das was Du, liebe Mieken, über Dich schreibst finde ich an meinem Expartner in genau diesem Ablauf.
Aber im Prinzip auch in mir - nur war mein Suchtmittel der Partner.
"Ich habe Gründe gesucht und mein Leben so ausgerichtet um entschuldigt trinken zu können.", so schreibst Du : diesen Satz kann ich für mich ummünzen: Ich habe Gründe gesucht und mein Leben so ausgerichtet um in der Beziehung zu bleiben und uns beide unglücklich zu machen.
Eigentlich ist die Bezeichnung einerlei. Wenn etwas schadet - egal was - sollte es aus unserem Leben "eliminiert" werden. Sind wir dazu nicht in der Lage, dann stimmt mit uns etwas nicht. Wir sorgen nicht gut genug für uns selber.
Nur bei Dir (du hattest darauf gewartet dass Dich jemand ansprach) war eine innere Bereitschaft da etwas zu ändern. Mein Gegenstück hat ebenso wie Du sie benennst (jedes Deine Worte hätte von ihm sein können) Gründe für sein Trinken gefunden und dafür, warum es normal ist - nein, sogar zwangsläufig erforderlich
Lese ich bei Euch - oder lebe ich mein Leben: der Konsenz ist immer der selbe. Immer erst dann wenn wir selber das Gefühl haben ganz unten zu sein, das Leben so nicht weiter leben zu wollen, beginnen wir etwas zu ändern. Erst dann, wen das Leben fast zerbricht, sind wir bereit es zu schützen. Erst dann, wenn wir drohen alles zu verlieren, oder es bereits haben, kommt in manchen von uns (wenn auch nicht in allen!) ein Überlebenstrieb zum Vorschein.
In uns selber - nicht durch das Umfeld! Wobei mir meine Freunde sehr, sehr geholfen haben auf meinem Weg zu bleiben, aber einschlagen musste ich ihn ganz alleine....
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5412
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Verfasst am: 20.06.2009, 07:38 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Dagmar,
der Impuls etwas ändern zu wollen muss in uns selber entstehen. Da gebe ich dir Recht, anders geht es nicht.
Bei mir ist es mit einem kleinen leisen Impuls angefangen, den ich langsam nährte, in dem ich mich anfing zu informieren. Ich hatte so viele AHA-Erlebnissen und konnte dadurch erkennen, daß ich selbst aktiv werden musste. Solange ich auf das Umfeld wartete, verstellte ich mir selbst die Sicht darauf, daß ich selbst für mein Leben verantwortlich bin.
Ich habe mich über Monate hier im Forum lesend aufgehalten und habe Beiträge über erfolgreiche erste Schritte ins suchtmittelfreie Leben verschlungen. Sie haben mich bestärkt, es ist niemals zu spät. Sofern ich anfange und loslaufe.
Du schreibst aus einer anderen Sicht heraus, wobei das Erkennen und das Handeln danach, das gleiche ist. Wir sind für unser Leben selbst verantwortlich.
Danke für dein Post,
lg Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4687 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 23.06.2009, 13:22 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Mieken,
als ich einige Zeit im Forum für Angehörige war, wollte ich als gutes Vorbild mit dem Trinken aufhören, schließlich war das damalige "Dreckszeugs" der Auslöser für die Beziehungsprobleme und stellte fest, dass ich merkwürdiges Kribbeln und nervöse Reizungen bekam, wie ich sie vom Nikotinentzug gut kannte. Gleichzeitig ging der Kippenverbrauch enorm nach oben. Da wusste ich, dass da bei mir was nicht stimmte und ich körperlich abhängig war. Da gab es dann auch nichts mehr schön zu reden oder auf etwas oder fast oder Grenzgänger oder zwischen Abhängigkeit und starkem Missbrauch zu unterscheiden.
LG Kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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Weißbär neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2009 Beiträge: 296 Alter: 60 Wohnort: Region Hannover
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Verfasst am: 23.06.2009, 13:38 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Mieken,
ich wusste ziemlich früh, dass mein Umgang mit Alkohohl gefährlich ist. Habe leider nicht rechtzeitig die Kurve bekommen. Mein erster Therapeut sprach von Suchtgefährdung, es wurde nicht wirklich was unternommen, die Zeiten waren damals in Punkto Sucht noch nicht soweit wie Heute (1974).
Zu der Zeit war mir aber bereits klar, dass Gefährdung untertrieben war. Ich bin über Jahre mit der Gewissheit Alkoholiker zu sein rumgeeiert und habe erst im September 1989 den Absprung geschafft, zugegebenermaßen erst beim 2. Anlauf.
Gruß
Weißbär |
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| Weißbär hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5412
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Verfasst am: 25.06.2009, 07:30 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Kaltblut,
| Zitat: |
Da gab es dann auch nichts mehr schön zu reden... |
Also ging es dir ähnlich wie mir? Erst mit der Auseinandersetzung konntest du für dich erkennen.
Hast du vorher deinen Konsum mal hinterfragt und evtl. als nicht "normal" eingestuft?
Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5412
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Verfasst am: 25.06.2009, 07:39 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Weißbär,
du bist schon 20 Jahre trocken? Das ich da neugierig bin... ist ja wohl klar
Kannst du rückblickend sagen, was es war, daß du verinnerlicht hast, Alkoholiker zu sein? Und wie hälst du dieses für dich präsent?
Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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claro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.04.2009 Beiträge: 3365 Alter: 50
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Verfasst am: 27.06.2009, 07:03 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Mieken, ich denke auch oft: Bist du eigentlich wirklich Alkoholiker?
Wenn ich aber alle fürs und wirders aufliste komme ich an ein paar entscheidenen Punkten nicht vorbei:
Seid Jahren versuche ich mein Trinken zu kontrollieren und zu reduzieren, ohne Erfolg.
Allein die Tatsache, das man sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, spricht für sich. Ansonsten würde man ja einfach nichts trinken, und sich selber keine Regeln aufstellen müssen. |
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| claro hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5412
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Verfasst am: 27.06.2009, 08:17 Titel: Re: Alkoholabhängig? |
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Hallo Claro,
so habe ich ja dann auch meine eigene Antwort gefunden, weil ich immer wieder an den Punkt kam... bist du es, oder vlt. doch nicht? Als ich von der Frage abwich ja...? oder vlt. doch nein...?, sondern mich fragte, wie oft willst du dich eigentlich noch fragen und zu keiner Antwort kommen?
Warum habe ich mich nur so unendlich schwer damit getan?
Was tut an dieser Erkenntnis so weh?
Sind es die eigenen Vorstellungen darüber, wie ein Alkoholiker auszusehen hat, oder eher die Vorstellung, DAS kann mir doch nicht passieren?
Ich weiß nun für mich, in dem Moment wo ich meine Abhängigkeit angenommen habe - tut mir nichts mehr weh. Es ist eine Klarheit in mein Leben getreten, die ich mir immer gewünscht habe. Die ich wie verzweifelt versucht habe mit Hilfe von Alkohol zu bekommen. DAS nenne ich eindeutig krank und war meine Antwort.
Nun bin ich dabei zu gesunden - und das zählt.
LG Mieken |
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| Maria hat zum Thema: Re: Alkoholabhängig? geschrieben
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