| Angehöriger im Tal der Tränen • Wer hat ähnliche Probleme |
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 16.06.2009, 00:23 Titel: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Hallo alle zusammen,
also vor einiger Zeit habe ich mich hier für das Forum interessiert und dachte, wahrscheinlich irrtümlich, jeder der mit einem Alkoholiker zusammen lebt, sei ein Co-Abhäniger, weil er/sie mit abhängig sind.
Da Co-Abhängigkeit ein eigenes und wie ich finde klares Verhaltensbild aufweißt, muss ich mich jetzt fragen, ob ich wirklich eine Co bin. Er ist jetzt seit 6 Monaten trocken und mir fehlt absolut nichts.
Also 1. Ich habe mich nicht von seiner Stimmung dirigieren lassen.
2. Ich liebe mich selbst, bin mir wichtig, hetzte mich nicht, um ihn zur
Ruhe zu stellen. Im Gegenteil, ich fand es immer gut, wenn er mal gemerkt hat, dass er den Stoff braucht und ganz nervös wurde.
3. Ich nahm es nie persönlich, wenn er schlecht gelaunt war und versucht hat, sich an mir zu reiben. (Aber jetzt, wo er trocken ist schon). Ich habe versucht in für den Schritt zu stärken, sich Hilfe zu holen, ich wusste immer, das ich ohne seine Erkenntnis auf nichts hoffen muss. Ich habe am nächsten Tag keine Pinkel oder Kotze weggewischt, bin lieber mit den Kindern weggegangen, damit sie es nicht sehen. Sonst hätte er mit nicht geglaubt, das er das war. Ich habe kein Versteckspiel mitgespielt vor ihm.
4. Jetzt kommt der Teil, der für eine Co spricht: Ich habe, wenn ich Einkaufen war, Alkohol mitgebracht, sehr selte mal nur Alk besorgt, also bin extra für ihn losgezogen was holen.
Ich habe Flaschen weggeräumt, wenn Besuch kommt, manchmal habe ich sie auch stehen lassen, damit er selbst mal dran denkt. Hat auch immer besser geklappt dann, also mich da aus der Verantwortung zu ziehen.
Wahrscheinlich habe ich jetzt noch so einiges vergessen. Aber eure Meinung interessiert mich.
Danke schon mal für eure Antworten
LG Rosinelchen |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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skybird sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.01.2008 Beiträge: 4106
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Verfasst am: 16.06.2009, 06:49 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Hi Rosinelchen,
willkommen hier im Forum. Genau wie es für einen Alkoholiker die Einsicht braucht, dass er Alkoholiker ist, genauso braucht es für Coabhängige die Erkenntnis, dass sie co-abhängig sind.
Ich glaube kaum, dass Dir hier jemand die Frage "Bin ich coabhängig?" schlüssig beantworten kann.
Wie Du schon geschrieben hast, es gibt Punkte, die sprechen eher dafür und Punkte, die sprechen weniger dafür. Allein, dass Du fragst, sagt auch schon einiges aus.
Schau doch mal hier, ob Du Dich hier drin erkennen kannst:
http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-coabhaenigkeit.php
LG skybird |
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| skybird hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 16.06.2009, 07:30 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Ich frage deshalb, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich eine Co-Abhängige bin.
Und ich schreibe ja auch, dass ich MICH fragen muss, ob ich das bin. Ich will keine Diagnose.
Ich muss nicht euch fragen, bitte richtig lesen.
Mich interessiert nur die Meinung und zwar am Besten von gestandenen Cos. Und danke nochmal für den Tipp mit den Grundbausteinen, genau weil ich das gelesen habe, kommen mir ja die Zweifel. |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 16.06.2009, 08:28 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Guten Morgen Roselinchen,
du fragst dich, ob du co-abhängig bist und findest etliche Begründungen, warum du es deiner Meinung nach nicht wirklich bist. Deine Frage erinnert mich an einen Alki, der sagt, ich hab kein Problem mit dem Alk. Ich kann jederzeit aufhören, kann eine Woche nicht trinken und unter der Brücke leb ich auch nicht.
Für mich war es sehr schwer, mir einzugestehen, dass ich co-abhängig bin, denn dadurch musste ich auch akzeptieren, dass ich nicht die selbstbewusste Coole bin, die alles wuppt. Es war ganz schön hart, festzustellen, dass das ganze „Wuppen“ nur einen einzigen Hintergrund hat, nämlich den, gemocht, anerkannt, gebraucht zu werden. Ohne das fühlte ich mich nix wert. Co-abhängig, auch ganz ohne Alkoholiker an meiner Seite, habe ich mich mein Leben lang verhalten, denn ich bin beziehungs-abhängig. Ich wollte die Kontrolle über alle möglichen Dinge in meinem Leben haben. Ehemann, Kind, Arbeit – immer die Initiative ergreifen, weil ich dann der Meinung war, ich könnte sagen, wo´s lang geht. Meine Abhängigkeit war auch nicht weg, als „mein Alki“ weg war. Sie zeigte sich dann im Beruf oder im Umgang mit anderen Menschen.
Du schreibst, dass du dich fragst, ob es fair ist, dich nun, da dein Mann nicht mehr trinkt, von ihm zu trennen. Alkoholiker, die trocken werden, können ganz schön unbequem werden. Nass sind sie, bis auf die Tatsache der Trunkenheit, in der Regel recht „pflegeleicht“. Schließlich haben sie ein schlechtes Gewissen wegen ihres Trinkens. Sie wissen normalerweise genau, dass es Mist ist, was sie tun, können aber gegen die Sucht nicht einfach so angehen. Als „mein Alki“ trocken wurde, hat er mir etliche Dinge gesagt, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Und er hatte plötzlich einen eigenen Willen, der vorher so gar nicht da gewesen war. Plötzlich hatte ich nicht mehr die Kontrolle über das „Verfahren“. Wer weiß, vielleicht ist dein Mann ungeduldig und krätzig – schon immer gewesen und hat es nur mit dem Alk zugeschüttet. Ich weiß nicht, warum du mit deinem Mann zusammen bist. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass du ihn akzeptierst, wie er ist. Er soll so sein, wie du ihn brauchst, damit du dich mit ihm wohlfühlst. Erst soll er aufhören, zu trinken. Das hat er nun getan, aber das genügt dir immer noch nicht. Er soll so sein, wie DU ihn haben willst. Aber zum Erzogen werden ist er wohl schon etwas zu erwachsen.
Er ist ein eigenständiger Mensch und nicht dein Kind, um das du dir Sorgen machen musst, in welchen Kindergarten du ihn unterbringst. So liest sich das für mich, wenn du überlegst, ob es Wohngruppen für „solche Menschen“ gibt.
Ich kann dir nicht sagen, ob du co-abhängig bist. Will ich auch nicht, aber ich lese und mache mir so meine Gedanken dazu.
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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Susanne Gast
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Verfasst am: 16.06.2009, 08:37 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Hallo Roselinchen,
ich beobachte Dich nun schon eine Weile, da Du ja auch schon bei den Alkoholikern geschrieben hast.
Als erstes fällt mir etwas sehr Entscheidenes auf, und zwar, daß Du ganz vehement darauf bestehst, daß Du doch nicht co-abhängig sein könntest aber mit jedem Post im anderen Bereich davon sprichst, wie sehr Du hoffst, daß ER, daß die Therapie bei IHM...und so weiter.
Hier mal ein Beispiel:
| Zitat: | Ich habe auch gewusst, dass er es irgendwann packt, dann wenn ER soweit ist. Ich wusste, ich muss nur aushalten, da ich nur meinen Teil dazu beitragen kann, in dem ich nicht herunterspiele und nichts vertusche. Er war manchmal sehr schockiert und entsetzt über das was er im Suff gemacht hat, trotzdem habe ich keine Einzelheit ausgelassen und genau das hat ihn merken lassen, das er ein großes Problem hat.
Er wird auch diese Phase hinbekommen, aber ob ich das mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wegen der Kinder, das ist eine große Frage. Und ich hoffe nur, das die Therapie diesmal etwas bringt.
Das dann auch die Paras weggehen und das Unausgeglichene.
Der Paartherapeut meinte damals zu uns, ich finde, Sie beide führen eine gute Beziehung!
Warum ich nicht gleich bei einem Ausrutscher weggehe???Ich nochmal vertraut habe.
1. Menschen sind in einer stetigen Entwicklung, wir lernen ständig. Das geht nicht immer ohne Verletzung von statten.
2. In guten wie in schlechten Zeiten, das habe ich immer im Herzen. Man kann nicht einfach weglaufen, wenn es schwer wird.
Sollte ich also irgendwann mal merken, dass wir uns nicht mehr entwickeln, als Mensch und als Familie, würde ich gehen.
Diese Angst habe ich momentan, aber ich glaube, ich weiß schon was ich tuen werde, ich danke euch auch von ganzem Herzen und aus tiefster Seele. Mir ist in den letzten Tagen hier sehr vieles klar und klarer geworden.
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Ich möchte auch einmal darauf hinweisen, daß Dein Gedanke der Co-Abhängigkeit nicht immer bedeuten muß, daß ich etwas von meinem Partner wegwischen muß, etwas deckeln muß, sondern der wichtige Gedanke ist, inwieweit ich mich selbst dabei aufgebe, meine Interessen/Bedürfnisse hinten anstelle.
Auch ich habe nicht verleugnet, nicht kontrolliert. Aber ich habe, genauso wie Du gehofft, daß er den Weg irgendwann entdeckt, daß er Hilfe braucht, habe ihn zu stärken versucht, in in vielem unterstützt, dort hinzugelangen, aber habe dabei nicht auf meine Grenzen geachtet, bis ich am Ende auf dem Boden im Staub lag.
Deine 2 Punkte in Deinem Post machen mich hellhörig, denn wenn ich richtig gelesen habe, hat Dein Mann Dich geschlagen.
Dazu schriebst Du dies hier:
| Zitat: | | 1. Menschen sind in einer stetigen Entwicklung, wir lernen ständig. Das geht nicht immer ohne Verletzung von statten. |
Auch ich habe Schläge erhalten! Habe es mit solchen Erklärungen versucht, zu entschuldigen! Ein Zeichen meiner Co-Abhängigkeit, denn wenn ich es mir wert gewesen wäre, hätte ich dies nicht geduldet oder entschuldigt und wäre gegangen. Es kam nämlich noch schlimmer.
| Zitat: | 2. In guten wie in schlechten Zeiten, das habe ich immer im Herzen. Man kann nicht einfach weglaufen, wenn es schwer wird.
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Auch diesen Satz konnte ich gebetsmühlenartig immer hervorholen, um meinen abhängigen Partner nicht seiner Verantwortung zu überlassen. Es kam sogar noch der Satz dazu:*Aber als nüchterner Mensch ist er ja ganz anders*
Ähnlich wie dieses von Dir:
| Zitat: | Ich kenne ihn halt auch von 2 Seiten, mit 2 Gesichtern. Der eine ist ein super guter Kerl, der andere ein ekelhafter Brutalo. Vielleicht ein bischen Schizophren, aber hat nicht jeder von uns einen Wolf in der Brust.
Das ist meine Hoffnung an die Therapie, das der Mensch, der gute Teil wieder mehr Platz zum Leben bekommt. Jetzt wo der lähmende und dämpfende Alkohol weg ist. |
Dies sind bei mir eindeutige Zeichen meiner Co-Abhängigkeit, ein Zeichen, daß ich mich nicht für wert erachtete, mich immer weiter , Stückchen für Stückchen aufgab, denn die Suchtspirale geht abwärts und nicht aufwärts, wenn ich nicht aussteige!
Gruß
S.Käferchen |
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| Susanne hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 16.06.2009, 10:17 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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Ja, danke, genau das wollte ich hören, endlich mal Fakten.
Aber das mit dem Schlagen ist 13 Jahre her und seit dem nicht mehr passiert!!! |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 20.06.2009, 18:02 Titel: Re: Bin ich Co-Abhängig??? |
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| Rosinelchen hat Folgendes geschrieben: | | Aber das mit dem Schlagen ist 13 Jahre her und seit dem nicht mehr passiert!!! |
Hallo Rosinelchen,
bist Du denn jetzt wieder 13 Jahre fort oder noch hier?
LG Kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Bin ich Co-Abhängig??? geschrieben
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